Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern

Letzte Aktualisierung am 4. Juni 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern gehören zu den häufigsten Sportverletzungen und sind unter Umständen äußerst schmerzhaft. Bei solchen Verletzungen können Gelenkkapsel oder Sehnen einzeln betroffen sein, manchmal haben aber auch beide Körperteile einen Schaden genommen. Je nach dem Schweregrad ist eine ärztliche Behandlung unumgänglich.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern?

Eine Kapsel- und Sehnenverletzung führt meist zu starken Schmerzen in der Hand und geht oft mit einer Schwellung einher.

Eine Kapsel- und Sehnenverletzung an Hand und Fingern zeigt sich vor allem durch starke Schmerzen im betroffenen Gelenk. In den meisten Fällen kommt es zu einer Schwellung und auch einem sichtbareren Bluterguss. Ursache ist sehr oft eine Sportverletzung, besonders bei Ballsportarten treten diese Beschwerden oft auf.

Wenn es zu einer Überdehnung des Gelenks kommt, sönnen sowohl Kapsel als auch Sehnen Schäden davon tragen. In den meisten Fällen lösen plötzliche und ruckartige Bewegungen diese Verletzungen aus. Aber auch durch äußere Gewalteinwirkung oder Unfälle kann eine Kapsel- und Sehnenverletzung an Hand und Fingern auftreten.

Ursachen

Einer Kapsel- und Sehnenverletzung an Hand und Fingern ist immer ein Auslöser vorangegangen, diese Schäden entstehen nicht ohne Grund. Kommt es zu einer unnatürlichen Belastung des Gelenks und den Sehnen, können diese beschädigt werden. Diese Schädigungen entstehen durch unkontrollierte, schnelle Bewegungen, bei denen das Gelenk überdehnt oder umgeknickt wird. Es handelt sich also immer um eine nicht gewöhnliche Belastung des Gelenks und der Sehnen, wenn hier Beschwerden auftreten.

Zu solchen Verletzungen kommt es sehr häufig bei Ballsportarten. Die Gefahr, dass ein Ball unkontrolliert auf Hand oder Finger auftrifft, ist hierbei enorm groß. Ein durch die Luft fliegender Ball entwickelt sehr hohe Kräfte, denen unsere Gelenke und Sehnen nicht immer standhalten können.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern:

Liegen Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern vor, hat der Patient in den meisten Fällen sehr starke Schmerzen im betroffenen Gelenk und den umliegenden Bereichen. Der Schmerz wird oft als stechend beschrieben und kann in einen pulsierenden Schmerz übergehen. Fast immer kommt es zu einer Schwellung und später wird auch ein Bluterguss sichtbar. Dieser entsteht durch im Inneren ausgetretenes Blut. Die Schmerzen zeigen sich eigentlich immer sofort nach dem auslösenden Ereignis, die Schwellung lässt meist auch nicht lange auf sich warten.

Je stärker die Verletzung ist, umso heftiger fällt auch eine Schwellung aus, abhängig davon, wie viel Gelenkflüssigkeit aus dem beschädigten Gelenk austritt. Schwellung und Bluterguss sorgen gleichermaßen für eine Bewegungseinschränkung am betroffenen Gelenk. Sämtliche Bewegungen können nur noch unter Schmerzen ausgeführt werden. Je nach Grad der Verletzung kann die Heilung bis zu mehreren Wochen dauern. In dieser Zeit sollte das Gelenk ruhig gestellt und soweit wie möglich geschont werden.

Diagnose

Um Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern zu diagnostizieren, muss der Arzt sehr sorgfältig vorgehen. Es ist nicht immer einfach, diese Diagnose zu stellen, da viele andere Verletzungen sehr ähnliche Symptome haben. Zudem kann es sich auch um deutlich schwerwiegendere Verletzungen handeln, als eine Kapsel- oder Sehnenverletzung. Um das auszuschließen, müssen spezielle Untersuchungen durchgeführt werden.

Dazu dienen bildgebende Diagnoseverfahren, wie Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen. Bei einer Röntgenuntersuchung werden nur Verletzungen an Knochen und Kapseln sichtbar, um Bänder und Sehnen genauer zu untersuchen, ist eine Ultraschalldiagnose erforderlich. Wichtig ist dabei abzugrenzen, welche Art der Verletzung genau vorliegt, damit eine entsprechende Therapie eingeleitet werden kann.

Komplikationen

Bei den Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern treten unterschiedliche Beschwerden auf. In erster Linie leiden die Betroffenen in der Regel an starken Schmerzen in der betroffenen Region. Diese Schmerzen breiten sich dabei auch in die benachbarten Regionen aus, sodass es zu Schmerzen an den Fingern oder am Handgelenk kommt. Weiterhin leiden die Patienten auch an starken Einschränkungen in ihrem Alltag, falls die Finger oder Gelenk nicht mehr bewegt werden können. Die betroffenen Regionen sind dabei auch angeschwollen und es kommt zu einem Bluterguss.

Aufgrund der Bewegungseinschränkungen durch die Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern leiden viele Patienten auch an Depressionen oder an anderen psychischen Beschwerden. Ebenso kann es zu Lähmungserscheinungen oder zu Störungen der Sensibilität an den Händen kommen. Diese Beschwerden verschwinden meistens nach der Heilung. Sollten die Schmerzen auch in der Nacht auftreten, so können die Betroffenen an Schlaflosigkeit und an einer Gereiztheit leiden. Mit Hilfe von Schmerzmitteln und durch eine Ruhigstellung der Hand können die Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern gut behandelt werden. Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Erkrankung nicht negativ beeinflusst.

Behandlung und Therapie

Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern erfordern vom Patienten vor allem eine konsequente Ruhigstellung und Schonung des verletzten Gelenkes. Der Arzt wird entsprechende Maßnahmen ergreifen und das Gelenk mit Bandagen ruhig stellen. In manchen Fällen kann auch das Anlegen einer Schiene erforderlich sein. Diese Schonung ist für die Heilung enorm wichtig, wird das Gelenk während des Heilungsprozesses ständig belastet, verlängert sich die Zeit der Heilung.

Deshalb sollten sportliche Aktivitäten in dieser Zeit vollkommen eingestellt werden. Wir das Gelenk nämlich zu früh belastet, verzögert das nicht nur die Heilung, sondern kann auch dauerhafte Folgeschäden nach sich ziehen. Während der Therapie können die Schmerzen mit Medikamenten gelindert werden. In vielen Fällen werden dabei Medikamente verordnet, die gleichzeitig auch eine entzündungshemmende Wirkung haben. Aber auch Präparate, die speziell für Sportverletzungen entwickelt wurden, können zu Schmerztherapie in Frage kommen.

In jedem Fall sollte auf blutverdünnende Schmerzmittel verzichtet werden, da diese einen eventuellen Bluterguss noch verstärken können. Schwellungen werden am effektivsten durch Kühlung gelindert. Dadurch klingt die Schwellung am betroffenen Gelenk ab, was in den meisten Fällen auch die Schmerzen erträglicher werden lässt. Je nach Ausmaß der Verletzung kann auch die kontrollierte Bewegung des verletzten Gelenks für die Heilung erforderlich sein. Dazu wird der Arzt Physiotherapie verordnen, in keinem Fall sollte der Patient ohne Anleitung die Bewegungen vornehmen.

Die Heilungsdauer von Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern ist sehr unterschiedlich. In den meisten Fällen sollten aber mehrere Wochen eingeplant werden, bis die Beschwerden vollkommen abgeklungen sind. In manchen Fällen erfolgt auch keine vollständige Heilung, so dass immer leichte Beschwerden zurückbleiben.

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Vorbeugung

Eine vollkommene Vorbeugung gegen Kapsel- und Sehnenverletzungen an Hand und Fingern ist nicht wirklich möglich. Selbstverständlich ist, dass sportliche Aktivitäten immer konzentriert durchgeführt werden sollten, um das Risiko für Verletzungen einzudämmen. Aber auch dann sind Verletzungen nicht völlig auszuschließen, denn gerade bei Ballsportarten ist eine völlige Kontrolle über den Ball nicht immer möglich.

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014


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