Oligurie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. Februar 2016
Gesundpedia.deSymptome Oligurie

Mit Oligurie wird ein äußerst geringer Harndrang bezeichnet. Hierbei wird durch diverse Ursachen die normale Urinmenge von ungefähr 800 Milliliter wesentlich unterschritten. Im Normalfall kann dieser Zustand durch eine zu geringfügige Aufnahme von Flüssigkeit vorkommen. In manchen Fällen stehen hinter einer Oligurie jedoch auch ernst zu nehmende Erkrankungen wie eine Niereninsuffizienz(Nierenschwäche), welche lebensbedrohlich und sofort medizinisch zu versorgen ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Oligurie?

Im Normalfall scheidet eine normale Miktion (medizinisch= Wasserlassen) bei einem gesunden Menschen circa 800 Milliliter Urin je Blasenentleerung aus. Das gesunde Maß einer Miktion beträgt pro Tag etwa 1,5 Liter Urin, wobei die Häufigkeit des Urinierens von etlichen Faktoren abhängt.

Beschränken sich die Gänge zur Toilette auf lediglich drei/vier Mal am Tag und sind dabei die Mengen Harns äußerst geringfügig, wird von einer Oligurie (geringem Wasserlassen) gesprochen. Die täglich ausgeschiedene Menge Urin liegt dabei etwa zwischen 100 bis 600 Milliliter. Im Gegensatz dazu steht der häufige Harndrang (Polyurie) sowie das bedingt häufige Wasserlassen (Pollakisurie).

Ursachen

Bei einer Oligurie beziehungsweise der verminderten Ausscheidung von Urin können vielfältige Ursachen vorliegen. Die Harnmenge bei einer Oligurie ist geringer als 500 Milliliter innerhalb von 24 Stunden. Der geringe Urinfluss kann beispielsweise durch eine Störung des Blasenschließmuskels ausgelöst werden.

Mittels Tumor oder Verwachsungen kann der Schließmuskel der Harnblase in seiner Funktion beeinträchtigt sein, sodass die Ausscheidung des Harns eingeschränkt ist. Dies ist im Besonderen oft bei Männern der Fall, die von einer krebsartigen Prostata Erkrankung betroffen sind. Hierbei sind speziell die Harnröhre und ihre Durchgangsfähigkeit betroffen.

Nervliche Beeinträchtigungen, die die Reizleitung betreffen, über welche Impulse an die Blase geleitet werden, können ebenso eine Oligurie hervorrufen. Die Harnblase gibt diese Impulse an entsprechende Hirnareale, um die Entleerung der Blase vorzunehmen, wenn das Fassungsvermögen erreicht ist. Ist diese Reizleitung jedoch gestört, verringert sich die auszuscheidende Menge Harn. Die Harnmenge ist zudem grundsätzlich von der Funktion der Nieren abhängig.

Bestehen hier Erkrankungen der Nieren, wird nicht ausreichend Harn produziert, wodurch eine Oligurie ausgelöst werden kann. Eine derartige Oligurie ist zum Beispiel das typische Symptom für eine gegenwärtige Glomerulonephritis (Entzündung von Nierenkörperchen) oder jedoch einem akuten nephritischen Syndrom.

Diagnose und Verlauf

Für eine exakte Diagnostik der Oligurie sind nachfolgende Untersuchungen äußerst hilfreich. Nach einer Messung der Harnmenge kann bei Zweifeln eine Katheterisierung sowie stündliche Messung der Harnmenge (zwecks Oligurie Diagnose) vorgenommen werden. Mittels einer Sonografie der Harnblase, Nieren und der Prostata können krankhafte Veränderungen wie Harnleiterblockaden exakt geortet werden. Die eventuelle Überwässerung des Körpers kann durch eine Halsvenenstauung ermittelt werden.

Bestehen bei dieser Diagnose Zweifel, kann eine Messung mittels Katheder innerhalb der 'Vena cava' (obere Hohlvene) der zentrale Venendruck ermittelt werden. Des Weiteren können die Nierenwerte (besonders das Kreatin) die Diagnose einer Oligurie wesentlich erleichtern. Besteht ein Harnstau, kann zur Ergänzung der Diagnostik und zur Ursachenerforschung bei Verdacht auf einen Tumor eine MRT-Untersuchung sowie eine Computertomografie vorgenommen werden. Wird dabei allerdings zwecks exakter Diagnose der Oligurie ein Kontrastmittel verwendet, muss dieses anschließend per Dialyse wieder aus dem Körper entfernt werden.

Behandlung

Da geringes Wasserlassen beziehungsweise die Oligurie meistens auf ein akutes Versagen der Nieren hindeutet, kann eine frühzeitige Behandlung die Symptome meistens erkennen, sodass die Oligurie zu beheben ist.

Neben der allgemeinen Therapie mit dem Ausgleich des Flüssigkeitsvolumens und einer Angleichung des erniedrigten Blutdrucks werden im Körper die überhöhten Kaliumelektrolyte reduziert. Dazu wird dem Körper beispielsweise Glukose zugesetzt.

Sogenannte Diuretika, welche das Ausschwemmen von Flüssigkeit beschleunigen, wirken sich ebenso günstig bei einer Oligurie auf den Körper aus. Hiermit kann einer Vergiftung des jeweiligen Organismus vorgebeugt werden. Eine Dialyse ist zudem bei einer Oligurie in Erwägung zu ziehen, da die Gefahr eines akuten Nierenversagens besteht.

Liegt einer Oligurie allerdings kein Nierenschaden zugrunde, sondern allein einer verminderten Zufuhr von Flüssigkeit, ist je nach Schwere eine Flüssigkeitsgabe per Infusion oder oral vollkommen ausreichend. Falls sich bei den Betroffenen eine Oligurie zum Beispiel mittels Wasseransammlungen in den Beinen bemerkbar macht, können entwässernde Medikamente verabreicht werden.

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Vorbeugung

Um eine Oligurie zu vermeiden, wird eine regelmäßige und normale Zufuhr von Flüssigkeit angeraten, da diese lebensnotwendig ist. Des Weiteren sollte bei Blasen- sowie Nierenentzündungen, Prostatabeschwerden und Wasseransammlungen unbedingt frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden. Etliche Personen neigen zu einer Herzinsuffizienz oder Nieren- wie auch Blasenentzündungen, welche die Entstehung von Oligurie sowie Wassereinlagerungen hervorrufen. Aus diesen Gründen ist eine Kontrolle durch den behandelnden Arzt die allerbeste Vorbeugung gegen eine Oligurie.

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