Ohrgeräusche (Ohrensausen)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. März 2015
Gesundpedia.deSymptome Ohrgeräusche (Ohrensausen)

Ohrgeräusche bzw. Ohrensausen sind auch unter dem Begriff Tinnitus bekannt. Die lästigen Töne im Ohr plagen etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung auf chronische Art, aber 40 Prozent haben mindestens einmal im Leben Ohrgeräusche. Die Heilbarkeit ist begrenzt, doch man kann vorbeugen, indem man gewisse Risikofaktoren meidet.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Ohrgeräusche (Ohrensausen)?

Von Ohrgeräuschen bzw. Ohrensausen oder Tinnitus spricht man, wenn der Betroffene Töne hört, obwohl von Außen kein Schall dieser Art ans Ohr dringt.

Diese Töne sind nur für den Betroffenen hörbar, zum Beispiel ein Pfeifen, Klingeln, Brummen, Sausen oder Rauschen. Die Ohrgeräusche gelten primär als ein Symptom und weniger als eine richtige Krankheit.

Man unterscheidet zwischen dem objektiven und dem subjektiven Tinnitus, die beide verschiedene Uhrsachen haben. Oft stellen Ohrgeräusche auch das Begleitsymptom vieler andere Krankheiten dar.

Zu unterscheiden sind auch echte Ohrgeräusche von eingebildeten Ohrgeräuschen. Eine Studie hat gezeigt, dass über 90 Prozent von hörgesunden Testpersonen über Ohrgeräusche klagen, wenn man sie sogar nur wenige Minuten in einen schalldichten Raum isoliert.

Im Unterschied zu diesem eingebildeten Tinnitus ist der echte Tinnitus intensiver und plagt die Betroffenen auch bei normaler Geräuschkulisse und nicht nur, wenn sie sich bewusst auf ihr Gehör konzentrieren.

Ursachen

Die Ursachen für Ohrgeräusche sind vielfältig. Manches Ohrsausen ist die Folge eines Schalltraumas oder eines Hörsturzes. Nach dem Zerplatzen eines Feuerwerkskörpers oder nach dem Besuch eines lauten Konzertes ist schon mal ein Geräusch in den Ohren die Folge. Auch nach der langen Autofahrt oder Zugfahrt führt dieser Lärmstress manchmal zu einem Brummen, das anhält, auch wenn die Fahrt längst vorüber ist.

Es gibt viele Erkrankungen des Innenohres und des Mittelohres, die zu Ohrensausen führen können, zum Beispiel die Erkrankung am Morbus Meniére, Infektionen durch Bakterien und Viren. Auch Schwerhörige klagen öfter über einen Tinnitus. Darüber hinaus können die Ohrgeräusche Anzeichen von Krankheiten außerhalb des Ohres sein wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder von Stoffwechselerkrankungen.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose von Ohrgeräuschen ist im Grunde recht einfach. Die Betroffenen „hören“ ihn regelrecht. Sie hören Geräusche, die andere nicht hören. Beim Gespräch mit dem Arzt geht es deshalb weniger um die Diagnose des Tinnitus, sondern um das Auffinden der Ursache für den Tinnitus. Der Arzt fragt zum Beispiel, wie lange der Tinnitus schon besteht und unter welchen Bedingungen er das erste Mal aufgetreten ist. Auch Fragen nach beruflichen Stress, schweren Unfällen oder bekannten Erkrankungen anderer Organe gehören zum Gespräch.

Im zweiten Schritt nimmt der Ohrenarzt eine Untersuchung des Ohres vor. Zu dieser Reihe der Untersuchungen zählen verschiedene Hörtests mit Tönen verschiedener Höhen und Lautstärken sowie mit gesprochenen Worten. Eine Untersuchung des Außenohres per Ohrmikroskopie gehört ebenso dazu. Neben diesen Standarduntersuchungen gibt es noch ein sogenanntes Tinnitus Matching, mit dem die Art des Ohrensausens genauer bestimmt wird. Es gibt noch mehrere weitere Untersuchungsmethoden, die Teil der gesamten Methodenserie ist. In manchen Fällen leitet der Arzt den Betroffenen auch zu den HNO-Fachabteilungen der Krankenhäuser weiter, wo diese Serie der Untersuchungen durchgeführt wird.

Unterschieden wird der chronische und der akute Tinnitus. Von chronischen Ohrgeräuschen spricht man, wenn sie über sechs Monate andauern. Bei einer Dauer von bis zu drei Monaten spricht man nur von einem akuten Tinnitus, wobei auch eine Dauer von einer Woche bereits lang ist. Manche Ohrgeräusche verschwinden schon nach wenigen Stunden oder Tagen wieder. Im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten ist Tinnitus keine Krankheit, die sich unbehandelt verschlimmert. Ohrgeräusche bleiben entweder relativ konstant oder werden mit der Zeit schwächer.

Behandlung und Therapie

Ohrgeräusche sind nur begrenzt heilbar, insbesondere, wenn es ein chronischer Tinnitus ist.

Als Methoden kommen spezielle akustische Stimulationen infrage, die den Tinnitus-Rhythmus durchbrechen. Auch elektrische Gehirnstimulationen kommen zur Anwendung und Therapien mit Medikamenten. Hinzu kommen eine Reihe alternative Behandlungsmethoden wie die Stellatum-Blockade.

Ein anderer Ansatz sind Verhaltenstherapien. Hier geht es darum, die seelische Belastung der Ohrgeräusche zu senken sowie die Fixierung auf die Ohrgeräusche zu tilgen.

Ist der Betroffene entspannter, seine Psyche entlastet, ist dies eine gute Basis dafür, dass der Tinnitus schwächer wird oder sogar ganz abheilt.

Bisweilen wird auch das erfolgreiche Gewöhnen des Betroffenen an das Geräusch als Heilung betrachtet: Der Patient lernt, mit seinen Ohrgeräuschen zu leben.

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Vorbeugen

Vor dem akuten Tinnitus kann man sich schützen, indem man sowohl psychischen Stress meidet als auch starken Lärm, der Stress für das Ohr bedeutet. Sowohl Berufsstress, Stress im Haushalt als auch Diskolärm, Maschinenlärm und Straßenlärm sollten vermieden werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

ATS2015 kommentierte am 12.03.2015 um 17:08 Uhr

Trotz meines jungen Alters von 29 Jahren, leide ich unter Ohrensausen nach längeren stressigen Autobahnfahrten.