Schienbeinbruch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Juni 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Schienbeinbruch

Von einem Schienbeinbruch spricht man, wenn man sich durch einen Unfall oder durch andere äußere Einwirkungen den Tibiaknochen des Unterschenkels bricht. Der Unterschenkel besteht aus zwei Knochen, der hintere Knochen nennt sich Wadenbein (Fibula).

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schienbeinbruch?

Hier informieren!

Medikamente gegen: Sportverletzungen

Ein Schienbeinbruch (fachmedizinisch Tibiafraktur) bezeichnet einen Knochenbruch am Unterschenkel. Hier unterscheidet man zwischen einer Tibiafraktur und einer Tibiafrissur, bei welcher der Knochen nur reißt oder zum Teil bricht.

Der Unterschenkel besteht aus zwei Knochen, wobei der hintere Fibulaknochen eher selten von alleinigen Brüchen betroffen ist. Das Schienbein ist in den meisten Bereichen dicker als das Wadenbein und trägt hinzukommend auch einen großen Teil des Körpergewichtes. Dadurch ist ein Schienbeinbruch bedeutender und drastischer als ein Wadenbeinbruch.

Ein weiterer Unterschied zum parallel verlaufenden Wadenbein ist der, dass das Schienbein unter der Haut ertastbar ist. Es weist einen verdickten Anfang auf und geht am sogenannten Schienbeinkopf in das Kniegelenk über. Der untere Innenknöchel bildet hingegen einen Teil des Sprunggelenks.

Ursachen

Unterschenkelbrüche entstehen in der Regel durch starke Gewalteinwirkungen auf den Unterschenkel. Häufige Ursachen sind daher Unfälle im Straßenverkehr oder beim Sport. Sowohl Motorradunfälle als auch Unfälle, bei denen ein Passant von einem Fahrzeug erfasst wird, enden oft in einem Schienbeinbruch.

Grund für Letzteres ist die Stoßstange, die genau in Unterschenkelhöhe verläuft und bei einem Zusammenstoß häufig gegen den Unterschenkel des Unfallopfers trifft. Übergreifend muss jedoch gesagt werden, dass das Schienbein durch seine Beschaffenheit sehr robust ist. Im Normalfall muss die Stärke der gewalttätigen Einwirkung sehr hoch sein, damit es bricht.

Schienbeinbrüche können jedoch verschiedene Formen annehmen und werden daher in unterschiedliche Arten unterteilt: dem Schienbeinkopfbruch, dem Schaftbruch oder dem Innenknöchelbruch. Ist das tragende und dickere Schienbein gebrochen, ist oft auch das Wadenbein gebrochen.

In selten Fällen wird der Bruch später, aber aufgrund einer Vorbelastung, verursacht. Je nach Fall und Knochenbeschaffenheit kann der Knochen auch aufgrund von Krankheiten (Osteoporose oder Tumorerkrankungen) oder durch zu starke Belastungen empfänglicher für einen Bruch werden. Hier spricht man von einem Ermüdungsbruch.

Symptome und Verlauf

Ein Schienbeinbruch tritt meistens an drei verschiedenen Bereichen des Knochens auf. Je nachdem, wo genau der Bruch sich ereignet, fallen auch die Symptome aus. Übergreifend führt ein Schienbeinbruch jedoch zu starken Schmerzen und zu einer starken Schwellung im Bereich des Bruches.

Des Weiteren geht der Bruch oft mit einem unsicheren und viel zu bewegungsintensiven Stand (sofern stehen auf dem betroffenen Bein überhaupt noch möglich ist) und mit einem starken Bluterguss einher. Bei einem Bruch am oberen oder unteren Ende ist der Unterschenkel zudem oft deformiert, da sich die Enden verschieben. Ebenso kann sich das Schienbein verbiegen, verkürzen oder verdrehen.

Diagnose

Die Diagnose eines Schienbeinbruches erfolgt wie bei allen Beinverletzungen durch eine Befragung zum Verletzungshergang und durch eine gründliche Untersuchung, bei welcher der Mediziner den Unterschenkel genau in Augenschein nimmt.

Zudem wird stets eine Röntgenuntersuchung erfolgen, die bildlich zeigt, ob der Unterschenkel gebrochen oder angebrochen, ob eine Splitterung vorhanden und ob auch das Wadenbein betroffen ist. Gefäßschäden werden meistens durch eine Ultraschall- oder eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel in Erfahrung gebracht. Weitere Diagnosemittel ist die Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanz- oder Kernspintomografie (MRT).

Behandlung und Therapie

Da es viele Arten und Abstufungen von Schienbeinbrüchen gibt, gibt es auch eine große Zahl von möglichen Therapiewegen. Übergreifend unterscheidet man jedoch zwischen operativen und nicht operativen Behandlungen. Diese richten sich in erster Linie nach der Schwere des Bruches. Oftmals muss das Schienbein gerichtet und auch mit Nägeln und inneren Schienen stabilisiert werden.

Das passiert durch einen operativen Eingriff, bei dem auch Splitter entfernt werden können. Nach einer Operation, oder wenn eine solche nicht notwendig ist, setzt die Behandlung meistens auf viel Ruhe und auf viel Zeit, die das Schienbein zum Ausheilen braucht. Egal, für welche Therapie sich der behandelnde Arzt und der Patient jedoch entscheiden: Sie zielt immer darauf ab, das Schienbein so weit wie möglich wieder herzustellen, sodass der Patient das betroffene Bein später wieder bestmöglich belasten kann.

Nicht immer ist dies aber gewährleistet. Auch der Erfolg der Therapie hängt stets von der Schwere der Fraktur ab. Zur Behandlung gehören übrigens oft auch Bewegungstherapien, in der die Muskeln des Beins auch während der Ruhephasen trainiert werden. Später wird hingegen häufig eine Therapie vonnöten, bei der der Patient das Bein langsam wieder an die Belastung gewöhnen muss.

Rezeptfreie Medikamente bei Sportunfällen


Vorbeugung

Einem Schienbeinbruch kann man nicht vorbeugen. Jedoch sollte man bei Verletzungen, auch wenn ein Belasten des Beins noch möglich ist, einen Arzt aufsuchen, um einen späteren Ermüdungsbruch zu vermeiden.

Bücher über Sportverletzungen

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Schienbeinbruch?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Prax, Lothar kommentierte am 29.09.2015 um 07:39 Uhr

Frage: Ein Kind (2 Jahre 5 Monate) bricht sich in der Kinderkrippe das linke Schienbein. Das Schienbein wird in einer Gipsschale fixiert. 4 Wochen später wird nach der Röntgenkontrolle der Verband und die Gipsschale entfernt und das Kind entlassen. Zuhause angekommen stellen Vater und Mutter fest, dass die Verse Wund ist. Zudem hat sich eine verwesungsähnlich-aussehende Stelle (groß wie ein 1 Cent Stück), umrandet von einem roten Entzündungsherd, gebildet hat. Reha-Maßnahmen wurden nicht verschrieben. Was kann man tun?

Sven2808 kommentierte am 03.07.2016 um 20:08 Uhr

Zunächst einmal Kompliment für die interessante Seite. Mich hat es vor nun gut vier Wochen "erwischt". Ein Sturz über eine Barriere und schon lag ich am Boden - das Bein gerade, der Fuß schräg nach rechts weg. In dem Moment war mir schon klar, dass da einiges kaputt sein muss. Arzt und Betreuung waren schnell vor Ort - da sich der Unfall in der Nähe ereignet hatte, kam ich in ein Krankenhaus in Bergen (Norwegen). Dort wurden Schien- und Wadenbeinbruch diagnostiziert, eine Spiralfraktur und daher wohl auch ein wenig "tricky". Ich habe die Röntgenbilder vor und nach der OP gesehen und muss sagen, dass die Ärzte dort sensationelle Arbeit geleistet haben. Schon einen Tag nach der OP besuchte mich eine Physiotherapeutin, die mich schon am liebsten dabei gesehen hätte, wie ich das betroffene Bein an Krücken belaste. Vier Tage nach der OP (Nagel und Schrauben) flog ich nach Deutschland zurück - ein Horrortrip, den ich nur mit Hilfe der Lufthansa (Rollstuhl-Service) einigermaßen bequem und ohne weiteren Schaden geschafft habe. Mein Arzt hier vor Ort hat mir zunächst Ruhe und Schonung empfohlen (übrigens kein Gips, kein Verband, kein Pflaster - das war früher ganz anders). Vor einer Woche dann ein neues Röntgenbild erstellt, mit dem er sehr zufrieden war. Ich sollte aber langsam mit dem Bewegen anfangen. Er ist nun für zwei Wochen in Urlaub und natürlich versuche ich Bein und Fuß zu bewegen. Bein klappt auch schon ganz prima, Fuß tut sich noch sehr schwer - besonders bei der Bewegung zum Bein hin ist das Fußgelenk doch noch arg unwillig. Knie und Fuß sind auch noch etwas dick, die Blutergüsse an Bein und Fuß sind hingegen schon ganz prima zurückgegangen. Nun zu meinen Problemen, die vielleicht gar keine Probleme sind. Aber ich merke einfach, dass ich mich noch nicht so richtig traue, den betroffenen Fuß zu belasten. Ja, ich dürfte dort 20 bis 30 Kilo drauf hämmern, aber ich merke einfach, dass sofort die Wadenmuskulatur richtig schmerzt und habe einfach Angst. Vielleicht ist das dämlich und unbegründet, aber mein Horror-Szenario wäre einfach, dass mir der ganze Käse noch einmal passiert. Mein Arzt kommt übernächste Woche aus dem Urlaub zurück. Dann will er mir Physiotherapie aufschreiben, aber mir graut es davor, noch eine Woche hier nahezu ohne größere Fortschritte herumzusitzen und Däumchen zu drehen. Ich will natürlich auch keine Reha-Zeit vergeuden, aber alleine traue ich mich einfach nicht so richtig, die ersten Schritt zu wagen. Weichei? Vielleicht, aber eben auch erster Bruch und 50. Man möchte nichts riskieren und den Schmerz nach dem Unfall will ich nicht noch einmal erleben. Das sind meine "Erfahrungen" bisher. Eigentlich bin ich ja ganz zufrieden. Die Behandlung in Norwegen war, wie erwähnt, großartig. Mein Arzt hier möchte irgendwann eine Schraube entfernen. Das sei nötig, sagte er mir. Auch da bin ich sehr unsicher, weil mir die Norweger sagten, es könnte alles so bleiben, wenn es keine Beschwerden macht. Aber auch das wird sich klären. Ich denke auch, dass sich meine Sorgen in Sachen Reha und Wiedergenesung irgendwann in Luft auflösen werden, aber die Gedanken kreisen und ich bin irgendwo ungeduldig. Leidensgenossen? Ich bin dankbar für jeden Tipp oder Ratschlag, Aufmunterung oder Analyse.