Einsatz von Handschuhen in der Pflege: Latex, Vinyl oder Nitril

In der Intensiv- und Altenpflege spielen Einmalhandschuhe eine wichtige Rolle. Doch schon bei der Auswahl tauchen einige Fragen auf. Es gibt Handschuhe aus Vinyl, aus Latex und aus Nitril - mit jeweils anderen Eigenschaften. Da sowohl der Infektionsschutz, wie auch der Hautschutz wichtig sind, sollten Pflegekräfte auf die kleinen, aber feinen Details achten.

Inhaltsverzeichnis

Aus welchem Material bestehen Pflegehandschuhe?

Die gewöhnlichen Schutzhandschuhe bestehen aus Latex. Menschen mit einer Latexallergie verwenden jedoch besser Handschuhe aus Nitril oder Vinyl.

Einmalhandschuhe gehören zur persönlichen Schutzausstattung in Gesundheits- und Pflegeberufen. Der direkte Kontakt mit Pflegebedürftigen, mit Körperflüssigkeiten und mit Reinigungsmitteln setzt einen hohen Eigenschutz voraus. Um eine wechselseitige Infektionsübertragung auszuschließen, müssen Pflegehandschuhe vor allem reißfest und absolut dicht sein. Doch auch der Tragekomfort spielt eine nicht unwichtige Rolle. Schließlich wollen Sie Ihre Aufgaben mit Fingerspitzengefühl und der benötigten Beweglichkeit ausführen.

Neben dem CE-Siegel müssen Handschuhe für Medizin- und Gesundheitsberufe EN374-zertifiziert sein. Nur diese Norm entspricht den hohen Anforderungen im Pflegebereich und schützt Sie, sowie Ihre Pfleglinge vor der unmittelbaren Übertragung von Keimen und Bakterien. Die Qualität ist ein entscheidendes Kaufkriterium, wie im Shop für Praxis- und Apothekenbedarf nachzulesen ist. Doch welches Material ist nun am besten und hält jeder Beanspruchung stand?

Latex: Materialeigenschaften können allergische Hautreaktionen hervorrufen

Eine Kontaktdermatitis oder allergische Hautreaktionen sind meist durch entzündliche Reaktionen der Haut gekennzeichnet, welche allergisch bedingt ist.

Das Material liegt wie eine zweite Haut an und entwickelt im Hautkontakt eine angenehme Wärme. Ihre hohe Elastizität und die Tastempfindlichkeit sprechen eigentlich dafür, dass Latexhandschuhe in Pflegeberufen eine gute Wahl sind. Doch in der Praxis verhält es sich anders. Einerseits reagieren viele Menschen allergisch auf Naturkautschuk und damit auf Latex, andererseits wird das Material im Kontakt mit Chemikalien porös.

Auch wenn Sie selbst nicht allergisch auf Latex reagieren, sollte bedacht werden, dass Ihr Pflegling eine Allergie haben kann. Latexhandschuhe sind daher trotz ihres Tragekomforts für die Kranken- und Altenpflege eher nicht geeignet.

Vinylhandschuhe - flexibel, aber wenig reißfest

Das Material hält kurzen Kontakten mit üblichen Laugen und Reinigungsmitteln stand, wodurch sich Vinylhandschuhe für die Körperwäsche eignen. Beim Anziehen sitzen die Handschuhe perfekt, doch schon nach kurzer Zeit weiten sie sich und verrutschten. Auch die Reißfestigkeit erfüllt nicht die Ansprüche, auf die Sie bei der Auswahl von Pflegehandschuhen achten sollten.

Viele Arbeitgeber in Pflegeeinrichtungen stellen dennoch Vinylhandschuhe für den Einmalgebrauch bereit. Der mit Weichmachern dehnbar gemachte Kunststoff ist günstiger als Latex oder Nitril. Auch wenn Vinylhandschuhe für einige Tätigkeiten in Pflegeberufen geeignet sind, handelt es sich hierbei um ein biologisch schlecht abbaubares und dementsprechend nicht umweltfreundliches Material.

Nitril - die richtige Lösung für Pflegekräfte?

Der synthetische Gummi fühlt sich an wie Latex, löst aber keine Allergien aus. Die hochelastischen Handschuhe sind äußerst reißfest und erfüllen damit eine Anforderung, auf die es in der Pflege besonders ankommt. Durch die gute Passform und das optimale Tastempfinden haben sich Nitrilhandschuhe in Pflegeberufen etabliert - obwohl sie deutlich teurer als Latex und Vinyl sind.

Auch dieser Kunststoff ist nur schwer abbaubar und daher ein Problem für die Umwelt. Doch die Materialeigenschaften sprechen dafür, dass Nitrilhandschuhe in der persönlichen Schutzausrüstung für Pfleger, Betreuer und Pflegehelfer eine gute Entscheidung sind.

Jedes Material hat seine Vorteile und Nachteile

Passform oder Reißfestigkeit? Hautfreundliche Eigenschaften oder effektiver Schutz? Im direkten Hautkontakt mit Menschen, mit Körperflüssigkeiten und chemischen Reinigern kommt es vor allem auf die Dichtheit und Beständigkeit der Pflegehandschuhe an. Das Tragen des Handschutzes dient der Sicherheit Ihrer Pfleglinge, für die von außen eingeschleppte Keime aufgrund des schwachen Immunsystems ein hohes Risiko darstellen. Ebenso wichtig ist Ihr Schutz, denn auch im Umkehrschluss ist eine Infektion nicht ausgeschlossen.

Leidet eine Person in Ihrem Pflegestamm beispielsweise unter Fuß- oder Hautpilz, kann nur die Vermeidung des direkten Hautkontakts vor einer Übertragung schützen. Gleiches gilt für andere durch Körperkontakt und Körperflüssigkeiten übertragbare Erkrankungen. Nitrilhandschuhe bieten den besten Schutz vor allen Risiken, denen sich Pflegekräfte in ihrer täglichen Arbeit aussetzen. Die Materialeigenschaften bieten die besten Voraussetzungen für einen gesunden Umgang, bei dem Sie nicht der stetigen Sorge um Ihre eigene Gesundheit ausgesetzt sind.

Ein Tipp: Bei allen Einmalhandschuhen sollten Sie darauf achten, dass Sie das Material beim Überstreifen nicht beschädigen. Lange und spitze Fingernägel können kleine Risse verursachen, die den Pflegehandschuh undicht werden lassen.

Pflegehandschuhe sind als "Pflegehilfsmittel" absetzbar

Während Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen meistens auf bereitgestellte Schutzhandschuhe zurückgreifen können, sieht es in der ambulanten Pflege anders aus. Ab Pflegegrad 1 können Pflegehilfsmittel auch in der häuslichen über die Pflegekasse abgerechnet werden. Das gilt auch für Einmalhandschuhe, die monatlich mit bis zu 40 Euro bezuschusst werden. Der Pflegezuschuss steht pflegenden Angehörigen zu - doch wer bezahlt die Handschuhe, wenn Sie als externe Pflegekraft in der ambulanten Pflege tätig sind?

Als freiberufliche Pflegekraft sind Sie selbst für den Kauf von Pflegehilfsmitteln verantwortlich. In diesem Fall ist eine steuerliche Absetzung möglich, da es sich um betriebliche Ausgaben handelt. Arbeiten Sie bei einem häuslichen Pflegedienst, sollte der Arbeitgeber die Bereitstellung Ihrer Arbeitsmittel gewährleisten und seine Mitarbeiter von Vorkosten entlasten.

Fazit: In Pflegeberufen spielt die Qualität der PSA eine essenzielle Rolle

Der eigene Gesundheitsschutz steht im Vordergrund. Es ist Ihre Berufung, pflegebedürftigen Menschen zu helfen und sie in alltäglichen Dingen zu unterstützen. Dazu gehört die Körperpflege, die den unmittelbaren Hautkontakt erfordert und bei der sich der Kontakt mit Körperflüssigkeiten nicht ausschließen lässt. Hochwertige, absolut reißfeste und gut sitzende Pflegehandschuhe sind daher essenziell. Aufgrund der tragekomfortablen Eigenschaften und dem natürlichen Tastgefühl fallen Latexhandschuhe auf.

Doch auch wenn Sie selbst nicht allergisch sind, sollten Sie immer bedenken, dass Ihr Pflegling eventuell eine Allergie gegen Naturkautschuk hat. Wie bei Vinyl, ist auch bei Latex nur eine bedingte Eignung für den Einsatz in Pflegeberufen gegeben. Den besten Schutz bieten nur entsprechend zertifizierte Nitrilhandschuhe, da sie reißfest, säure- und laugenbeständig sowie hautfreundlich sind. Da Sie von der Körperpflege, über die Lebensmittelzubereitung bis hin zu Wellness-Behandlungen alle Aufgaben übernehmen, sollten Ihre Schutzhandschuhe selbstverständlich für das breit gefächerte Einsatzspektrum geeignet sein.

Tipp: Verzichten Sie bei der Ausübung Ihrer Pflegetätigkeit nie, auch nicht bei "kleinen und schnellen" Arbeiten, auf das Tragen von Einweghandschuhen in nachhaltiger, zertifizierter Qualität.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 3. Januar 2022

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