Bisswunde

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Juli 2015
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Unter einer Bisswunde verstehen Mediziner eine Verletzung der Haut und des Gewebes, die durch die Zähne eines Lebewesens entstanden ist. Da im Mundraum zahlreiche Bakterien angesiedelt sind, besteht bei Bisswunden grundsätzlich eine erhöhte Infektionsgefahr.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bisswunde?

Eine Bisswunde ist eine durch unmittelbare Gewalteinwirkung der Zähne hervorgerufene Verletzung von Haut und Gewebe. Aus diesem Grund handelt es sich bei Bisswunden auch meist um Tierbisse. Wie schwer die Verletzung ausfällt, hängt von der Intensität des Bisses und der Art der Zähne (Schneide, Eck- oder Mahlzähne) ab, die zugebissen haben.

Bisswunden sind oftmals sehr schmerzhaft und können zu einem erheblichen Blutverlust führen. Leichtes Schnappen oder Bisse durch Mahlzähne führen eher zu oberflächlichen Hautläsionen bzw. Quetschwunden. Sehr tiefe Verletzungen, die etwa Nerven und Sehnen schädigen, können zu einer Beeinträchtigung der Funktion etwa von Gliedmaßen führen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Bisswunde liegen, wie bereits erwähnt, in einer durch Zähne verursachten Verletzung. Statistisch gesehen handelt es sich bei den meisten Bisswunden um Hundebisse, aber auch Katzen- oder Pferdebisse kommen nicht selten vor.

Bisse von kleineren Tieren wie Mäusen oder Ratten erscheinen aufgrund der unauffälligeren Wunden oftmals harmloser, können aber ebenso schwere Infektionen verursachen. Verantwortlich für die Wundinfektion sind die im Speichel enthaltenen Bakterien bzw. Keime.

Tiere beißen meist dann zu, wenn sie sich bedroht fühlen - nicht selten entstehen Bisswunden daher durch eine (wenn vielleicht auch unabsichtliche) Fehlbehandlung des Tieres.

Besonders bei Kindern kommt dies häufig vor. Durch Menschen verursachte Bisse geschehen etwa unter Alkohol- oder Drogeneinfluss oder in heftigen Streitsituationen. Sie sind zwar die Ausnahme, werden aber auch von Zeit zu Zeit diagnostiziert.

Symptome und Verlauf

Wie genau sich eine Bisswunde entwickelt, hängt davon ab, welches Tier, mit welcher Intensität zugebissen hat. Je nach Beißkraft (Kaudruck) reicht die Spannbreite von kleinen punktförmigen Wunden bis hin zu großflächigen Fleischwunden. Damit einhergehend sind mittlere bis starke Schmerzen und ein von der Größe der Wunde abhängiger Blutverlust. Sehr tiefe Bisswunden können dazu führen, dass Nerven oder Sehnen verletzt werden. Dann ist eine Einschränkung der Funktionstüchtigkeit möglich. Kommt es infolge einer Bisswunde zu einer Infektion, bemerken Betroffene diese durch anhaltende Schmerzen, Rötung und Schwellung der jeweiligen Stelle. Nach einiger Zeit bildet sich Eiter. Breitet sich die Infektion durch den Körper aus, können ernsthafte Erkrankungen wie Blutvergiftungen, Tollwut oder Tetanus die Folge sein.

Diagnose

Die Diagnose kann bei einer Bisswunde meist sehr leicht gestellt werden, denn der Betroffene erinnert sich in den meisten Fällen an den Vorfall, der zu der Verletzung geführt hat. Die Wunde selbst wird meist nur optisch in Augenschein genommen; unter Umständen kann eine Röntgenaufnahme stattfinden, wenn etwa Verdacht auf einen Bruch besteht. Durch einfache mechanische Tests kann der Arzt feststellen, ob die Funktion der betroffenen Gliedmaßen durch den Biss beeinträchtigt wird. Neben einer eingehenden Untersuchung der Wunde wird der Mediziner auch ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten führen. Angaben über die Spezies, welche die Verletzung verursacht hat, und die eigene Krankengeschichte sind bei der anschließenden Behandlung hilfreich.

Behandlung und Therapie

Nachdem eine Bisswunde eindeutig diagnostiziert wurde, ist es zunächst notwendig, diese intensiv zu säubern. Durch einen Tier- oder Menschenbiss gelangen nicht nur körpereigene Keime und Krankheitserreger in die Wunde, sondern unter Umständen auch Schmutz. Eine ausführliche Desinfektion der Verletzung und deren Umgebung kann eine spätere Infektion unter Umständen bereits verhindern. Eingesetzt werden zu diesem Zweck meist spezielle Spüllösungen.

Ist die Bisswunde großflächig bzw. sehr tief, kann ein chirurgisches Verschließen notwendig sein, um den Heilungsprozess zu unterstützen und sowohl Blutverlust als auch Infektionsrisiko zu minimieren. Abgestorbenes Gewebe, etwa an den Wundrändern, kann ebenfalls chirurgisch entfernt werden. Die Wunde wird anschließend mit einem Pflaster oder Verband versorgt.

Nach Ermessen des Mediziners können dem Patienten nach erfolgter Erstbehandlung der Wunde Antibiotika verordnet werden, damit es im späteren Verlauf zu keiner Infektion kommen kann. Besonders bei Patienten mit einer entsprechenden Vorgeschichte oder einem geschwächten Immunsystem ist die Gabe von [[Antibiotika] sinnvoll.

Sollte der bestehende Impfschutz des Betroffenen nicht ausreichen, ist es zu empfehlen, eine Impfung etwa gegen Tetanus vor Ort nachzuholen. Ebenso kann auch vorbeugend gegen Tollwut, Herpes oder Hepatitis geimpft werden, falls aus ärztlicher Sicht Bedarf besteht.

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Vorbeugung

Da es sich bei einer Bisswunde um eine meist durch ein Tier verursachte Verletzung handelt, ist eine hundertprozentige Vorbeugung nicht möglich, denn Tiere sind unberechenbar. Eine angemessene Behandlung bekannter Tiere und das Vermeiden von Kontakt mit unbekannten Tieren kann allerdings dabei helfen, das Risiko einer Bisswunde zu minimieren. Kommt es doch zu einem Biss, sollte grundsätzlich immer dann ein Arzt aufgesucht werden, wenn sichtbare Haut- und Gewebeverletzungen vorliegen. Nur so kann eine spätere, möglicherweise schwere Infektion ausgeschlossen werden.

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