Eileiterruptur

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. Dezember 2014
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Bei der Eileiterruptur handelt es sich um einen Durchbruch des Eileiters in Folge einer Eileiterschwangerschaft. Da es durch das Zerplatzen zu Einblutungen in den Bauchraum kommen kann, ist die Eileiterruptur eine gefährlich und sogar lebensbedrohliche Komplikation, die nur durch eine Notoperation behandelt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Eileiterruptur?

Eine Eileiterruptur, auch Tubarruptur genannt, ist eine akute Komplikation, die das Zerreißen oder Platzen des Eileiters bezeichnet. Meist ist sie die direkte Folge einer zu spät erkannten Eileiterschwangerschaft, bei der sich die befruchtete Eizelle, die sogenannte Zygote, in der Eileiterschleimhaut einnistet.

Nach einigen Wochen führt das Wachsen der Zygote zu einem Zerplatzen des Eileiters, da dieser nur geringfügig dehnbar ist. Dieser Durchbruch des Eileiters wird medizinisch als Eileiterruptur bezeichnet.

Ursachen von Eileiterruptur

Die Eileiterruptur ist die mögliche Folge einer fortgeschrittenen, nicht erkannten Eileiterschwangerschaft. Etwa sechs Tage nach Befruchtung der Eizelle nistet sich diese in die Schleimhaut ein. Im Normalfall hat sie in dieser Zeit den Eileiter durchwandert und ist in der Gebärmutter angekommen, um sich dort einzunisten.

Es kann aber auch passieren, dass sie aufgrund einer Verwachsung oder Verengung des Eileiters diesen nicht schnell genug passieren kann und der Uterus nicht rechtzeitig erreicht wird. In diesem Fall geschieht die Einnistung der Zygote im Eileiter selbst. Wird dies nicht rechtzeitig erkannt, kann es zu einer Eileiterruptur kommen. Besonders häufig wird die Eileiterschwangerschaft durch Narbenbildung in Folge zum Beispiel einer Unterbauchoperation oder auch in Folge anderer Entzündungen der Adnexe, also Eileiter und Eierstock, verursacht.

Aber auch eine Wucherung der Gebärmutterschleimhaut fördert das Risiko einer Eileiterruptur. Als weitere Ursachen können neben angeborenen Problemen eine missglückte Sterilisation oder eine künstliche Befruchtung eine Eileiterschwangerschaft mit anschließender Eileiterruptur verursachen.

Symptome und Verlauf von Eileiterruptur

Typische Symptome einer Eileiterruptur:

Eine Eileiterruptur zeigt sich anhand einiger typischer Symptome. Betroffene leiden in der Regel ab der fünften Schwangerschaftswoche an plötzlich einsetzenden, akuten, meist einseitigen Unterleibsschmerzen. Meist sind diesen bereits vorher, während der Eileiterschwangerschaft, einseitige Unterleibsbeschwerden vorausgegangen.

Des Weiteren lässt sich eine für ein akutes Abdomen symptomatische Abwehrspannung am Bauch feststellen. Es kann zudem aufgrund der Reizung des Bauchfells Übelkeit bis hin zu Erbrechen auftreten. Da die Eileiterruptur einen massiven inneren Blutverlust verursacht, treten nach einiger Zeit Blutdruckabfall, beschleunigter Herzschlag und Blässe als Symptome eines Schocks hinzu. Im schlimmsten Fall kann es zu einem kompletten Kreislaufversagen in Folge der unerkannten Eileiterruptur kommen.

Diagnose von Eileiterruptur

Die Diagnose einer Eileiterruptur erfolgt durch eine Kombination verschiedener Tests. Zunächst wird ein allgemeiner Schwangerschaftstest durchgeführt, um eine vorliegende Schwangerschaft festzustellen. Durch eine Blutabnahme kann im Labor des Weiteren anhand des Wertes des Schwangerschaftshormons, des HCG, der Verdacht einer Eileiterruptur erhärtet werden. Denn bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft ist der HCG-Wert deutlich erhöht, im Falle einer Eileiterschwangerschaft ist er lediglich minimal erhöht.

Liegt laut Blutbild eine Anämie vor, ist dies ebenso ein weiteres Anzeichen, das auf eine Eileiterruptur hindeutet. Auch das Abtasten des Bauches liefert dem untersuchenden Arzt Hinweise auf eine mögliche Eileiterruptur. Hat sich der Verdacht durch diese Untersuchungen verfestigt, wird ein Ultraschall durchgeführt. Als abschließende Sicherung der Diagnose wird zudem eine Bauchspiegelung in Form eines minimal-invasiven Eingriffs durchgeführt, um die Eileiterruptur nachweisen zu können.

Behandlung von Eileiterruptur

Die Behandlung einer Eileiterruptur erfolgt unmittelbar, da die Gefahr eines innerlichen Verblutens besteht. In den meisten Fällen wird eine Notoperation eingeleitet. Diese wird heutzutage in der Regel als minimal-invasiver Eingriff in Form der Laparoskopie, der Bauchspiegelung, durchgeführt. Bei der lebenswichtigen Operation der Eileiterruptur steht immer der Lebenserhalt im Vordergrund. Deshalb muss damit gerechnet werden, dass der Erhalt des Eileiters nur zweitrangig ist.

Ist der Wunsch einer weiteren Schwangerschaft nicht vorhanden oder besteht keine andere Möglichkeit, wird der Eileiter bei dem operativen Eingriff komplett entfernt. Dies ist von der Lage und Ausdehnung der befruchteten Eizelle abhängig. Verläuft die OP gut, und die Patientin ist stabilisiert, kann der Eileiter gegebenenfalls auch erhalten werden. Dafür wird der Eileiter längs aufgeschnitten und die Zygote entfernt oder ausgespült.

Des Weiteren muss die Bauchhöhle von Rückständen gereinigt werden, um das Risiko einer erneuten Eileiterruptur zu reduzieren. Generell besteht jedoch nach einer Eileiterruptur ein erhöhtes Risiko, bei einer erneuten Schwangerschaft wieder betroffen zu sein. Deshalb ist selbst im Falle des Erhalts des Eileiters nicht sicher, ob eine erneute Schwangerschaft erfolgreich sein wird.

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Vorbeugung von Eileiterruptur

Einer Eileiterruptur lässt sich nur bedingt vorbeugen, da es sich um eine akute Komplikation handelt. Allerdings ist es wichtig auf die Symptome einer möglichen Eileiterschwangerschaft zu achten.

Treten nach einigen Wochen der Schwangerschaft plötzlich Schmierblutungen oder starke Unterleibsschmerzen auf, sollte in diesem Zusammenhang umgehend ein Arzt zur Kontrolle aufgesucht werden.

Besonders wenn durch Operationen oder andere vorliegende Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für eine Eileiterschwangerschaft und Eileiterruptur vorliegt. Eine erkannte Eileiterschwangerschaft kann im frühen Stadium sogar rein medikamentös behandelt werden, und verhindert eine gefährliche Operation im Falle einer Eileiterruptur.

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