Morton Neurom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Juli 2017
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Das Morton Neurom (Morton Neuralgie) ist eine Erkrankung der Füße, bei der es zu einer schmerzhaften Verdickung der Nerven zwischen den Zehen kommt. Diese kann durch unterschiedliche Ursachen (unter anderem durch zu enges Schuhwerk) entstehen. Das Morton Neurom muss dann behandelt werden, wenn es zu starken Schmerzen oder Tätigkeitseinschränkungen kommt. Unter Umständen muss ein chirurgischer Eingriff erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Morton Neurom (Morton Neuralgie)?

Unter der Bezeichnung Morton Neurom, auch Morton Neuralgie genannt, verstehen Mediziner eine schmerzhafte Erkrankung der Füße. Die Beschwerden entstehen in diesem Fall durch eine Verdickung der Nerven zwischen den Zehen, die durch eine Entzündung hervorgerufen wird.

Das Morton Neurom kann an einem oder auch an beiden Füßen gleichermaßen auftreten. Es entsteht durch unterschiedliche Ursachen wie beispielsweise bestimmte Fehlstellungen der Füße. Statistiken zufolge sind besonders Frauen (80 %) von der Erkrankung betroffen. Nicht in allen Fällen erfordert das Morton Neurom eine ärztliche Behandlung.

Ursachen

Ein Morton Neurom kann durch verschiedenartige Ursachen entstehen. In einigen Fällen sind bestimmte Fehlstellungen der Füße wie beispielsweise Platt- oder Spreizfüße für die Beschwerden verantwortlich.

Eine Behandlung des Morton Neuroms muss in diesen Fällen auch eine zeitgleiche Behandlung der Fußstellung erfolgen. Auch eine verminderte Durchblutung im Bereich des Fußes bzw. der Fußzehen kann ein Morton Neurom zur Folge haben. Nicht selten werden die Beschwerden durch das Tragen falschen Schuhwerks verursacht.

Besonders zu enge Schuhe oder zu hohe Absätze sorgen auf Dauer dafür, dass die Zehen mit Gewalt zusammengepresst werden und es so im Verlauf zu einer schmerzhaften Verdickung der Nerven kommen kann. Eine übermäßige Belastung der Füße etwa durch berufsbedingtes ständiges Stehen oder Gehen kann die Beschwerden verursachen, ebenso wie starkes Übergewicht.

Wann zum Arzt?

Bei der Erkrankung Morton Neurom kann der Betroffene ohne eine Konsultation bei einem Arzt darauf achten, gutes Schuhwerk zu tragen. Die Zehen benötigen ausreichend Bewegungsfreiheit. Zusätzlich empfehlt es sich, auf gesundes Schuhwerk zu achten und zu hohe Absätze grundsätzlich zu meiden. Darüber hinaus sollten die Füße weder durch übermäßig langes Stehen oder Gehen belastet werden. Hilfreich ist es ebenfalls, auf ein normales Gewicht zu achten, damit die Füße keiner übermäßigen Last ausgesetzt werden.

Treten dennoch Schmerzen auf, sollte bereits bei den ersten Anzeichen ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es zu einer stetigen Zunahme der Beschwerden oder tritt im mittleren Bereich des Fußes ein starker Druckschmerz auf, wird ein Arzt benötigt. Die rechtzeitige Diagnose ist bei Morton Neurom entscheidend für den Krankheitsverlauf. Daher ist auch ein Arztbesuch anzuraten, wenn sich die Beschwerden nur sporadisch einstellen.

Kommt es zusätzlich zu Schwellungen oder einem Gefühl der Enge in den Schuhen, muss die Ursache für die Symptome ermittelt werden. Liegen Fehlstellungen der Füße oder Zehen vor, ist ein Arztbesuch in regelmäßigen Abständen ratsam. Die Kontrolle der Fußstellung hilft bei der frühzeitigen Erkennung von weiteren Problemen. Stellen sich Durchblutungsstörungen an den Füßen ein, sollte der Betroffene einen Arzt konsultieren.

Symptome und Verlauf

Ein Morton Neurom bleibt zunächst oftmals beschwerdefrei und wird daher von den Betroffenen nicht unmittelbar bemerkt. Später äußert sich die Erkrankung meist durch mittelstarke bis starke Schmerzen im Mittelfuß, die bei akutem Auftreten der Symptome unter Umständen sehr heftig ausfallen können. Auch ohne einen solch deutlichen Verlauf kommt es zu einem Druckschmerz im Bereich des Mittelfußes.

Das Morton Neurom muss nicht immer direkt medizinisch behandelt werden. Im späteren Verlauf der Erkrankung kann es aber neben den Schmerzen zu begleitenden Beschwerden beim Gehen oder beim Tragen von Schuhen kommen. In diesen Fällen ist eine Therapie anzuraten, da der Betroffene sonst unter Umständen gar nicht mehr gehen kann.

Diagnose und Verlauf

Besteht der Verdacht auf ein Morton Neurom, findet zunächst ein umfassendes Gespräch mit dem Patienten statt, bei dem auch die Lebensumstände wie beispielsweise die berufliche Situation Beachtung finden sollten. Bei einer manuellen Untersuchung und einem Abtasten der Füße, bei dem etwa Druckschmerzen und/oder Schwellungen festgestellt werden können, kann sich der Verdacht auf ein Morton Neurom verstärken.

Endgültigen Aufschluss können aber meist erst bildgebende Verfahren geben. Mithilfe von Ultraschallaufnahmen oder einer Magnetresonanztomografie werden die typischen Verdickungen zwischen den Zehen sichtbar. Ob und welche Art einer Therapie eingeleitet werden muss, hängt maßgeblich vom Stadium der Erkrankung und der Heftigkeit der Beschwerden ab.

Behandlung und Therapie

Wurde bei der umfassenden Untersuchung ein Morton Neurom festgestellt, muss nicht immer eine medizinische Behandlung erfolgen. Oftmals bleiben kleine Neurome im Fußbereich unbemerkt, da sie keinerlei Beschwerden verursachen; sie werden daher oftmals eher zufällig entdeckt.

Ist das Morton Neurom allerdings von Schmerzen oder Einschränkungen beim Tragen von Schuhen oder beim Gehen allgemein begleitet, sollte der behandelnde Arzt eine Therapie einleiten. Diese kann unter anderem das Injizieren eines cortisonhaltigen Medikaments beinhalten, welches die Beschwerden direkt am Ort der Entstehung lindern kann.

Zusätzlich können spezielle weit geschnittene orthopädische Schuhe verschrieben werden, die sich angenehm tragen lassen und keine Schmerzen beim Gehen verursachen. Bringen diese Maßnahmen keine Linderung, ist ein operativer Eingriff erforderlich. Bei diesem kann das Neurom entfernt werden, was bei korrekter Durchführung zu einer vollständigen Beseitigung der Beschwerden führt.

Nach der Operation kommt es oftmals zunächst zu starken Schmerzen, die im weiteren Verlauf aber abklingen. Der betroffene Fuß darf erst wieder nach 3 - 7 Wochen belastet werden. Anschließend an den chirurgischen Eingriff ist Fußgymnastik anzuraten.



Aussicht und Prognose

In den meisten Fällen kommt es bei dieser Krankheit zu keiner Selbstheilung. Die Beschwerden verstärken sich in den meisten Fällen, wenn keine Behandlung eingeleitet wird. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Betroffene auch an Übergewicht leidet und dadurch die Beschwerden noch weiter verstärkt werden. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen dadurch an starken Schmerzen im Fuß und dadurch an Bewegungseinschränkungen oder an Gangstörungen. Diese Einschränkungen können zu Schwierigkeiten im Alltag führen.

Durch die dauerhaften Schmerzen werden die Beschwerden in der Regel noch weiter verstärkt. Da die Krankheit nicht von alleine verhielt, ist in jedem Fall eine ärztliche Behandlung notwendig. Diese findet in der Regel zuerst mit orthopädischen Mitteln statt und kann die Beschwerden in vielen Fällen lösen. Sollte es allerdings zu keiner Besserung kommen, so ist ein operativer Eingriff notwendig, um die Beschwerden zu lindern. Weiterhin ist der Betroffene auch auf verschiedene Übungen angewiesen, um ein erneutes Auftreten dieser Krankheit zu vermeiden. Die Lebenserwartung des Patienten wird dadurch allerdings nicht verringert oder eingeschränkt.

Vorbeugung

Einem Morton Neurom kann in gewissem Maße vorgebeugt werden, indem auf zu enges Schuhwerk bzw. auf zu hohe Absätze verzichtet wird. Auch ständiges Gehen bzw. Stehen sollte wenn möglich vermieden oder zumindest eingeschränkt werden. Bestehen bereits Probleme mit den Füßen, die ein Morton Neurom zur Folge haben können, sollten diese regelmäßig vom Arzt kontrolliert werden. Entsprechende Fußgymnastik und ein Abbau bzw. Vermeiden von Übergewicht können ebenfalls dabei helfen, einem Morton Neurom vorzubeugen.

Bücher über Fußschmerzen

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

hermine kommentierte am 18.08.2015 um 20:57 Uhr

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