Hornhautverkrümmung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. Februar 2015
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Hornhautverkrümmung wird auch Astigmatismus oder Stabsichtigkeit genannt. Hierbei handelt es sich um einen Sehfehler, bei dem die ins Auge einfallenden Lichtstrahlen in die Netzhaut nicht als Punkt sondern meist als Linie oder zu einem Strich verzerrt werden und somit ein unscharfes Bild entsteht. Daher kommt auch der Begriff Stabsichtigkeit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hornhautverkrümmung?

Bei einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus, Stabsichtigkeit) handelt es sich um eine Fehlsichtigkeit, hervorgerufen durch eine unregelmäßige Hornhautwölbung.

Durch die anormale Wölbung der Hornhaut entstehen eine schwächere und eine stärker brechende Achse welche senkrecht zueinander stehen.

Normalerweise sieht die Hornhaut wie eine Kugel aus. Bei einer Hornhautverkrümmung ist diese eher eiförmig oder elliptisch gekrümmt.

Die Hornhautverkrümmung ist ein weitverbreitetes Augenleiden und in den meisten Fällen bereits angeboren. Laut Fachstudien haben 20 % aller Menschen eine Hornhautverkrümmung die der Korrektur bedarf. In der Medizin unterscheidet man zwei Formen der Hornhautverkrümmung. Es gibt die reguläre- und die irregulären Hornhautverkrümmung.

Ursachen

Während die reguläre Hornhautverkrümmung erblich bedingt ist und sich im Laufe des Lebens kaum verändert ist das bei der irregulären Hornhautverkrümmung anders.

Neben der Stabsichtigkeit können auch Anomalien der Linsenrück- und Vorderfläche vorkommen. Die Ursachen hierfür können z.B. Geschwüre und Narben auf der Hornhaut sein, welche durch Verletzungen, Infektionen oder Entzündungen herbeigeführt wurden.

Es kann aber auch eine ungleichmäßige Linsentrübung dafür verantwortlich sein, wodurch das einfallende Licht unterschiedlich gebrochen wird.

Möglicherweise handelt es sich auch um einen Hornhautkegel. Dies ist eine angeborene Wachstumsanomalie, bei der sich die Hornhaut in mehreren Schüben zu einem Kegel formt. Dies führt im schlimmsten Fall zu einer irregulären Hornhautverkrümmung wodurch man keine scharfen Bilder mehr wahrnehmen kann.

Symptome und Verlauf

Bei der Hornhautverkrümmung handelt es sich um einen Brechungsfehler des Auges.

Mögliche Anzeichen einer Hornhautverkrümmung:

Als reguläre oder normale Hornhautverkrümmung werden Werte zwischen 0,5 und 1,0 Dioptrien bezeichnet. Dies stellt lediglich eine physiologische Abweichung von der idealen Kreisform der Hornhaut dar und wird daher von den Betroffenen kaum wahrgenommen.

Die Hornhautverkrümmung entwickelt sich oft schleichend. Hierbei haben die Patienten oft keine Beschwerden, denn das Auge versucht die verzerrten und unscharfen Bilder klar zu stellen. Betroffene versuchen Sehunschärfe durch das "Zukneifen" der Augen auszugleichen. Hierdurch kann es aber zu Kopfschmerzen und einem Brennen der Augen kommen, weil der Zilarmuskel der Linse dabei überanstrengt wird.

Mit zunehmender Hornhautverkrümmung ist das Gehirn irgendwann nicht mehr in der Lage die verzerrten Bilder zu korrigieren. Dies führt zu einem allgemeinen Sehschärfeverlust.

Diagnose

Das Ausmaß eines Astigmatismus kann durch die ophthalmologischen Instrumente beim Augenarzt genau dargestellt werden. Leichtere Formen der Hornhautverkrümmung sind für die Patienten mit keinen oder nur geringen Einschränkungen des Sehvermögens verbunden. In allen anderen Fällen sollte ein Astigmatismus aber frühzeitig korrigiert werden. Die jeweils beste Korrekturmöglichkeit erfordert immer eine augenärztliche Diagnose. Oftmals ist das Tragen einer Korrekturbrille bereits ausreichend, um ein normales räumliches Sehen bei Hornhautverkrümmung zu gewährleisten. Ist dies nicht der Fall, so gibt es auch noch andere Korrekturmöglichkeiten wie Kontaktlinsen oder operative Verfahren.

Verordnet der Augenarzt eine Brille, so wird die Hornhautverkrümmung mit sogenannten Zylindergläsern, torischen Linsen, korrigiert. Ohne optische Korrektur kommt es bei einer Hornhautverkrümmung zu einer strichförmigen Abbildung des Gesehenen auf der Netzhaut. Der Astigmatismus ist häufig mit anderen Fehlsichtigkeiten und Brechungsfehlern beider Augen kombiniert. Tritt also gleichzeitig mit der Hornhautverkrümmung eine Kurz,-Weit, - oder Stabsichtigkeit auf, so wird sich jedes Therapiekonzept daran anpassen müssen.

In Abhängigkeit von der Stärke einer Hornhautverkrümmung kann das Tragen von flexiblen oder torischen Kontaktlinsen angezeigt sein, welche immer vom Augenarzt oder Optiker angepasst werden müssen. Nur bei schweren Fehlsichtigkeiten oder wenn das Tragen von Brillen oder Kontaktlinsen nicht möglich sein sollte, sind refraktive Operationsverfahren zum Korrigieren einer Hornhautverkrümmung angezeigt.

Behandlung und Therapie

Die Hornhautverkrümmung sollte möglichst frühzeitig diagnostiziert werden. Um die Oberfläche der Hornhaut wieder an die Kugelform anzunähern muss ein optischer Ausgleich geschaffen werden. Hierzu können als Hilfsmittel eine Brille oder Kontaktlinsen in Frage kommen.

Bei der Brille sind hierzu so genannte Zylindergläsern erforderlich. Dies erfordert eine sehr genau definierte Richtung der Gläser vor dem Auge um die Hornhautverkrümmung auszugleichen.

Bei Kindern sollte man frühzeitig eine Brille einsetzen, weil das kindliche Auge sonst niemals richtiges, scharfes Sehen lernt. Nach dem sechsten bis siebten Lebensjahr kann das Auge des Kindes, dass was es bisher nicht gelernt hat nicht mehr nachholen. Dadurch kann sich durch die Hornhautverkrümmung eine lebenslange Schwachsichtigkeit ausbilden. Besonders groß ist dabei die Gefahr wenn nur ein Auge betroffen ist.

Für wen eine Brille oder Kontaktlinsen nicht in Frage kommen der hat noch die Möglichkeit der Hornhautverkrümmungen mit Laser oder einer Operation zu Leibe zu rücken. In ganz schweren Fällen der Hornhautverkrümmung hilft nur noch eine Hornhautverpflanzung. Eine Kunstlinse kommt dann in Betracht, wenn das Problem an der Linse liegt.

Passende Kontaktlinsen bei Hornhautverkrümmung


Vorbeugung

Vorbeugen kann man einer Hornhautverkrümmungen kaum. Wenn die Hornhautverkrümmung in der Familie bekannt ist sollte man auf jeden Fall mit seinem Kind einen Augenarzt aufsuchen um eine mögliche Hornhautverkrümmung frühzeitig festzustellen. Wird eine Hornhautverkrümmung festgestellt, empfiehlt es sich, bereits im Kindesalter diese zu korrigieren, um spätere Fehlsichtigkeiten auszugleichen. Man sollte immer gut auf seine Augen aufpassen um möglichen Verletzungen oder Entzündungen, welche die Hornhaut schädigen könnten und somit zu einer Hornhautverkrümmung führen könnten, aus dem Weg zu gehen.

Bücher über Hornhautverkrümmung

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Joachim kommentierte am 05.02.2016 um 20:05 Uhr

Ich bin 58 Jahre alt und musste zum Sehtest, denn ich konnte mit dem linken Auge die Öffnung der Kringel nicht erkennen, die man im Sehautomaten erkennen soll. Der Termin beim Augenarzt hat ergeben, dass meine seit Kindertagen existierende Hornhautverkrümmung am linken Auge behoben ist. Wurde so etwas schon mal bekanntgegeben?

Gerd kommentierte am 25.09.2016 um 20:48 Uhr

Meine Erfahrung ist, dass man zum Arzt geht, aber meist mit den Problemen allein gelassen wird. Da wird vom Arzt etwas in den Raum gestellt, aber keine Behandlung angestrebt. Man wird nur weitergereicht, dass alle Kollegen, mit vielleicht weit entfernter Ähnlichkeit in der Sache, an möglichst vielen Patienten auch noch verdienen können. Man hat das Gefühl, dass der eigenen Schilderung von Symptomen selten Beachtung entgegengebracht oder gekonnt darüber hinweggegangen wird. Zum Beispiel: beim Augenarzt der Befund wird der Schwester diktiert "Hornhautverkrümmung – Linsentrübung". Es war keine Zeit um darauf einzugehen und beim nächsten Besuch keine Rede mehr davon. Weiteres Beispiel: ich hatte von einer Sparlampe massive Beschwerden, so dass nach dem Arbeitstag die Augen brannten als ob eine Schaufel Sand in sie geschüttet worden war. Die Diagnose Bindehautentzündung. Die Behandlung: anfangs Salbe und als nichts half, dann Tropfen. Ist dann Schluss? Ich hatte Glück! Ein Freund hatte in einer Testzeitschrift gelesen,wo die Bildschirmarbeit zu Grunde gelegt wurde, dass dies Ursache für mein Problem sein konnte. Ich habe die Lampe entfernt und mit dem Tag wurde es besser. Wenn ich das bei Ärzten erwähnt habe, war nicht mehr als Schulterzucken die Antwort. Ich kann nur vermuten und mir etwas im Internet erlesen. Die Hornhautkrümmung hängt vielleicht damit zusammen. Zur Zeit bin ich auf der Suche nach einem guten Arzt, der seine Berufung dem Menschen zu helfen auch Ernst nimmt. Diese Ärzte haben wir noch - nur wo?