Fuß umgeknickt

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Juni 2017
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Der Fuß bzw. das Sprunggelenk wird von zahlreichen Bändern stabilisiert und gelhalten. Ein umgeknickter Fuß kann zu einer Zerrung, Dehnung oder gar einem Riss dieser Außenbänder führen. Verletzungen des Bandapparates (Umknickverletzungen) sind sehr häufige Sportverletzungen. Je nach Grad der Schädiging können die Schmerzen mehr oder minder stark auftreten. Die Prognose ist meist sehr positiv.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein umgeknickter Fuß?

Jedes laufende Lebewesen kann mit dem Fuß umknicken. Kleine Kinder, die gerade laufen lernen, knicken ständig um und fallen hin, beim Erwachsenen passiert das natürlich durch den ausgereiften Gleichgewichtssinn kaum noch. Ein umgeknickter Fuß ist in den meisten Fällen kein Problem, da ein Erwachsener trotzdem das Gleichgewicht halten und verhindern kann, dass er sich deshalb verletzt.

Knickt er mit dem Fuß allerdings besonders ungünstig um, kann es zu verschiedenen Verletzungen kommen, die sich durch Schmerzen äußern. Viele Betroffene können dann noch weiterlaufen, doch die Schmerzen des umgeknickten Fußes werden mit der Zeit schlimmer und signalisieren, dass eine Verletzung entstanden ist. Es kann auch zu sichtlichen blauen Flecken, warmen bis heißen Schwellungen und Empfindlichkeit bei Berührung am betroffenen Fuß kommen. Dabei ist streng genommen nicht der Fuß selbst betroffen, sondern das Fußgelenk.

Ein Umknicken des Sprunggelenks kann zu Verletzungen am Bandapparat (Außenband) führen.

Ursachen

Beim Laufen umknicken kann man schnell. Ein unebener Weg, ein lockerer Pflasterstein, zu große oder zu kleine Schuhe, Ablenkung oder auch zu dicke Socken im Schuh, sodass man das Gespür für den Boden verliert, reichen schon aus. Jogger, Nordic Walker oder Wanderer knicken sogar noch viel schneller um, trotz aller Sicherheitsvorkehrungen und geeigneter Sportkleidung, da sie sich schneller und weiter bewegen. Beim Umknicken mit dem Fuß passiert dabei meistens nichts, da man sich noch fangen kann. Schafft man das aber nicht, da beispielsweise der Boden uneben oder rutschig ist, wird das Fußgelenk auf eine ungesunde Art bewegt, um nicht hinzufallen. Dagegen kann der Mensch kaum etwas tun, er reagiert von allein auf diese Weise. Das Fußgelenk wird entweder überdehnt, gezerrt oder es kommt gar zu Rissen der Bänder (Bandruptur). Sehr selten sind Knochenbrüche wegen des Umknickens mit dem Fuß - dafür müsste es sich schon um eine sehr ungünstige Situation oder einen Menschen mit schwachen Knochen etwa durch Osteoporose handeln.

Wann zum Arzt?

Wer mit dem Fuß umknickt, der muss nicht immer direkt einen Arzt konsultieren. Meist ist das Umknicken mit dem Fuß eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, jedoch kann innerhalb von zwei bis drei Tagen schon eine deutliche Besserung eintreten. Unmittelbar nach dem Umknicken sollte die betroffene Person den Fuß auf eine gerötete Schwellung kontrollieren.

Schwillt der Fuß an, so sollte definitiv ein Arzt aufgesucht werden. Eine Schwellung ist in der Regel ein Anzeichen für eine ernsthafte Verletzung, die zwingend von einem Arzt behandelt werden muss. Eventuell sind Muskeln oder Sehnen in Mitleidenschaft gezogen worden. Wer an dieser Stelle auf eine ärztliche Behandlung mit den richtigen Medikamenten verzichtet, der setzt sich selbst einer großen Gefahr aus.

Wer den Fuß in einem solchen Fall weiterhin starken Belastungen aussetzt, riskiert permanente Schäden an Sehnen und Gelenken. Selbstverständlich kann die betroffene Person nach dem Umknicken vorerst ein paar Tage mit dem Gang zum Arzt warten. Sofern die Schmerzen nicht zu stark sind und ein normaler Gang halbwegs möglich ist. Wenn allerdings nach zwei bis drei Tagen keine deutliche Besserung eintritt und der Fuß stark geschwollen ist, dann sollte umgehend ein entsprechender Arzt aufgesucht werden. Nur so ist eine gezielte Diagnose und eine schnelle Genesung des Fußes garantiert.

Symptome und Verlauf

Schmerzen, Schwellungen und Hämatome sind typisch bei einem umgeknickten Fußgelenk.

Typische Symptome:

Wenn der Mensch mit dem Fuß umgeknickt ist, kann er meistens noch weiterlaufen. Das betroffene Fußgelenk wurde auf jeden Fall kurz überdehnt und falsch belastet, weshalb leichte Schmerzen jetzt normal sind. Die ersten Schritte sind schmerzhaft. Entweder bleiben sie schmerzhaft, die Beschwerden verschlimmern sich und das Gelenk schwillt möglicherweise an, oder aber der umgeknickte Fuß hört auf zu schmerzen.

In letzterem Fall ist die Verletzung nicht schlimm. Wenn aber Schwellungen oder auch nur bleibende Schmerzen auftreten, ist der umgeknickte Fuß schwerwiegender in Mitleidenschaft gezogen worden. Kann der Betroffene mit dem umgeknickten Fuß dagegen gar nicht mehr oder nur unter großen Schmerzen auftreten, darf gar nicht erst mit dem Arztbesuch gewartet werden und der Fuß darf auch nicht mehr belastet werden, da eine ernste Verletzung vorliegt. Vergehen die Schmerzen nicht binnen kürzester Zeit von alleine, so würden sie zwar über die nächsten Wochen oder gar Monate abheilen. Allerdings ist ohne ärztliche Untersuchung nicht sichergestellt, dass die Heilung dann korrekt abläuft.

Diagnose

Zur Diagnose wird der Patient zunächst befragt, wie und wo er mit dem Fuß umgeknickt ist und wie lange dieser Fall her ist. Danach wird der umgeknickte Fuß durch den Arzt begutachtet und abgetastet. In aller Regel werden Röntgenbilder angefertigt, um die Art und das Ausmaß der Verletzung zu erkennen. In den meisten Fällen reicht das für die Diagnose bereits aus, da auf dem Röntgenbild alles zu erkennen ist, was der Arzt sehen muss. Für eine weiterführende Diagnose oder in speziellen Fällen (Frauen in der Schwangerschaft) kommen andere bildgebende Verfahren (MRT) zum Einsatz.

Behandlung und Therapie

Bis zum Arztbesuch bzw. auch darüber hinaus sollte ein umgeknickter Fuß mit der sogenannten PECH-Regel versorgt werden:

P=Pause

E=Eis

C=Compression

H=Hochlagern

Bei einem umgeknickten Fuß wird abhängig von der Art und Schwere der Verletzung behandelt. Zunächst entscheidet der Arzt, ob der Fuß ruhig gestellt werden muss oder nicht. Meistens wird der Patient dafür einen festen Stoffverband bekommen, seltener handelt es sich um einen Gips. Der ruhig gestellte Fuß darf nun für einige Wochen nicht mehr bewegt werden, denn diese Zeit braucht die Muskulatur, um gesund zu verheilen. Würde der Fuß schneller wieder belastet, kann die Verletzung nicht richtig ausheilen und es kann Jahre nach dem Umknicken noch zu Schmerzen kommen. Für Sportler bedeutet das, dass sie eine Trainingspause einlegen müssen.

Patienten, die keinen Sport treiben, bekommen den Verband oder Gips nach einigen Wochen wieder abgenommen und der Arzt überprüft den Grad der Heilung. Er wird hierzu sehen wollen, dass der umgeknickte Fuß beweglich ist und dass er beim Abtasten nicht oder nur noch minimal wehtut. Sportler dürfen nun allerdings nicht wieder wie gewohnt mit dem Training anfangen, sie müssen schonend vorgehen. Am besten halten sie Rücksprache mit dem Arzt, was sie in nächster Zeit tun dürfen. Bei leichteren Verletzungen durch einen umgeknickten Fuß braucht der Patient zwar keine Ruhigstellung, kann also ohne einen Verband nach Hause gehen. Er darf allerdings keine langen Strecken laufen, bis die Schmerzen vergehen. In jedem Fall kann der Patient eine schmerzstillende Salbe auftragen oder eine Suspension oral einnehmen.



Vorbeugung

Mit dem richtigen Schuhwerk wird es wesentlich unwahrscheinlicher, mit dem Fuß umzuknicken. Das gilt insbesondere beim Sport, beispielsweise dann, wenn man an nassen Tagen im Wald joggen geht. Auch im Alltag sollte man aber Wert darauf legen, das Gespür für die Ebenheit des Bodens nicht durch falsche Schuhe zu verlieren. Sehr hohe Absätze erfordern vorsichtiges Gehen, auch sehr dicke Schuhsohlen sind ungünstig und führen gerne zum Umknicken. Wenn es doch passiert und Schmerzen auftreten, darf der Fuß nicht einfach weiterbelastet werden und es darf nicht nach eigenem Ermessen wieder mit dem Training begonnen werden. Die noch nicht ausgeheilten Muskeln und Sehnen würden sich erneut verletzen und dann noch viel mehr Zeit zur Heilung brauchen.

Bücher über Sportverletzungen

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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