Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. März 2016
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Eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) ist eine schmerzhafte Entzündungsreaktion der Schleimbeutel vorwiegend im Bereich der Ellenbogen-, Knie-, Hüft- oder Schultergelenken. In der Medzin unterscheidet man zwischen der akuten und chronischen Bursitis. Die akute Form der Schleimbeutelentzündung klingt in der Regel bei einer entsprechenden Ruhigstellung innerhalb weniger Tage wieder ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schleimbeutelentzündung?

Eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) kann chronisch oder akut auftreten, wobei der chronische Verlauf oftmals durch eine Infektion oder eine irreparable Schädigung nach einer Verletzung entsteht.

Indes kann eine Infektion über den Blutweg oder durch den Kontakt mit einem Erreger zum Schleimbeutel gelangen. Eine Infektion kann beispielsweise durch Tuberkulose oder Gonokokken entstehen.

Des Weiteren kann eine Schleimbeutelentzündung durch rheumatische Erkrankungen oder durch Autoimmunerkrankungen entstehen.

Die akute Form der Bursitis tritt wesentlich häufiger auf, denn sie ist oft die Folge einer erhöhten und zu starken Beanspruchung. So klagen beispielsweise Fliesenleger oft über Schmerzen der Kniescheibe oder Tennisspieler klagen über Schmerzen in der Schulter.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis) am Knie.

Ursachen

Der menschliche Körper besitzt an unterschiedlichen Stellen Hohlräume mit einer entsprechenden Pufferfunktion. In der Regel decken diese Hohlräume markante Knochenvorsprünge ab, wie beispielsweise die Kniescheibe oder das Schultergelenk. Zudem können sich die Hohlräume zwischen knöchernen Strukturen und Sehnen befinden oder sie befinden sich zwischen Bändern und knöchernen Strukturen.

In all diesen Hohlräumen können Schleimbeutelentzündungen, die sogenannte Bursitis entstehen. So kann es durch eine starke Beanspruchung, durch eine Infektion oder auch durch traumatische Verletzungen zu Entzündungen der Strukturen kommen.

Dabei schmerzt die betroffene Struktur stark und die sogenannte Synovialflüssigkeit nimmt im Verlauf der Schleimbeutelentzündung stark zu. Dabei besteht diese Flüssigkeit größtenteils aus Wasser, Proteinen, Glucose, Hyaluronsäure und Fettbestandteilen und dient auf der einen Seite zur Ernährung und auf der anderen Seite der Stoßdämpferfunktion der Gelenke. Die Ansammlung dieser Flüssigkeit kann deutlich als Erguss ertastet werden.

Symptome und Verlauf

Aufgrund der Ausdehnung sowie der Lokalisation der Schleimbeutelentzündung können die Symptome sehr unterschiedlich auftreten. Anfangs wird oftmals über leichte bis mittelstarke Schmerzen an der betreffenden Stelle geklagt. Da die Kapsel des Schleimbeutels mit sensiblen Nervenfasern bestückt und sehr empfindlich ist, tritt ein stechender Schmerz auf.

Dieser Schmerz ist anfangs belastungsabhängig und verschwindet in der Regel bei entsprechender Ruhe. Im weiteren Verlauf kann es zu heftigen und starken Schmerzen sowie zu Bewegungseinschränkungen unter Belastung und Ruhe kommen.

Zudem lässt sich eine Schwellung am entzündeten Schleimbeutel sehr gut tasten. Oftmals wird die Schwellung von einer erhöhten Temperatur im entsprechenden Schmerzgebiet begleitet. Diese Symptome sind wichtige Anzeichen für eine akute Schleimbeutelentzündung.

Diagnose

Eine Bursitis erkennt der Arzt meist schon anhand der klassischen Symptome. Der Patient klagt über starke brennende Schmerzen am Gelenk. Typischerweise ist die erkrankte Region durch die Lebensweise intensiv beansprucht. Besonders bei Bewegungen werden die Beschwerden unerträglich, wodurch der Bewegungsradius des Gelenks reduziert ist. Bei der Untersuchung des betroffenen Gelenks ist in den meisten Fällen eine Schwellung erkennbar, zudem hat sich die Haut über dieser Ödembildung gerötet und fühlt sich warm an. Diese Flüssigkeitsansammlung verschiebt sich bei der Palpation. In schweren Fällen greift die Entzündung auf benachbarte Lymphknoten über, deren Schwellung der Arzt ertasten kann. Dann kann sogar Fieber als Symptom hinzu kommen.

Diese Symptome sind jedoch nicht immer eindeutig. Daher wird der Orthopäde zunächst ein Röntgenbild anfertigen. Auf dem Foto können eventuelle Ablagerungen von Kalk in der Bursa (Schleimbeutel) sichtbar sein. Mit einer Sonografie (Ultraschall) schätzt der Mediziner das Flüssigkeitsvolumen im Ödem ab, gelegentlich noch ist ein CT (Computer-Tomografie) erforderlich, um bösartige Wucherungen auszuschließen. Zudem muss der Arzt oft feststellen, ob es sich um eine septische (entzündliche) oder aseptische (nicht entzündliche) Bursitis handelt. Dazu ist eine Punktion des Schleimbeutels unumgänglich. Das Labor kann dann mikrobielle Erreger nachweisen oder ausschließen. Mit einer Blutuntersuchung unterscheidet der Arzt eine Bursitis von rheumatischen Erkrankungen.

Behandlung und Therapie

Grundsätzlich bestehen für die Behandlung der Schleimbeutelentzündung zwei unterschiedliche Therapieansätze. Zum einen handelt es sich hier um eine konservative Therapie mittels Pharmazeutika und gegebenenfalls einer Physiotherapie. Zum anderen ist hier der operative Eingriff zu erwähnen, bei der der entzündete Schleimbeutel entfernt wird.

Die Therapie einer Bursitis ist abhängig von der Art und Ausdehnung der Entzündung. An erster Stelle aller Therapieverfahren steht immer die Ruhigstellung des betroffenen Gelenkes sowie eine entsprechende Kühlung.

Des Weiteren werden auch Schmerzmittel, wie zum Beispiel Diclofenac oder Ibuprofen verabreicht. Wird eine Schleimbeutelentzündung durch Bakterien bzw. eine Infektion ausgelöst, kann auch ein entsprechendes Antibiotikum verabreicht werden.

Bei einer Operation wird unter einer Lokalanästhesie der betreffende Schleimbeutel freigelegt und alsdann entfernt. Danach wird die Stelle mit einer Drainage versorgt sowie verschlossen und es erfolgt eine mehrtätige Ruhigstellung. Die operative sowie auch die konservative Therapie haben ihre Vor- und Nachteile sowie unterschiedliche Nebenwirkungen.

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Vorbeugung

Um eine Schleimbeutelentzündung vorzubeugen, ist es wichtig, eine permanente und wiederholende mechanische Beanspruchung zu vermeiden. Einseitige Belastungen der Gelenke, wie häufig beim Sport (z.B. beim Tennis der Schulter-Arm-Bereich), bei übermäßig kniender Arbeit (Fliesenlegen) oder ähnlich belastenden Tätigkeiten, können eine Schleimbeutelentzündung hervorrufen.

Daher sollten sie lange und verharrende Tätigkeiten möglichst vermeiden und die Beanspruchung gegebenfalls durch angemessene Pausen und einen Wechsel der belasteten Gelenke (z.B. Handwechsel) ausgleichen.

Polstern sie die beanspruchten Körperstellen oder den Untergrund auf dem sie arbeiten mit weichen Materialen oder Protektoren (z.B. Ellenbogen-, Knieschoner etc.). Im Sport sollten sie spezielle Bandagen oder Kompressionen für die entsprechenden Körperpartien verwenden.

Sollten sie bereits an einer Bursitis leiden ist es wichtig, diese Erkrankung völlig auszukurieren, da sonst die Gefahr einer erneuten Entzündung besteht.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Anja kommentierte am 05.05.2016 um 08:02 Uhr

Ich habe eine chronische Schleimbeutel Entzündung an der Hüfte. Wird zur Zeit mit Akupunktur und Traumeel-Spritzen sowie Kytta-Salbe behandelt. Um die Hüfte vorzubereiten, wird eine Dorntechnik angewandt. Gemacht wird das beim Orthopäden. Es wurde aber keine Ultraschall- oder Röntgen-Untersuchung gemacht.