Erektionsstörungen (Potenzprobleme)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. Juli 2017
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Erektionsstörungen, Potenzprobleme bzw. Potenzstörungen sind eines der am meisten verschwiegenen Tabuthemen. Dabei kommen Erektionsstörungen als solche gar nicht so selten vor. Statistiken nach leidet durchschnittlich jeder sexuell aktive Mann mindestens einmal in seinem Leben an Potenzproblemen. Die häufigste Ursache sind psychische Störungen. Erektionsstörungen können aber auch weitere Gründe haben.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Erektionsstörungen (Potenzprobleme)?

Unter dem Begriff Erektionsstörungen versteht man die mangelnde Versteifungsfähigkeit des männlichen Geschlechtsorgans - des Penis. Hier ist die Spanne an Definitionsmöglichkeiten aber weit. Denn man spricht nicht nur bei einer kompletten Nichterektionsmöglichkeit von Erektionsstörungen, sondern auch dann, wenn der Penis zwar versteift, aber nicht lange genug in diesem Zustand bleibt.

Ähnlich sieht es aus, wenn die Versteifung zwar mit der sexuellen Erregung eintritt, aber nicht weit genug voranschreitet. Hierbei hängen die meisten Arten vor allem von den Ursachen ab. Übergreifend kann man aber sagen: Eine Erektionsstörung wird dann diagnostiziert, wenn der Penis nur kurzzeitig, unzureichend oder gar nicht versteifen kann. Durch die meisten Arten der Potenzprobleme ist der Vollzug des Geschlechtsverkehrs nahezu unmöglich.

Ursachen

Erektionsstörungen bzw. Potenzprobleme können viele Ursachen haben. Die Häufigsten sind psychische Belastungen wie Stress, Trauer oder andere Dinge, die es nicht möglich machen, den Kopf "freizubekommen".

Meistens halten diese Arten der Erektionsstörungen aber nur kurzzeitig an oder variieren je nach Stärke der psychischen Belastung.

Weitere Gründe können körperliche Ursachen haben. So kann beispielsweise die Nerven- oder Blutversorgung oder das Schnellkörpergewebe gestört oder geschädigt sein.

Ebenso können Erektionsstörungen durch Hormonschwankungen verursacht werden. Manchmal trifft eine Ursache zu, viele Betroffenen weisen allerdings mehrere Ursachen vor. Und: Auch durch Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck können Erektionsstörungen hervorgerufen werden.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Jeder Mann wird im Leben mindestens einmal Erfahrungen mit Erektionsstörungen machen. Sofern sie nur für kurze Zeit anhalten, nicht ständig wiederkehren oder das gesunde Sexualleben nachhaltig beeinträchtigen, besteht keine Veranlassung, einen Arzt aufzusuchen. Anders ist das jedoch, wenn sie so oft auftreten, dass ein erfülltes Sexleben für den Betroffenen nicht mehr möglich ist. Dabei zählt das subjektive Empfinden des betroffenen Mannes und seiner Partnerin.

Manche Männer leiden unter so starkem Stress, dass sie tatsächlich alle paar Wochen unter Erektionsstörungen leiden, was für sie allerdings keinen Einbruch im erfüllten Sexualleben darstellt. Andere wiederum würden das als große Belastung empfinden, die sie aus der Welt schaffen wollen. Ebenfalls Anlass für eine ärztliche Untersuchung sind Erektionsstörungen, die vorher nicht aufgetreten sind und jetzt entweder mit zunehmender Häufigkeit bemerkt werden oder gar nicht mehr verschwinden.

Hinter solchen Veränderungen können körperliche wie auch seelische Ursachen stecken, bessern wird sich der Zustand ohne eine Behandlung jedoch nicht. Zudem sind anhaltende, erhebliche Erektionsstörungen manchmal auch Krankheitssymptome und deuten rechtzeitig auf eine ganz andere Grunderkrankung hin. Diese kann dadurch rechtzeitig behandelt werden und auch die Potenzprobleme werden verschwinden. In seltenen Fällen bemerken schon junge Männer in der Pubertät, dass mit ihrer Potenz etwas nicht stimmt. Auch das ist natürlich Anlass für einen Arztbesuch.

Symptome und Verlauf

Die Symptome einer Erektionsstörung bzw. Potenzproblemen sind nicht übergreifend definierbar. Denn auch hier kommt es auf die Art der Potenzprobleme an. Zudem handelt es sich bei Erektionsstörungen meistens um einen Teufelskreis, der sich für die Betroffenen nach mehrmaligem "Versagen" verengt. Das führt zu weiterem psychischen Druck, der die Symptome – das erschwerte Zustandebringen einer Erektion – verstärkt. Je nach Ursache treten Erektionsstörungen oft schleichend auf und verstärken sich dann. Hier ist es wichtig, dass man zwar nicht direkt beim ersten Patzer panisch reagiert, aber bei länger anhaltenden Symptomen unbedingt einen Arzt aufsucht. Denn sowohl psychische als auch physische Gründe lassen sich oft behandeln, sofern man sie rechtzeitig diagnostiziert.

Diagnose

Da eine Erektionsstörung immer auch die Folge einer bislang unentdeckten Krankheit sein kann, wird der behandelnde Arzt erst einmal alles daran setzten, um eine solche auszuschließen. Das passiert über diverse Blut- und anderweitige Untersuchungen. Anschließend wird er weiteren Ursachen auf den Grund gehen. Das könnte einige unangenehme Fragen zufolge haben, die man aber unbedingt ehrlich beantworten sollte. Ebenso könnte ein Funktionstest der Schwellkörper vonnöten sein. Konnte der Arzt die möglichen Ursachen eingrenzen oder in Erfahrung bringen, wird er verschiedene Behandlungsarten in Erwägung ziehen. Hier können aber eventuell weitere Untersuchungen notwendig werden, da nicht immer alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden können.

Komplikationen

Erektionsstörungen, die aufgrund eines ungesunden Lebensstiles ausgelöst werden, können gut therapiert werden. Die Umstellung der Ernährung, ausreichender sowie gesunder Schlaf und die Vermeidung von Drogen oder Medikamenten helfen dabei, den Organismus zu stärken. Stimulierende oder stark dämpfende Substanzen können die Störungen auslösen, so dass ein Absetzen der Präparate zu einer vollständigen Heilung führen kann. Werden die Erektionsstörungen durch Stress, psychische Probleme und emotionale Überforderung ausgelöst, kommt es zu einer Genesung, wenn eine erfolgreiche Therapie absolviert wird. Scham, ein geringes Selbstbewusstsein sowie Angst lösen die Beschwerden aus und können mit guten Therapiemethoden behandelt werden.

Bei einer Depression oder Antriebslosigkeit kommt es zu einer Linderung mit guten Heilungschancen, wenn der Betroffene eine psychologische Betreuung in Anspruch nimmt. Kommt es aufgrund einer körperlichen Erkrankung Erektionsstörungen, ist eine allgemeine Voraussage der Heilung nur möglich, sobald die zugrunde liegende Krankheit diagnostiziert wurde. Viren und Bakterien werden sehr erfolgreich medikamentös bekämpft. Im Normalfall können Geschlechtskrankheiten, die zu einer Erektionsstörung führen ebenfalls gut behandelt werden. Eine vergrößerte Prostata kann darüber hinaus die Störungen auslösen. Mit zunehmendem Alter wächst die Prostata bei jedem Mann. Dies löst Beschwerden aus und führt zu Potenzproblemen. Neben einem ausgewogenen Sexleben, helfen auch medizinische Maßnahmen, die von einem Arzt überwacht werden sollten.

Behandlung und Therapie

Erektionsstörungen bzw. Potenzprobleme sind schon lange keines der Leiden mehr, welche man nur sehr erschwert behandeln und therapieren kann. Hier gibt es mittlerweile zahlreiche Optionen, Mittel und Wege, die sich immer danach richten, welche Ursache in erster Linie vorliegt.

Sofern möglich wird man bei einem gesunden Körper immer versuchen, die häufig psychischen Beschwerden zu lindern. Denn diese sind es mittlerweile recht oft, welche Erektionsstörungen hervorrufen. Liegen allerdings körperliche Ursachen vor, müssen diese behandelt werden. Das kann ebenfalls auf verschiedene Arten passieren und hängt von der Diagnose ab. Medikamentöse Behandlungen sind übrigens nur eine Option von vielen.

Weitere Möglichkeiten können, je nach Ursache, spezielle Entspannungs- und Gesprächstherapien (zur Problembewältigung, wenn psychische Gründe vorliegen), aber auch operative Eingriffe, wenn ein körperlicher Grund oder Schädigungen der Schwellkörper vorhanden sind.

Übrigens: Auch Verletzungen des Penisgewebes, wie beispielsweise beim sogenannten Penisbruch, können – sofern sie nicht behandelt werden – schwerwiegende Schäden zurücklassen, die wiederum zu Potenzproblemen führen. Hier muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, damit Schlimmeres vermieden werden kann.



Vorbeugung

Erektionsstörungen bzw. Potenzproblemen kann man nicht vorbeugen, da die Ursachen meistens eher im Hintergrund agieren. Der einzige Weg ist es, psychische Stresssituationen zu vermeiden und bei ersten ernsten Beschwerden umgehend einen Arzt aufzusuchen. Ebenso sieht es bei Unfällen aus, die den Penis oder den Unterleib in Mitleidenschaft gezogen haben. Und man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass Erektionsstörungen immer auch ein Symptom einer anderen, schweren Krankheit sein könnten. Man sollte diese also nicht verschämt verschweigen, sondern sie als Warnsignal deuten und handeln.

Bücher über Potenzprobleme

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2015
  • Hof H, Dörries R. Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie. Thieme Verlag. 4. Auflage(2009)
  • Hofmann, R., (Hrsg.): Endoskopische Urologie. Springer, Berlin 2009
  • Schmelz, H.-U. et al.: Facharztwissen Urologie, Springer Verlag, 2014
  • Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie, Georg Thieme Verlag, 2007

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