Hautkrebs-Früherkennung


Medizinische Qualitätssicherung am 25. Januar 2020 von Dr. med. Nonnenmacher

Die Hautkrebsfrüherkennung oder Hautkrebs-Screening dient der Vorbeugung von schwarzem Hautkrebs. Die rechtzeitige Erkennung von Vorstufen der Erkrankung kann Leben retten. Das Hautkrebsscreening ist Teil der Krebsvorsorgeuntersuchungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hautkrebsfrüherkennung?

Die Stärke der modernen Medizin liegt in der Prävention. Dieser Ausspruch trifft vor allem auf Krebs zu. Noch immer ist bösartiger Krebs ab einer bestimmten Stufe ein unheilbares Todesurteil. Die richtige Prävention beinhaltet nicht nur die Reduzierung von Risikofaktoren. Früherkennung, lautet das Zauberwort.

Gerade für Krebspatienten hängt die Prognose wesentlich davon ab, in welchem Stadium die Diagnose gestellt wird. Hautkrebsfrüherkennung dient so zum Beispiel der Identifizierung von Melanomen und ihren Vorstufen. Mit einer frühen Diagnose steigt die Behandelbarkeit. Die Heilungsaussichten verbessern sich. Schwere Komplikationen können durch Früherkennungsuntersuchungen vermieden werden. Einen grundlegenden Schritt zur Hautkrebs-Früherkennung stellt die Betrachtung des eigenen Körpers dar, die der Patient selbst mit bloßem Auge vornimmt.

Anwendungsgebiete

Bei der Hautkrebsfrüherkennung geht es um die Identifizierung von beginnenden Melanomen. Schwarzer Hautkrebs ist noch immer eine der tödlichsten, am schnellsten metastasierenden Krebsarten. Die Früherkennung hat daher besondere Relevanz. Wird der beginnende Hautkrebs rechtzeitig erkannt, so kann das verdächtige Hautgebiet oft innerhalb von Sekunden unter lokaler Betäubung entfernt werden, bevor überhaupt von manifestem Hautkrebs die Rede sein kann.

In späteren Stadien ist das meist nicht mehr möglich. Sobald schwarzer Hautkrebs metastasiert, besteht akute Lebensgefahr. Die Heilungsaussichten verschlechtern sich rapide. Besonders relevant ist die Früherkennung für Patienten mit entsprechender Familiendisposition.

Auch Muttermalpatienten besitzen ein besonders hohes Hautkrebsrisiko. Oft entarten Muttermale, werden zu atypischen Zellen und beginnen zu wuchern. All dem kann Hautkrebsfrüherkennung vorbeugen. Schwarzer Hautkrebs kann in selteneren Fällen auch die Schleimhaut oder die Haut der Augen betreffen. Daher reicht ein oberflächlicher Selbstcheck teils nicht aus. Durch die Hautkrebsfrüherkennung beim Arzt entwickeln die Patienten außerdem ein tieferes Bewusstsein für die Risikofaktoren der Krebserkrankung und die ersten Symptome.

Der Selbstcheck und die Früherkennungsuntersuchung werden deutschlandweit vor allem Patienten ab 35 Jahren empfohlen. Risikopatienten mit besonders vielen Muttermalen ist die Überwachung schon in jüngerem Alter anzuraten. Leberflecken werden im Rahmen des gesetzlichen Hautkrebsscreenings zum Beispiel mindestens alle zwei Jahre vom Hautarzt untersucht.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Beim sogenannten Hautkrebsscreening in der Hautarztpraxis begutachtet der Arzt die Haut des gesamten Körpers zuerst mit dem bloßen Auge. Neben der normalen Haut werden auch die Kopfhaut und die Schleimhäute der Genitalien untersucht. Bei diesem Vorgehen wird ein festes Ablaufschema verfolgt, das als standardisierte Ganzkörperinspektion bezeichnet wird. Neben diesem Verfahren steht eine Begutachtung unter Auflichtmikroskop zur Verfügung. Nicht nur die ärztlichen Screening werden aber zur Hautkrebsfrüherkennung gerechnet. Die Früherkennung beginnt viel mehr in den eigenen vier Wänden. Selbstuntersuchungen sind die mit wichtigsten Schritte, um schwarzem Hautkrebs vorzubeugen oder Melanome rechtzeitig zu erkennen. Vor allem Risikopatienten ist der Selbstcheck anzuraten.

Was muss der Patient beachten?

Idealerweise erleichtert der Patient dem Hautarzt seine Suche nach Auffälligkeiten. Um das zu tun, wird am Tag des Screenings zum Beispiel kein Nagellack getragen. Außerdem sollten keine Ohrstecker oder Ohrringe zum Einsatz kommen. Auch Piercings sind beim Screening hinderlich. Am besten verzichten die Patienten am Tag des Screenings außerdem auf aufwendige Frisuren und erreichen ohne Haarstyling die Praxis. Makeup kann die Suche nach Hautveränderungen ebenfalls erschweren. Deshalb sollten Patienten ungeschminkt zum Screening erscheinen.

Eine angemessene Körperpflege ist zu empfehlen. Außerdem kann eine Intimrasur dem Hautarzt das Screening im Intimbereich erleichtern. In der Regel ist nach der Untersuchung keine Nachsorge erforderlich. Wird etwas gefunden, kann nach der Untersuchung ein minimalinvasiver Eingriff zur Gewebeentnahme stattfinden. In diesem Fall ist die entstehende Wunde möglicherweise zu pflegen. Die Pflegemaßnahmen hängen in diesem Fall ganz von der Menge und Lokalisation des entfernten Gewebes ab. Nach umfangreichen Gewebeentnahmen an reibungsintensiven Stellen kann eine Entlastung der jeweiligen Region erforderlich sein, das aber meist nur für ein paar Tage.

Durchführung - Wie läuft das Screening ab?

Beim Hautkrebsscreening im Sinne einer Früherkennungsuntersuchung fragt der Arzt innerhalb der Anamnese zuerst alle Faktoren ab, die für das Hautkrebsrisiko relevant sind. Die Fragen können solche nach der Familiengeschichte sein. Auch Fragen zum Umgang mit Sonne oder Sonnenbänken werden gestellt. Außerdem werden Vorerkrankungen und die Behandlungsart dieser Erkrankungen festgehalten. Nach dieser Bestandsaufnahme wird der Arzt die Haut am gesamten Körper des Patienten begutachten. Anfangs macht er das mit dem bloßen Auge und stellt gegebenenfalls eine erste Blickdiagnose.

Bereiche wie die Kopfhaut und die Schleimhäute im Genitalbereich werden ebenfalls unter die Lupe genommen. Die Blickuntersuchung erfolgt nach festem Ablaufschema in Form einer standardisierten Ganzkörperinspektion. An abnormal wirkenden Hautstellen setzt der Hautarzt gegebenenfalls ein Auflichtmikroskop ein, bevor er eine Verdachtsdiagnose stellt.

Bei Patienten mit Muttermalen erfolgt aufgrund des Entartungsrisikos meist außerdem eine Videodokumentation der betreffenden Stellen. Das Ergebnis einer Screeninguntersuchung wird dem Patienten am Ende durch den Arzt mitgeteilt. Gegebenenfalls erfolgt ein abschließendes Gespräch zum weiteren Vorgehen. Bei verdächtigen Hautstellen entspricht dieses Vorgehen in der Regel einer Biopsie.

Wer übernimmt die Kosten?

Ab einem Alter von 35 Jahren wird das Hautkrebsscreening von allen gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Der Einsatz eines Auflichtmikroskops sowie eine Videodokumentation auf eigenen Wunsch des Patienten werden in der Regel nur dann übernommen, wenn das Screening dazu Indikation gestellt hat. Bei Patienten mit Disposition wie beispielsweise Leberflecken oder anderweitigen Hautanomalien wird unabhängig vom Alter meist ein jährlicher Hautkrebscheck von den Krankenkassen bezahlt.

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Risiken und Komplikationen

Ein Hautkrebsscreening ist weder mit Risiken, noch Nebenwirkungen verbunden. Eine Ausnahme besteht dann, wenn eine auffällige Stelle entfernt oder als Biopsie entnommen wurde. In diesem Fall besteht ein gewisses Infektionsrisiko. Allerdings kommen Wundinfektionen in der modernen Medizin seit dem Wissen über die Relevanz von Sterilität kaum noch vor. Die Hautwunde kann nach einer Gewebeentnahme leichte Schmerzen verursachen. Auch Narbenbildung ist nicht vollends ausgeschlossen. Außerdem kann es in den Folgetagen zu kleineren Blutungen aus der Wunde kommen.

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009

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