Zahnersatz (Zahnimplantation)


Aktualisiert am 12. März 2019 von Dr. med. Nonnenmacher

Ein Zahnimplantat ist die fortschrittlichste Methode des Zahnersatzes. Es ersetzt die Wurzel durch einen Metallstift und verankert den künstlichen Zahn damit fest im Kiefer. Dadurch wird bei Kaubewegungen der Druck ebenso wie von einer Zahnwurzel an den Kiefer weitergegeben und damit Rückbau verhindert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Zahnimplantat?

Zahnersatz (Zahnimplantat): Mit einer künstlichen Zahnwurzel wird das Implantat im Kieferknochen verankert.

Implantate bestehen aus reinem Titan, das vom Körper in der Regel problemlos adaptiert wird. Speziell für die Zahnheilkunde wurden Titan-Zirkonium-Mischungen entwickelt, die sehr stabil und gut verträglich sind.

Alternativ gibt es mittlerweile auch Keramikimplantate aus Zirkondioxid, die bei hoch allergischen Patienten verwendet werden können. Die Implantate sind schrauben- oder zylinderförmig und werden in den Kieferknochen eingeschraubt und so fest verankert. Das Knochengewebe nimmt den Ersatzstoff an und wächst daran fest und so erreichen sie die gleiche Stabilität wie natürliche Zahnwurzeln. Nachdem das Implantat eingesetzt worden und mit dem Kieferknochen verwachsen ist, können Kronen, Brücken oder Prothesen anderer Art daran befestigt werden.

Wann wird ein Zahnersatz notwendig?

Durch Implantate können einzelne Zahnlücken oder auch mehrere fehlende Zähne und sogar ein komplett zahnloser Kiefer behandelt werden. Der Vorteil vom Implantat besteht darin, dass bei der Überbrückung der Zahnlücken nicht gesunde Nachbarzähne in Mitleidenschaft gezogen werden, die bei einer Brücke als Brückenpfeiler abgeschliffen werden müssen.

Zudem sorgt eine feste Verankerung im Kieferknochen dafür, dass der Kiefer weiterhin dem gleichen Druck ausgesetzt ist wie es über die Zahnwurzeln geschieht und dadurch Knochenschwund vermieden wird. Außerdem schließen die implantierten Zähne fest mit dem Zahnfleisch ab, es entstehen keine schlecht zu pflegenden Hohlräume, wie es unter Brücken meist der Fall ist.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Es gibt verschiedene Zeitpunkte, die Implantation durchzuführen. Die Sofortimplantation erfolgt direkt nach der Zahnextraktion während der gleichen Sitzung. Das Implantat wird direkt in die leere Alveole (Zahnfach) eingesetzt. Voraussetzung dafür ist, dass keine Entzündung vorliegt und die Alveole frei und sauber ist.

Eine Frühimplantation erfolgt vier bis acht Wochen nach Extraktion des Zahnes. Der genaue Zeitpunkt macht sich an der Heilung des Weichgewebes fest. Die Spätimplantation wartet noch die Heilung des Knochengewebes ab und erfolgt etwa sechs Monate nach der Zahnextraktion.

Die eingesetzten Implantate sind meistens aus Titan, können aber auch aus Keramik sein. Mittlerweile werden auch Zahnimplantate aus Roxolid hergestellt. Das ist eine Mischung aus Titan und Zirkonium. Es ist speziell für die Zahnimplantation hergestellt und verfügt über eine höhere Stabilität und Belastbarkeit als Titan. Es hat sehr gute Einheilungseigenschaften. Durch die höhere Stabilität können kleinere Implantate verwendet werden, was besonders in solchen Kieferknochen mit wenig Knochensubstanz und geringem Platzangebot von Vorteil ist. Dadurch kann eine zusätzliche Maßnahme zum Knochenaufbau vor der eigentlichen Implantation vermieden werden.

Was muss der Patient beachten?

Für den Patienten ist es wichtig, die für ihn passende Praxis zu finden, bei der er gut versorgt ist. Bei Unklarheiten kann noch eine zweite Meinung eingeholt werden. Wichtig bei der Auswahl ist die Möglichkeit von guten bildgebenden Verfahren, da darüber die genaue Planung des Eingriffs erfolgt. Nach dem Eingriff ist eine gute Mundhygiene wichtig. Um postoperative Schwellungen und Nachblutungen zu vermeiden oder zu verringern, sollte man einige Tage nach dem Eingriff keine körperlichen Anstrengungen unternehmen und auf Saunagänge und Sonnenbaden, sowie UV-Bestrahlungen verzichten.

Durchführung - Wie läuft die Behandlung ab?

Vor der Implantation muss sich der Arzt einen guten Überblick über den Kiefer verschaffen können. Dazu werden gute bildgebende Verfahren benötigt. Es muss genau dargestellt werden, wie die Verhältnisse im Kiefer sind, wo der Nervus mandibularis verläuft und ob genug Knochensubstanz vorhanden ist.

Bei komplizierten Eingriffen und kritischen Verhältnissen reicht eine normale zweidimensionale Röntgenaufnahme dazu manchmal nicht aus. Hier werden dann Verfahren angewendet, die eine dreidimensionale Sicht zulassen. Es handelt sich hierbei um ein CT (Computertomografie) oder eine DVT (Digitale Volumen Tomografie). Beide Verfahren liefern Schnittbilder, die eine genaue Vermessung von Höhe und Breite des Knochens und Berechnung der Knochendichte zulassen. Durch diese dreidimensionale Sicht auf den Kiefer können die nachfolgenden Eingriffe sehr genau geplant werden.

Bei schlechter oder fehlender Knochensubstanz muss dem Eingriff ein Knochenaufbau vorangehen. Dies kann bei kleineren Knochentransplantationen als ambulanter Eingriff unter örtlicher Betäubung erfolgen. Bei umfangreichen Knochenaufbauten muss Knochenmaterial aus dem Hüftknochen entnommen werden. Dies erfordert eine Vollnarkose. Die Knochenimplantate benötigen einige Monate Zeit, um gründlich einzuwachsen. Danach kann dann die Zahnimplantation erfolgen. Gelegentlich kann der Knochenaufbau auch gemeinsam mit der Implantation erfolgen.

Zur Implantation wird der Knochen freigelegt. Bei sehr guter und ausreichender Knochensubstanz kann die Implantation auch ohne Freilegung des Knochens erfolgen.

Mit einem speziellen Bohrer wird im Knochen Platz für das Implantat geschaffen. Danach wird es passgenau in den Knochen eingesetzt. Für die Phase der Einheilung gibt es zwei Methoden, die einzeitige (offene) und die zweizeitige (geschlossene) Einheilung. Bei der einzeitigen ragt das Implantat während der Einheilung aus der Schleimhaut heraus.

Bei der zweizeitigen Einheilung wird die Schleimhaut über dem Implantat vernäht, damit es während der Einheilung keinen äußeren Einflüssen ausgesetzt ist. Zur Anbringung des Zahnersatzes muss das Implantat dann wieder freigelegt werden. Die zweizeitige Methode wird in der Regel dann verwandt, wenn gleichzeitig mit der Implantation auch noch ein Knochenaufbau erfolgt.

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Wer übernimmt die Kosten?

Die Krankenkassen zahlen einen festen Zuschuss zu einem Zahnersatz, wobei es hierbei unerheblich ist, welcher Art der Zahnersatz ist. Der darüber hinaus gehende Teil der Kosten muss in Eigenleistung erbracht werden. Durch Zusatzversicherungen kann man diese Eigenleistung jedoch noch verringern.

Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Komplikationen treten selten auf. Dennoch kann es zu Komplikationen kommen. Intraoperative Komplikationen können eine Verletzung des Unterkiefernervs oder des Zungennervs sein. Das zeigt sich in einem Taubheitsgefühl der Unterlippe oder der Zunge. Nachbarzähne oder Blutgefäße können beschädigt werden.

Als postoperative Nebenwirkungen können Schwellungen, Schmerzen, Nachblutungen oder Bluterguss, Wundheilungstörungen oder eine Infektion der Wunde auftreten. Es kann zu einer Periimplantitis kommen. Das ist eine chronische Entzündung des Implantats und kann zu einem Implantatverlust führen.

Quellen

  • Gängler P. et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme Verlag. 3. Auflage 2010
  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Kramer E. Prophylaxefibel, Grundlagen der Zahngesundheit; Deutscher Zahnärzte Verlag (2009)


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