Erythroplasie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. Januar 2015
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In der Medizin wird mit dem Begriff Erythroplasie eine Vorstufe des Hautkrebses bezeichnet, der in besonderem Maße die Schleimhäute an den Genitalien befällt. Auslöser ist in der Regel eine Infektion mit Papillomaviren. Bleibt die Erythroplasie unbehandelt, kann sich eine sehr schwere Krebserkrankung entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Erythroplasie?

Die als Erythroplasie bezeichnete Erkrankung der Haut tritt in erster Linie an den Geschlechtsorganen des Menschen auf. Möglich ist jedoch auch, dass die Mundschleimhäute befallen werden. Betroffene Stellen an der Haut sind zuerst klein und tief gerötet.

Im Verlauf breiten sich die Stellen großflächig aus. Betroffene haben meist keinerlei Beschwerden. Die Erythroplasie ist eine Vorstufe von Krebs und kann sich im ungünstigen Fall, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, zu einer folgenschweren Krebserkrankung entwickeln.

Ursachen von Erythroplasie

Weil eine Erythroplasie von der Optik einer anderen Vorstufe von Krebs ähnelt, kann es zu Verwechslungen kommen. Deswegen ist eine umfassende Untersuchung durch den Facharzt wichtig. Eine diagnostizierte Erythroplasie ist immer behandlungsbedürftig, um zu verhindern, dass sich der Gesundheitszustand des Betroffenen deutlich verschlechtert.

In den meisten der bekannten Fälle liegen die Ursachen einer Erythroplasie in einer vorhergehenden Infektion der Betroffenen mit Papillomaviren. Diese Viren werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Sie können auf diesem Weg die Genitalien und die Mundschleimhaut infizieren. Sie lösen dann ein tumorähnliches Zellwachstum aus. Die dabei entstehenden Geschwulste sind oft nicht bösartig, führen aber zur Bildung von Warzen.

Im ungünstigen Fall können die Geschwulste sich zu einer Krebserkrankung entwickeln, die lebensgefährlich für den Betroffenen ist. Immer dann, wenn das Immunsystem eines Erkrankten ohnehin geschwächt ist, besteht die Gefahr, dass sich die Erythroplasie in Krebs verwandelt. Es gibt auch Fälle, bei denen die Erythroplasie sich durch unzureichende körperliche Hygiene entsteht. Dabei entstehen dann chronische Entzündungen an den Schleimhäuten der Genitalien, die sich im Verlauf zu einer Erythroplasie entwickeln.

Symptome und Verlauf von Erythroplasie

Typische Symptome und erste Anzeichen einer Erythroplasie zeigen sich durch relativ scharf begrenzte, rötliche Flecken, die sich großflächig verteilen und sich beim Mann im Bereich der Eichel und bei der Frau am Scheideneingang entwicklen. Wird die Erythroplasie nicht umgehend behandelt, führt die Krankheit unweigerlich zu Hautkrebs. Werden die hier beschriebenen Rötungen im Genitalbereich oder an der Mundschleimhaut festgestellt, ist es wichtig, möglichst kurzfristig zum Arzt zu gehen. Dieser kann eine medizinische Untersuchung durchführen und bei diagnostizierter Erythroplasie mit der Therapie beginnen, bevor es zu einer Krebserkrankung kommt.

Diagnose von Erythroplasie

Der Verdacht, dass eine Erythroplasie vorliegen könnte, lässt sich bereits anhand einer optischen Begutachtung durch den behandelnden Facharzt erkennen. Um die Diagnose eindeutig zu machen und die Erythroplasie nicht mit Morbus Bowen zu verwechseln, ist dem Patienten im Rahmen einer Biopsie eine Gewebeprobe zu entnehmen, die entsprechend zu untersuchen ist.

Die Biopsie gibt dem Arzt Informationen über die genaue Art und die Ursache der vorliegenden Erkrankung. Anschließend kann dann eine geeignete Therapie veranlasst werden. Wird die Erythroplasie nicht erkannt und bleibt über längere Zeit unbehandelt, entwickelt sich daraus in aller Regel Krebs.

Der Gesundheitszustand des Betroffenen verschlechtert sich zunehmend. Wenn sich dann auch noch Metastasen bilden, die sich im gesamten Körper ausbreiten, besteht akute Lebensgefahr für den Erkrankten, weil aus der leicht therapierbaren Erythroplasie eine schwere Krebserkrankung entstanden ist.

Behandlung von Erythroplasie

Konnte anhand der Biopsie im Gewebe des Patienten eindeutig eine Erythroplasie festgestellt werden, muss der behandelnde Arzt schnell reagieren und eine entsprechende Therapie veranlassen. Dabei geht es darum, die weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, damit sie sich nicht in zu Krebs entwickelt. Die Zellen, die für die Hautveränderungen verantwortlich sind, müssen aus dem Körper entfernt werden, um ihr weiteres Wachstum zu verhindern.

Da oft die Genitalien von der Erythroplasie betroffen sind, ist das Entfernen der betroffenen Stellen sehr schwierig. Es lässt sich meist nur in beschränktem Umfang vornehmen. Meistens wird eine ganz gezielte Therapie mit Bestrahlung veranlasst, die die erkrankten Zellen an den betreffenden Stellen eliminiert. So lässt sich sicherstellen, dass die Wucherungen nicht streuen. Parallel werden in naheliegende Lymphknoten untersucht, um sicher zu gehen, dass diese nicht bereits betroffen sind.

Findet der Arzt auch in den Lymphknoten Metastasen, handelt es sich um Krebs. Eine Chemotherapie ist dann unumgänglich. Zudem entfernen die Ärzte die betroffenen Lymphknoten. Das hindert die Krebszellen am Wachsen und an der Ausbreitung. Je früher beim Patienten eine Erythroplasie festgestellt werden kann und entsprechend behandelt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene nach der Therapie vollständig geheilt ist.

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Vorbeugung von Erythroplasie

Weil eine Erythroplasie meistens durch Papillomaviren ausgelöst wird, sollte jeder bei sexuellen Kontakten, insbesondere bei häufig wechselndem Geschlechtsverkehr, auf entsprechende Maßnahmen zum Schutz achten. Eine regelmäßige und angemessene Körperhygiene insbesondere im Bereich der Genitalien sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Ein entsprechender Lebensstil mit sportlicher Betätigung und gesunder Ernährung trägt zur Stärkung des Immunsystems bei. Das kann sich ebenso positiv auf die Verhinderung einer Erythroplasie auswirken.

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