Granuloma inguinale (Donovanosis)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. September 2017
Gesundpedia.deKrankheitenGranuloma inguinale (Donovanosis)

Die Geschlechtskrankheit Granuloma inguinale (Donovanosis) tritt vor allem in tropischen Ländern auf und wird von Bakterien verursacht. Erfolgt bereits zu Beginn der Erkrankung eine Therapie mit Antibiotika, ist eine vollständige Heilung möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Granuloma inguinale (Donovanosis)?

Granuloma inguinale, auch Donovanosis genannt, ist eine bakterielle Geschlechtskrankheit, die weltweit vorkommt. In den westlichen Industrieländern tritt diese Erkrankung jedoch nur äußerst selten auf. Hauptsächlich sind die Tropen davon betroffen. Fälle von Granuloma inguinale werden vor allem in Afrika, Südasien und Südamerika beobachtet. Frauen sind von dieser infektiösen Geschlechtskrankheit nur halb so oft betroffen wie Männer.

Da Granuloma inguinale im Anfangsstadium meist kaum Beschwerden verursacht, wird sie vor allem in Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung häufig nicht behandelt. Dadurch entwickelt sich die chronische Form von Granuloma inguinale, die nicht mehr heilbar ist.

Ursachen

Bei Granuloma inguinale (Donovanosis) handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche durch Bakterien hervorgerufen wird. Die für die Erkrankung verantwortlichen Bakterien sind stäbchenförmig und gehören zur Art Klebsiella granulomatis. Gerne wird diese Art auch als „Donovan-Körperchen“ bezeichnet, da sie der Auslöser von Donovanosis ist. Die Infektion mit Granuloma inguinale erfolgt durch Geschlechtsverkehr, wird also bei sehr engem Kontakt mit einer anderen Person übertragen.

In den meisten Fällen kommt es nur durch ungeschützten Anal- bzw. Vaginalverkehr zu einer Übertragung der Bakterien. Der Krankheitserreger gelangt von einer infizierten Person auf die Haut der anderen Person und dringt durch kleine Verletzungen oder Risse in der Haut in diese ein.

Wann zum Arzt?

Veränderungen der Libido oder optisch wahrnehmbare Änderungen der Haut an den Geschlechtsorganen sind von einem Arzt untersuchen und behandeln zu lassen. Kommt es zu Schwellungen, Wucherungen oder der Bildung von Geschwüren, ist ein Arztbesuch notwendig. Bei Läsionen der Geschlechtsteile besteht Grund zur Besorgnis. Ein Arzt muss aufgesucht werden, da der Krankheitsverlauf progressiv ist. Veränderungen der äußeren Geschlechtsorgane sollten grundsätzlich von einem Mediziner untersucht und abgeklärt werden. Treten die Mutationen nach einem Geschlechtsverkehr oder dem intimen Hautkontakt eines anderen Menschen auf, besteht ein hohes Risiko einer Erkrankung.

Zusätzlich zu einem schnellstmöglichen Arztbesuch ist darauf zu achten, dass keine weiteren Ansteckungsmöglichkeiten für Menschen des nahen Umfeldes bestehen. Obwohl es sich um eine Erkrankung handelt, die vorrangig in tropischen Regionen auftritt, muss ein Arzt auch aufgesucht werden, wenn sich an europäischen Orten erste Anzeichen der Geschlechtskrankheit zeigen. Treten Verfärbungen an den Geschlechtsorganen auf oder kommt es zu Einblutungen, muss ein Arzt konsultiert werden. Breiten sich die Beschwerden aus oder stellen sich weitere Symptome ein, ist eine ärztliche Versorgung notwendig. Emotionale und psychische Probleme aufgrund der Geschlechtskrankheit müssen ebenfalls abgeklärt und behandelt werden. Störungen der Potenz oder der Verlust des Lustgefühls sollten mit einem Arzt besprochen werden.

Symptome und Verlauf

Das erste Symptom, das typischerweise bei Granuloma inguinale (Donovanosis) auftritt, ist eine kleine Pustel an der Stelle, wo Klebsiella granulomatis in die Haut eingedrungen ist. Diese Pustel wird auch Primäreffekt genannt. Im Großteil der Fälle ist der Primäreffekt jedoch nicht schmerzhaft und heilt von selbst wieder ab. Nachdem der Primäreffekt abgeheilt ist, bilden sich um die Stelle kleine Geschwüre. Da es sich um eine Geschlechtskrankheit handelt, befinden sich diese Geschwüre meist am Penis bzw. den inneren Schamlippen.

Bleibt Granuloma inguinale unbehandelt, können die Geschwüre weiterwachsen und infizieren sich. Es kommt zu einer schweren bakteriellen Infektion und starken Schmerzen im Genitalbereich. Der Verlauf von Granuloma inguinale hängt davon ab, wie rasch die Erkrankung behandelt wird. Im Anfangsstadium kann eine vollständige Heilung erreicht werden. Erfolgt die Behandlung erst später, kann es zu Komplikationen wie Narbenbildung oder einer Verstümmelung der Geschlechtsorgane kommen.

Diagnose

Um Granuloma inguinale (Donovanosis) diagnostizieren zu können, erhebt der behandelnde Dermatologe zuerst eine ausführliche Anamnese. Dabei fragt er nach den Symptomen und nach kürzlich angetretenen Reisen in Risikozonen. Danach untersucht der Facharzt die betroffene Stelle und nimmt einen Abstrich. In manchen Fällen entnimmt der Arzt auch ein kleines Gewebestück. Diese Proben werden dann labortechnisch auf Klebsiella granulomatis untersucht.

Sollte die mikroskopische Untersuchung die Bakterien nicht eindeutig nachweisen können, kann eine Verdachtsdiagnose auch anhand der typischen Symptome und der Anamnese gestellt werden. Differentialdiagnostisch muss Granuloma inguinale von Syphilis unterschieden werden, da beide Erkrankungen ähnliche Symptome aufweisen können. Um die Diagnose abzusichern, werden Zellkulturen angelegt, in denen die Bakterien gezüchtet werden, wodurch der Nachweis erleichtert wird. Da Granuloma inguinale in westlichen Ländern sehr selten auftritt, wird in einigen Fällen eine falsche Diagnose gestellt, was die Behandlung verzögert.

Komplikationen

Die Geschlechtskrankheit kann zu Veränderungen des Sexualverhaltens führen. Diese ziehen partnerschaftliche Probleme und damit soziale Konflikte nach sich. Das innere Stresserleben ist erhöht und damit ist das Auftreten psychischer Erkrankungen begünstigt. Stimmungsschwankungen, Scham und Resignation können auftreten. Die Verhaltensänderungen vermindern die seelische Zufriedenheit und das Wohlbefinden. Bei einem Juckreiz kann es zu offenen Wunden im Intimbereich kommen. Krankheitserreger können über die Haut ungehindert in den Organismus gelangen und dort zu weiteren Erkrankungen führen. Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt das Ausbreiten weiterer Krankheiten, da nicht genügen Abwehrkräfte mobilisiert werden können.

Die Hautveränderungen lösen ein unangenehmes Schmerzerleben aus. Kommt es zu einer Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten drohen zusätzliche Risiken und Nebenwirkungen. Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Kopfschmerzen, Organschäden und die Entstehung einer Sucht sind ebenfalls möglich. In einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium bilden sich Geschwüre an den Geschlechtsorganen. Der Menstruationszyklus der Frau kann durch die Beschwerden beeinflusst sein. Es kommt zu Schmierblutungen, verlängerten sowie unregelmäßigen Regelblutungen. Bei einer natürlichen Verhütungsmethode steigt dadurch das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft. Die Krankheitserreger der Geschlechtskrankheit gelten als ansteckend. Es besteht die Gefahr, dass auch Menschen des näheren sozialen Umfeldes von den Keimen angesteckt werden können, mit denen kein sexueller Verkehr stattfindet.

Behandlung und Therapie

Granuloma inguinale (Donovanosis) ist eine durch Bakterien hervorgerufene Erkrankung, weswegen sie gut mit Antibiotika behandelt werden kann. Besonders im Frühstadium führt die Gabe von Antibiotika meist rasch zu einer Verbesserung. Der Betroffene muss sich für zwei bis drei Wochen einer antibiotischen Therapie unterziehen. Nach dieser Zeit tritt meist eine vollständige Heilung ein. Bereits nach den ersten Tagen der Therapie sollte eine klare Verbesserung der betroffenen Hautstellen auftreten.

Erfolgt die Behandlung rechtzeitig, verheilen die Knoten meist ohne Narbenbildung. Haben sich bereits Geschwüre gebildet, können Narben zurückbleiben. Als besonders wirksam bei Granuloma inguinale hat sich das Antibiotikum Cotrimoxazol herausgestellt. Neben diesem Antibiotikum stehen auch noch Erythromycin, Tetracyclin, Doxycyclin und Ciprofloxacin zur Verfügung. Während der Behandlung sollte vollständig auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden, um die betroffenen Hautstellen zu schonen und Infektionen zu vermeiden.

Da es sich bei Donovanosis um eine sexuell übertragbare Krankheit handelt, müssen alle Geschlechtspartner seit der Infektion unbedingt mitbehandelt werden. Im schlimmsten Fall bleibt die Erkrankung sonst unbehandelt und führt zu großen Geschwüren und Verstümmelungen. Nach einer erfolgreichen Therapie kann es vorkommen, dass die Erkrankung zurückkehrt. Damit ein Rückfall von Granuloma inguinale möglichst rasch erkannt wird, sollten regelmäßige Nachuntersuchungen beim Dermatologen durchgeführt werden.



Vorbeugung

Der beste Schutz vor Granuloma inguinale (Donovanosis) ist die Verwendung von Kondomen. Diese Vorsichtsmaßnahme gilt vor allem bei Reisen in Risikogebiete wie Brasilien oder Indien. Um Komplikationen und schwere Verlaufsformen vorzubeugen, sollte bei ersten Symptomen sofort ein entsprechender Facharzt informiert werden.

Eine rasche Diagnose und Therapie verhindern, dass die Erkrankung chronisch wird. Damit Granuloma inguinale im Frühstadium erkannt wird, sollten die äußeren Geschlechtsorgane sowie der Afterbereich regelmäßig auf krankhafte Veränderungen untersucht werden.

Bücher über Geschlechtskrankheiten

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2015
  • Hof H, Dörries R. Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie. Thieme Verlag. 4. Auflage(2009)
  • Hofmann, R., (Hrsg.): Endoskopische Urologie. Springer, Berlin 2009
  • Schmelz, H.-U. et al.: Facharztwissen Urologie, Springer Verlag, 2014
  • Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie, Georg Thieme Verlag, 2007

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Granuloma inguinale (Donovanosis)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?