Lasertherapie


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 31. Oktober 2018

Als Lasertherapie werden Behandlungsverfahren bezeichnet, bei denen ein Laser zum Einsatz gelangt. Die Methode kommt sowohl in der Schulmedizin als auch bei Heilpraktikern sowie in der Kosmetik zur Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Wie funktioniert eine Lasertherapie?

Unter einer Lasertherapie werden medizinische Methoden verstanden, die gebündeltes monochromatisches Licht einsetzen, das über eine hohe Intensität verfügt. Lasergeräte mit hoher Intensität sind in der Lage, Gewebe abzutragen, zu schneiden oder zu veröden. Darüber hinaus sind Laserbehandlungen auch beim Zertrümmern von Gallensteinen oder Nierensteinen von therapeutischer Bedeutung. Entwickelt wurde die Laserbehandlung in den 60er und 70er Jahren.

Augenkorrektur mittels Laser-OP

Zu den medizinischen Fachbereichen, die auf Lasertherapien zurückgreifen, gehören die Chirurgie, die Urologie, die Dermatologie, die Augenheilkunde, die Orthopädie, die innere Medizin, die Zahnheilkunde sowie die Gynäkologie. Das Stimulieren eines Lasers findet mit unterschiedlichen aktiven Medien statt, wie zum Beispiel mit einem Rubin, Halbleiterdioden, CO2 oder speziellen Gasen.

Zur Anregung dieser Medien dienen u. a. elektrischer Strom, eine Gasentladungslampe oder eine Blitzlampe. Auf diese Weise werden die Elektronen zum Verlassen ihrer Umlaufbahn innerhalb des Atoms gebracht. Beim Zurückspringen in Richtung alte Umlaufbahn kommt es zum Freisetzen der Energie. Via Laserstrahl richtet sie sich dann auf eine festgelegte Stelle. Die Bewegung des Laserlichts lässt sich vom Auge des Menschen nicht erkennen. Aus diesem Grund finden Hilfslaser Verwendung, um als Zielstrahl zu fungieren.

Die Lasertherapie lässt sich vielfältig einsetzen. So kommen Laser sowohl in der Medizin als auch in der Kosmetik zum Einsatz. Die Wirkung der Laserbehandlung beruht auf energiereichen gebündelten Lichtstrahlen. Im Rahmen der Therapie richtet der Arzt die Strahlen gezielt auf den Körperbereich, den es zu behandeln gilt. Von der biologischen Wirkung der Laserstrahlen hängen Veränderungen an der Wellenlänge, der Pulsfrequenz, der Pulsdauer und der Intensität des Lasers ab, die vom Arzt vorgenommen werden.

Funktionsweise der Lasertherapie

Welche Laserverfahren gibt es?

In der Lasertherapie wird zwischen mehreren Verfahren differenziert. Dazu gehören die Laserkoagulation, bei der der Tod von Zellen thermisch herbeigeführt wird, die Laserablation, in deren Rahmen das Abtragen von Gewebe wie beispielsweise Muttermalen stattfindet, die Laserphotographie sowie die Laserepilation, bei der es sich um eine dauerhafte Haarentfernung handelt.

Die Anwendungsgebiete unterscheiden sich je nach medizinischem Fachgebiet:

Augenheilkunde

Die Augenheilkunde verwendet Laser im Rahmen der refraktiven Chirurgie, um Fehlsichtigkeiten zu behandeln. Weitere Indikationen sind die photodynamische Therapie, das Entfernen des Nachstars und das Trepanieren der Hornhaut zum Zwecke der Keratoplastik.

Urologie

Ein weiteres Einsatzgebiet stellt die Lithotripsie in der Urologie dar, die zur Behandlung von Steinleiden dient. Dabei werden Blasensteine, Nierensteine, Harnleitersteine, Harnröhrensteine oder Gallensteine zertrümmert. Die Zahnheilkunde verwendet die Lasertherapie wiederum zur Entfernung von Karies.

Chirurgie

In der Chirurgie werden Laserskalpelle eingesetzt, um durch das Verdampfen von Laserstrahlenergie Gewebe zu schneiden. Neben chirurgischen Laserskalpellen kommen auch apparative Nano- oder Mikroskalpelle sowie Laser-Mikrotome zur Anwendung. Ebenso lässt sich die Lasertherapie zur Behandlung von Gelenkleiden vornehmen.

Dermatologie

Zu den Betätigungsfeldern der Lasertherapie zählt außerdem die Dermatologie, die sich mit der Behandlung von Hautleiden befasst. Dabei bietet das Verfahren die Möglichkeit, verschiedene Krankheiten und Beschwerden zu lindern. Dazu zählen Feuermale, Warzen, Keratose (Verhornungsstörungen), bösartige Tumorerkrankungen wie ein Basaliom, Schuppenflechte (Psoriasis) oder die Leukoplakie (Weißschwielenkrankheit). Andere Anwendungsgebiete sind Nagelpilzerkrankungen, Zysten, Rosazea sowie Virusinfektionen wie Feigwarzen und Kaposi-Sarkome.

Kosmetische Laserbehandlungen

Eine Lasertherapie kann aber auch zu kosmetischen Zwecken durchgeführt werden, um die Ästhetik des Patienten zu verbessern. Dabei handelt es sich zumeist um das Lasern von Pigmentflecken oder Altersflecken. Weitere kosmetische Indikationen sind Narben, Muttermale, Rötungen der Haut, Falten, unerwünschter Haarwuchs sowie Teleangieektasien, (kleine oberflächliche erweiterte Gefäße).

Zahnheilkunde

Ebenfalls zu den Einsatzfeldern der Lasertherapie gehört die Zahnheilkunde. So kann auch mit einem Laser Karies beseitigt werden. Dabei wird der Laser stark erhitzt, wodurch sich etwas von der Zahnsubstanz entfernen lässt. Es besteht durchaus Ähnlichkeit mit einem konventionellen Bohrer. Der Nerv nimmt den Reiz jedoch nicht wahr, weil die einzelnen Laserpulse nur kurz ausfallen. Daher bietet die Lasertherapie gegenüber dem herkömmlichen Bohren den Vorteil, dass sie weniger Schmerzen verursacht. Gegen Zahnstein lässt sich ein Laser allerdings nicht verwenden.

Die Haarentfernung mittels Laser oder Blitzlampe zerstört die Haarwurzel dauerhaft.

Anwendungsbereiche

  • Haarentfernung

Was muss der Patient im Vorfeld beachten??

Was der Patient bei einer Lasertherapie möglicherweise beachten muss, richtet sich nach der Art der Behandlung und den jeweiligen Beschwerden. Wichtig ist, den Arzt vor Beginn der Therapie über bestehende Erkrankungen der Haut, innere Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Epilepsie oder Allergien zu informieren. Gleiches gilt für die Einnahme von Medikamenten. Bei einigen Laserbehandlungen, bei denen eine Infektionsgefahr besteht, ist zudem die Darreichung von Arzneimitteln gegen bakterielle oder virale Infekte erforderlich. Die Einnahme der Mittel beginnt einen Tag vor der Lasertherapie und wird bis zu eine Woche danach fortgesetzt.

Auch im Anschluss an eine Lasertherapie gilt es, einige Kriterien wie Nachbehandlung und Hautpflege zu beachten. Findet die Behandlung am Auge statt, darf der Patient wenigstens 24 Stunden lang nicht Autofahren. Nach drei Monaten sollte eine Kontrolluntersuchung durch den Augenarzt erfolgen.

Wie ist der Ablauf einer Lasertherapie?

Der Ablauf bei einer Lasertherapie hängt davon ab, welches Verfahren zur Anwendung kommt.

In der Augenheilkunde findet eine Laserkoagulation statt. Bei diesem Verfahren wird vom Augenarzt im Hornhaut- oder Netzhautgewebe mithilfe der Laserstrahlen Hitze erzeugt, was die Zerstörung der Zellen zur Folge hat. Im weiteren Verlauf wird das abgestorbene Gewebe von sogenannten Fresszellen, bei denen es sich um spezielle Zellen des Abwehrsystems handelt, abgetragen, sodass die Wunde verheilen kann.

Bei der Laserablation erfolgt das Abtragen von Gewebe entweder mit einem YAG-Laser oder einem CO2-Laser. Dabei richtet der Arzt den Laserstrahl auf das zu therapierende Gewebe. Das energiereiche Licht wird von den obersten Zellschichten aufgenommen. Außerdem verdampft das Gewebe. Diese Methode eignet sich bevorzugt zur Behandlung von Narben oder Warzen.

Ein Verfahren, dass sich zur Therapie der Weißfleckenkrankheit oder der Schuppenflechte eignet, stellt die Laserphototherapie dar. Bei dieser Methode greift der Arzt auf einen speziellen Excimer-Laser zurück. Dieser verfügt über die Eigenschaft, UVB-Wellen abzugeben. Die hoch dosierten Laserstrahlen werden genau auf das erkrankte Hautareal gerichtet. Die angrenzenden gesunden Areale geraten dagegen nicht in Mitleidenschaft.

Das Entfernen von überschüssigen Haaren durch einen Laser trägt die Bezeichnung Laserepilation. Der Therapeut erhitzt bei diesem Verfahren sowohl die Haarwurzel als auch dessen Stammzellen. Zum Einsatz kommt dabei ein Infrarotlaser. Dieser kann bis zu fünf Millimeter in die Haut vordringen. Indem die haarbildenden Zellen erhitzt werden, findet deren dauerhafte Verödung statt. Auf diese Weise ist das Nachwachsen der Haare nicht mehr möglich.

Nach einer Lasertherapie sollte der Patient einige Tage lang Tätigkeiten vermeiden, die die Durchblutung der Haut stark fördern wie heißes Baden, Saunabesuche oder Joggen. Dies gilt besonders nach der Behandlung von Blutgefäßen.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kostenübernahme einer Lasertherapie richtet sich nach deren medizinischer Notwendigkeit. So kommen die gesetzlichen Krankenkassen zum Beispiel für die Behandlung von Feuermalen auf. Erfolgt die Laserbehandlung jedoch zu kosmetischen Zwecken, muss der Patient in den meisten Fällen selbst die Kosten tragen. Gleiches gilt für eine Schmerztherapie mit Laserstrahlen, weil diese zu den privaten Leistungen zählt.

In der Regel nicht übernommen werden die Kosten für eine Lasertherapie von den gesetzlichen Krankenkassen im Falle einer Gesichts- und Hautstraffung, Verödungen von Besenreisern, Augenlidkorrekturen, Laserepilationen, das Entfernen von Pigmentflecken und Korrekturen von Narben, bei denen keine schweren Entstellungen oder Funktionsbeeinträchtigungen vorliegen.

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Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Einige Verfahren der Lasertherapie sind mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden. So drohen vor allem bei einer Laserablation Verletzungen der Haut durch die Abtragung. Außerdem kann die dabei entstehende Wunde Keimen Einlass verschaffen, wodurch wiederum eine Infektion droht.

Eine weitere denkbare Beeinträchtigung stellt das Vernarben der therapierten Hautstelle dar. Auch Laserbehandlungen innerhalb der Augenheilkunde weisen verschiedene Risiken auf. Dazu gehören Verengungen des Gesichtsfelds, schlechteres Sehen während der Dämmerung oder bei Dunkelheit, Beeinträchtigungen beim Farbsehen, Veränderungen des Augeninnendrucks, die mitunter eine Nachbehandlung erfordern, sowie das Auftreten von schwarzen Löchern im Gesichtsfeld. Bleibt der Erfolg der Lasertherapie aus, können wiederholte Behandlungen erforderlich sein.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013


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