Erektile Dysfunktion (Erektile Impotenz)

Letzte Aktualisierung am 17. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die erektile Dysfunktion, erektile Impotenz oder im Volksmund einfach als Impotenz bezeichnet, ist die mangelnde Fähigkeit eines Mannes, bei psychisch-sexueller Erregung auch eine körperliche Erektion zu entwickeln. Dadurch wird das Sexualleben eingeschränkt oder gänzlich unmöglich gemacht und es entsteht auch ein psychischer Leidensdruck.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Erektile Dysfunktion (Erektile Impotenz)?

Die erektile Dysfunktion, auch als erektile Impotenz bzw. Impotenz bekannt, ist das körperliche Versagen des Mannes, auf psychische Erregung mit einer körperlichen Erektion zu reagieren.

Von erektiler Dysfunktion spricht man beispielsweise, wenn die Erektion zu schwach für den Geschlechtsverkehr ausfällt, aber auch dann, wenn sie gänzlich ausbleibt und der Mann trotz psychischer Erregung keine körperliche Reaktion zeigt. Charakteristisch ist der psychische Leidensdruck, der dadurch entsteht, dass kein normales Sexualleben mehr möglich ist.

Ursachen

Bei psychisch-sexueller Erregung schüttet der Körper des Mannes den Botenstoff cGMP (cyclisches Guanosinmonophosphat) aus und dieses sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße des Glieds weiten. Dadurch wird eine stärkere Durchblutung möglich und das Glied stellt sich auf.

Eine dauerhafte Erektion wäre allerdings ungesund, sodass entweder nach dem Akt oder bei Abflauen der psychischen Erregung das Enzym PDE-5 ausgeschüttet wird. Es löst das cGMP auf und sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße des Glieds wieder verengen und die Durchblutung in den Normalzustand zurückkehrt.

Bei erektiler Dysfunktion wird PDE-5 zu schnell ausgeschüttet und die Erektion löst sich dadurch zu schnell wieder auf oder hält nicht lange genug an. Ursachen für diese Entwicklung können körperlich und sogar angeboren sein, aber auch psychischer Natur sein. Seltener liegt die erektile Impotenz an einer alten Verletzung, was aber ebenfalls vorkommen kann - dann ist aber die biochemische Kette in der Regel nicht gestört.

Wann zum Arzt?

Beinahe jeder Mann wird mindestens einmal im Leben Erfahrungen mit Impotenz machen. Sofern es sich um eine einmalige Angelegenheit handelt und beim nächsten Versuch nicht mehr auftritt, besteht keine Notwendigkeit, einen Arzt zu konsultieren. Stress, körperliches oder seelisches Unwohlsein oder psychische Faktoren können eine erektile Dysfunktion kurzzeitig entstehen lassen. Denkbar sind natürlich auch Beziehungsprobleme - oder die Sexualpartnerin wird schlichtweg nicht als sexuell anziehend empfunden.

Hält eine erektile Dysfunktion dagegen über längere Zeit hinweg an oder tritt immer wieder auf, um dann wieder für einige Zeit zu verschwinden, kann tatsächlich ein Problem bestehen, das sich der Arzt ansehen sollte. Für den Mann ist das natürlich äußerst unangenehm - dennoch kann die ärztliche Untersuchung Klarheit bringen. Eine erektile Dysfunktion kann körperliche Erkrankungen wie auch psychische Auslöser zur Ursache haben. Möglicherweise wird durch eine frühe Untersuchung eine körperliche Grunderkrankung zeitnah erkannt und kann behandelt werden, bevor sie schlimmere Komplikationen und Symptome nach sich zieht.

Vor allem aber lässt sich die erektile Dysfunktion gut behandeln, sodass kein Mann länger als nötig unter ihr leiden muss. Wenn die Ursache selbst nicht behandelt werden kann oder ein Behandlungserfolg eine Weile auf sich warten lässt, helfen wirksame und gut verträgliche Potenzmittel dabei, die Impotenz als Symptom zu beseitigen und ein gesundes Sexleben wieder zu ermöglichen - diese sind allerdings aus gutem Grund verschreibungspflichtig, weshalb ein Arztbesuch bei einer Potenzstörung unerlässlich ist.

Symptome und Verlauf

Typisches Anzeichen von erektiler Impotenz:

Die erektile Dysfunktion kann manchmal angeboren sein. In diesen Fällen bemerken Männer im Teenageralter, dass sie anders als ihre Freunde keine oder nur eine schwache Erektion entwickeln können. Wird keine körperliche Ursache erkannt, werden sie das Problem ein Leben lang haben. Bei anderen, bei denen die erektile Dysfunktion erst später auftritt, ist meist eine psychische Ursache als Auslöser erkennbar. Dann tritt die erektile Impotenz spontan auf und es ist kein Verlauf erkennbar, der Zustand stellt sich von einem Versuch auf den anderen plötzlich ein. Das Problem der erektilen Dysfunktion kann sich allerdings häufen oder es kann mal schwerer, mal leichter fallen, doch noch eine Erektion zu bekommen - je nach psychischem Auslöser und dem Umgang des Betroffenen damit.

Diagnose

Um eine erektile Dysfunktion erkennen zu können, genügt in der Regel bereits die Anamnese. Da sie häufig psychische Auslöser hat, reicht auch die einfache Befragung des Betroffenen, um die Ursache zu erkennen und eine Lösung für sie zu erarbeiten. Schwieriger dagegen wird es, wenn sich die erektile Impotenz ohne psychische Ursache entwickelt hat oder ein Leben lang besteht, denn dann sollte neben der Diagnose des Zustandes untersucht werden, warum sie sich entwickeln konnte. An die Diagnose schließt sich also noch die Erkennung einer körperlichen Ursache an, da diese Behandlungsbedarf haben und auch zur Besserung der erektilen Dysfunktion führen kann.

Komplikationen

In der Regel kommt es bei dieser Krankheit zu relativ starken Potenzproblemen beim Mann. Diese wirken sich weiterhin auch negativ auf den psychischen Zustand des Patienten aus, sodass es in vielen Fällen zu Depressionen oder zu anderen psychischen Verstimmungen kommt. Weiterhin kann die Beschwerde auch zu Spannungen mit dem Partner in einer Beziehung führen. Ebenfalls kommt es nicht selten zu oder zu einem verringerten Selbstwertgefühl oder Minderwertigkeitskomplexen. Die Betroffenen schämen sich nicht selten für die Krankheit, weswegen eine Behandlung gar nicht erst eingeleitet wird. Vor allem in der Pubertät und im jungen Alter kann es dadurch zu einer starken psychischen Belastung kommen. In vielen Fällen kann die Beschwerde mit Hilfe von Medikamenten eingeschränkt werden, sodass der Betroffene wieder am Geschlechtsverkehr teilhaben kann. Allerdings können diese Medikamente die Lust am Sex verringern. Weiterhin ist bei vielen Patienten ein Besuch beim Psychologen notwendig, um mögliche psychische Ursachen oder Beschwerden zu behandeln. Die Lebenserwartung wird durch diese Krankheit allerdings nicht verringert.

Behandlung und Therapie

Die meisten Fälle der erektilen Dysfunktion lassen sich medikamentös mit sogenannten PDE-5-Hemmern behandeln. Dies sind Medikamente, die das Enzym PDE-5 so lange in seiner Wirkung unterdrücken, dass ein normales Liebesleben wieder möglich wird. Häufig löst sich das Problem damit bereits.

Liegt die erektile Impotenz dagegen an den Nachwirkungen einer alten Verletzung, kann ein Medikament direkt injiziert werden, um eine Erektion zu ermöglichen. Parallel zur medikamentösen Behandlung sollte aber auch die Ursache der erektilen Impotenz behandelt werden, um das Problem dauerhaft zu lösen.

Psychischer Stress kann so sporadisch sein, dass es genügt, medikamentös zu behandeln - es sei denn, die Impotenz tritt deswegen immer wieder auf und es wäre erforderlich, einen gesünderen Umgang damit zu erlernen.

Körperliche Ursachen wie Bluthochdruck, die zur erektilen Dysfunktion führen können, sollten ebenfalls behandelt werden, da gerade dieses Beispiel schwerwiegende Langzeitfolgen haben könnte. In diesen Fällen darf die Behandlung nicht ausschließlich aus dem PDE-5-Hemmer bestehen.

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Vorbeugung

Einer erektilen Impotenz kann man nur dann vorbeugen, wenn man erkannt hat, wann man zu ihr neigt. Manche Männer reagieren auf starken, wiederkehrenden beruflichen Stress auf diese Weise, anderen reicht schon ein Streit in der Partnerschaft - die Muster sind unterschiedlich, wenn es sie denn gibt.

Generell hilft es, eine gesunde Methode zu entwickeln, mit Stress umzugehen, da dann auch mit geringerer Wahrscheinlichkeit körperliche Folgen einer niedrigen Stressresistenz auftreten werden und es seltener zu einer erektilen Dysfunktion kommen würde. Auch manche PDE-5-Hemmer haben eine Langzeitwirkung und können bei länger bestehender Erkrankung vorbeugende Auswirkungen haben.

Potenzmittel - Was es zu beachten gilt

Im umgangssprachlichen Gebrauch werden wirksame Potenzmittel häufig als erektionsunterstützende und erektionsbegünstigende Medikamente, als chemische oder pflanzliche Erektionshilfen bezeichnet. Die Potenzmittel werden von den Fachärzten dann verordnet, wenn es zu Störungen oder Unfähigkeiten im Zusammenhang mit der sexuellen Potenz und der sexuellen Erregbarkeit kommt.

Wieso werden Potenzmittel eingesetzt?

Gerade die sexuelle Potenz ist ein wichtiger Bestandteil glücklicher Paarbeziehungen sowie die Grundlage für die natürliche Fortpflanzungsfähigkeit.

Potenzmittel werden nicht nur bei der erektilen Dysfunktion, sondern gleichsam bei Störungen der Testosteronbereitstellung verordnet. Mit diesen Medikamenten kann die Impotenz bei Männern gezielt behandelt werden.

Darüber hinaus tragen Potenzmittel dazu bei, die sexuelle Potenz zu verbessern und die sexuelle Erlebnisfähigkeit innerhalb der Sexualität zu erhöhen.

Die medizinische Anwendung der Potenzmittel ist abhängig von der Art der Potenzstörungen und deren Ausmaß. Nicht bei allen Diagnosen sind Potenzmittel angebracht. Häufig leiden Männer unter einem Mangel an dem geschlechtstypischen Hormon Testosteron. Diese Unterversorgung kann durch die Aufnahme natürlicher oder synthetischer Potenzmittel ausgeglichen werden.

Im Mittelpunkt der Verordnung der Potenzmittel steht die erektile Dysfunktion, eine ausschließlich bei Männern diagnostizierte Erkrankung. Diese als Sexualstörung bezeichnete Erkrankung verhindert, dass die betroffenen Männer keine Erektion des Geschlechtsteils erzielen können und damit unfähig sind, den geschlechtlichen Verkehr zu vollziehen. Im Zusammenhang mit dieser Diagnose werden Potenzmittel eingesetzt, die rezeptpflichtig sind und als PDE-5Hemmer bezeichnet werden.

Eine weitere therapeutische Möglichkeit, um Erektionsstörungen mit Potenzmitteln zu behandeln, stellen die Prostaglandine dar. Diese können jedoch nicht oral, sondern nur direkt über den Blutkreislauf appliziert werden. Einige Potenzmittel werden unmittelbar in die Geschlechtsteile eingebracht, was durch eine Injektion erfolgt. Dies wird unmittelbar in die Schwellkörper realisiert.

Welche Potenzmittel gibt es?

Innerhalb der Klassifizierung der Potenzmittel nach unterschiedlichen Formen und Typen werden sowohl kurzfristig wirkende als auch sogenannte nachhaltig wirkende Potenzmittel in der medizinischen Praxis verwendet.

Diese werden zudem nach den Inhaltstoffen unterteilt, sodass es neben synthetisch erzeugten Potenzmitteln gleichsam aus natürlicher Gewinnung stammende Potenzmittel gibt. Als besonders vorteilhaft in Bezug auf die geringen oder fehlenden Nebenwirkungen gelten die Potenzmittel, die ausschließlich pflanzliche Bestandteile beinhalten.

Natürliche Potenzmittel können lediglich Mangel an Nährstoffen ausgleichen, die zu einer Impotenz führen. Pharmazeutisch hergestellte Potenzmittel, die rezeptpflichtig sind und vom Arzt verordnet werden, helfen auf lange Sicht und basieren auf variierenden Mechanismen.

Diese Potenzmittel werden regelmäßig oral eingenommen. Situationsbezogene Potenzmittel gelten als hilfreich, wenn sie in Abhängigkeit von den Hinweisen auf dem Beipackzettel vor dem sexuellen Kontakt eingenommen werden.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen und Risiken der Potenzmittel richten sich nach deren Inhaltsstoffen und können mehr oder weniger intensiv sein. Einige Nebenwirkungen und Risiken sind bei nicht sachgemäßer Einnahme oder bei verschiedenen Vorerkrankungen sogar lebensgefährlich.

Einige Potenzmittel sind begleitet von Kopfschmerzen und Übelkeit. Darüber hinaus gehören Nebenwirkungen wie Völlegefühl, Magendruck, Sodbrennen, Rötungen im Bereich des Kopfes sowie zum Teil auch Erbrechen ebenfalls zur Einnahme der Potenzmittel.

Einige Männer klagen über Sehbeeinträchtigungen und einem Anstieg des Blutdrucks. Dies ist auch der Grund, warum Männer mit Blutdruckproblemen nicht leichtfertig Potenzmittel einnehmen sollten. Wenn Potenzmittel in den Schwellkörper eingespritzt werden, dann zieht dies häufig Schmerzen im Glied sowie die Entstehung von Narben an der Einstichstelle nach sich.

Nicht nur Neben- sondern gleichsam Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten treten häufig beim Potenzmittel auf. Aus diesem Grund ist es wichtig, vor der Einnahme immer einen Arzt zu konsultieren.

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2015
  • Hof H, Dörries R. Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie. Thieme Verlag. 4. Auflage(2009)
  • Hofmann, R., (Hrsg.): Endoskopische Urologie. Springer, Berlin 2009
  • Schmelz, H.-U. et al.: Facharztwissen Urologie, Springer Verlag, 2014
  • Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie, Georg Thieme Verlag, 2007

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