Ermüdungsbruch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Juni 2015
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Ein Ermüdungsbruch stellt sich aufgrund dauerhafter Überbelastung des Bewegungsapparates ein. Unterschieden werden können Stress- und Insuffizienzfraktur. Nach medizinischer Klassifikation kann ein Ermüdungsbruch sowohl in Form einer sogenannten Stress- als auch einer Insuffizienzfraktur vorliegen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Ermüdungsbruch?

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Im Gegensatz zum akuten Knochenbruch (auch bezeichnet als Knochenfraktur) ist der Ermüdungsbruch die Folge einer längerfristigen Knochenüberlastung, zum Beispiel bei Erkrankungen des Knochens oder nach jahrelangem Leistungssport (häufig Laufsportarten).

Die Kraft, die im Rahmen einer solchen Überbelastung auf einen Knochen einwirkt, ist nicht ausreichend stark, um eine sofortige Fraktur nach sich zu ziehen; allerdings summiert sich die Belastung über eine gewisse Zeit hinweg, bis sich am betroffenen Knochen schließlich ein Ermüdungsbruch einstellt.

Ursachen

Unabhängig von der Form eines vorliegenden Ermüdungsbruches wird ein entsprechender Bruch immer durch eine dauerhafte Knochenbelastung hervorgerufen, die die Toleranzgrenze des Knochens übersteigt.

In der Medizin wird ein Ermüdungsbruch als Stressfraktur bezeichnet, wenn die Fraktur gesunde Knochen betrifft. In den meisten Fällen tritt eine solche Stressfraktur bei Leistungssportlern auf. Seltener kann auch ein sehr starkes Husten, das über längere Zeit hinweg andauert, zu einem Ermüdungsbruch in Form einer Stressfraktur führen; hier sind vor allem die Rippen von einem Ermüdungsbruch betroffen.

Zu den Faktoren, die vor allem bei Läufern zusätzlich einen Ermüdungsbruch begünstigen können, zählen etwa das rasche Verändern von Laufstrecke und -geschwindigkeit und/oder das Laufen auf unebenem und hartem Boden.

Ein Ermüdungsbruch in Form einer Insuffizienzfraktur stellt sich in der Regel an erkrankten Knochen ein; durch verschiedene Erkrankungen werden Knochen beispielsweise porös und weniger belastbar. Zu den Erkrankungen, die einen entsprechenden Ermüdungsbruch begünstigen können, zählen etwa Osteoporose (Knochenschwund) und Rheuma (eine chronische Erkrankung, die die Gelenke in Mitleidenschaft zieht).

Symptome und Verlauf

Ein Ermüdungsbruch und damit verbundene Symptome weisen meist einen schleichenden Verlauf auf. In einem frühen Stadium bilden sich an betroffenen Knochen häufig feine Haarrisse, die sich im weiteren Verlauf vermehren und ausdehnen. Erste, mit einem Ermüdungsbruch einhergehende, Symptome sind meist leichte Schmerzen im Bereich des betroffenen Knochens, die vor allem bei körperlicher Belastung auftreten. Auch kann es an der entsprechenden Körperpartie zu Rötungen, Schwellungen oder Überwärmungen kommen. Während ein Ermüdungsbruch zunächst selten mit Funktionsverlusten einhergeht, nimmt die Belastbarkeit des Knochens bei fehlenden medizinischen Maßnahmen häufig zunehmend ab; Schmerzen treten vermehrt auch in Ruhepositionen auf. Wird ein Ermüdungsbruch fachgerecht therapiert, so sind die Heilungschancen in der Regel gut.

Diagnose

Diagnostiziert wird ein Ermüdungsbruch in der Regel mithilfe sogenannter bildgebender Verfahren - solche Verfahren ermöglichen es unter anderem, betroffene knöcherne Strukturen bildlich darzustellen. Vor allem die Magnetresonanztomografie und die Skelettszintigrafie (eine Untersuchungsmethode, bei der schwach radioaktive Strahlung hervorgerufen wird) kommen zum Einsatz, um einen Ermüdungsbruch zu diagnostizieren; feine Risse des Knochens sind auf den entsprechenden Aufnahmen in der Regel deutlich zu erkennen.

Aufgrund des schleichenden Verlaufs von Erschöpfungsbruch und begleitender Symptomatik werden Beschwerden von Betroffenen häufig zunächst fehlinterpretiert. Daher erfolgen auch Arztbesuch und Diagnose meist erst bei bereits fortgeschrittenem Krankheitsbild.

Behandlung und Therapie

Die Form der Therapie, die bei einem vorliegenden Ermüdungsbruch oder dessen Vorstadien erfolgt, hängt unter anderem ab von Faktoren wie dem Krankheitsstadium, den Krankheitsursachen, der Symptomausprägung und der Körperstelle, an der eine Fraktur vorliegt.

Ein sich ankündigender Ermüdungsbruch in Form einer Stressfraktur bedarf bei frühzeitiger Diagnostik häufig noch keiner medizinischen Behandlung; sind Sportler von einem solch beginnenden Ermüdungsbruch betroffen, so ist es (nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt) in vielen Fällen bereits ausreichend, das Training für einige Zeit zu unterbrechen.

Nach einer gewissen Zeitspanne, innerhalb derer sich der betroffene Knochen regenerieren kann, findet dann in der Regel eine schrittweise Wiederbelastung statt. Letzteres kann durch gezielte Physiotherapie (Krankengymnastik) unterstützt werden.

Ein vollständig erfolgter Ermüdungsbruch wird in vielen Fällen mithilfe eines Gipsverbandes ruhiggestellt. Bei starken Schmerzen können parallel hierzu schmerzlindernde Medikamente zum Einsatz kommen.

Ist ein Ermüdungsbruch sehr stark ausgeprägt und/oder geht er mit Komplikationen einher, so kann ein operativer Eingriff notwendig werden. Im Rahmen eines entsprechenden Eingriffs kann der Ermüdungsbruch beispielsweise verschraubt oder mit Hilfe von Nägeln stabilisiert werden.

Weist ein Ermüdungsbruch die Form einer Insuffizienzfraktur auf, so wird die symptomatische Behandlung meist von einer Therapie begleitet, die sich auf die zugrunde liegende Erkrankung richtet.

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Vorbeugung

Einem Ermüdungsbruch in Form einer Stressfraktur kann vorgebeugt werden, indem eine langfristige Überbelastung des Bewegungsapparates vermieden wird. Einem Ermüdungsbruch in Form einer Insuffizienzfraktur kann dagegen nur eingeschränkt vorgebeugt werden; bei vorliegender Grunderkrankung, die einen entsprechenden Ermüdungsbruch begünstigen kann, empfehlen Mediziner (neben der Vermeidung langfristiger Überbelastungen der Knochen) vor allem eine frühzeitige und konsequente Behandlung der entsprechenden Erkrankung.

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