Schädelbasisbruch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. Juli 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Schädelbasisbruch

Ein Schädelbasisbruch (Schädelbasisfraktur) ist eine schwere Verletzung der knöchernen Schädelteile. Er entsteht meist nach unmittelbarer Gewalteinwirkung (etwa infolge eines Unfalls). Besonders häufig betroffen sind die vordere und die mittlere Schädelgrube. Grundsätzlich ist ein Schädelbasisbruch als lebensbedrohlich einzustufen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schädelbasisbruch?

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Unter einem Schädelbasisbruch verstehen Mediziner eine Verletzung der knöchernen Schädelstrukturen, bei der es zu einer Fraktur (einem Bruch) eines oder mehrerer dieser Knochen kommt. Meist tritt eine derart schwere Verletzung infolge direkter Gewalteinwirkung auf (beispielsweise durch einen Verkehrsunfall).

Grundsätzlich werden Schädelbasisbrüche in rhinobasale (Nase und Schädelbasis betreffend) und otobasale Brüche (Ohr und Schädelbasis betreffend) eingeteilt. Durch die Schwere der Verletzung können sowohl Ohren und Augen als auch das Gehirn geschädigt werden. Ein Schädelbasisbruch ist immer als potenziell lebensbedrohlich einzustufen und bedarf umgehender medizinischer Behandlung.

Ursachen

Die Ursachen für einen Schädelbasisbruch liegen in einer direkten Gewalteinwirkung auf den Schädel der betroffenen Person. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um einen Verkehrsunfall, bei dem die Person bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug mit dem Gesicht bzw. dem Schädel gegen das Armaturenbrett prallt.

Auf diese Weise kommt es zu einem Bruch der vorderen Schädelgrube, wobei häufig auch die Stirn- und Augenhöhlen betroffen sind. Allerdings kann ein Schädelbasisbruch auch durch absichtliche Gewalteinwirkung durch eine andere Person entstehen, etwa durch einen oder mehrere harte Schläge mit einem schweren Gegenstand.

Auch wiederholte Tritte gegen den Kopf können dazu führen, dass es zu einem Schädelbasisbruch kommt. Welche Schäden dadurch genau entstehen, hängt davon ab, welcher Teil des Schädels von der Verletzung betroffen ist.

Symptome und Verlauf

Kommt es zu einem Schädelbasisbruch, klagen die Betroffenen oftmals über Bewusstseinsstörungen oder Wahrnehmungsstörungen. So kann die Verletzung zu neurologischen Ausfällen und beispielsweise auch zum Verlust des Geruchssinns führen.

Diese Symptome entstehen unter anderem dann, wenn es durch die Gewalteinwirkung zu Blutungen im Gehirn kommt. Außenstehende erkennen einen Schädelbasisbruch vornehmlich daran, dass aus Nase oder Ohren klare Gehirnflüssigkeit austritt.

Oftmals ist diese zunächst klar und weist später auch einen gewissen Anteil Blut auf, da bei der Fraktur nicht nur Knochen, sondern auch Gefäße im Schädelinneren beschädigt werden. Das deutlich sichtbare Hervortreten des Auges oder ein Einbluten in eines bzw. beide Augen sind ebenfalls Anzeichen für das Vorhandensein eines Schädelbasisbruchs.

Diagnose

Um einen Schädelbasisbruch zu diagnostizieren, führt der behandelnde Arzt eine Computertomografie durch. Im Gegensatz zum herkömmlichen Röntgen ermöglicht diese Art der Untersuchung auch das Erkennen kleinster Risse in den Schädelknochen. Besteht das Risiko einer Gehirnverletzung, kann zusätzlich auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) stattfinden.

Tritt Flüssigkeit aus Nase oder Ohren des Patienten aus, kann diese im Labor untersucht werden, um herauszufinden, ob es sich tatsächlich um Gehirnflüssigkeit handelt, d. h., ob ein Bruch vorliegt, welcher diesen Austritt aus dem ansonsten geschützten Raum um das Gehirn ermöglicht.

Diese Untersuchung gilt als sehr schnell und sicher, wenn es darum geht, einen Schädelbasisbruch zuverlässig zu diagnostizieren. Sollte der genaue Ort der Bruchstelle unklar sein, können auch feinste Risse im Schädel durch das Spritzen einer unter UV-Licht leuchtenden Flüssigkeit entdeckt werden.

Behandlung und Therapie

Auch wenn ein Schädelbasisbruch grundsätzlich eine lebensbedrohliche Verletzung ist, wird nicht in jedem Fall zwangsläufig eine medizinische Behandlung notwendig. Handelt es sich nur um sehr feine Risse in den Schädelknochen, wachsen diese nach einiger Zeit von selbst wieder zusammen, ohne dass eine tatsächliche Therapie stattfinden muss.

In manchen Fällen wird dennoch vorbeugend ein Antibiotikum verordnet, um das Risiko einer Meningitis (Hirnhautentzündung) zu minimieren. Der behandelnde Arzt entscheidet im Einzelfall, ob eine Behandlung angemessen ist oder zunächst abgewartet werden kann.

Bei offenen Brüchen, Verletzungen oder Verlust der Augen, starken Blutungen oder eingedrungenen Fremdkörpern in den Schädel ist dagegen selbstverständlich ein rasches Handeln erforderlich.

Unter Umständen kann es außerdem zu Einklemmungen von Gewebe oder Nerven kommen. In diesen Fällen ist ein schneller operativer Eingriff notwendig, da das Leben des Patienten in unmittelbarer Gefahr ist. Dies gilt auch dann, wenn die Schädelknochen großflächig gebrochen sind; dann können sie mithilfe spezieller Platten chirurgisch wiederhergestellt werden. Auch nach einer solchen Operation ist eine genaue Überwachung des Patienten anzuraten, um mögliche schwere Komplikationen zu vermeiden.

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Vorbeugung

Da es sich bei einem Schädelbasisbruch um eine Verletzung nach unmittelbarer Gewalteinwirkung auf den Schädel handelt, kann ihm im eigentlichen Sinne nicht vorgebeugt werden, denn Unfälle oder ähnliche Ereignisse lassen sich nicht vorhersehen.

Bei Kopfverletzungen und/oder Verdacht auf einen Schädelbasisbruch ist allerdings anzuraten, immer einen Arzt aufzusuchen. Nur so kann das Risiko eventueller späterer Komplikationen minimiert werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Klaus kommentierte am 09.09.2015 um 06:27 Uhr

Ich habe fast so ein ähnliches Problem. Habe erst von vorn über dem Auge einen Schlag bekommen und bin dann mit dem Hinterkopf gegen eine Wand geknallt. War dann kurz ohnmächtig. Eine Woche später schwoll mein rechtes Ohr an. Es war voll Wasser. Die Flüssigkeit musste entfernt und das Ohr genäht werden. Jetzt habe ich Schmerzen am Hinterkopf, Druck im ganzen Kopf bis hin zur Stirn und am Hinterkopf fühlt es sich an, als würde Flüssigkeit laufen. Unter dem Druck meiner Finger schmerzt der Kopf oben in der Mitte und hinten. Wenn man diese Stellen ertastet, fühlt es sich weich an, als wäre darunter Flüssigkeit. Diese „weichen“ Stellen habe ich schon immer, auch vor dem Vorfall.
Wenn ich z.B. einen Fahrradhelm getragen habe und diesen dann ab nahm, waren sogar 3 Bahnen auf dem Kopf zu erkennen. Dies kommt jetzt aber nicht mehr vor.