Vitamin K

Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 12. Mai 2024Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Vitamin K ist ein Vitamin, dass in der belebten Natur in verschiedenen Arten vorkommt. Je nach Anforderung können Lebewesen die organische Verbindung modifizieren. Für den Menschen ist Vitamin K aus vielerlei Hinsicht zur Gesunderhaltung unentbehrlich.
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Bedeutung und Wirkung
Beim Menschen ist Vitamin K für die Blutgerinnung unverzichtbar. Ferner wird Vitamin K für die Aktivierung einiger wichtiger Hormone benötigt. Einer dieser Botenstoffe, die von Vitamin K abhängen, reguliert das Wachstum und die Vermehrung der Körperzellen. Auch für die hormonelle Steuerung des Knochenwachstums spielt Vitamin K eine wichtige Rolle.
Daneben scheint Vitamin K auch eine Funktion für den Zuckerstoffwechsel zu haben. Vitamin K gehört zur Gruppe der fettlöslichen Vitalstoffe und muss mit der Nahrung zugeführt werden. Eine Ausnahme bildet das Vitamin K 2, das Darmbakterien produzieren können. Diese Variante des Vitamin K ist für den Menschen aber weniger wichtig.
Ohne die Wirkung von Vitamin K könnte das Blut nicht gerinnen und kleinste Verletzungen wären tödlich. Feinste Risse der Blutgefäße hätten ein inneres Verbluten zur Folge. Die Beteiligung von Vitamin K an der Blutgerinnung hat in der Inneren Medizin auch pharmakologische Bedeutung. Denn Blutgerinnsel können Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen verursachen.
Zur Vorbeugung gegen diese Volkskrankheiten verordnen Ärzte Medikamente, die eine verminderte Gerinnungsneigung des Blutes bewirken. Einige dieser Mittel beinhalten das Vitamin K.
Die besten Lieferanten von Vitamin K sind alle grünen Gemüse und Kräuter. Denn in den Blättern ist Vitamin K eine Komponente des grünen Farbstoff-Systems. Diese „Pigmente“ fungieren als biologischer Sonnenkollektor. Mit der eingefangenen Lichtenergie können die Pflanzen Zucker produzieren.
Daher ist Vitamin K in unserer Ernährung im Überschuss enthalten. So decken beispielsweise 10 g Petersilie den Tagesbedarf. 100 g Sauerkraut liefern das 20-fache der täglich benötigten Menge Vitamin K. Auch andere Kohlsorten und Spinat sowie Feldsalat bringen genügend Vitamin K auf den Teller.
Vitamin K-Mangel und Überversorgung
Weit verbreitet ist der Wirkstoff Phenprocoumon („Marcumar“). Wenn Sie Marcumar-Patient sind, sollten Sie bei der Einnahme von Vitamin-Präparaten darauf achten, dass Sie Vitamin K nicht zu hoch dosieren. Andernfalls können Sie den Effekt des Gerinnungshemmers („Antikoagulans“) aufheben.
Bis vor kurzem galt noch der allgemeine Rat für Marcumar-Patienten, Vitamin K auch in der Ernährung zu berücksichtigen. Heute sind die Mediziner mehrheitlich der Meinung, dass der relativ geringe Gehalt an Vitamin K im Gemüse die gefährliche Wechselwirkung nicht hervorruft.
Der erwünschte Effekt des Marcumars tritt im extremen Fall bei einer Unterversorgung mit Vitamin K auf. Allerdings ist die „Hypovitaminose“ des Vitamin K selten. Regelmäßig gefährdet sind vor allem Neugeborene, denen Ärzte heute Vitamin K zusätzlich geben. Daneben können einige Medikamente wie Antibiotika für einen Mangel an Vitamin K verantwortlich sein.
Alkoholmissbrauch ist ein weiterer Faktor, der zu einer Unterversorgung mit Vitamin K führt. Bei Osteoporose (Brüchige Knochen) kann hochdosiertes Vitamin K helfen – aber vergessen Sie bitte niemals die Wechselwirkung mit Marcumar!
Viamin K-Zufuhr für Säuglinge bzw. Babys?
Der Vitamin-K-Bedarf von Säuglingen ist besonders wichtig, da Vitamin K eine entscheidende Rolle bei der Blutgerinnung spielt und Säuglinge ein erhöhtes Risiko für Blutungen haben können, wenn sie nicht ausreichend mit diesem Vitamin versorgt sind. Neugeborene haben in der Regel niedrige Vitamin-K-Spiegel, da sie während der Schwangerschaft nur begrenzte Mengen über die Plazenta erhalten und die Konzentration von Vitamin K in der Muttermilch relativ gering ist.
Um dieses Risiko zu verringern, erhalten die meisten Säuglinge unmittelbar nach der Geburt eine Vitamin-K-Injektion. Diese Injektion, die Vitamin K1 enthält, hilft, den Vitamin-K-Spiegel im Blut des Neugeborenen zu erhöhen und das Risiko von Blutungen zu verringern. Die meisten Gesundheitsorganisationen und medizinischen Fachkräfte empfehlen diese Vitamin-K-Injektion routinemäßig für alle Neugeborenen, um ihre Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten.
Die empfohlene Vitamin-K-Zufuhr für Säuglinge variiert je nach Alter und kann von Gesundheitsorganisationen leicht unterschiedlich festgelegt werden. Im Allgemeinen beträgt die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin K für Säuglinge:
- Für Neugeborene: 0,5 bis 1 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Diese Menge wird in der Regel durch die Vitamin-K-Injektion direkt nach der Geburt erreicht.
- Für gestillte Säuglinge: 1 bis 2 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, beginnend ab der ersten Woche nach der Geburt. Gestillte Säuglinge erhalten normalerweise nicht genügend Vitamin K über die Muttermilch, weshalb es wichtig ist, dass sie zusätzlich Vitamin-K-reiche Nahrungsergänzungsmittel erhalten.
- Für künstlich ernährte Säuglinge: Künstlich ernährte Säuglinge erhalten normalerweise ausreichend Vitamin K aus Säuglingsnahrung, da viele Säuglingsnahrungsmittel mit Vitamin K angereichert sind.
Es ist wichtig, die empfohlenen Vitamin-K-Zufuhrmengen für Säuglinge einzuhalten, um ihr Wachstum und ihre Entwicklung zu unterstützen und das Risiko von Vitamin-K-Mangelblutungen zu verringern. Eltern sollten mit ihrem Kinderarzt oder einer medizinischen Fachkraft zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass ihr Baby die empfohlene Menge an Vitamin K erhält und gesund bleibt.
Welche Lebensmittel enthalten viel Vitamin K?
Es gibt zwei Hauptformen von Vitamin K: Vitamin K1 (Phyllochinon) und Vitamin K2 (Menachinon), von denen jede unterschiedliche Funktionen im Körper hat. Vitamin K1 wird hauptsächlich in grünem Blattgemüse gefunden, während Vitamin K2 in fermentierten Lebensmitteln und tierischen Produkten vorkommt.
Grünes Blattgemüse:
Grünes Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl, Mangold, Römersalat, Feldsalat und Petersilie sind ausgezeichnete Quellen für Vitamin K1. Diese Lebensmittel enthalten hohe Konzentrationen an Chlorophyll, dem grünen Pigment in Pflanzen, das Vitamin K1 enthält.
Brokkoli:
Brokkoli ist ein weiteres Gemüse, das reich an Vitamin K1 ist. Es enthält auch andere wichtige Nährstoffe wie Vitamin C, Ballaststoffe und Antioxidantien, die zur Gesundheit beitragen können.
Kohl:
Kohl in verschiedenen Formen wie Weißkohl, Rotkohl und Wirsing ist eine gute Quelle für Vitamin K1. Es ist auch reich an Ballaststoffen und Antioxidantien und kann vielseitig in der Küche verwendet werden.
Spargel:
Spargel ist ein köstliches Gemüse, das nicht nur reich an Vitamin K1 ist, sondern auch an Vitaminen der B-Gruppe, Vitamin C, Ballaststoffen und Antioxidantien.
Fermentierte Lebensmittel:
Fermentierte Lebensmittel wie Natto, ein traditionelles japanisches Gericht aus fermentierten Sojabohnen, sind reich an Vitamin K2. Andere fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi und Käse enthalten ebenfalls moderate Mengen an Vitamin K2.
Leber:
Leber, insbesondere Rinderleber, ist eine ausgezeichnete Quelle für Vitamin K2 sowie für andere wichtige Nährstoffe wie Eisen, Vitamin A und B-Vitamine.
Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitamin-K-haltigen Lebensmitteln ist, kann dazu beitragen, einen gesunden Vitamin-K-Spiegel im Körper aufrechtzuerhalten und die Blutgerinnung zu unterstützen sowie die Knochengesundheit zu fördern. Es ist wichtig zu beachten, dass Vitamin K auch in kleineren Mengen in einer Vielzahl von anderen Lebensmitteln vorkommt, einschließlich Fleisch, Eiern und bestimmten Ölen wie Sojaöl und Rapsöl.
Daneben ist die Konzentration von Vitamin K im Geflügelfleisch recht hoch. Auch in verarbeiteten Lebensmitteln ist der Gehalt an Vitamin K ausreichend. Denn Vitamin K ist äußerst hitzestabil und verträgt daher langes Kochen, Backen und Braten durchaus. Vitamin K ist lediglich etwas anfällig gegen Zersetzung im Licht. Doch spielt diese „Photosensibilität“ keine praktische Rolle im Umgang mit Vitamin K.
Wie sollte Vtamin K eingenommen werden?
Die optimale Einnahme von Vitamin K hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des individuellen Gesundheitszustands, des Alters, der Ernährungsgewohnheiten und anderer medizinischer Aspekte. Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung und der Knochengesundheit spielt. Hier sind einige wichtige Überlegungen zur optimalen Einnahme von Vitamin K:
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitamin-K-haltigen Lebensmitteln ist, kann dazu beitragen, den Vitamin-K-Bedarf des Körpers zu decken. Grünes Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl, Mangold, Römersalat und Petersilie sind ausgezeichnete Quellen für Vitamin K1. Fermentierte Lebensmittel wie Natto, Sauerkraut und Käse enthalten Vitamin K2. Durch den regelmäßigen Verzehr dieser Lebensmittel kann der Körper ausreichend mit Vitamin K versorgt werden.
- Supplemente: In einigen Fällen kann die Einnahme von Vitamin-K-Supplementen erforderlich sein, insbesondere bei Personen mit einem erhöhten Risiko für einen Vitamin-K-Mangel. Dies kann Menschen umfassen, die bestimmte Medikamente einnehmen, die die Vitamin-K-Absorption beeinträchtigen, oder Personen mit gastrointestinalen Erkrankungen, die die Nährstoffaufnahme beeinflussen können. Die Einnahme von Vitamin-K-Supplementen sollte jedoch immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da zu viel Vitamin K unerwünschte Nebenwirkungen haben kann.
- Vitamin K ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Vitamin K1 (Phyllochinon) und Vitamin K2 (Menachinon). Vitamin K1 wird häufig in Nahrungsergänzungsmitteln und Multivitaminpräparaten gefunden und ist besonders wichtig für die Blutgerinnung. Vitamin K2 wird oft zur Unterstützung der Knochengesundheit verwendet und ist in einigen Nahrungsergänzungsmitteln für die Knochengesundheit enthalten.
- Dosierung: Die optimale Dosierung von Vitamin K kann je nach individuellem Bedarf variieren. Für die meisten gesunden Erwachsenen beträgt die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin K1 etwa 120 Mikrogramm für Männer und 90 Mikrogramm für Frauen. Für Vitamin K2 gibt es keine offiziellen empfohlenen Tagesdosen, aber typische Dosierungen liegen zwischen 50 und 200 Mikrogramm pro Tag. Bei Bedarf kann eine höhere Dosierung unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
- Wechselwirkungen: Personen, die blutverdünnende Medikamente wie Warfarin einnehmen, sollten ihren Arzt konsultieren, bevor sie Vitamin-K-Supplemente einnehmen, da Vitamin K die Wirkung dieser Medikamente beeinflussen kann. Eine plötzliche Änderung der Vitamin-K-Zufuhr kann auch den Blutgerinnungswert beeinflussen und das Risiko von Blutgerinnseln oder Blutungen erhöhen.

Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 12. Mai 2024
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