Hausmittel gegen Sonnenbrand

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Es gibt keinen Menschen, der noch nie einen Sonnenbrand hatte, doch ist die Stärke mit der er auftritt bei jeder Person unterschiedlich. Die Haut ist rot, schmerzt und spannt stark. Sie ist durch die UV-Strahlung der Sonne verbrannt. Die Schmerzen sind normalerweise 4 Stunden nach dem Sonnenbad am heftigsten und klingen nach 2 bis 3 Tagen wieder ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Sonnenbrand?

Bei einem Sonnenbrand, auch als Lichtdermatose oder Dermatitis solaris bezeichnet, handelt es sich um eine Verbrennung, die durch die ultraviolette Strahlung der Sonne verursacht wurde. Es wird dabei zwischen Verbrennungen ersten und zweiten Grades unterschieden.

Ein leichter Sonnenbrand führt in der Regel zu einer Rötung der Haut, die zu jucken beginnt und sich nach einigen Tagen schält. Häufig ist die Haut auch druckempfindlich, was das Tragen von Kleidung oder das Schlafen auf dem Rücken unangenehm, manchmal sogar schmerzhaft, machen kann.

Bei Verbrennungen zweiten Grades bilden sich oftmals zusätzlich größere Hautblasen, die mit Schweiß oder anderer Körperflüssigkeit gefüllt sind. Diese Blasen heilen nicht immer folgenlos ab. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Betroffenen sich aufgrund des starken Juckreizes ständig kratzen. Manchmal zeigen sich dann auf der zurückbleibenden Haut dauerhafte Pigmentstörungen in Form meist kleiner, weißer Flecken.

Wer ist betroffen?

Ein schwerer Sonnenbrand kann darüber hinaus mit migräneartigen Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost oder Sehstörungen einhergehen. In sehr schweren Fällen kann ein Sonnenbrand sogar zu einem Hitzschlag führen, der für den Patienten lebensgefährlich ist und sofort medizinisch behandelt werden muss. Hiervon sind besonders ältere Menschen sowie Personen mit starkem Übergewicht oder bereits bestehenden Herz-Kreislaufproblemen betroffen.

Sehr ernst zu nehmen und zum Teil sogar gefährlich sind darüber hinaus die langfristigen Folgen eines Sonnenbrandes. Dieser beschleunigt die Hautalterung und kann zu einem ledrigen Erscheinungsbild der Haut beitragen. Darüber hinaus können sich bösartige Hauttumore bilden. Ein durch Sonnenbrand verursachter Hautkrebs entsteht dabei oftmals erst viele Jahre nach der kausalen Verletzung der Haut.

Ursachen

Ursächlich für einen Sonnenbrand ist letztlich immer ein zu langer oder ungeschützter Aufenthalt in der Sonne. Besonders groß ist das Risiko im Hochsommer. Sonnenbaden ohne Sonnenschutz kann dann bei hellhäutigen Personen schon nach wenigen Minuten zu ernsthaften Verbrennungen führen. Auch bei Spaziergängen oder bei Sport im Freien besteht dann eine erhöhte Verbrennungsgefahr.

Besonders groß ist das Risiko dabei auf oder in reflektierenden Flächen wie Wasser oder Schnee. Auch im Hochgebirge ist die UV-Strahlung besonders intensiv, so dass es schon nach einem kurzen ungeschützten Aufenthalt im Freien zu sonnenbedingten Verbrennungen kommen kann. Das Risiko für einen Sonnenbrand ist umso höher, je niedriger der Eigenschutz der Haut ist, der insbesondere durch die Melaninkonzentration bestimmt wird. Dabei gilt der Grundsatz, je heller die Haut, desto geringer der Eigenschutz.

Was hilft gegen Sonnenbrand?

  • Eine der wichtigsten Maßnahmen und Hausmittel gegen Sonnenbrand ist die Kühlung der verbrannten Haut. Einfach die verbrannte Haut mit kaltem Wasser abspülen oder kalte Kompressen für 15 Minuten auf die betroffenen Hautpartien legen. Durch die Kälte wird der Haut Hitze entzogen und die Schwellung wird verringert.
  • Erkalteter grüner Tee kann als Lösung für eine kalte Kompresse verwendet werden. Im Gegensatz zu Wasser wird die Haut nicht nur gekühlt, sondern die Inhaltsstoffe des Tees lindern die Entzündung und schützen die Haut vor Schädigungen.
  • Die Haut sollte mindestens 30 Minuten vor jedem Sonnenbad, aber auch bei bewölktem Himmel, wenn der Tag unter freiem Himmel verbracht wird, mit Sonnenlichtschutzfaktor 20 eingecremt werden. Außerdem sollte direkte Sonneneinstrahlung zwischen 11 und 15 Uhr vermieden werden, da um diese Tageszeit die Strahlung am stärksten ist.
  • Ein weiteres Hausmittel gegen Sonnenbrand ist Essig. Einfach ein Haushaltstuch in Apfelessig tauchen und es auf die betroffenen Stellen legen. So lange auf der Haut belassen bis es wieder trocken ist. Diese Maßnahme kann so oft wie man möchte wiederholt werden. Essig (etwa 2 Tassen) kann auch in ein kühles Bad gemischt werden, denn durch ihn werden der Juckreiz, die Entzündung und der Schmerz reduziert.

Schnelle Hilfe bei Sonnenbrand

  • Wenn sich der Sonnenbrand über den ganzen Körper erstreckt gibt es ein Hausmittel mit Hafermehl. Einfach kaltes Badewasser einlassen und etwas Hafermehl hinzufügen. Es gibt Hafermehl zu kaufen, doch können auch einfach Haferflocken mit der Küchenmaschine zermahlen werden.
  • Pfefferminze hat kühlende Eigenschaften und hilft somit gegen Sonnenbrand. Für die Behandlung wird ein Pfefferminztee hergestellt und nach dem Abkühlen kann er auf Kompressen getropft werden. Diese Kompressen werden dann auf die betroffenen Hautstellen gelegt. Aber auch ein paar Tropfen Pfefferminzöl in lauwarmem Wasser können auf die Haut aufgetragen werden und helfen der verbrannten Haut zu heilen.
  • Ein weiteres Hausmittel gegen Sonnenbrand ist die schmerzende Haut mit kaltem Schwarztee zu beruhigen.


Alternative Heilmittel

  • Kartoffel- und Gurkenscheiben sind wirksame alternative Heilmittel gegen Sonnenbrand. Auf den schmerzhaften Sonnenbrandstellen kühlen sie und sorgen außerdem dafür, dass die Schwellung nachlässt.
  • Ein weiteres Kühlung und Feuchtigkeit spendendes alternatives Heilmittel gegen Sonnenbrand ist eine Paste aus Kurkuma (Gelbwurz), Gerstenmehl und Joghurt. Alles wird in gleichen Teilen zusammengemischt und auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Nach 20 Minuten mit lauwarmem Wasser wieder abspülen.
  • Eines der als am angenehmsten beschriebenes alternatives Heilmittel gegen Sonnenbrand ist der Saft einer Aloe-Vera-Pflanze. Hierzu wird ein frisches Blatt aufgebrochen, der Saft heraus gedrückt und auf die verbrannte Haut aufgetragen. Es ist aber auch 100 Prozent Aloe-Vera-Gel in der Online-Apotheke erhältlich.
  • Johanniskraut wird schon seit Jahrhunderten bei Verbrennungen eingesetzt. Es hat eine antiseptische (keimreduzierend) und schmerzlindernde Wirkung. Es sollte jedoch nur eine Salbe genommen werden, da oral eingenommenes Johanniskraut die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht macht.

Weitere Informationen sind unter Sonnenbrand zu finden. Bei Desorientierung, Verwirrung und Schwächeanfällen, die durch zu viel Sonne hervorgerufen werden, muss sofort ein Notarzt angerufen werden. Auch wenn sich bei einem Sonnenbrand sehr große Blasen entwickeln oder Eiter hinzukommt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Rubin, F.: Meine besten Hausmittel: Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln. ZS Verlag GmbH, München 2016
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Hademar (u.a.) Bankhofer: Das große Buch der Hausmittel. München, 2003.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021

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