Gynäkologische Krebsfrüherkennung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Juli 2016
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Die gynäkologische Krebsfrüherkennung ist eine Abstrichuntersuchung zur Erkennung leicht behandelbarer Krebsvorstufen. Es handelt sich vornehmlich um die Vorsorgeuntersuchung zum Ausschluss von Gebärmutterhalskrebs.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine gynäkologische Krebsfrüherkennung?

Eine gynäkologische Krebsfrüherkennung ist eine im Abstand von einem halben Jahr bei allen sexuell aktiven Frauen durchgeführte Untersuchung. Sexuelle Aktivität birgt das Risiko, mit dem humanen Papillomvirus in Berührung zu kommen, das wiederum Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen auslösen kann. Bei der grundlegenden gynäkologische Krebsfrüherkennung wird deswegen ein Muttermundabstrich gemacht, um die dort befindlichen Zellen zu untersuchen und Unregelmäßigkeiten dann zu erkennen, wenn die Behandlung vergleichsweise einfach und unbelastend ist.

Weiterhin tastet der Arzt Scheide und Unterbauch auf spürbare Veränderungen ab, bei Bedarf wird die Scheidenoberfläche durch eine Kolposkopie optisch vergrößert. Später schließt die gynäkologische Krebsfrüherkennung auch eine Brustkrebsvorsorge in Form der Mammographie ein. Diese kann grundsätzlich in jedem Alter erfolgen, wird aber von Krankenkassen erst ab dem 50. Lebensjahr übernommen.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der gynäkologischen Krebsfrüherkennung:

Die gynäkologische Krebsfrüherkennung dient der Erkennung von Krebsarten, die speziell Frauen betreffen. Dies sind Gebärmutterhals- und Brustkrebs, aber auch Gebärmutter- und Eierstockkrebs. Frauen mit familiärer Vorbelastung können einen von der Krankenkasse bezahlten Gentest durchführen lassen, der ihnen sagt, ob sie ein Gen tragen, welches Brustkrebs bedingen kann. Eine frühe Erkennung dieser Krebsformen kann eine chemotherapiefreie Behandlung der Frau ermöglichen, die zur Heilung führt. Werden sie dagegen später erkannt, können sie tödlich enden. Weitere regelmäßige Untersuchungen, beispielsweise Bluttests, werden auch dann früher als empfohlen durchgeführt, wenn es in der Familie der Frau Fälle von Gebärmutter- oder Eierstockkrebs gegeben hat, um sie besser zu schützen.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Die einfachste Form der gynäkologischen Krebsfrüherkennung besteht aus der Tastuntersuchung. Der Gynäkologe tastet die Geschlechtsorgane, Brust und Bauch der Frau ab, um Veränderungen zu erkennen. Sichtbare Veränderungen an den Schamlippen würden hierbei ebenfalls auffallen. Weiterhin wird er mit dem Spekulum die Oberfläche der Scheide und des Muttermundes untersuchen und bei Bedarf eine Kolposkopie durchführen, womit die Scheidenoberfläche um ein Vielfaches vergrößert werden kann.

Eine Abstrichuntersuchung ermöglicht den Pap-Test, der veränderte Zellmuster unter dem Mikroskop aufzeigen würde. Blutuntersuchung sind im Rahmen der gynäkologischen Krebsfrüherkennung regulär nicht vorgesehen, sie werden bei konkretem Verdacht oder auffallenden Symptomen der Patientin durchgeführt. Ab dem 30. Lebensjahr gehören Tastuntersuchungen der Brust, Anleitung der Patientin zur Selbstuntersuchung sowie eine regelmäßige Mammographie allerdings zum Programm der gynäkologischen Krebsfrüherkennung für die Frau.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Vor dem Termin der gynäkologischen Krebsfrüherkennung sollte die Patientin lediglich duschen, das macht dem Arzt die Untersuchung angenehmer. Am besten legt sie den Termin auf einen Zeitpunkt außerhalb der Menstruation, da ein Abstrich erfolgen muss. Der Gynäkologe hat zwar mit einer Menstruationsblutung keine Probleme, für die Frau kann das aber unangenehm sein. Da die Patientin bei der gynäkologischen Krebsfrüherkennung nicht verletzt wird, keine Einstiche oder invasiven Eingriffe erfolgen, braucht sie in der Nachsorge nichts zu beachten. Falls ein Befund vorliegt, wird der Gynäkologe sie in jedem Fall kontaktieren - andernfalls wird sie wahrscheinlich bis zur nächsten Vorsorge nichts von ihm hören.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Tastuntersuchung und Abstrich finden im Rahmen der gynäkologischen Krebsfrüherkennung auf dem Gynäkologenstuhl statt. Die Patientin zieht dafür Hose und Unterhose aus und darf ansonsten bekleidet bleiben. Die Beine werden in die dafür vorgesehene Halterung gelegt und der Gynäkologe wird Schritt für Schritt erklären, was er tut. Anschließend darf sie sich wieder anziehen und es folgt die Tastuntersuchung der Brust. Hierbei wird der Gynäkologe seiner Patientin erklären, wie sie diese selbst durchführen kann, was sie regelmäßig zu Hause tun sollte.

Der beste Zeitpunkt für eine Msmmographie wäre während der Regelblutung oder direkt in der ersten Woche danach, da dann der Flüssigkeitsgehalt der Brust gering ist und der Mediziner Veränderungen am besten erkennen kann. Die Frau steht dazu vor dem Röntgengerät und legt die Brust auf diesem ab, dabei trägt sie einen schützenden Bleianzug oder eine bleigefüllte Schürze. Diese schützt die übrigen Organe vor den Röntgenstrahlen.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Wie viele andere Früherkennungsuntersuchungen ist auch die gynäkologische Krebsfrüherkennung zur Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse an Altersgrenzen gekoppelt. Ausgehebelt werden können diese lediglich bei familiärer oder persönlicher Vorbelastung einer Patientin. Frauen, deren Verwandte schon (erbliche Formen von) Krebs hatten oder die selbst schon Krebserkrankungen hinter sich haben, erhalten die Kostenübernahme der gynäkologischen Krebsfrüherkennung der Krankenkasse unabhängig von Altersgrenzen.

Für Frauen ab 20 ist der Pap-Test dank der Krankenkasse kostenlos, ab dem 50. bis zum 69. Lebensjahr kommt die Option einer Mammographie mit Tastuntersuchung der Brust für sie hinzu. Bemerkt der Gynäkologe auffällige Veränderungen, übernimmt die Krankenkasse die gleichen Untersuchungsmethoden im diagnostischen Zusammenhang. Man spricht dann allerdings nicht mehr von der gynäkologischen Krebsfrüherkennung, da es sich hierbei rein um die Vorsorgeleistung handelt.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Die Methoden einer gynäkologischen Krebsfrüherkennung sind bis auf das Mammographie-Screening für die Frau ungefährlich. Tastuntersuchungen bereiten ihr in der Regel keine Schmerzen. Die Ausnahme kann dann eintreten, wenn sich tatsächlich auffällige Veränderungen entwickelt haben und der Gynäkologe genau diese ertastet.

Die Untersuchung mit dem Spekulum und die Entnahme eines Scheiden- und Muttermundabstrichs empfinden die meisten Frauen als nicht besonders angenehm, sie verspüren dabei aber auch keinen Schmerz und es besteht kein Verletzungs- oder Infektionsrisiko für sie. Da es sich bei einer Mammographie um die Anfertigung von Röntgenbildern der Brust handelt, setzt sich die Frau einer gewissen Strahlenbelastung aus. Schätzungen zufolge kommt jedoch auf 10.000 Todesfälle in Folge von Brustkrebs nur ein zusätzlicher Todesfall, der durch die bei der Mammographie erzeugte Strahlenbelastung verursacht wurde.

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