Diabetische Retinopathie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. Dezember 2014
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Unter dem medizinischen Begriff diabetische Retinopathie versteht man eine Erblindung im Erwachsenenalter. Diese tritt vor allem bei Personen mit Diabetes mellitus Typ 1 sowie Typ 2 auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine diabetische Retinopathie?

Die permanent erhöhten Blutzuckerwerte führen zu einer Gefäßveränderung und schlussendlich auch zu der diabetischen Retinopathie. Vor allem die Gefäßveränderung der Netzhaut - Retina - die hinter dem Glaskörper sitzt, verändert sich und wird durch den schlechten Einfluss der Blutzuckerwerte irgendwann irreparabel geschädigt.

Es gibt bei der diabetischen Retinopathie jedoch drei Unterschiede: So gibt es die nicht-proliferative Retinopathie, die proliferative Retinopathie sowie die diabetische Makulapathie.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer diabetischen Retinopathie ist eine schlechte medikamentöse Einstellung des Zuckerkranken. Das bedeutet, dass die Blutzuckerwerte ständig zu hoch sind und somit eine Gefäßveränderung stattfindet. Es gibt jedoch des Weiteren andere Faktoren, die eine diabetische Retinopathie begünstigen. Dazu zählen der [[Bluthochdruck|hohe Blutdruck] sowie Rauchen, die hormonelle Veränderung während der Schwangerschaft oder auch der Pubertät sowie ein häufiger schneller Abfall des Blutzuckerspiegels.

Bei der nicht-proliferativen diabetischen Retinopathie spricht der Mediziner von einer "Verzuckerung der Gefäßwände". Die Netzhaut erlebt eine schlechte Durchblutung; mit der Zeit platzen die Gefäße und verursachen Schäden der Netzhaut. Es entsteht eine Verfettung sowie Ablagerung und betrifft in erster Linie die Makula - das scharfe Sehen. Bei der proliferativen diabetischen Retinopathie bilden sich ständig neue kranke Gefäße. Diese versuchen zwar die beeinträchtigte Blutversorgung auszugleichen, platzen aber genauso, da sie bereits beschädigt sind. Somit kommt es auch hier zu einer Einblutung im Glaskörper und einer Verminderung der Sehstärke.

Des Weiteren kann sich eine Gefäßwucherung ablösen und somit Grünen Star auslösen. Die diabetische Retinopathie bringt im Regelfall eine dauerhafte Verschlechterung des Sehvermögens mit sich. Bei der diabetischen Makulapathie spricht der Arzt von einer Schädigung der Makula. Das ist der Ort im Auge, an dem die Person das schärfste Sehen erzielt. Durch die Blutunterversorgung bei der diabetischen Retinopathie wird die Makula geschädigt und das Sehvermögen beeinträchtigt.

Symptome und Verlauf

Zuerst bemerkt der Patient die diabetische Retinopathie nicht. Diabetiker leiden daher weder unter anderen Beschwerden, noch unter einer bemerkbaren Sehstörung. Diabetiker bemerken die diabetische Retinopathie erst dann, wenn sie bereits in einem fortgeschrittenen Stadium ist und die ersten Sehstörungen auftreten. Viele Patienten berichten darüber, dass sie Gegenstände nur noch verschwommen sehen.

Bei einer Blutung im Glaskörper hat der Patient vor dem Auge "einen schwarzen Punkt". Er bezeichnet diesen auch gerne als "Rußregen". Des Weiteren entwickelt sich der Sehverlust sehr langsam. Oftmals klagt der Patient auch über einen spontanen Sehverlust. Das ist dann der Fall, wenn eine plötzliche Einblutung durch die diabetische Retinopathie entsteht.

Diagnose

Da die diabetische Retinopathie zu Beginn keine Beschwerden verursacht, ist es für Augenärzte schwer, die Diagnose diabetische Retinopathie "zufällig" zu stellen. In erster Linie stellt der Arzt jedoch die Diagnose mit Hilfe einer Augenspiegelung. So erkennt der Arzt etwaige Veränderungen. Viele Mediziner verwenden auch eine medikamentöse Behandlung zur Erweiterung der Pupillen, sodass der Arzt eine bessere und andere Sicht auf das Auge hat.

Viele Ärzte raten zu regelmäßigen Kontrollen bei Diabetikern. So sollten Typ II-Diabetiker einmal pro Jahr den Augenarzt aufsuchen; Typ I-Diabetiker sollten ab dem 5. Erkrankungsjahr bzw. dem 11. Lebensjahr jährlich den Augenarzt aufsuchen. Bei einer schwangeren Zuckerkranken ist die Untersuchung alle drei Monate empfohlen. Besteht bereits eine diabetische Retinopathie, ist die monatliche Untersuchung notwendig. Diabetes wirkt des Weiteren begünstigend für den "Grauen Star".

Behandlung

In erster Linie ist es wichtig, dass der Blutzucker bei der diabetischen Retinopathie optimal eingestellt ist. So ist sogar eine Vermeidung von diabetischer Retinopathie möglich. Der HbA1c-Wert sollte bei Typ II-Diabetikern bei unter 6,5 Prozent liegen. Auch bei Typ I-Diabetikern ist es ratsam, wenn der angesprochene Wert im Normalbereich liegt. Es gibt jedoch bestimmte Risikofaktoren, die eine diabetische Retinopathie begünstigen und deswegen in vorderer Linie behandelt werden.

Der Mediziner setzt oftmals Medikamente gegen die hohen Blutdruckwerte ein, damit hier ein Normalblutdruck entsteht. Auch bei einer Erkrankung der Nieren ist eine Behandlung notwendig, die des Weiteren auch die diabetische Retinopathie verhindert. [[Hypertriglyceridämie|Blutfettwerte sollten nicht erhöht sein; außerdem sollte der Diabetiker mit dem Rauchen aufhören.

Gegen die diabetische Retinopathie gibt es jedoch derzeit keine gezielten Tabletten oder Medikamente. Das bedeutet, dass nur die vorbeugende Maßnahme hilft und der Arzt etwaige Symptome behandelt. Bei einer fortgeschrittenen Entwicklung der diabetischen Retinopathie hilft jedoch - um die Sehstärke aufrecht zu erhalten - eine Lasertherapie oder auch die Vitrektomie der Augen.

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Vorbeugung

Als vorbeugende Maßnahme gegen die diabetische Retinopathie hilft das richtige Einstellen des Blutzuckers. Des Weiteren sollte der Patient regelmäßig Arztkontrollen wahrnehmen - so auch zum Augenarzt gehen. Auch die Ernährung spielt einen wesentlichen Faktor. Außerdem sollte der betroffene Patient bei Verdacht bzw. als vorbeugende Maßnahme von diabetischer Retinopathie das Rauchen einstellen.

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