Vaginalcreme

Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Vaginalcreme ist eine wirkstoffhaltige Creme zum Auftrag auf die Schleimhaut der Vagina. Bekannte Formen dienen der Pilzbekämpfung oder der Lubrikation. Dabei wird die Vaginalcreme meist zusammen mit einem Zäpfchen verwendet, das in die Scheide eingeführt wird.
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Was ist Vaginalcreme?
Vaginalcreme wird auf die Schleimhäute im Inneren der Vagina aufgetragen, wo die enthaltenen pharmakologischen Wirkstoffe über die Haut aufgenommen werden. Zum Einsatz kommt sie in der Behandlung von Scheidenerkrankungen, aber auch zur Unterstützung der Lubrikation. Häufig ist eine Vaginalcreme mit Wirkstoffen gegen Pilze versetzt und leistet Abhilfe bei den relativ häufigen Scheidenpilz-Infektionen.
Zusammen sorgt diese Wirkstoffkombination für eine Bekämpfung des Pilzes und Linderung der Symptome. Weiterhin wird die Vaginalcreme bei Problemen in der weiblichen Sexualität eingesetzt, um die Befeuchtung der Scheide (Lubrikation) bei sexueller Erregung anzuregen. Damit helfen sie symptomatisch bei oft hormonellen Problemen, die diesem Prozess im Wege stehen. Vaginalcremes werden vom behandelnden Gynäkologen nach eingehender Untersuchung empfohlen, sind teilweise aber auch frei verkäuflich für Frauen, die sie häufiger einsetzen müssen.
Wirkung und medizinische Anwendung
Eine Vaginalcreme, die die Lubrikation unterstützen soll, wird dagegen nur auf der Scheidenschleimhaut gebraucht. Durch den direkten Kontakt der Wirkstoffe mit der Haut und Schleimhaut können diese schnell an der benötigten Stelle einziehen und wirken in der Regel auch sehr zügig. In Cremes gegen Pilzinfektionen sind Antimykotika enthalten, die durch den Direktkontakt mit der betroffenen Stelle auch nicht übermäßig hoch dosiert werden müssen. Vaginalcremes für die Lubrikation regen die dafür erforderlichen Drüsen in der Scheide an und sorgen so auch bei hormonellen oder psychischen Hemmschwellen für Feuchtigkeit der Scheide.
Formen und Gruppen
Zu den besonders bekannten Vaginalcremes mit pilzbekämpfender Wirkung gehören Handelsnamen wie KadeFungin®, Canesten® oder Antifungol®. Der häufigste Wirkstoff ist Clotrimazol, der sich gegen Candida albicans oder andere Hefepilze der Candida-Gruppe auswirkt. Häufig werden zur Vaginalcreme gegen Hefepilze zusätzliche Zäpfchen für die Scheide mit weiteren Wirkstoffen gegeben. Vaginalcremes zur Befeuchtung der Scheide wirken sich auf die Scheidenschleimhaut aus und regen sie bei Bedarf zur Bildung von Feuchtigkeit an. Auf diese Weise kann hormonell bedingte Scheidentrockenheit wirksam behandelt werden.
Dosierung
Vaginalcremes können bei Bedarf angewendet werden, bei der Pilzbekämpfung sollte allerdings bedacht behandelt werden. Schlimmstenfalls entwickeln Pilze bei dauerhafter oder regelmäßiger Behandlung eine Resistenz gegen den Wirkstoff, sodass eine Vaginalcreme immer in Absprache mit dem Gynäkologen angewendet werden sollte. Dabei werden meistens täglich zusammen mit einem Zäpfchen Scheide und Vulva mit der Vaginalcreme eingecremt, bis sich die Symptome bessern oder die Verpackung aufgebraucht ist.
Eine Vaginalcreme braucht meist nur wenige Tage, bis dahin sollte sich die Pilzinfektion sichtlich gebessert haben. Eine Vaginalcreme gegen Scheidentrockenheit kann dagegen nach Bedarf eingesetzt werden und wird dadurch in ihrer Wirksamkeit nicht beeinträchtigt. Meist wird nur eine dünne Schicht benötigt, um die Schleimhaut zu bedecken, bei Bedarf kann sie auch nach eigenem Ermessen etwas höher dosiert werden.
Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen
Zur Behandlung von Pilzinfektionen der Scheide und der Vulva hat sich die Vaginalcreme als hilfreichste Form der Darreichung bewährt. Die enthaltenen Antimykotika werden durch die Vaginalcreme direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen und müssen so weit niedriger dosiert werden. Die Alternative zu einer Vaginalcreme ist ein Scheidenzäpfchen, da dieses auch andere Wirkstoffe enthalten kann, falls es sich nicht um eine Infektion mit Candida albicans handelt. Auch für Präparate, die über längere Zeit einwirken sollen, eignen sich Zäpfchen besser als Vaginalcreme, da letztere recht schnell einzieht.
Bei anhaltender Scheidentrockenheit, an der auch eine Vaginalcreme nichts ändern konnte, empfiehlt sich womöglich die Hormontherapie. Besonders oft ist das Problem bei Frauen in den Wechseljahren anzutreffen, sodass die Ursache definitiv hormoneller Natur ist. Die Behandlung der Ursache kann womöglich besser Linderung verschaffen als die symptomatisch behandelnde Vaginalcreme. Eine weitere Alternative stellt eine handelsübliche Gleitcreme dar, die die Feuchtigkeit der Scheide künstlich ersetzen kann. Auch Kondome können derart spezialbeschichtet sein.
Wechselwirkungen und Nebenwirkungen
Bauchschmerzen, besonders im Unterbauch, sowie Erbrechen und Übelkeit können als Nebenwirkung gerade von Vaginalcreme mit Antimykotika ebenfalls vorkommen. Große Vorsicht ist in der Schwangerschaft mit dem Applikator geboten, der als Hilfsmittel zur Auftragung von Vaginalcreme angeboten wird. Er sollte bestenfalls gar nicht verwendet werden, da die Frau damit zu nah an den Muttermund geraten kann und dadurch die Geburt beeinflussen könnte.
Quellen
- Aktories, K. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 12. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017
- E. Burgis: Allgemeine und spezielle Pharmakologie. 3. Auflage, Elsevier GmbH, München 2005
- Lüllmann, H. et al.: Pharmakologie und Toxikologie: Arzneimittelwirkungen verstehen - Medikamente gezielt einsetzen. 18. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart 2016

Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021
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