Hausmittel gegen Gicht


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 28. Oktober 2018

Gicht ist eine Krankheit bei der es zu einer Ablagerung von Harnsäurekristallen in Gelenken und Geweben kommt. Betroffene haben starke, meist plötzlich auftretende Schmerzen. Es gibt einige Hausmittel, die den Verlauf der Gicht abmindern und gegen die Schmerzen helfen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Gicht?

Symptome von Gicht und befallene Gelenke

Gicht ist die Folge einer angeborenen oder erwerbbaren Hyperurikämie. Die in Schüben verlaufende Krankheit führt zu einer übermäßigen Sättigung an Harnsäure im Blut. Diese lagert sich in Form von Harnsäurekristallen (Urat-Kristalle) an verschiedenen Orten im Körper wie etwa den Gelenken, der Haut, Sehnen oder Weichteilen ab.

Als Folge entstehen schmerzhafte Entzündungsherde, Veränderungen an Knochen und Knorpel oder eine Niereninsuffizienz. Unterschieden wird dabei in der Schulmedizin zwischen primärer und sekundärer Form. In der primären Form liegt ein genetisch bedingter Defekt vor. Die Niere kann Harnsäure nicht rasch genug aus dem Blut filtern und aus dem Körper abführen. Sekundäre Gicht kann aber auch als Folge von Medikamenten, Leukämie und anderen Erkrankung auftreten, die zu einem raschen Zerfall oder Abbau von Körperzellen führen.

Ursachen

Hauptgrund für Gichtanfälle ist ausnahmslos eine dauerhaft erhöhte Menge an Harnsäure im Blut. Die Hyperurikämie entsteht bei einer Störung vom Abbau von Purinen im Körper. Nur eine kontinuierliche Übersättigung führt langfristig zu gesundheitlichen Problemen. Purine sind ein gewöhnlicher Bestandteil von körpereigenen Zellen. Nach dem Zelltod werden diese in Harnsäure umgewandelt. Externe Quellen von Purin sind besonders fleischhaltige Mahlzeiten. Liegt ein unnatürlich hoher Konsum von Wurst und andren Fleischwaren vor, kommt es zu einem Überschuss an Purin.

Der gleiche Effekt tritt bei einem erhöhtem Zellverfall im Körper auf. Eine überforderte Niere führt hingegen zu einem Rückstau des Abbauproduktes, selbst bei ausgeglichener Ernährung. Nicht immer treten die typischen sofort Symptome auf. Sogenannte Auslöser führen erst zu den eigentlich damit in Zusammenhang stehenden Schmerzen. Stress, Diabetes mellitus, eine falsche Ernährung, der Konsum von Alkohol sowie Infektionen können Gichtanfälle provozieren.

Wer ist betroffen?

Im Laufe ihres Lebens entwickeln ungefähr 3 % aller Männer Gicht. Frauen besitzen ein deutlich vermindertes Risiko mit weniger als einem Prozent. Grund dafür ist das weibliche Hormon Östrogen, welches den Abbauprozess von Harnsäure in der Niere beschleunigt. Im Schnitt auf die Gesamtbevölkerung erkrankt jeder Hundertste an der Stoffwechselstörung. Männer erkranken am häufigsten zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Bereits bei jüngeren Menschen kann ein erhöhter Harnsäurespiegel vorliegen, der aber vorerst keine Symptome verursacht. Gicht gilt als Wohlstandkrankheit von Industrienationen. Menschen neigen in diesen Ländern zu einer eher ungesunden Lebensweise. Übergewicht, fleischhaltige Mahlzeiten und ein Mangel an körperlicher Auslastung begünstigen den Ausbruch der Erkrankung.

Was hilft gegen Gicht?

  • Während einer Gichtattacke ist es angenehm das betroffene Gelenk hochzulegen und es nicht mehr zu belasten. Die meisten Betroffenen können auf der schmerzenden Stelle nicht einmal ein Kühlpack ertragen. Wer das doch kann, dem hilft die Kälte den Schmerz zu lindern und die Schwellung zu verringern.
  • Fisch- und Leinsamenöl helfen die Gelenkentzündung bei der Gicht zu lindern. Denn diese beiden Öle enthalten sehr viele entzündungshemmende Substanzen. Die empfohlene Tagesdosis für Leinöl liegt bei 1-3 Teelöffel. Von Fischöl gilt es die gleiche Menge einzunehmen. Hier gibt es aber auch Kapseln, von denen man etwa 6000 mg über den Tag verteilt einnimmt.
  • Wer unter Gicht leidet sollte unter allen Umständen auf Alkohol verzichten. Denn Alkohol steigert die Produktion von Harnsäure und hemmt außerdem noch deren Ausscheidung. Von allen alkoholischen Getränken ist bei Gicht Bier am schädlichsten, da es die meisten Purine enthält (Purine sind die Vorstufe der Harnsäure).
  • Purinreiche Nahrungsmittel, wie Innereien, Braten, Muscheln, Sardinen, Heringe, hefehaltige Lebensmittel, Spargel, Spinat und Blumenkohl sollten von Gichtpatienten vermieden werden.

Schnelle Hilfe bei Gicht

  • Betroffene, die an der Gicht leiden, sollten sehr viel Wasser trinken. Dies ist besonders wichtig, denn dadurch können sich die Kristalle lösen und ausgeschieden werden. Außerdem hilft es dabei die Nieren gut zu durchspülen und dadurch vor Nierensteinen zu schützen, die gehäuft bei Gichtpatienten zu finden sind.
  • Betroffene, die blutdrucksenkende Medikamente wie Diuretika einnimmt, sollte mit seinem Arzt eine alternative suchen. Denn diese Diuretika schwemmen überflüssige Flüssigkeit aus dem Körper aus. Dies hilft zwar gegen Bluthochdruck, aber dadurch verringern sie auch die Harnsäuremenge, die ausgeschieden wird. Dadurch verbleibt mehr Harnsäure im Körper und die Gicht verschlimmert sich.
  • Niacin ist ein Wirkstoff, der gegen erhöhte Cholesterinwerte eingesetzt wird. Durch diesen Wirkstoff kann aber auch eine Gicht ausgelöst werden. Deswegen muss unbedingt mit einem Arzt gesprochen werden, wenn ein Mittel gegen hohes Cholesterin eingenommen wird.

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Alternative Heilmittel

  • Ein sehr leicht zu beschaffendes, doch auch sehr effektives Hausmittel gegen Gicht sind Kirschen. Dies bestätigen mehrere Studien. Kirschen enthalten entzündungshemmende Stoffe, die helfen die Harnsäure im Blut zu neutralisieren. Eine Studie besagte, dass 20 Kirschen die gleiche schmerzstillende Wirkung haben, wie ein normales rezeptfrei erhältliches Schmerzmittel.
  • Ein weiteres alternatives Heilmittel gegen die Gicht ist frischer Sellerie. Denn Sellerie unterstützt die Ausscheidung von Harnsäure. Es gibt auch Tabletten mit Selleriesamensxtrakt. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei etwa 3 Tabletten.
  • Ein schon seit sehr langer Zeit eingesetztes alternatives Heilmittel gegen Gicht sind Brennnesselblätter. Einfach ein sauberes Tuch in Brennnesseltee einweichen und dann damit das schmerzende Gelenk umwickeln. Aber auch innerlich helfen Brennnesselblätter, denn sie senken den Harnsäurespiegel.

Experten empfehlen den Betroffenen 400-600 mg eines getrockneten Extrakts pro Tag einzunehmen. Die Einnahme sollte jedoch nicht über einen längeren Zeitraum als 3 Monate erfolgen. Brennnesseltinkturen sollten vermieden werden, da sie Alkohol enthalten, der die Gicht verschlimmert.

  • Ein Mittel, welches gegen so gut wie jede Krankheit hilft, also auch gegen Gicht, ist das Abnehmen bei Menschen mit Übergewicht. Doch weder Fasten noch Radikaldiäten sind hilfreich, da dadurch vermehrt Harnsäure freigesetzt wird.

Weitere Informationen sind unter Gicht zu finden. Wenn zum ersten Mal festgestellt wird, dass ein Gelenk anschwillt und bei Bewegung schmerzt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der Arzt stellt dann mittels einer Untersuchung fest, ob sich Harnsäurekristalle im Gelenk befinden. Für die Gicht gibt es verschreibungspflichtige Arzneimittel.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Rubin, F.: Meine besten Hausmittel: Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln. ZS Verlag GmbH, München 2016
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Hademar (u.a.) Bankhofer: Das große Buch der Hausmittel. München, 2003.


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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Lydia kommentierte am 17.01.2015

Ist der Genuss von Weißwein bei Gicht und Rheuma schädlich?

NaturKathi kommentierte am 05.02.2015

Durch eine Fehlstellung meines Kniegelenks, leide ich unter chronischen Schmerzen. Deshalb habe ich vor Jahren begonnen, regelmäßig Sauerkirschsaft als Bio-Konzentrat in Wasser verdünnt einzunehmen. Dies hat mir ermöglicht, mittlerweile fast gänzlich auf Schmerzmittel verzichten zu können. Denn die Sauerkirsche wirkt nachweislich sowohl schmerzlindernd sowie entzündungshemmend. Übrigens ist das Konzentrat aus der Montmorency-Kirsche deutlich wirksamer, als das aus einer herkömmlichen Sauerkirsche.

Theresia kommentierte am 27.04.2016

Ich leide auch seit mehreren Jahren an Gicht und das mit den Kirschen stimmt. Ich nehme nun seit rund einem halben Jahr die Produkte der Marke CherryPlus. Besonders gut gefällt mir das Sauerkirschenkonzentrat, welches ich inzwischen zwei Mal täglich einnehme. Einfach zwei Esslöffel in ein Glas Wasser geben. Mir geht es viel viel besser, die Schmerzen sind weniger schlimm und auch die Gichtattacken an sich haben abgenommen. Vielleicht hilft dieser Tipp dem ein oder anderen Leidensgenossen weiter!