Katzenallergie

Letzte Aktualisierung am 15. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Katzenallergie ist eine allergische Reaktion auf eine Substanz in Speichel, Hautschuppen und Tränenflüssigkeit von Hauskatzen. Katzenhaare spielen eine Rolle in der Übertragung auf den Menschen, eine Tierhaarallergie ist jedoch mit der Katzenallergie nicht gleichzusetzen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Katzenallergie?

Eine Katzenallergie ist meist sehr unangenehm für die Betroffenen. Schnupfen, tränende Augen und Luftnot sind typische Symptome.

Die Katzenallergie ist nicht - wie von vielen Menschen angenommen - eine allergische Reaktion auf die Haare der Hauskatze. Stattdessen reagiert der Allergiker in über 90% der Fälle auf einen Stoff namens Fel d 1, der in Hautschuppen, Tränenflüssigkeit und Speichel der Katze vorkommt.

Auch im Blutserum, im Urin und den Talgdrüsen der Katze ist er zu finden, weshalb es so leicht für ihn ist, mit dem Menschen in Berührung zu kommen. Die Haare sind der Überträger, weshalb auch so oft davon ausgegangen wird, dass es sich bei der Katzenallergie um eine Tierhaarallergie] handelt.

Es handelt sich um eine besonders schwierige Form der Allergie, da Fel d 1 sehr schwebfähig ist und sich außerdem an Möbeln, Böden und Wänden hält, auch wenn diese gründlich gereinigt werden. Somit ist es Jahre nach dem letzten Katzenbewohner in der Wohnung möglich, dass das Allergen noch da ist. Auch in der Öffentlichkeit befinden sich Katzenallergene, die die Katzenbesitzer beispielsweise mit in den Bus oder das Büro bringen.

Ursachen

Die meisten Katzenallergien liegen an dem Protein Fel d 1. Es gibt zwar noch weitere Allergene, die von der Katze ausgehen, jedoch sind Allergien gegen diese weitaus seltener. Das Protein Fel d 1 befindet sich in verschiedenen Körperflüssigkeiten und in Hautschuppen, weshalb es ihm relativ leicht fällt, sich über den ganzen Körper zu verbreiten.

Der Mensch nimmt es entweder dann auf, wenn er die Katze streichelt oder sich nah an ihrem Lebensraum aufhält. Es kann schon ausreichen, jemandem zu begegnen, der eine Katze hält, da sich Fel d 1 sehr leicht verbreitet. Der Körper des Allergikers hat gegen dieses Protein, seltener aber gegen andere verwandte Proteine eine überempfindliche Reaktion entwickelt. Obwohl Fel d 1 an sich ungefährlich ist, hält das Immunsystem eines Allergikers es für einen Krankheitserreger und reagiert entsprechend auf den Kontakt damit.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Tierhaarallergie:

Wie bei jeder Allergie muss es für eine Katzenallergie zunächst zur Sensilbilierung kommen. Das heißt, der Mensch muss überhaupt mit Fel d 1 in Berührung kommen. Das ist leider gar nicht so schwer, dafür muss man nicht einmal selbst eine Katze besitzen. Zu den ersten Allergiesymptomen kann es in jeder Lebensphase kommen - sogar dann noch, wenn man bereits einige Zeit symptomfrei mit Katzen zusammengelebt hat. Typisch sind gerötete, tränende Augen, juckende Haut, rote Quaddeln an der Haut, allergischer Schnupfen mit Niesen und bei Kratzverletzungen durch die Katze ein starkes Anschwellen und extreme Rötungen am Kratzer. Eine schwere Komplikation kann entstehen, wenn die Katzenallergie ignoriert wird. Dadurch können Allergene die Schleimhaut der Bronchien hypersensibel werden lassen und es kommt zu allergischem Asthma.

Diagnose

Die Katzenallergie wird über den klassischen Allergietest nachgewiesen. Oft kann der Arzt schon abschätzen, dass eine Katzenallergie wahrscheinlich ist, aber es wird dennoch auf verschiedenste Allergene getestet. Dadurch lassen sich Kreuzallergien im gleichen Zug erkennen. Es wird zunächst eine kleine Hautstelle markiert, angeritzt und mit dem Allergen in Berührung gebracht. Der Patient darf die Stelle einige Tage nach Anweisung des Arztes nicht waschen. Beim nächsten Arzttermin wird untersucht, worauf die Haut allergisch reagiert.

Komplikationen

Da Betroffene den Kontakt mit Katzen meiden müssen, kann eine Katzenallergie den Alltag des Betroffenen einschränken. Bei Kontakt mit den Tieren können weitere Komplikationen auftreten – zum Beispiel tränenden Augen, Atemnot und Juckreiz. In schweren Fällen kommt ein starker Husten hinzu. Dieser keuchende Husten, auch Stridor genannt, kann Atemnot begünstigen. Auch ein allergischer Schock ist nach dem Kontakt mit einer Katze nicht auszuschließen. Im weiteren Verlauf können Entzündungen am Auge und im Nasenrachenraum auftreten, die meist mit weiteren Beschwerden verbunden sind. So kommt es zu Schmerzen, Folgeinfektionen, den typischen Fiebersymptomen und einem allgemeinen Unwohlsein.

Bei der Behandlung gehen die Risiken von den verordneten Gegenmitteln aus. So können Medikamente wie Antihistaminika und Glukokortikoide verschiedene Nebenwirkungen hervorrufen. Antihistaminika führen häufig zu Kopfschmerzen, Benommenheit, Schläfrigkeit und Mundtrockenheit. Glukokortikoide rufen gelegentlich Ödeme hervor und können außerdem zu Gewichtszunahme, Heiserkeit und einer Schwächung der Immunabwehr führen. In seltenen Fällen begünstigt das Präparat einen bestehenden Knochenschwund. Adrenalin kann zu Kopfschmerzen, Krämpfen, Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall führen. Je nach Dosierung können auch Durchblutungsstörungen und ernste Herz-Kreislauf-Beschwerden auftreten.

Behandlung und Therapie

Die erste und effizienteste Therapiemöglichkeit besteht darin, den Allergiker aus der Umgebung der Katze zu entfernen. So traurig es ist, doch es bedeutet, dass die im Haushalt lebende Katze sofort abgegeben werden muss. Es reicht nicht, ihren Lebensraum auf einen anderen Stock zu begrenzen oder das Haus gründlich zu reinigen. Allergiker sollten sich auch nicht mehr in die Nähe einer Katze begeben, sofern das vermeidbar ist.

Zur Behandlung akuter Symptome kommen Antihistaminika in Frage, die die Überreaktion des Immunsystems wieder in normale Bahnen lenken und unangenehme Symptome wie tränende Augen oder Schnupfen beseitigen. Polstermöbel müssen danach professionell gereinigt werden und es sollte ein Allergiker-Staubsauber verwendet werden.

Vollständig aus dem Haushalt verschwinden wird das Katzenallergen damit zwar auch nicht, es kann aber minimiert werden. Die einzige kausal wirksame Therapie einer Katzenallergie ist die Hyposensibilisierung.

Dabei wird der Patient gezielt mit dem Allergen in Berührung gebracht, damit der Körper irgendwann merkt, dass es sich nicht um einen Krankheitserreger handelt. Die Meinungen, ob währenddessen und danach wieder eine Katze gehalten werden kann, gehen allerdings weit auseinander.

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Vorbeugung

Das Katzenallergen befindet sich selbst in den Eisschichten Grönlands. Vermutlich transportiert es der Wind über die gesamte Erdkugel. Es ist damit nicht möglich, sich vor dem Auftreten einer Katzenallergie zu schützen. Was aber möglich ist, ist der Schutz der eigenen Gesundheit, wenn sie auftritt. So ungern man eine lieb gewonnene Katze abgeben will - bei Auftreten einer Katzenallergie verschafft das Linderung. Unbehandelt bleiben darf eine Katzenallergie keinesfalls, auch wenn die Katze nicht abgegeben wird, denn das kann zur Verschlimmerung der Allergie mit gefährlichen Symptomen des allergischen Asthmas führen.

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011


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