Kokosöl

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Kokosöl wird auch als Kokosnussöl oder Kokosfett bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein weißes Pflanzenöl, das bei Raumtemperatur fest ist und aus der Kokosnuss gewonnen wird.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Kokosöl wissen

Bereits seit 3000-4000 Jahren werden Kokospalmen in Asien kultiviert. Doch erst seit dem 19. Jahrhundert erlangte die Kultivierung der Kokospalmen eine größere wirtschaftliche Bedeutung. Heute werden Kokospalmen weltweit in tropischen Zonen in Meeresnähe und an Flussufern angebaut. Zu den größten Produzenten von Kokosöl und Kokosprodukten gehören Indien, die Philippinen und Indonesien.

Die Kokospalme ist ein Baum aus der Familie der Palmengewächse. Die Pflanzen werden zwischen 20 und 30 Metern hoch und tragen einen dichten Schopf von großen Blättern. Die Kokospalmen tragen das gesamte Jahr über Früchte. Diese befinden sich in verschiedenen Entwicklungsstadien, sodass regelmäßig reife Kokosnüsse verfügbar sind.

Eigentlich gehören Kokosnüsse nicht zu den Nüssen, sondern zu den Steinfrüchten. Pro Palme und Jahr können abhängig von der Palmensorte und dem Standort zwischen 30 und 150 Nüsse geerntet werden. Das Kokosöl wird aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss gewonnen. Es wird auch als Kopra bezeichnet.

Nachdem das Fruchtfleisch zerkleinert und getrocknet wurde, wird es in speziellen Ölmühlen ausgepresst. Rund 8 Prozent des Bedarfs an Pflanzenöl in der gesamten Welt wird durch Kokosöl gedeckt. Das Fett wird zum Kochen, zur Herstellung von Kosmetika, in der Industrie und in der Technik genutzt.

Bedeutung für die Gesundheit

Auf den ersten Blick erscheint es sehr verwunderlich, dass das Öl aus der Kokosnuss so gesund ist. Es besteht nämlich zum überwiegenden Teil aus gesättigten Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren stehen in Verdacht die Cholesterinwerte und damit auch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko zu erhöhen.

Das Geheimnis des Kokosöls sind die mittelkettigen Fettsäuren. Im Gegensatz zu langkettigen Fettsäuren bestehen sie aus Ketten mit 8-12 C-Atomen. Aufgrund der mittelkettigen Fettsäuren ist Kokosöl sehr leicht verdaulich. Es kann ohne Mitarbeit der Gallensäuren verdaut werden, ist wasserlöslich und gelangt deshalb schnell über die Blutbahn in die Leber, wo es leicht verstoffwechselt werden kann.

Kokosöl wird vom Körper bevorzugt zur Energiegewinnung genutzt und wird weniger in Fettdepots eingelagert als andere Fette. Zudem liefern die mittelkettigen Fettsäuren des Kokosöls rund eine Kalorie weniger pro Gramm als langkettige Fettsäuren. Die Fettsäuren wirken zudem antimikrobiell, antimykotisch und antiviral. Dabei kann das Kokosöl sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Kokosöl beinhaltet verschiedene gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Hauptwirkstoff ist die Laurinsäure. Es handelt sich dabei um eine gesättigte, mittelkettige Fettsäure, die chemisch sehr stabil ist. Weitere wichtige Fettsäuren des Kokosöls sind die Caprinsäure und die Caprylsäure. In Kokosöl sind zudem verschiedene Mineralstoffe enthalten. Dazu gehören Magnesium, Kalium, Kalzium und Phosphor.

Auch essenzielle Spurenelemente finden sich in dem Öl der Kokosnuss in Form von Mangan, Kupfer, Selen und Zink. Neben Mineralien und Spurenelementen beinhaltet Kokosöl zudem B-Vitamine, Vitamin E, Vitamin K und essenzielle Aminosäuren wie Tryptophan, Lysin, Phenylalanin, Methionin und Threonin. Auch Leucin und Isoleucin sind enthalten.


Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 878 kcal/ 3677 kj
Eiweiß 0,80 g
Kohlenhydrate 0,01 g
Fett 99,00 g
Wasser 0,09 g
Ballaststoffe 0,00 g
Vitamin E 2121 µg

Unverträglichkeiten

Allergien oder Unverträglichkeiten gegen Kokosöl treten äußerst selten auf. Unverträglichkeiten beim Essen oder bei der inneren Einnahme von Kokosöl sind sehr selten. Kontaktallergien werden gelegentlich beobachtet. Allgemein gilt, dass Kokosöl am besten verträglich ist, wenn es möglichst naturbelassen ist.


Einkaufs- und Küchentipps

Damit alle wichtigen Nährstoffe enthalten sind, sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass das Kokosöl unbehandelt, naturbelassen und kalt gepresst ist. Das bedeutet, dass das Fruchtfleisch der Kokosnuss mechanisch und ohne Zufuhr von Hitze ausgepresst wird. So bleiben auch die wärmeempfindlichen Vitamine und Mineralien erhalten.

Raffiniertes Öl wird erhitzt. Dabei ist die Ölausbeute zwar größer, es gehen aber wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Dem Kokosöl sollten keinerlei Zusatzstoffe beigefügt sein. Ein naturbelassenes Kokosöl benötigt auch keine Aromastoffe, denn es verfügt natürlicherweise über ein feines Kokosaroma. Je schneller das Kokosöl nach der Ernte verarbeitet wird, desto hochwertiger ist es.

Ein besonderes Qualitätsmerkmal ist, dass das Öl direkt am Herstellungsort abgefüllt wird. Je zügiger das Öl versiegelt wird, desto weniger Wirkstoffe gehen verloren. Beim Kauf sollte der Preis beachtet werden. Gute Kokosöle sind recht teuer. Der Preis liegt bei 15 bis 20 € pro Liter Öl. Sind die angebotenen Öle wesentlich günstiger, sollte genau geschaut werden, ob es sich wirklich um ein qualitativ hochwertiges Produkt handelt.

Zubereitungstipps

Die Anwendungsmöglichkeiten von Kokosöl sind sehr vielfältig. Kokosöl ist ein hocherhitzbares Öl. Es eignet sich deshalb sehr gut zum Kochen, Backen und Braten. Mit seinem feinen Kokosaroma passt es besonders gut zu süßen Speisen oder zu Gerichten aus der asiatischen Küche. Kokosöl kann aber auch zur Körperpflege genutzt werden. Spülungen mit Kokosöl machen beispielsweise die Haare weich und beruhigen die gereizte Kopfhaut.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der naturwissenschaftlichen Fachliteratur und fundierter empirischer Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dipl.-Biol. Elke Löbel
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021

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