Bänderdehnung am Knie
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 16. August 2024Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die Bänderdehnung zählt zu den typischen Sportverletzungen. Oftmals zeigt sie sich am Knie. Sie wird durch unnatürliche und rasche Bewegungen hervorgerufen, wobei es zu einer Verdrehung des Knies kommt. Die Folge davon ist eine Überdehnung der Bänder, die das Kniegelenk stabilisieren.
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Was ist eine Bänderdehnung am Knie?
Eine Bänderdehnung am Knie wird auch als Bänderzerrung bezeichnet. Sie entsteht durch Gelenkbewegungen, die über das natürliche Maß hinausgehen, wobei eine strukturelle Verletzung der Bänder im Kniegelenk auftritt. Da die Übergänge zwischen Bänderdehnung und Verstauchung sowie Bänderriss fließend sind, lassen sich diese Beeinträchtigungen nicht immer voneinander abgrenzen.
Zu den typischen Anzeichen einer Bänderdehnung am Knie gehören Schmerzen bei Bewegungen des Gelenks, eine einsetzende Schwellung sowie die Einbuße von Kraft. Die Stabilität des Knies wird im Gegensatz zu einem Bänderriss durch eine Bänderdehnung jedoch nicht beeinträchtigt.
Ursachen
Innerhalb der Bänder und Muskeln sind sensible Sensoren vorhanden. Deren Aufgabe besteht darin, Spannungszustände an das Gehirn weiterzugeben. Dabei empfindet der Betroffene die Bänderdehnung als Ziehen, das sich wieder entspannen kann, wenn sich die Körperposition normalisiert. Handelt es sich jedoch um eine schnelle Bewegung, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt, droht eine Überdehnung des Bandes, das im schlimmsten Fall sogar reißen kann.
Diese Situation zeigt sich in erster Linie bei sportlichen Aktivitäten wie Fußball, Skifahren, Badminton, Squash und Basketball. In manchen Fällen wird die Bänderdehnung auch durch Einwirkungen von außen verursacht. Dies geschieht zum Beispiel beim Anprall eines Gegners auf das Knie.
Für die Stabilisierung des Kniegelenks sind das vordere und hintere Kreuzband, das Innenband sowie das Außenband verantwortlich. Sie bewirken die Stabilität und die Bewegungen des Knies. In den meisten Fällen tritt eine Bänderschädigung am vorderen Kreuzband auf. Diese kann beim Fußball durch das Hängenbleiben des Spielers im Rasen geschehen. Auch beim Skifahren bleibt der Ski nicht selten im Schnee stecken und der restliche Körper rotiert weiterhin.
Zu einer Bänderdehnung im Knie kann es aber auch im Alltag kommen. Meist entsteht sie durch das Abrutschen auf der Treppe oder beim Umknicken. Durch verschiedene Risikofaktoren wird die Gefahr einer Bänderzerrung noch erhöht. Dabei handelt es sich um Bewegungsmangel, Übergewicht, sportliche Betätigungen auf unebenem Terrain, angeborene Bindegewebserkrankungen wie das Ehlers-Danlos-Syndrom oder das Marfan-Syndrom sowie vorherige Schädigungen an den Bändern.
Symptome und Verlauf
Wie stark die Symptome einer Bänderdehnung im Knie ausfallen, richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung. Als typisches Anzeichen für die Zerrung gelten Schmerzen im Knie. Sie zeigen sich besonders bei Bewegungen des Gelenks. Die auftretende Schwellung erweist sich jedoch als geringfügiger als bei einem Bänderriss. Außerdem kann das Knie nach wie vor belastet werden. Ein weiterer Unterschied zur Bänderruptur besteht darin, dass normalerweise kein Hämatom (Bluterguss) zu verzeichnen ist.
Durch eine Bänderdehnung liegt in den meisten Fällen lediglich eine zeitweilige Beeinträchtigung vor. Wichtig für einen positiven Verlauf der Verletzung ist, dass der Patient eine Ruhepause einlegt und das Knie keinen weiteren Belastungen aussetzt. Nach einigen Tagen bilden sich Schwellung und Schmerzen von selbst wieder zurück.
Diagnose
Liegt Verdacht auf eine Bänderdehnung im Knie vor, ist es ratsam, sich an einen Orthopäden zu wenden, der sich auf Verletzungen dieser Art spezialisiert hat. Dieser lässt sich vom Patienten den genauen Hergang des Unfalls beschreiben und erkundigt sich nach den aktuellen Beschwerden sowie nach möglichen Vorerkrankungen.
Im Anschluss an die Anamnese nimmt der Orthopäde eine körperliche Untersuchung vor, bei der er die Stabilität des Kniegelenks überprüft. Außerdem forscht er nach einem Bluterguss, der als Hinweis auf einen Bänderriss gilt. Ist das Knie jedoch lediglich geschwollen und besteht nur eine Schwellung, deutet dies auf eine weniger schwere Bänderdehnung hin.
Eine weitere Option, die Stabilität des Knies zu kontrollieren, ist der sogenannte Schubladentest, mit dem sich die Kreuzbänder kontrollieren lassen. Verletzungen von Innen- oder Außenband können mit dem Aufklapptest ermittelt werden. Dabei bewegt der Patient das Knie gegen Druck von innen und außen. Bei intakten Bändern erfolgt eine deutliche Einschränkung dieser Bewegungen. Liegt jedoch ein Bänderriss vor, bewegt sich das Kniegelenk über sein normales Maß hinaus.
Des Weiteren sind bildgebende Untersuchungen möglich. Zu diesem Zweck dienen eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) sowie eine Kernspintomographie (MRT). Sie kommen jedoch nur zum Einsatz, wenn der Arzt sich über die Diagnose nicht sicher ist.
Behandlung und Therapie
Ist eine ärztliche Behandlung erforderlich, wird das Knie zumeist mit einer Streckschiene versorgt. Zur Ruhigstellung des Gelenks dient eine Bandage. Für eine bessere Bewegung lassen sich zudem Orthesen verwenden. Wie lange das Knie geschont werden muss, richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung. Eine Rolle spielt zudem der Beruf des Patienten. So werden Berufsgruppen, die sich viel zu Fuß bewegen müssen wie Kellner, Bauarbeiter oder Krankenschwestern ein bis zwei Wochen krankgeschrieben, während bei Profisportlern eine mehrwöchige Schonung nötig ist.
Vorbeugung
Es ist nur eingeschränkt möglich, einer Bänderdehnung am Knie vorzubeugen. Als hilfreich gilt das Stärken der angrenzenden Muskulatur, wodurch sich die Bänder entlasten lassen. Ebenso sollten Koordination und Gleichgewicht trainiert werden.
Quellen
- Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
- Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
- Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
- Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
- Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
- Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 16. August 2024
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