Stottern

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Juli 2015
Gesundpedia.deSymptome Stottern

Stottern ist eine Sprachstörung. Ursachen sind genetischer, emotionaler oder kognitiver Natur. Die Symptome können durch gezielte Sprachtherapien gemindert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Stottern?

Stottern ist eine Störung des normalen Redeflusses. Es beinhaltet das Wiederholen oder Hinauszögern von Wörtern, Silben oder Satzteilen. Betroffene stoppen auch während des Sprechens und verstummen für kurze Zeit, bevor der Redefluss weiterläuft.

Menschen die stottern, wissen zwar, was sie sagen wollen, doch sie haben Probleme damit, die Worte über die Lippen zu bringen. Bei jüngeren Kindern ist Stottern verbreitet und Teil der sprachlichen Entwicklung. Manchmal jedoch werden die Probleme chronisch und setzen sich bis in das Erwachsenenleben fort.

Diese Ausformung des Stotterns kann negative Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein und die Kommunikation mit anderen Menschen haben. Kinder und Erwachsene, die unter dieser Störung leiden, profitieren womöglich von Behandlungen wie einer Sprachtherapie, psychologischer Betreuung oder Benutzung von elektronischen Lernhilfen.

Ursachen

Ursachen für das Stottern sind vielzählig. Häufig treten sie in Kombination auf. Mögliche Ursachen sind:

Normale Sprachliche Entwicklung: In diesem Fall steht die sprachliche Entwicklung dem hinterher, was das Kind sagen will. Mit dem vierten Lebensjahr wird diese Phase normalerweise überwunden.

Angeborene Hirnstörungen: In einigen Familien tritt Stottern vermehrt auf. Abnorme Strukturen im Sprachzentrum können weitergegeben werden und die Störung hervorrufen.

Schlaganfall oder Kopfverletzung: Stottern kann hervorgerufen werden durch einen Schlaganfall, eine Kopfverletzung oder einem anderen Trauma.

Mentale Störungen: In seltenen Fällen können auch emotionale Traumata zum Stottern führen. Dieses wurde früher für die Hauptursache des Stotterns gehalten. Heute weiß man, es ist die Ausnahme. Forscher suchen immer noch nach zugrundeliegenden Ursachen für das Stottern. So ist nicht klar, warum stotternde Menschen häufig keine Probleme mit der Artikulation haben, wenn sie mit sich selbst sprechen oder singen.

Diagnose und Verlauf

Eltern eines stotternden Kindes werden von ihrem Arzt oder einem Sprechtherapeuten zum Sprechverhalten ihres Kindes befragt. Zur Diagnose Stottern werden genaue Daten zur Krankengeschichte benötigt, sowie der zeitliche Startpunkt des Stotterns und eine Einschätzung davon, in welchen Situationen das Kind am meisten stottert.

Anschließend wird das Kind dazu aufgefordert laut vorzulesen, um bestimmte Muster im Sprachfluss auszumachen. Der Arzt oder Sprachtherapeut achtet dabei auf zwei Faktoren. Zum einen auf das Wiederholen oder unkorrekte Aussprechen von Wörtern, Silben und Satzteilen. Dies ist normal für Kinder in einem bestimmten Alter.

Zum anderen achtet er auf Verzögerungen des Redeflusses und deren Aufkommen. An dieser Stelle der Diagnose versucht der Arzt andere Ursachen auszuschließen, wie zum Beispiel das Tourette-Syndrom. Erwachsenen werden zusätzliche Fragen dazu gestellt, wie das Stottern sie im Alltag beeinträchtigt. Anschließend kann die beste Therapieform gefunden werden.

Behandlung und Therapie

Es existieren verschiedene Methoden zur Behandlung des Stotterns von Erwachsenen und Kindern. Diese Methoden können zu Hause angewandt werden, mit einem Sprachtherapeuten oder als Teil eines Intensivprogramms. Häufig involviert die Behandlung verschiedene Methoden.

Dazu zählen: Kontrolliertes Sprechen: Diese Form der Sprechtherapie lehrt den Betroffenen sein Sprechtempo zu verlangsamen und dadurch aufmerksamer auf die Fehler im Redefluss zu werden. Je weiter das Training voranschreitet, desto mehr legt das Tempo und die Sicherheit zu.

Durch elektronische Geräte: Diese Geräte basieren auf unterschiedlichen Prinzipien der Therapie. Oft werden sie als Inear-Kopfhörer getragen, verbunden mit einer kleinen Box. Wenn Sprechfehler geschehen, werden Signale über den Kopfhörer abgegeben, auf die der Tragende reagieren muss.

Kognitive Verhaltenstherapie: Diese Therapie zielt vor allem darauf ab, Denkmuster zu erkennen, die zum Stottern führen. Ein neuer Umgang mit diesen Denkmustern kann das Stottern beseitigen.

Elterliche Einbeziehung: Hier werden den Eltern Tipps und Lehrmethoden beigebracht, die ihren Kindern im Alltag dabei helfen, ihr Stottern zu kontrollieren.

Zu den gezielteren Therapien gegen Stottern bei Erwachsenen zählen: Behandlung in klinischen Einrichtungen: Diese Therapiesitzungen dauern 1 bis 4 Stunden pro Woche über mehrere Monate, in denen festgesetzte Fehler im Sprechfluss korrigiert werden.

Intensivprogramme: Diese Form ist mit einem Intensivsprachkurs zu vergleichen. Die Patienten verbringen 2 bis 4 Wochen in einem speziellen Therapiezentrum und nehmen an bis zu 100 Therapiestunden teil.

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Vorbeugung

Stottern kann nicht effektiv vorgebeugt werden. Das Stolpern über Silben, Wörter und Satzfragmente gehört zur normalen sprachlichen Entwicklung. Auch wenn sich Forscher und Sprachtherapeuten schon lange mit diesem Thema beschäftigen, wurden keine Mittel gefunden, durch die Stottern im Vorhinein vermieden werden kann.

Dies liegt vor allem daran, dass die Ursachen des Stotterns sowohl genetisch, emotional als auch kognitiv sein können. Falls Stottern in der eigenen Familie vorkommt, sollte bei der Entwicklung eines Kindes besonders auf solche Fehlentwicklungen geachtet werden.

Im Allgemeinen: Falls symptomatische Sprachfehler nach dem 4. Lebensjahr bestehen bleiben, muss ein Experte zu Rate gezogen werden.

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