Prostata-Untersuchung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. Februar 2016
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Durchgeführt wird die Prostata-Untersuchung nicht ausschließlich vom Urologen, auch Internisten und Allgemeinmediziner sind geschult in der Untersuchung der männlichen Vorsteherdrüse. Im Allgemeinen wird zunächst eine PSA-Bestimmung im Blut und eine Urinuntersuchung vorgenommen und dann die sogenannte digitale rektale Untersuchung durchgeführt. Gibt es bei der Tastuntersuchung Anzeichen für eine Erkrankung des Organs kommt es zusätzlich zu einem transrektalen Ultraschall und unter Umständen auch zu einer Prostatabiopsie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Prostata-Untersuchung?

Die „digitale rektale Prostatauntersuchung wird vom Arzt mit dem Finger durchgeführt. Digital steht im Zusammenhang mit der Untersuchung der Vorsteherdrüse nicht etwa, wie fälschlicherweise oft angenommen, für das Wort englische Wort „Ziffer“, sondern kommt aus dem Lateinischen und wird abgeleitet von dem Wort „digitus“, das in der deutschen Übersetzung „Finger“ bedeutet. In ihrer Krankenakte wird ihr Arzt nach der Untersuchung in der Regel die Kurzform „DRU“ verwenden.

Durchgeführt wird die Untersuchung mittels einer Palpation. Dieses Wörtchen steht in der Medizin für eine manuelle Untersuchung von Organen mittels Ertasten durch Zuhilfenahme von Händen und Fingern. Die Palpation der Vorsteherdrüse wird bei der Prostatauntersuchung über das Rektum durchgeführt. Dieses ist der Teil letzte Abschnitt des menschlichen Dickdarms, der kurz hinter dem After beginnt.

Anwendung und Funktion

Bei der digital rektalen Prostatauntersuchung geht es dem durchführenden Arzt in erster Linie um die Form, die Lage und auch um die Konsistenz der Vorsteherdrüse. Ist das Organ angeschwollen oder verhärtet ist das ein erstes Anzeichen auf einen möglichen Tumor.

In 70 Prozent der Fälle tritt ein Prostatakarzinom auf der Rückseite des Organs zum After hinauf, ist also vom Arzt bei der Palpation zu ertasten. Da Urologen in der Regel häufiger Prostatauntersuchungen durchführen, ist üblicherweise auch davon auszugehen, dass sie ein besseres Gespür für eine eventuelle Veränderung des Drüsengewebes haben.

Die Bestimmung des PSA-Wertes wird vor der rektalen Prostatauntersuchung durchgeführt, da diese die Werte verändern kann. Hierfür wird dem Patienten etwas Blut abgenommen, um die PSA-Konzentration im Blut feststellen zu können. PSA steht für Prostata-spezifisches Antigen und bezeichnet ein Eiweiß, das von den Prostatadrüsen gebildet wird. Es wird während der Ejakulation den Samen zugefügt und dient der Verflüssigung des Ejakulats.

Was muss der Patient im Vorfeld beachten?

Vor einer Prostatauntersuchung sollte im Allgemeinen der Darm entleert werden. Unter Umständen kann ihr Urologe sie auch bitten am Abend zuvor, wie auch am Morgen vor der Untersuchung, einen Einlauf zu machen. Ob dieses nötig ist und wie der Einlauf durchzuführen ist, wird ihnen ihr Arzt im Vorgespräch für die Untersuchung mitteilen. Deshalb kann es unter Umständen ratsam sein, am späten Abend vor der Untersuchung nichts mehr zu essen oder die Mahlzeit ganz ausfallen zu lassen.

Die PSA-Konzentration im Blut kann ansteigen durch bestimmte sportliche Aktivitäten, wie beispielsweise Radfahren oder auch durch sexuelle Stimulation. Deshalb verzichten sie am besten am Morgen vor der Untersuchung auf diese Aktivitäten, um die Werte nicht zu verfälschen. Gewöhnlich ist die Prostatauntersuchung weit weniger belastend als gemeinhin angenommen wird.

Ablauf und Durchführung

Vor der digitalen rektalen Prostatauntersuchung wird man ihnen etwas Blut abnehmen, um die PSA-Werte zu bestimmen. Außerdem ist es üblich, dass sie um eine Urinprobe gebeten werden. Zur Durchführung der rektalen Untersuchung wird man sie bitten sich ihrer Hose und ihrer Shorts zu entledigen. Anschließend begeben sie sich auf dem Untersuchungstisch in die Seitenlage und ziehen die Beine etwas an. Der durchführende Arzt wird vor der Untersuchung den Bereich des Afters mit einem Gleitgel versehen und dann mit dem behandschuhten Finger vorsichtig in ihr Rektum eindringen und dieses zunächst auf das eventuelle Vorhandensein von Hämorrhoiden hin abtasten. Anschließend führt der Arzt die Tastuntersuchung der Prostata durch.

Der Patient sollte versuchen während der Behandlung möglichst gut zu entspannen. Um so weniger unangenehm wird die Untersuchung sein und um so schneller wird diese auch vorüber sein. Zumeist verursacht die digitale rektale Prostatauntersuchung keinerlei Schmerzen.

Falls es Probleme beim Eindringen des Fingers kommt, kann der Arzt eine muskelentspannende Spritze einsetzen. Unter Umständen kann auch noch einmal ein Einlauf durchgeführt werden, um das Rektum vollständig zu entleeren. Sollte es während der Untersuchung Hinweise geben auf eine Verhärtung oder Vergrößerung der Vorsteherdrüse, so wird im Anschluss an die Tastuntersuchung üblicherweise eine Ultraschalluntersuchung des Organs durchgeführt. Diese läuft genau so ab, wie die Prostatauntersuchung mit dem Finger, nur das anstatt diesem eine Ultraschallsonde in den After eingeführt wird.

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Risiken, Gefahren und Komplikationen

Gibt es bei der Prostatauntersuchung ernst zu nehmende Hinweise auf ein Karzinom, so wird ihr Arzt nach der Ultraschalluntersuchung oft noch eine kleine Biopsie durchführen. Zu diesem Zweck wird auf jeden Fall vorher noch ein Einlauf durchgeführt.

In der Regel bekommt der Patient vor einer solchen Untersuchung ein Antibiotikum verabreicht. Bei der Biopsie wird mit Hilfe von kleinen Nadeln Gewebe aus der Prostata entnommen. Damit diese Untersuchung schmerzfrei verläuft verwendet man lokale Betäubungsmittel, wie beispielsweise Gleitgels mit Lokalanästhetikum.

Im Anschluss an eine Biopsie kann es leichten Blutbeimengungen im Urin kommen. Zu schwereren Infektionen kommt bei der Prostatauntersuchung aufgrund der Anwendung von Antibiotika nur äußerst selten.

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