Farbenblindheit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Januar 2015
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Unter Farbenblindheit versteht man eine Störung des Sehens, bei der der Betroffene statt der Farben nur verschiedene Grauabstufungen sowie Schwarz und Weiß sehen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Farbenblindheit?

Die Farbenblindheit ist meistens genetisch bedingt. In einigen Fällen kann sie aber auch als Folge eines Schlaganfalls oder eines Schädel-Hirn-Trauma]s nach einem Unfall auftreten. Die vererbte Farbenblindheit beginnt dagegen schon mit der Geburt. Ihre Ursache sind nicht funktionierende oder fehlende Farbrezeptoren im Zentrum der Netzhaut, dem so genannten gelben Fleck. Dieser Bereich ist die Stelle mit der höchsten Sehschärfe des Auges.

Zugleich sind dort normalerweise Millionen von Farbrezeptoren, die so genannten Zapfen, konzentriert, die sich in drei verschiedene Typen für die Farbwahrnehmung von Blau-, Grün- und Rottönen aufgliedern. Bei einer Farbenblindheit haben die Menschen jedoch nur Stäbchen als funktionierende lichtempfindliche Zellen auf ihrer Netzhaut, aber keine funktionierenden Zapfen. Die Stäbchen sind nur für die Wahrnehmung der Helligkeit zuständig, nicht für die Farben. Daher entsteht bei dem Fehlen der Zapfen eine Farbenblindheit.

Eine solche Farbenblindheit tritt selten auf und wird häufig mit der weitaus stärker verbreiteten Rot-Grün-Schwäche verwechselt, bei der es sich aber in Wahrheit nur um eine Farbenfehlsichtigkeit handelt. In diesen Fällen kann man bestimmte grüne und rote Farben nicht voneinander unterscheiden, leidet jedoch nicht an einer Farbenblindheit im strengen Sinne.

Ursachen von Farbenblindheit

Zu den wichtigen Zeichen einer Farbenblindheit gehört außerdem die geringe Sehschärfe. Die Ursache liegt wiederum an den fehlenden Sehzellen im gelben Fleck der Farbenblinden. Zwar sind bei ihnen außerhalb dieses Sehzentrums viele Stäbchenzellen wie bei den Normalsichtigen vorhanden, aber diese Zellen sind in Gruppen verbunden, um ihre Empfindlichkeit im Dunklen zu erhöhen, und sie haben zu große Abstände voneinander, um ein scharfes Sehen zu ermöglichen.

Die Zahl der einzelnen Bildpunkte ist wegen der fehlenden Sehzellen im gelben Fleck bei der Farbenblindheit deutlich reduziert. Die Sehschärfe der Betroffenen liegt meistens nur etwa bei einem Zehntel des normalen Wertes. Farbenblinde können entfernter befindliche Gegenstände und Personen daher meistens nicht erkennen. Diese Folge der Farbenblindheit lässt sich auch nicht durch Brillen korrigieren oder kompensieren.

Symptome und Verlauf von Farbenblindheit

Typische Symptome der Farbenblindheit:

Das erste Symptom einer Farbenblindheit zeigt sich bei Säuglingen an einem deutlichen Zittern ihrer Augen. Dieses Zittern beginnt, wenn das Kind ein Alter von etwa 3 Monaten erreicht hat. Es ist ein Reflex, der sich abspielt, während der Säugling versucht, seine Umgebung wahrzunehmen. Da ihm die Sehzellen im gelben Fleck fehlen, mit denen das normale Auge die Gegenstände fokussiert, versucht er unwillkürlich, sie abwechselnd mit dem rechten und dem linken Auge zu erfassen und das Bild im Gehirn zusammenzusetzen.

Das Verfahren entspricht dem Umgang mit dem blinden Fleck im Auge, den jeder Mensch hat, ohne dass er das Sehen behindert. Ähnlich funktioniert die Gehirnleistung, wenn eine Farbenblindheit besteht. Ein weiteres Symptom der Farbenblindheit ist eine hohe Licht- und Blendempfindlichkeit der Betroffenen, weil Farbenblinde nur mit ihren Stäbchenzellen sehen können. Diese Zellen sind vor allem auf das Sehen während der Dämmerung ausgerichtet, wenn das Sehen von Farben bei allen Menschen zurücktritt.

Ein Sprichwort beschreibt die Situation mit den Worten: „In der Nacht werden alle Katzen grau“. Für Menschen mit Farbenblindheit ist es umgekehrt so, dass sie vor allem bei hellem Tageslicht schwach sehen können, weil sich für sie dann alles in ein nebliges Weißgrau verwandelt. Auch eine helle künstliche Beleuchtung, wie sie in Schulen oder in Büroräumen üblich ist, kann Menschen blenden, die unter der Farbenblindheit leiden.

Diagnose von Farbenblindheit

Eine Diagnose der Farbenblindheit ist schon bei Kleinkindern möglich, wenn äußere Anzeichen wie das häufige Zittern der Augen auffällig werden. Jedoch gibt es gegen eine genetisch erworbene Farbenblindheit weder eine Vorbeugung, noch eine Therapie, da man die fehlenden Farb- und Lichtrezeptoren im gelben Fleck des Auges nicht ersetzen kann.

Ähnliches gilt auch für alle anderen angeborenen Störungen des Farbensehens wie die Rot-Grün-Sehschwäche oder die äußerst selten vorkommende Blauzapfen-Monochromasie, bei der nur die Zapfen für die Blautöne im Auge funktionieren. Diese Störungen sind genauso unheilbar wie die Farbenblindheit.

Behandlung von Farbenblindheit

Es gibt jedoch verschiedene Maßnahmen für eine Linderung der Folgen einer Farbenblindheit. Dazu gehören spezielle Sonnenbrillen und getönte Spezialbrillen mit Kantenfiltern. Sie verringern die Möglichkeit einer Blendung, weil sie das kurzwellige Licht absorbieren. Spezielle Lupen erlauben Farbenblinden das Lesen von kleinen Schriften und Spezialferngläser erleichtern das Sehen von entfernten Gegenständen. Elektronische Geräte für das Erkennen von Farben können bei der Farbenblindheit helfen, ebenso PC-Lesegeräte für Sehbehinderte.

Dagegen bestehen Behandlungsmöglichkeiten bei einer Farbenblindheit, die nicht genetisch bedingt ist, sondern durch eine Einwirkung auf das Gehirn, einen Unfall oder einen Schlaganfall entstand. Dann muss die neurologische Ursache der Farbenblindheit gefunden und beseitigt werden. Es kann bei einer solchen Farbenblindheit nach einigen Monaten der Sehstörung sogar in manchen Fällen zu einer spontanen Wiederkehr des Farbensehens kommen. Das ist bei einer angeborenen Farbenblindheit jedoch nicht möglich.

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Vorbeugung von Farbenblindheit

Einer Farbenblindheit kann leider nicht vorgebeugt werden, da sie größtenteils genetisch bedingt ist und es sich somit um eine angeborene Krankheit handelt. Die Erkrankung ist wie vie viele Erbkrankheiten geschlechtsspezifisch vererbbar. Frauen sind seltener betroffen als Männer.

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