Magensonde

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Magensonde dient dazu, einen Menschen, der selber nicht in der Lage ist, zu essen, künstlich zu ernähren, beispielsweise nach einer schweren Mundverletzung, bei einer anhaltenden Bewusstlosigkeit etc. Der Körper erhält durch diesen Kunststoffschlauch lebenswichtige Nährstoffe. Zudem kann mit einer Magensonde der Mageninhalt nach außen abgeleitet werden, zum Beispiel nach einer Vergiftung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Magensonde?

Ist der Patient nicht mehr in der Lage selbst Nahrung aufzunehmen, wird eine Magensonde gelegt. Häufig wird die Sonde dabei durch die Nase in den Magen geführt.

Bei der Magensonde handelt es sich um einen dünnen und sehr weichen Schlauch, der etwa einen Meter lang ist und im Durchmesser wenige Millimeter misst. Innen ist der Schlauch hohl. Das Ende wird an einen Kunststoffbeutel angeschlossen (außerhalb des Körpers), der den zurückfließenden Magensaft auffängt. Zudem gibt es eine zweite Öffnung, über die Wasser, flüssige Nahrung oder Medikamente in den Magen gelangen.

Es gibt verschiedene Arten von Magensonden. Zum einen gibt es eine nasale oder eine orale Magensonde: Hier werden die Sonden durch Nase oder Mund eingeführt, sind einfach zu legen und eignen sich insbesondere für kurzzeitige Behandlungen. Zum anderen gibt es eine PEG-Sonde für eine langfristige künstliche Ernährung. Diese Magensonde wird mittels kleiner Einstichstelle durch die Bauchdecke eingeführt und dient der künstlichen Ernährung, wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, selbstständig zu schlucken, zum Beispiel aufgrund von Nervenschäden, Krebs etc. Das Legen der Magensonde ist harmlos und gewöhnlich schmerzfrei, wobei es von manchen Patienten allerdings als etwas unangenehm empfunden wird.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der Magensonde:

Die Magensonde ist einerseits zum Verabreichen von Nahrung geeignet, was vor allem bei Menschen in einem höheren Alter oder nach Unfällen zum Einsatz kommt und andererseits können damit Elemente des Mageninhalts abgeleitet werden. Letzteres Verfahren wird beispielsweise nach einer Vergiftung genutzt. Die Magensonde kann direkt im Magen, aber ebenso im Zwölffinger- oder Dickdarm münden.

Am Ende, welches der Einführung in den Magen dient, verfügt er über kleine Löcher, damit die Speisen in den Körper gelangen und er auf diese Weise mit sämtlichen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Am anderen Ende besitzt der Schlauch einen Ansatz für verschiedene Geräte wie einen Absauger, um zum Beispiel Magensäure, Blut oder sonstige Inhalte abzupumpen. Falls es eine Diagnose erforderlich macht, den Magensaft zu untersuchen, kann dieser ebenfalls durch die Magensonde entnommen werden. Babys werden manchmal ebenfalls mithilfe einer Magensonde mit abgepumpter Muttermilch oder Säuglingsnahrung ernährt, wenn der Saug- und Schluckreflex bei ihnen noch nicht ausgebildet ist.

Was muss der Patient im Vorfeld beachten?

In den Stunden vor der Legung der Magensonde darf der Betroffene nichts essen oder trinken. Zudem müssen möglicherweise Medikamente, mit denen die Blutgerinnung gehemmt wird, weggelassen werden, allerdings geschieht dies stets in der Absprache mit dem Arzt.

Wie läuft Untersuchung ab?

Bevor eine Magensonde gelegt wird, bespricht der Arzt dies mit dem Betroffenen und holt dabei auch seine Einwilligung ein. Ist der Patient selber nicht einwilligungsfähig, beispielsweise bei einer Bewusstlosigkeit oder nach einem Schlaganfall, wendet sich der Mediziner an den Betreuer.

  • Magensonde durch die Nase: Hierbei wird die Sonde durch Nase, Rachenraum und Speiseröhre geführt, bis sie sich an der gewünschten Lage befindet. Damit die Sonde nicht verrutscht, wird der Schlauch im Anschluss mittels Pflaster neben der Nase festgeklebt.
  • Magensonde durch Mund: In anderen Fällen wird die Magensonde durch den Mund eingeführt, zum Beispiel bei einem Knochenbruch im Gesicht. Von vielen Patienten wird dies unangenehm empfunden, da die Magensonde beim Sprechen stört. Zudem kann eine orale Magensonde nicht so gut fixiert werden.
  • PEG-Sonde: Um eine PEG-Sonde zu legen, wird eine kleine Operation erforderlich, was meist mit der so genannten Fadendurchzugsmethode geschieht. Der Arzt führt zunächst einmal eine Magenspiegelung durch, um für die Sonde eine geeignete Position am Bauch zu finden. Diese Stelle wird desinfiziert und örtlich betäubt. Anschließend erfolgt ein kleiner Schnitt in die Haut des Bauches, durch den ein Röhrchen aus Plastik in den Magen vorgeschoben wird. Durch das Röhrchen legt der Mediziner einen Faden in den Magen, den er im Mageninneren mit einer kleinen Zange, die durch das Endoskop geschoben wird, greifen kann.

Das Endoskop wird samt Faden wieder aus dem Magen zurückgezogen, sodass der Faden dann aus dem Mund ragt. Das Fadenende wird mit der PEG-Sonde festgeknotet. Diese wird anschließend durch den Faden, der am Bauch herausragt, zurück in den Magen gezogen, bis sie das Röhrchen erreicht hat. Die PEG-Sonde wird von außen mit einer kleinen Halteplatte fixiert. Damit sie nicht in die Wand des Magens einwächst, sollte sie vom Arzt regelmäßig etwas gelockert werden, beispielsweise durch ein leichtes Drehen.

Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für das Legen einer Magensonde werden von den Krankenkassen übernommen. Die Voraussetzung ist hierfür lediglich, dass es sich um einen medizinisch notwendigen Eingriff handelt, was vom Mediziner bestätigt werden muss.


Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Beim Legen einer Magensonde ist das Risiko für Risiken und Komplikationen generell sehr gering. Das Einführen der Sonde wird teilweise als sehr unangenehm empfunden, wobei einige Patienten mit einem Würgreflex reagieren.

Weitere Komplikationen können aus dem Material des Schlauchs resultieren. Durch schlecht biegsame Materialien können die Schleimhäute, der Magen, die Speiseröhre oder der Darm verletzt werden. Das verwendete Material hat sich jedoch in den vergangenen Jahren weiterentwickelt, sodass es sich meist um einen flexiblen und biegsamen Kunststoff handelt, der das Risiko der Verletzungen minimiert.

Sehr selten passiert es, dass das Gastroskop die Schleimhaut durchbohrt. In diesem Fall können Magen-Inhalte in umliegendes Gewebe dringen. Aus einer solchen Verletzung resultiert häufig auch eine Entzündung des Bauchfells.

Bei nasal verlegten Sonden gehören zu den häufigsten Komplikationen Reizungen der Nasenschleimhaut und ein Nasenbluten. Dies kann jedoch durch abschwellende Nasensprays verhindert werden. Dies sind alles jedoch nur Ausnahmen, denn laut Schätzungen treten bei nicht einmal einem von hundert Betroffenen Komplikationen beim Legen der Magensonde auf.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
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Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021

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