Hausmittel gegen Karpaltunnelsyndrom


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 24. August 2018

Durch den im Handgelenk befindlichen Karpaltunnel laufen neun Sehnen und der Mittelhandnerv. Wenn sich die Sehnen verdicken und Druck auf den Nerv ausüben, leidet man unter dem Karpaltunnelsyndrom. Verschiedene Hausmittel gegen Karpaltunnelsyndrom können den Heilungsprozess unterstützen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Karpaltunnelsyndrom?

Bei dem Karpaltunnelsyndrom handelt es sich um eine Einengung des Mittelnervs, der für Empfindungen des Daumens, Zeige- und Mittelfingers sowie die Steuerung spezieller Finger- und Handmuskeln verantwortlich ist. Er verläuft durch den sogenannten Karpaltunnel, welcher den Bereich zwischen dem Handwurzelknochen und dem Karpalband umfasst. Daher kann eine Schädigung des Mittelnervs im Zuge eines Karpaltunnelsyndroms Symptome wie Taubheitsgefühle, Missempfindungen oder ein Kribbeln im Raum von Daumen bis Mittelfinger bedingen.

Des Weiteren können sich im späteren Krankheitsverlauf des Karpaltunnelsyndroms Schmerzen beim Greifen entwickeln. Auch ein Abbau der Muskeln des Handballens und das Eintreten bleibender Lähmungen sind möglich, wenn das Karpaltunnelsyndrom unbehandelt bleibt.

Wer ist betroffen?

Das Karpaltunnelsyndrom gilt als das am häufigsten auftretende Kompressionssyndrom eines Nervs. Es betrifft in erster Linie Menschen im Alter von vierzig bis siebzig Jahren. Dabei kommt das Karpaltunnelsyndrom bei Frauen in der Regel drei- bis viermal häufiger vor als bei Männern. Bei Kindern tritt es hingegen nur selten auf. Im Allgemeinen entwickeln pro Jahr schätzungsweise drei von 1000 Menschen ein Karpaltunnelsyndrom.

Ursachen

Zum Auftreten eines Karpaltunnelsyndroms kommt es bei einer Verengung des Karpaltunnels und einem damit verbundenen Druckanstieg. Durch den erhöhten Druck werden die Gefäße des Karpaltunnels stark zusammengepresst, wodurch diese dem Mittelnerv nicht mehr ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe zuführen können. Somit wird der Mittelnerv bei Vorliegen eines Karpaltunnelsyndroms abgeklemmt und in seiner Funktion beeinträchtigt.

Diese Verengung kann dabei unterschiedlichen Ursachen zu Grunde liegen. Grundsätzlich ist jedoch äußeren Faktoren nur eine geringe Bedeutung bei der Entstehung eines Karpaltunnelsyndroms zuzuschreiben, da dieses meist anlagebedingt ist. Beispielsweise können spezielle Varianten des Handwurzelknochens zu einer anlagebedingten anatomischen Verengung führen. Überlastungen, rheumatische Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Schwangerschaften sind zudem mögliche Gründe für Schwellungen der Sehnenscheiden.

Außerdem kann es bei der Verheilung eines Bruchs der Speiche oder des Handwurzelknochens zu einer Veränderung der knöchernen Strukturen kommen. Zuletzt stellt auch eine Arthrose des Handgelenks durch die damit verbundenen knöchernen Abwandlungen eine mögliche Ursache des Karpaltunnelsyndroms dar. Während das Karpaltunnelsyndrom in der Regel chronisch verläuft, kann es in seltenen Fällen auch in akuter Form vorkommen. So kann es zum einen nach Brüchen und Verrenkungen der Speiche oder der Handwurzelknochen auftreten und zum anderen durch Blutungen im Handwurzelbereich begünstigt werden.

Was hilft gegen das Karpaltunnelsyndrom?

  • Die Handgelenke mit dem Daumen auf der Innenseite des Gelenkes zweimal täglich mit Arnikasalbe einreiben. Jeweils morgens und abends diese Prozedur wiederholen, solange bis die Beschwerden verschwinden.
  • Menschen, die viel am Computer arbeiten, sollten darauf achten, dass der Stuhl und die Tastatur richtig eingestellt sind. Beim Tippen sollten die Arme in einem 90° Winkel gebeugt sein. Der Rücken sollte gerade und gestreckt sein und die Schultern nicht nach vorne durchhängen. Auch die Knie sollten rechtwinklig gebeugt sein.
  • Wer unter dem Karpaltunnelsyndrom leidet, sollte, wenn er viel Zeit am Computer verbringt, besonders auf die richtige Tastatur achten. Es gibt ergonomisch geformte oder geteilte Tastaturen, bei denen die Haltung der Hände natürlich bleibt. Außerdem ist bei diesen Tastaturen der Druck viel geringer um eine Taste zu drücken. In einem normalen Bürofachhandel ist es außerdem möglich eine Stütze für Handballen zu erwerben.

Schnelle Hilfe bei Karpaltunnelsyndrom

  • Kühlen ist ein eine schnelle Hilfe beim Karpaltunnelsyndrom. Einfach eine Eispackung in ein Handtuch wickeln und für 10 Minuten auf die Gelenke legen. Dies kann jede Stunde wiederholt werden.
  • Wer unter dem Karpaltunnelsyndrom leidet, sollte nachts eine Schiene tragen. Nachts wird die Hand oft umgeknickt, wodurch weiterer Druck auf den Nerv entsteht. Eine Schiene kann einem jeder Apotheker oder aber auch Orthopädietechniker anpassen und den Umgang damit erklären.
  • Beim Karpaltunnelsyndrom kann es auch hilfreich sein tagsüber eine Schiene zu tragen, wenn man eine Arbeit verrichtet, bei der man seine Hände viel braucht. Doch sollte unbedingt bei zu starken Schmerzen eine Operation in Betracht gezogen werden, da wenn die Daumenmuskulatur schon sehr schwach ist, meist eine Schwäche zurückbleibt.

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Alternative Heilmittel

  • Ein alternatives Heilmittel gegen Karpaltunnelsyndrom ist Johanniskraut. Im ursprünglichen Sinne ist es ein Heilmittel gegen Depressionen, aber es hilft genauso gut gegen Nervenschäden und den dadurch verursachten Schmerz. Täglich dreimal 250 mg Johanniskraut einnehmen.
  • Omas Hausmittel gegen das Karpaltunnelsyndrom war schon immer eine magnesiumreiche Ernährung. Dieses Mineral ist wichtig für Muskel- und Nervenentspannung. Besonders viel Magnesium ist in Vollkornprodukten, Nüssen, Hülsenfrüchten, Schalentieren und dunklem Blattgemüse enthalten. Es können aber auch Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesiumglukonat oder Magnesiumzitrat eingenommen werden.
  • Ein Enzym aus der Ananas, das Bromelain, lindert Schmerzen und beschleunigt außerdem die Heilung. Wenn das Karpaltunnelsyndrom noch stark ist, sollten 1000 mg Bromelain zweimal täglich eingenommen werden. Wenn die Beschwerden nachlassen reichen 500 mg.
  • Übungen zur Selbsthilfe gegen das Karpaltunnelsyndrom:

1. Einen Gummiring über die Fingerspitzen spannen und die Finger langsam spreizen und wieder schließen. Das Gummiband sollte ständig gespannt sein. Hiervon am besten 10 Wiederholungen machen und dann die Hand wechseln.

2. Einen Arm nach vorne strecken und das Handgelenk nach oben beugen. Jetzt mit der Handfläche der anderen Hand gegen die Finger drücken und bis 10 zählen. Danach die Seiten wechseln.

3. Wieder einen Arm nach vorne strecken so dass die Handfläche nach oben zeigt. Dann mit der anderen Hand die Finger sanft zu sich heranziehen. Wieder 10 Sekunden aushalten und dann die Hand wechseln.

4. Als letztes wieder einen Arm ausstrecken und eine Faust machen. Mit der freien Hand die Faust vorsichtig zum Körper heranziehen. Bis 10 zählen und dann die Seiten wechseln.

Weitere Informationen sind unter Karpaltunnelsyndrom zu finden. Wenn die Schmerzen einen bei der täglichen Arbeit behindern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Unbehandelte Karpaltunnelsyndrome können zu einer erheblich geschwächten Greifkraft führen.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Rubin, F.: Meine besten Hausmittel: Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln. ZS Verlag GmbH, München 2016
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Hademar (u.a.) Bankhofer: Das große Buch der Hausmittel. München, 2003.


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