Gestose (Schwangerschaftsvergiftung)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 14. März 2016
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Unter einer Gestose (Schwangerschaftsvergiftung) versteht man alle Erkrankungen, die mit einem hohen Blutdruck in Zusammenhang stehen und meist erst ab der 20. Schwangerschaftswoche auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gestose (Schwangerschaftsvergiftung)?

Die Gestose bezeichnet eine Vielzahl von Erkrankungen, die allesamt mit einem erhöhten Blutdruck in Verbindung stehen. Auch die Proteinurie steht in engem Zusammenhang mit der Gestose; dies ist der medizinische Fachbegriff für eine vermehrte Ausscheidung von Eiweiß. Bei einer Ausscheidung von mehr als 300 Milligramm spricht man bereits von einer Proteinurie.

Die Gestose zählt zu einer der am häufigsten auftretenden Komplikationen während einer Schwangerschaft und betrifft etwa sechs bis acht Prozent aller werdenden Mütter. Mediziner unterscheiden hier die Präeklampsie, Eklampsie und die Propfgestose; Laien kennen diese Erkrankungen unter dem Sammelbegriff Schwangerschaftsvergiftung. Mit einer Vergiftung an sich hat diese Erkrankung jedoch nichts zu tun.

Ursachen

Die genauen Ursachen der Gestose (Schwangerschaftsvergiftung) sind nicht bekannt. Experten gehen jedoch davon aus, dass Prozesse in der Plazenta verantwortlich für das Entstehen einer Gestose sind.

Für das Auftreten der Gestose sind einige Risikofaktoren bekannt. So sind besonders stark übergewichtige Frauen häufig von dieser betroffen. Desgleichen kann die erkrankung ebenso bei Schwangeren auftreten, die an Diabetes leiden.

Ebenso tritt die Erkrankung bei Mehrlingsschwangerschaften vermehrt auf. Sind Gestosen in der Familie bereits häufig vorgekommen, ist es auch wahrscheinlicher, an dieser zu erkranken. Frauen über 40 Jahre erkranken ebenfalls häufiger an der Gestose.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Schwangerschaftsvergiftung:

Von einer Gestose spricht man immer dann, wenn die Schwangere erhöhten Blutdruck hat. Von einem erhöhten Blutdruck geht man aus, wenn der erste Wert höher als 140 Millimeter Quecksilbersäule(mmHg) und der zweite Wert höher als 90 Millimeter Quecksilbersäule(mmHg) ist.

Natürlich muss sich der Blutdruck vor der Schwangerschaft im Normalbereich bewegt haben. Nach der Geburt bleibt der erhöhte Blutdruck noch für etwa sechs Wochen bestehen, sollte sich aber nach spätestens zwölf Wochen wieder normalisiert haben. Eine Sonderform der Gestose ist die Pfropfgestose - von dieser spricht man immer dann, wenn die werdende Mutter bereits vor der Schwangerschaft unter Bluthochdruck litt.

Wassereinlagerungen sowohl in den Händen und Füßen als auch im Gesicht sind weitere Nebenerscheinungen der Gestose. Da häufig auch Leber und Nieren in Mitleidenschaft gezogen sind, kann sich der Fötus nicht richtig entwickeln und ist für sein Alter deutlich zu klein.

Die sogenannte Eklampsie ist die schwerste Form der Gestose - bei dieser kann es sowohl während der Schwangerschaft als auch während der Geburt zu Krampfanfällen oder sogar einer Ohnmacht kommen. Bei Erstgebärenden tritt diese Form der Gestose besonders häufig auf. Die typischen Symptome der Gestose, der Bluthochdruck sowie die vermehrte Ausscheidung von Eiweiß, müssen bei dieser Erkrankung nicht zwingend auftreten.

Diagnose

Da Schwangere eine Vielzahl an Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen müssen, stellt der Arzt eine Gestose meist recht zeitig fest. Dies ist wichtig, um einem schweren Verlauf vorzubeugen. Krampfanfälle deuten auf eine besonders schwere Form der Gestose hin und sollten unbedingt ernst genommen werden.

Nach einer eingehenden Befragung der Patientin wird der Arzt vermutlich den Blutdruck sowie die Konzentration von Eiweiß im Urin messen. Auch die Herztöne des Kindes sollten unbedingt kontrolliert werden. Häufig kommt es auch zum Einsatz eines mobilen Blutdruckmessgerätes, mit welchem der Blutdruck der Schwangeren über einen Zeitraum von 24 Stunden gemessen wird.

Behandlung

Die Behandlung der Gestose richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Häufig reicht die Gabe von Medikamenten, welche den Blutdruck senken sollen - diese nennt man auch Antihypertensiva. Auch der Flüssigkeitshaushalt sollte genau überprüft und wenn nötig ausgeglichen werden. Den meisten Patientinnen wird zudem Bettruhe verordnet; einige Schwangere werden sogar ins Krankenhaus eingeliefert, um hier besser stationär überwacht werden zu können.

Ein Dauerblasenkatheter ist dann von Vorteil, wenn die Urinausscheidung überwacht werden soll. Die Gabe von Magnesiumsulfat wiederum kann Krampfanfällen gut vorbeugen. Schwangere, die an einer Eklampsie leiden, werden grundsätzlich auf der Intensivstation behandelt. Nur in sehr seltenen Fällen macht es eine Schwangerschaftsvergiftung erforderlich, frühzeitig die Geburt einzuleiten.

Dies geschieht in der Regel mittels Kaiserschnitt und nicht vor der 28. Schwangerschaftswoche. Dann ist das Kind bereits lebensfähig. Frauen, die an einer Gestose während der Schwangerschaft leiden, sollten auch nach der Geburt im Wochenbett umfassend betreut werden.

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Vorbeugung

Generell kann man der Schwangerschaftsvergiftung nicht vorbeugen. Die Wahrnehmung aller Vorsorgeuntersuchungen aber kann dafür sorgen, dass diese rechtzeitig erkannt wird.

Auch sollte man Übergewicht so gut es geht vermeiden, da dies als ein Risikofaktor gilt. Zudem sollte man Diabetes und Bluthochdruck bereits vor der Schwangerschaft vermeiden.

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