Achillessehnenriss

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Dezember 2016
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Unter Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur) versteht man die plötzlich auftretende, äußerlich nicht sichtbare Durchtrennung der Sehne zwischen Fersenhöcker und Wadenmuskulatur (Achillessehne). Meist tritt dieser Riss in Folge starker Muskelanspannung bei sportlichen und körperlichen Belastungen auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Achillessehnenriss?

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Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des Menschen. Sie verbindet den Fersenknöchel mit dem kräftigen dreiköpfigen Wadenmuskel. Damit ist die Achillessehne für das Gehen, Laufen und Springen unabdingbar.

Ein Achillessehnenriss oder Achillessehnenruptur ereignet sich meist an der schwächsten Stelle der Sehne etwa 5 cm über ihrem Ansatz am Fersenbein. Statistisch sind weitaus mehr Männer als Frauen von einer Achillessehnenruptur betroffen.

In seltenen Fällen findet ein Achillessehnenriss auch an der Ansatzstelle der Sehne am Knochen statt. Meistens führt der Achillessehnenriss zu einer vollständigen Durchtrennung der Sehne. Einen Achillessehnenriss, der die Sehne nur anreißt, bezeichnen die Ärzte als partielle Achillessehnenruptur.

Ursachen

Zu einem Achillessehnenriss kommt es bei plötzlicher Überbelastung. Zum Beispiel ein Sprint oder drehende Sprungbewegungen beim Tennis können zu einem Achillessehnenriss führen. Allerdings passiert das meist nur, wenn die Sehne vorgeschädigt oder zu schwach ist.

Überhaupt ist der Altersdurchschnitt der Patienten, die einen Achillessehnenriss erleiden, zwischen 30 und 50 Jahren, wobei jenseits der Vierziger der Achillessehnenriss deutlich gehäuft auftritt. In dieser Altersgruppe hat die Stärke der Sehne schon etwas nachgelassen.

Trifft der Achillessehnenriss jüngere Menschen, sind meistens Vorerkrankungen vorausgegangen. Entzündliche Sehnenreizungen und feinste, unbemerkt verlaufene Risse haben die Sehne geschwächt. Einige Krankheiten wie Diabetes und Arthrosen gelten als Risikofaktoren für den Achillessehnenriss.

Auch untrainierte Menschen, die sich zu viel vornehmen, erleiden den Achillessehnenriss. In der Gruppe der jüngeren Patienten sind vielfach Sportler, die das Aufwärmtraining vor der eigentlichen Arbeitsphase unterlassen haben. Sehr selten führen Verletzungen wie Stöße, Tritte oder gar Stiche zum Achillessehnenriss.

Achillessehnenriss

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Achillessehnenriss:

  • Hautdellen im Sehnenverlauf

Der Riß der Achillessehne wird in der Regel durch einen hörbar peitschendenden Knall (Peitschenhieb) begleitet. Der betroffene verspürt häufig heftige Schmerzen im Bereich der Ferse. Der Betroffene kann den Fuß anschließend nicht mehr richtig durchstrecken und nur noch mit Hilfeleistung laufen.

Äußere Verletzungen sind beim Achillessehnenriss meist nicht erkennbar. Ein offener Achillessehnenriss kommt nur selten vor.

Mit Hilfe der Physiotherapie sowie einer konsequenten Nachbehandlung gelingt es sehr häufig, die ursprüngliche Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit der Sehne wiederherzustellen. Ob es zu Komplikationen kommt, ist von der jeweiligen Therapie abhängig.

Wird die Achillessehne operativ behnadelt, kann es zu Infektionen oder Störungen in der Wundheilung kommen. Diese gibt es in der konservativen Therapie ohne Operation nicht.

Diagnose

Die Diagnose bei einem Achillessehenriss ist meist sehr eindeutig. Nachdem der Arzt während des Patientengespräches den Unfallhergang erfragt hat, erkennt dieser den Achillessehnenriss schnell. Einerseits kann der Patient, nur auf dem verletzten Bein stehend, nicht die Ferse vom Boden abheben und andererseits ist an der Haut direkt über der Achillessehne eine Delle zu ertasten.

Folgend wird das Ausmaß des Achillessehnenrisses genauer unterucht. Ob die Sehne komplett oder nur teilweise gerissen ist, wird nach der Magnetresonanztomographie (MRT) deutlich. Eine Ultraschalluntersuchung ermöglicht die genaue Rissstelle zu überprüfen und zu bestimmen.

Befindet sich der Riss der Achillessehne in der Nähe des Fersenbeines, kann die Sehne dabei ein Knochenteil herausreissen. Um diesen Verdacht auszuschließen, wird mit Hilfe einer Röntgenuntersuchung eine mögliche Beschädigungen des Knochens untersucht.

Behandlung und Therapie

Wer einen Achillessehnenriss erlitten hat, muss schnellstens zum Arzt. Denn je früher die Behandlung einsetzt, desto besser sind die Chancen auf eine komplette Genesung. Eine vollständige Belastung des Sprunggelenkes wird so wieder möglich. Bis der Patient beim Arzt ist sollten Ersthelfer das Sprunggelenk ruhigstellen und kühlen. Der Orthopäde entscheidet dann, wie der Achillessehnenriss zu behandeln ist.

In Deutschland ist meistens die Operation das Mittel der Wahl. Der Chirurg näht die beiden Enden der Sehne zusammen. Dabei verbindet er die Achillessehne zur Verstärkung manchmal mit einer Nachbarsehne. Operiert wird der Achillessehnenriss überwiegend bei jüngeren Patienten. Denn das verspricht die beste Aussicht darauf, dass sich ein Achillessehnenriss nicht wiederholt.

Nach der Operation stellt der Arzt das Sprunggelenk für einige Tage mit einem Gipsverband oder einer Stiefel-Orthese ruhig. Dann darf eine vorsichtige Belastung unter Anweisung eines Physiotherapeuten beginnen. Bei älteren Patienten neigen die Ärzte beim Achillessehnenriss zur konservativen Behandlung. Dabei wird das Sprunggelenk ohne vorhergehende Operation fixiert.



Vorbeugung

Ein regelmäßiges Training ist die beste Vorbeugung gegen einen Achillessehnenriss. Spitzenleistungen sind dafür gar nicht erforderlich, wichtig ist nur, dass die Sehne gefordert und ausreichend gedehnt wird.

So erhält sie ihre Elastizität und eine ausreichende Stärke für gelegentliche höhere Belastungen. Desweiteren ist die Aufwärmphase vor dem Sport niemals zu vernachlässigen.

Dazu gehören auch Dehnübungen, mit denen die Sehne gut vorbereitet wird und so besser gegen einen Achillessehnenriss geschützt ist. Während des Sportes ist eine kontinuierliche Leistungssteigerung ratsam. Sofortiges lossprinten kann einen Achillessehnenriss provozieren.

Der normale Alterungsprozess kann nicht aufgehalten werden und das gilt auch für die Sehnen. Sport sollte altersgemäß sein und keine Überbeanspruchung darstellen. Auch das hilft, einem Achillessehnenriss vorzubeugen.

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