Granuloma inguinale (Donovanosis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Januar 2015
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Die Geschlechtskrankheit Granuloma inguinale (Donovanosis) tritt vor allem in tropischen Ländern auf und wird von Bakterien verursacht. Erfolgt bereits zu Beginn der Erkrankung eine Therapie mit Antibiotika, ist eine vollständige Heilung möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Granuloma inguinale (Donovanosis)?

Granuloma inguinale, auch Donovanosis genannt, ist eine bakterielle Geschlechtskrankheit, die weltweit vorkommt. In den westlichen Industrieländern tritt diese Erkrankung jedoch nur äußerst selten auf. Hauptsächlich sind die Tropen davon betroffen. Fälle von Granuloma inguinale werden vor allem in Afrika, Südasien und Südamerika beobachtet. Frauen sind von dieser infektiösen Geschlechtskrankheit nur halb so oft betroffen wie Männer.

Da Granuloma inguinale im Anfangsstadium meist kaum Beschwerden verursacht, wird sie vor allem in Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung häufig nicht behandelt. Dadurch entwickelt sich die chronische Form von Granuloma inguinale, die nicht mehr heilbar ist.

Ursachen

Bei Granuloma inguinale (Donovanosis) handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche durch Bakterien hervorgerufen wird. Die für die Erkrankung verantwortlichen Bakterien sind stäbchenförmig und gehören zur Art Klebsiella granulomatis. Gerne wird diese Art auch als „Donovan-Körperchen“ bezeichnet, da sie der Auslöser von Donovanosis ist. Die Infektion mit Granuloma inguinale erfolgt durch Geschlechtsverkehr, wird also bei sehr engem Kontakt mit einer anderen Person übertragen.

In den meisten Fällen kommt es nur durch ungeschützten Anal- bzw. Vaginalverkehr zu einer Übertragung der Bakterien. Der Krankheitserreger gelangt von einer infizierten Person auf die Haut der anderen Person und dringt durch kleine Verletzungen oder Risse in der Haut in diese ein.

Symptome und Verlauf

Das erste Symptom, das typischerweise bei Granuloma inguinale (Donovanosis) auftritt, ist eine kleine Pustel an der Stelle, wo Klebsiella granulomatis in die Haut eingedrungen ist. Diese Pustel wird auch Primäreffekt genannt. Im Großteil der Fälle ist der Primäreffekt jedoch nicht schmerzhaft und heilt von selbst wieder ab. Nachdem der Primäreffekt abgeheilt ist, bilden sich um die Stelle kleine Geschwüre. Da es sich um eine Geschlechtskrankheit handelt, befinden sich diese Geschwüre meist am Penis bzw. den inneren Schamlippen.

Bleibt Granuloma inguinale unbehandelt, können die Geschwüre weiterwachsen und infizieren sich. Es kommt zu einer schweren bakteriellen Infektion und starken Schmerzen im Genitalbereich. Der Verlauf von Granuloma inguinale hängt davon ab, wie rasch die Erkrankung behandelt wird. Im Anfangsstadium kann eine vollständige Heilung erreicht werden. Erfolgt die Behandlung erst später, kann es zu Komplikationen wie Narbenbildung oder einer Verstümmelung der Geschlechtsorgane kommen.

Diagnose

Um Granuloma inguinale (Donovanosis) diagnostizieren zu können, erhebt der behandelnde Dermatologe zuerst eine ausführliche Anamnese. Dabei fragt er nach den Symptomen und nach kürzlich angetretenen Reisen in Risikozonen. Danach untersucht der Facharzt die betroffene Stelle und nimmt einen Abstrich. In manchen Fällen entnimmt der Arzt auch ein kleines Gewebestück. Diese Proben werden dann labortechnisch auf Klebsiella granulomatis untersucht.

Sollte die mikroskopische Untersuchung die Bakterien nicht eindeutig nachweisen können, kann eine Verdachtsdiagnose auch anhand der typischen Symptome und der Anamnese gestellt werden. Differentialdiagnostisch muss Granuloma inguinale von Syphilis unterschieden werden, da beide Erkrankungen ähnliche Symptome aufweisen können. Um die Diagnose abzusichern, werden Zellkulturen angelegt, in denen die Bakterien gezüchtet werden, wodurch der Nachweis erleichtert wird. Da Granuloma inguinale in westlichen Ländern sehr selten auftritt, wird in einigen Fällen eine falsche Diagnose gestellt, was die Behandlung verzögert.

Behandlung

Granuloma inguinale (Donovanosis) ist eine durch Bakterien hervorgerufene Erkrankung, weswegen sie gut mit Antibiotika behandelt werden kann. Besonders im Frühstadium führt die Gabe von Antibiotika meist rasch zu einer Verbesserung. Der Betroffene muss sich für zwei bis drei Wochen einer antibiotischen Therapie unterziehen. Nach dieser Zeit tritt meist eine vollständige Heilung ein. Bereits nach den ersten Tagen der Therapie sollte eine klare Verbesserung der betroffenen Hautstellen auftreten.

Erfolgt die Behandlung rechtzeitig, verheilen die Knoten meist ohne Narbenbildung. Haben sich bereits Geschwüre gebildet, können Narben zurückbleiben. Als besonders wirksam bei Granuloma inguinale hat sich das Antibiotikum Cotrimoxazol herausgestellt. Neben diesem Antibiotikum stehen auch noch Erythromycin, Tetracyclin, Doxycyclin und Ciprofloxacin zur Verfügung. Während der Behandlung sollte vollständig auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden, um die betroffenen Hautstellen zu schonen und Infektionen zu vermeiden.

Da es sich bei Donovanosis um eine sexuell übertragbare Krankheit handelt, müssen alle Geschlechtspartner seit der Infektion unbedingt mitbehandelt werden. Im schlimmsten Fall bleibt die Erkrankung sonst unbehandelt und führt zu großen Geschwüren und Verstümmelungen. Nach einer erfolgreichen Therapie kann es vorkommen, dass die Erkrankung zurückkehrt. Damit ein Rückfall von Granuloma inguinale möglichst rasch erkannt wird, sollten regelmäßige Nachuntersuchungen beim Dermatologen durchgeführt werden.

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Vorbeugung

Der beste Schutz vor Granuloma inguinale (Donovanosis) ist die Verwendung von Kondomen. Diese Vorsichtsmaßnahme gilt vor allem bei Reisen in Risikogebiete wie Brasilien oder Indien. Um Komplikationen und schwere Verlaufsformen vorzubeugen, sollte bei ersten Symptomen sofort ein entsprechender Facharzt informiert werden.

Eine rasche Diagnose und Therapie verhindern, dass die Erkrankung chronisch wird. Damit Granuloma inguinale im Frühstadium erkannt wird, sollten die äußeren Geschlechtsorgane sowie der Afterbereich regelmäßig auf krankhafte Veränderungen untersucht werden.

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