Meniskusriss

Letzte Aktualisierung am 25. Juni 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Bei einem Meniskusriss (Meniskusruptur) handelt es sich um einen Riss (Läsion) der scheibenförmigen Knorpel im Kniegelenk (Menisken). Dieser Knorpelschaden stellt die häufigste Verletzung des Kniegelenks dar. Aufgrund einer großen Auswahl an Behandlungsmöglichkeiten kann ein Meniskusriss heute gut therapiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Meniskusriss?

Bei einem Meniskusriss ist häufig ein stechender Schmerz zu spüren. Das Kniegelenk kann meistens nicht mehr bewegt werden.

Als Meniskusriss (Meniskusruptur) wird eine Läsion (Gewebeverletzung) einer der beiden Faserknorpelscheiben im Kniegelenk (Außen- und Innenmeniskus) bezeichnet, die zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen liegen.

Die Menisken reduzieren die auf das Kniegelenk ausgeübten Kräfte und stabilisieren das Kniegelenk, indem sie sich den Bewegungen des Kniegelenks entsprechend verschieben und so die asymmetrische Stellung zwischen Oberschenkel und Schienbein ausgleichen (Pufferwirkung).

Statistisch betrachtet ist der Innenmeniskus aufgrund seiner weniger stark ausgeprägten Flexibilität häufiger von einem Meniskusriss betroffen als der Außenmeniskus.

Ursachen

Ein Meniskusriss ist traumatisch (durch einen Unfall) und/oder degenerativ (Verschleiß) bedingt, wobei bei etwa der Hälfte der Fälle degenerative Ursachen hinter einem Meniskusschaden stehen.

Der bereits mit 20 Jahren einsetzende natürliche Verschleißprozess wird durch eine starke Beanspruchung im Berufsleben beschleunigt, wodurch der Meniskus anfälliger für Meniskusrisse durch plötzliche Rotationen oder falsche Kniebewegungen wird.

Daneben kann ein Meniskusriss traumatisch durch eine direkte oder indirekte Gewalteinwirkung herbeigeführt werden. Bei einem indirekt bzw. sekundär traumatischen Meniskusriss führt eine abrupte Überstreckung des Kniegelenks zu einer unbeabsichtigten Einklemmung der Meniskushinterhörner, was bei zusätzlicher Kraftausübung zu einer Meniskusruptur führen kann.

Auch direkte bzw. primäre Gewalteinwirkungen durch Traumata (wie Knochenbrüche) können einen Meniskusriss nach sich ziehen. Bei einem äußerst geringen Anteil der Fälle (2%) kann eine Meniskusschädigung genetisch bedingt sein. Angeborene Fehlformen (Scheibenmeniskus) sowie eine geerbte Prädisposition zu Zystenbildungen und Kalkeinlagerungen können einen Meniskusriss verursachen.

Verschiedene Arten von Meniskusrissen.

Wann zum Arzt?

Klagt der Betroffene nach einem Sturz oder Unfall über unerwartete Schmerzen am Knie, sollte ein Arzt konsultiert werden. In vielen Fällen kommt es bei der Ausübung sportlicher oder intensiver körperlicher Aktivitäten zu einem Meniskusriss. Damit erlebt der Betroffene plötzliche gesundheitliche Beeinträchtigungen, bei denen schneller Handlungsbedarf erforderlich ist. Störungen der Bewegungsabläufe, Einschränkungen der Mobilität und eine Abnahme der Belastbarkeit des Knies weisen auf eine Erkrankung des Muskelsystems hin.

Ein starkes Schmerzerleben im Kniegelenk ist charakteristisch für den Meniskusriss. Eine Fortbewegung ist dem Betroffenen in diesen Situationen ohne eine fremde Hilfe oftmals nicht mehr möglich. In schweren Fällen muss ein Rettungsdienst alarmiert werden.

Führt ein leichter Druck auf das Knie zu Unwohlsein, Sensibilitäts- und Wahrnehmungsstörungen sowie zu einer Auslösung der Schmerzen, wird eine medizinische Hilfe benötigt. Eine Fehlhaltung des Körpers, Schwellungen am Knie sowie Veränderungen des Hautbildes im Bereich des Gelenks sind untersuchen und behandeln zu lassen. Kann das Kniegelenk nicht wie gewohnt bewegt werden und klagt der Betroffene über Taubheitsgefühle im Unterschenkel oder in den Zehen, sollte eine Untersuchung vorgenommen werden.

Bei Kindern werden Auffälligkeiten des Verhaltens, abrupte Weinerlichkeit oder unerwartete Trotzreaktionen beobachtet. Ihnen ist es häufig nicht möglich, die Beschwerden deutlich einzugrenzen.

Symptome und Verlauf

Im Falle traumatisch bedingter Meniskusrisse verspüren die Betroffenen in der Regel einen stechenden Schmerz im Kniegelenk. Innenseitige Schmerzen indizieren hier eine Ruptur des Innenmeniskusses und außenseitige des Außenmeniskusses.

Zusätzlich kann die Bewegungsfreiheit des Kniegelenks eingeschränkt sein (Gelenksperre). In manchen Fällen kann ein Meniskusriss mit einer Schwellung im Kniegelenk einhergehen, da die irritierte Schleimhaut einen Reizerguss verursacht.

Traumatische Meniskusrisse gehen oftmals mit Verletzungen des Bandapparates und der Gelenkkapsel einher, wodurch eine genaue diagnostische Untersuchung der Kniegelenkschmerzen erforderlich wird.

Verschleißbedingte Meniskusrupturen rufen nicht immer diese akuten Symptome hervor, vielmehr werden belastungsabhängige Schmerzen beobachtet. Ein nicht therapierter Meniskusriss wird sich durch die alltägliche Belastung und Beanspruchung des Knies höchstwahrscheinlich progressiv verschlechtern.

Diagnose

Während traumatische Meniskusrisse in den meisten Fällen als sehr schmerzhaft wahrgenommen werden und bereits die Darstellung des Unfallhergangs einen ersten Anhaltspunkt für die Diagnose bietet, lassen sich degenerative Meniskusrisse schwerer diagnostizieren. Im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung werden unterschiedliche Funktionstests am gestreckten, gebeugten und gedrehten Knie durchgeführt, mit deren Hilfe auf die spezifischen Anzeichen für einen Meniskusriss getestet wird. Zur Absicherung der Diagnose eines Meniskusrisses werden zusätzlich verschiedene Untersuchungsmethoden herangezogen. Hierzu gehören Röntgenuntersuchungen bei degenerativen Meniskusrissen, Kernspintomographien sowie Arthroskopien (Kniegelenkspiegelung), im Rahmen derer eine bestmögliche Feststellung des Ausmaßes und der Lage des Meniskusrisses gewährleistet und gegebenenfalls eine sofortige operative Behandlung möglich ist.

Behandlung und Therapie

Hinsichtlich der Behandlungsmethode ist neben der Schwere die Position der Meniskusruptur von besonderer Relevanz, denn lediglich in dem besser durchbluteten Bereich in der Nähe der Gelenkkapsel (rote Zone) bestehen Heilungschancen. So können kleinere Meniskusrisse in der roten Zone unter Umständen konservativ durch Lagerungsschienen, Gehstützen, Medikamente (steroidfreie Antirheumatika), Kältetherapie und Krankengymnastik behandelt werden.

Dagegen ist bei massiven Meniskusrupturen, wie längs verlaufenden Korbhenkelrissen oder Lappenrissen, ein operativer Eingriff unumgänglich, wobei auch hier die Lage hinsichtlich der Art des Eingriffes entscheidend ist.

Befindet sich der Meniskusriss in der roten Zone, kann dieser arthroskopisch genäht werden (Menikoplexie), da die bessere Durchblutung hier gute Heilungschancen (erneutes Zusammenwachsen) verspricht.

Wird der Meniskusriss hingegen in der weißen Zone (schlecht durchbluteter Bereich des Meniskusses) lokalisiert, bestehen keine Heilungschancen, eine Entfernung des abgerissen Meniskusteils (Meniskusteilresektion) wird erforderlich.

Dieser kann andernfalls wie ein Fremdkörper den Knorpel schädigen und eine frühzeitige Arthrose nach sich ziehen.

Eine weitere operative Methode stellt die Meniskustransplantation dar, bei welcher ein menschlicher Spendermeniskus arthroskopisch eingesetzt wird. Diese Methode wird hauptsächlich bei jüngeren Betroffenen angewandt, da diese lediglich bei nicht arthrotischen Knieveränderungen erfolgversprechend ist.

Eine neuere Therapieform bei Meniskusrissen stellt das Einsetzen eines Collagengerüstes anstelle des entfernten Gewebes dar, in das postoperativ körpereigene Zellen einwandern und langsam einen Ersatzmeniskus aufbauen, während das Collagengerüst aufgelöst wird.

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Vorbeugung

Einem Meniskusriss kann nicht wirklich vorgebeugt werden. Durch eine gut entwickelte Bewegungstechnik sowie durch den Aufbau der Muskulatur und Stärkung der Bänder im Kniegelenk kann dieses entlastet und stabilisiert werden, womit die Wahrscheinlichkeit eines Meniskusrisses reduziert wird. Auch eine Vermeidung kniebelastender Tätigkeiten (Fußball, Skifahren sowie Tätigkeiten in der Hocke, auf den Knien) und Gewichtsreduzierung bei Übergewicht entlasten die Kniegelenke und minimieren deren Anfälligkeit für Meniskusrisse.

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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