Weber-A-Fraktur

Letzte Aktualisierung am 29. Oktober 2017 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die Weber-A-Fraktur ist eine Sprunggelenksfraktur. Man unterteilt diese nach einem von Weber erstellten System in A-, B- und C-Frakturen. Als Weber-A-Fraktur wird ein Bruch unterhalb der so genannten Syndesmose bezeichnet. Die Weber-A-Fraktur ist eine der häufigsten Bruchverletzungen am Fuß.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Weber-A-Fraktur?

Als Weber-A-Fraktur wird ein Bruch des oberen Sprunggelenks im Fuß klassifiziert, der oberhalb eines unechten Gelenks namens Syndesmose eintritt. Damit unterscheidet sich die Weber-A-Fraktur von den Weber-B- und C-Frakturen durch die Höhe der Bruchstelle. Bei der Weber-A-Fraktur bleibt die Syndesmose selbst unverletzt.

Neben der Weber-A-Fraktur unterscheidet die Medizin weitere Sprunggelenksfrakturen nach Weber:

Sprunggelenksfraktur nach Weber-Typ-A

Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen einer Weber-A-Fraktur gehören glatteisbedingte Stürze, Unfallverletzungen oder Sportverletzungen. Insbesondere das Umknicken kann zu Malleolenfrakturen vom Typ Weber A führen. Außerdem gehört die Weber-A-Fraktur zu den typischen Verletzungen von Skifahrern, die eine unbedachte Drehbewegung des Sprunggelenks vollführt haben.

Auch bei Sprüngen aus größerer Höhe - beispielsweise von einer Mauer - kann es zu einer Weber-A-Fraktur kommen. Bei direkter Gewalteinwirkung auf das Sprunggelenk, beispielsweise durch einen Autounfall oder einen Schlag mit einem Hockeyschläger während des Spiels, kann eine Weber-A-Fraktur eintreten. Rollerblader, Schlittschuhläufer oder Skateboardfahrer sind häufiger betroffen.

Es genügt für eine Weber-A-Fraktur, eine Treppe im Haushalt hinunter zu stolpern. Unter Alkoholeinfluss werden Glatteis oder unebene Wegstrecken häufig unterschätzt und führen durch einen Sturz zu einer Weber-A-Fraktur. Eine Weber-A-Fraktur kann auch als begleitende Verletzung nach einem Bruch des Unterschenkels auftreten.

Symptome und Verlauf

Die Symptome und der Verlauf der Weber-A-Fraktur sind klassisch. Man spürt einen mehr oder weniger starken Schmerz und eine veränderte Beweglichkeit des Sprunggelenks. Es kann schnell anschwellen und der Fuß kann beim Auftreten und erst recht beim Abrollen behindert sein. Oft verfärbt sich bei einer Weber-A-Fraktur die Haut rund um das Sprunggelenk ins Bläuliche.

Häufig kommt es bei der Weber-A-Fraktur zu einer auffallenden Stellungsveränderung des betroffenen Fußes, der in einem unnatürlichen Winkel abgeknickt wirkt. In schweren Fällen kann die Weber-A-Fraktur auch als ein offener Bruch vorliegen. In diesem Fall sind an der Bruchstelle des Sprunggelenks aus dem Gewebe ragende Knochenteile zu sehen. In solchen Fällen ist die Weber-A-Fraktur so gravierend, dass der Fuß nicht mehr bewegungsfähig ist.

Die Schocksymptome können dafür sorgen, dass der typische Schmerz, den man bei einer Weber-A-Fraktur spürt, zunächst nicht wahrgenommen wird. Im Verlauf wird der Schmerz der unbehandelten Weber-A-Fraktur stärker und eine medizinische Behandlung ist unumgänglich.

Diagnose

Die genaue Diagnose einer Weber-A-Fraktur kann nur ein Arzt stellen. Meist sind dazu Röntgenaufnahmen erforderlich. Das typische klinische Bild einer Weber-A-Fraktur liegt vor, wenn die Syndesmose intakt ist und die Bruchstelle unterhalb derselben liegt. Der Arzt wird bei diagnostischer Unklarheit auch die Durchblutung durch manuelle Untersuchungsmethoden prüfen und die Beweglichkeit oder Empfindlichkeit bestimmter Fußareale rund um die Bruchstelle abklären.

Wichtig für die Diagnose und Therapie ist, wo die Bruchlinie liegt und wie stark das Gelenk betroffen ist. Die Untersuchung umfasst die Gelenk bildenden Knochen, die Außen- und Innenknöchel samt Wadenbein und Fibula, den Knöchelfortsatz und die Gelenkflächen zwischen Schienbein und Sprungbein. Meist wird das von einer Weber-A-Fraktur betroffene Sprunggelenk röntgenologisch in zwei Dimensionen untersucht und dargestellt. Es geht darum, dass möglicherweise in Folge der Weber-A-Fraktur eingetretene Begleitschäden ausgeschlossen oder erkannt werden. Es kann in Folge der Weber-A-Fraktur beispielsweise zu zusätzlichen Bänderrissen, weiteren Frakturen, zu Verdrehungen oder einer Luxation von Sehnen kommen.

Behandlung und Therapie

Die konservative Behandlung einer Weber-A-Fraktur wurde früher mit einem Unterschenkelgips vorgenommen. Er verblieb am Bein, bis der Bruch geheilt war. Heutzutage kommt man aber immer öfter davon ab. Man verwendet diese Therapie - nach der zuvor oft notwendigen Operation - nur noch bei glatten Frakturen und wenn eine Operation nicht möglich ist.

Die operative Versorgung ist heutzutage das übliche Behandlungsverfahren bei einer Weber-A-Fraktur. Die Knochenzurichtung bzw. Dislokation des Knochens muss wegen der schnell eintretenden Schwellung und möglicher weiterer Verletzungen möglichst schnell nach einem Unfall beseitigt werden. Sie geschieht bei einer Weber-A-Fraktur meist ohne Narkose, aber unter Schmerzmitteln.

Bei der Operation einer Weber-A-Fraktur kann es nötig werden, den gebrochenen Knochen vorübergehend oder dauerhaft mit Stahlplatten und Schrauben zusammenzufügen.

Bei optimaler Behandlung einer Weber-A-Fraktur erfolgt nach kurzer Ruhepause eine möglichst früh einsetzende Nachbehandlung mit Physiotherapie und Bewegungsübungen. Erfolgt die Wiederherstellung des Gelenks sachgerecht, ist keine Arthrose als Spätfolge einer Weber-A-Fraktur zu befürchten.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen eine Weber-A-Fraktur ist nur bedingt möglich. Man kann riskante Sportarten und plötzliche Manöver beim Skifahren verhindern, nicht aber altersbedingtes Stolpern, Glatteis oder vermooste Gehwegplatten, die bei Regen und Schnee eine erhöhte Rutschgefahr darstellen.

Bücher über Gelenkbeschwerden

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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