Brandblase

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Juli 2015
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Viele Menschen haben sich im Alltag schon einmal eine Brandblase zugezogen. Das lässt sich nicht immer vermeiden und schon durch eine kleine Unachtsamkeit im Umgang mit offenem Feuer und Hitze kann sich schnell eine Brandblase einstellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Brandblase?

Als Brandblase wird eine Hautveränderung oder Hautirritation bezeichnet, die eine typische Erscheinungsform aufweist. Bei einer Brandblase hebt sich die obere Hautschicht, die Epidermis von der Lederhaut, dem Corium ab.

Darüber hinaus ist eine Brandblase mit einer sterilen Flüssigkeit gefüllt, welche als Gewebsflüssigkeit bezeichnet wird. Ein weiterer Begriff für das in der Brandblase enthaltene Gewebswasser ist seröses Transsudat. Diese Flüssigkeit in der Brandblase besitzt eine besondere schützende Bedeutung.

Ursachen

Eine Brandblase kann entstehen, wenn lokale Hautbereiche einer zu großen Hitze ausgesetzt sind. Dies kann in Folge einer Berührung mit erhitzten Flüssigkeiten wie Öl und Wasser, einer direkten Verbrennung durch feste Materialien auf der Haut oder durch eine massive Reibung der Fall sein, bei der sich eine hohe Temperatur entwickelt.

Die Hitze muss für eine Brandblase mindestens 50 °C oder 60 °C betragen, denn nur ab diesen Bereichen denaturiert Eiweiß und Gewebszellen werden zerstört. Die Haut kann durch ihre Konstitution allerdings nur schlecht Wärme leiten.

Dies trägt wiederum dazu bei, dass die Hitze an einem Ort länger verbleiben muss. Brandblasen stellen nicht nur kleine Verletzungen der Haut dar. Sie können bei schweren Verbrennungen auch großflächig auftreten.

Symptome und Verlauf

Einer Brandblase liegen verschiedene natürliche Prozesse zugrunde. Zunächst kommt es zwischen den beiden oberen, übereinander liegenden Hautschichten Lederhaut und Oberhaut zu einer Absonderung von Gewebswasser, welches aus den zerstörten Zellen stammt. Darüber hinaus reagiert der Organismus mit diesem serösen Transsudat bei einer Brandblase auf die heiße Umgebung und trägt somit zu einer Kühlung darunter liegender Hautbereiche bei.

Die Brandblase hat außerdem einen weiteren Zweck. Sie wird deshalb gebildet, damit keine Bakterien in die verletzte Haut eindringen können. Brandblasen sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass eine Verbrennung zweiten Grades vorliegt.

Zunächst tritt kurz nach der Hitzeeinwirkung ein Schmerz auf, dem eine intensive Rötung der Haut folgt. An dieser Position bilden sich nach einer kurzen Zeit oder erst nach ungefähr einer Stunde Brandblasen. Die Zeitdauer ist abhängig von der Höhe der einwirkenden Temperaturen und der Länge des Hautkontaktes. Die Brandblasen sind zwar leicht elastisch, jedoch bis zum Platzen mit Flüssigkeit gefüllt.

Diagnose

Brandblasen lassen sich von anderen Blasenarten auf der Haut durch ihr spezifisches Erscheinungsbild abgrenzen. Kleine Brandblasen, die sich beispielsweise nach einem Sonnenbrand ergeben, erscheinen eher farblos.

Brandblasen mit einem größeren Volumen sehen leicht gelblich aus. Diese Farbe stammt von dem enthaltenen Gewebswasser. Blut ist in Brandblasen in der Regel nicht enthalten. Auf ein leichtes Tasten hin gibt die Brandblase dem Druck nach, platzt jedoch nicht auf und erweist sich als ziemlich stabil. Um die Brandblase herum ist die Haut stark gerötet.

Behandlung und Therapie

Für die Behandlung einer Brandblase werden immer wieder die unterschiedlichsten Ratschläge gegeben. Diese beziehen sich bei einer Brandblase entweder auf überlieferte Hausmittel, die Substanzen der homöopathischen Heilkunst oder die schulmedizinischen Therapien. Eine zentrale Frage in Bezug auf Brandblasen bezieht sich immer wieder auf das Eröffnen.

Das Aufstechen einer Brandblase ist nicht zu empfehlen, weil die enthaltene Flüssigkeit keimfrei ist. Würde das Gewebswasser mit der darüber liegenden Haut entfernt werden, könnten mikrobielle Krankheitserreger in das geschädigte Hautgewebe eindringen und Infektionen verursachen. Aus diesem Grund ist es besser, eine Brandblase mit einer möglichst sterilen Kompresse abzudecken und ein natürliches Eintrocknen abzuwarten. Unter diesen Voraussetzungen kann ein narbenfreies Abheilen der Brandblase unterstützt werden.

Bei der Behandlung von Brandblasen mit einem Hausmittel sollte auf das Überstreichen mit Fetten, mehlartigen Substanzen oder anderen "Kühlmitteln" verzichtet werden. Diese erschweren das präzise und professionelle Behandeln der Brandblasen mit medizinischen Methoden. Wird eine Brandblase mit einem schützenden Pflaster überklebt, ist es sinnvoll, das Pflaster täglich zu erneuern und die Blase dabei zu begutachten. In der Regel dauert es nur einige Tage, bis die Brandblase von selbst aufgeht und darunter eine intakte Hautoberfläche erscheint.

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Vorbeugung

Um Brandblasen zu vermeiden, sollte kein Hautkontakt mit heißen Medien erfolgen. Dies gilt nicht nur für die Berührung, sondern auch für das Eintauchen. Mit einfachen technischen Gegenständen wie Bügeleisen, ein heißes Backblech oder einen Heizstab muss umsichtig umgegangen werden, damit keine Brandblasen entstehen können.

Darüber hinaus sollte bei Verbrennungen sofort mit fließendem, kaltem Wasser gekühlt werden. Dies kann unter Umständen eine Ausbildung von Brandblasen unterbinden. Diese Kühlung erfasst meist auch die tieferen Gewebsbereiche, sodass einer Brandblase vorgebeugt werden kann.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

helmut kommentierte am 28.02.2015 um 08:37 Uhr

Wenn eine Brandblase von selbst platzt, sollte ich dann die überflüssige Haut wegschneiden?

name kommentierte am 02.09.2015 um 03:41 Uhr

Mir wurde vom Arzt geraten ein Brandblase auf gar keinen Fall mit einem Pflaster zu bekleben, weil das zu Hitzestau führt.