Duktales Karzinom in situ

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Oktober 2016
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Das duktale Karzinom in situ bezeichnet ein Präkarzinom der Milchgänge, welches die Basalmembran noch nicht durchbrochen hat. Dabei sind seine Heilungschancen sehr gut. In vielen Fällen kommt es gar nicht erst zu einer Streuung der Krebszellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das duktale Karzinom in situ?

Beim duktalen Karzinom in situ, auch DCIS genannt, kommt es in den Milchgängen der weiblichen Brust zu einer Wucherung von neoplastischen Zellen. Die entarteten Zellen kleiden zwar die Milchgänge aus, sind aber meist harmlos, weil sie die Grenze der Basalmembran oft erst nach vielen Jahren oder gar nicht durchbrechen.

Der Begriff "in situ" weist auf das Wachstum von Krebszellen innerhalb eines abgeschlossenen Bereichs hin, ohne dass sie nach außen dringen. Allerdings vermutet man in ca. 30 bis 50 Prozent der Fälle des duktalen Karzinoms in situ dann doch ein invasives Wachstum der Zellen.

Ursachen

Die Ursachen des duktalen Karzinoms in situ sind weitgehend unbekannt. Wie bei jeder Krebsart können somatische Zellen entarten, die sich dann zu Krebszellen weiterentwickeln. Eine genetische Veranlagung scheint in einigen Fällen auch vorzuliegen. Diskutiert werden aber auch andere Risikofaktoren. So birgt eine späte Schwangerschaft das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Das betrifft jedoch alle Formen von Brustkrebs.

Auch ein frühes Einsetzen der Periode oder der späte Beginn der Menopause sind begünstigende Faktoren. Eine fettreiche Ernährung spielt auch eine Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs. Das Gleiche gilt für das Rauchen und hohen Alkoholkonsum. Nicht zuletzt erhöht die Gabe weiblicher Sexualhormone das Brustkrebsrisiko, z. B. während einer Hormonersatztherapie bei Wechseljahresbeschwerden. In welchem Maße durch diese Faktoren ein duktales Karzinom in situ entsteht und beeinflusst werden kann, wurde jedoch noch nicht eindeutig geklärt.

Symptome und Verlauf

Das duktale Karzinom in situ verursacht meist keine Symptome. Manchmal treten Schmerzen in der Brust auf. In seltenen Fällen kann auch mal ein Tumor getastet oder ein blutiges Sekret an der Brustwarze festgestellt werden. Es findet ein Wachstum von entarteten Zellen statt, welches sich jedoch sehr lange auf das Innere der Milchgänge beschränkt. In dieser Phase ist die Erkrankung harmlos, weil keine Streuung stattfindet und sich demnach auch keine Metastasen ausbilden können.

Nach langer Zeit, oft erst nach Jahrzehnten kann es jedoch zum Durchbrechen der Basalmembran der Milchgänge kommen. Die Folge ist ein invasives Wachstum der Krebszellen. Der Brustkrebs hat sich dann voll ausgebildet. Man vermutet, dass nur 30 bis 50 Prozent aller duktalen Karzinome in situ die Basalmembran der Milchgänge überwinden und Metastasen bilden können.

Diagnose

Duktale Karzinome in situ werden häufig nur durch Zufall entdeckt. In wenigen Fällen sind sie tastbar. Allerdings bleiben sie in den meisten Fällen unbemerkt, ohne dass Beschwerden auftreten. In diesen Fällen kann eine auffällige Veränderung nur über eine Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brust) oder eine hochauflösende Sonografie der Milchgänge festgestellt werden.

Bei einem duktalen Karzinom in situ bilden sich häufig kleine Kalkablagerungen, die nach der Entdeckung durch die bildgebenden Verfahren über eine Vakuumbiopsie punktiert und untersucht werden können. Durch eine histologische Auswertung der Gewebeproben wird dann festgestellt, ob eine DCIS vorliegt. Allerdings trifft diese Untersuchung noch keine Entscheidung, um welchen Malignitätsgrad der DCIS es sich handelt.

So wird unterschieden zwischen den Graden G1, G2 und G3. G1 steht für eine gute Differenzierung der Zellen, was bedeutet, dass sie normalen Zellen noch ziemlich ähnlich sind. Der Differenzierungsgrad G2 repräsentiert veränderte Zellen, die mäßig differenziert sind, während der Differenzierungsgrad G3 für schlecht differenzierte Zellen steht, welche die größte Gefahr für die eventuelle Entstehung eines echten Brustkrebses darstellen. Wurde die Diagnose "duktales Karzinom in situ" eindeutig gestellt, stehen die Heilungschancen jedoch bei 100 Prozent.

Behandlung und Therapie

Obwohl sich das duktale Karzinom in situ nicht immer zu einem bösartigen Brustkrebs entwickelt, empfehlen die Ärzte, alle Frauen mit festgestelltem DCIS zu behandeln. Aufgrund der unterschiedlichen Ausprägung ist eine optimale Therapie jedoch nicht immer einfach und sollte nur von spezialisierten Fachärzten durchgeführt werden. So muss zwischen Übertherapie und notwendiger Therapie abgewägt werden.

Als Therapien stehen die Operation, die Bestrahlung und die Antihormontherapie zur Verfügung. Eine Operation führt immer zu einer vollständigen Heilung der DCIS. Diese ist jedoch nicht immer notwendig. Wenn die veränderten Zellen nämlich noch gut differenziert sind, reicht eventuell eine jahrelange Beobachtung, ob weitere Veränderungen eintreten.

Nach einer trotzdem notwendig gewordenen Operation schließt sich immer eine Strahlentherapie an, die auch bei einer Brust erhaltenden Operation durchgeführt wird. Ob nach der Entfernung des duktalen Karzinoms in situ auch eine Antihormontherapie folgen sollte, muss der Arzt unter Abwägung ihrer Vor- und Nachteile entscheiden.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung vor einem duktalen Karzinom in situ gibt es keine konkreten Hinweise, weil dessen Ursachen noch nicht in allen Einzelheiten erforscht sind. Allerdings können präventive Brustuntersuchungen helfen, neben echtem Brustkrebs auch seine Vorstufen, wie beispielsweise das duktale Karzinom in situ, festzustellen.

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