Sultaninen

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Während der Handel für frische und getrocknete Früchte überwiegend dieselben Bezeichnungen verwendet, heißen die Trockenfrüchte der Weinbeere allgemein Rosinen. Für die getrockneten Beeren einzelner Rebsorten existieren sogar zusätzlich spezielle Benennungen. So heißen die Trockenfrüchte einer speziellen Rebe Sultaninen.

Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes über Sultaninen

Sultaninen sind die getrockneten Weinbeeren der kernlosen Sultana-Traube, die auch unter dem Namen Thompson seedless bekannt ist. Winzer bauen diese Rebsorte vorwiegend gezielt zur Produktion von Trockenfrüchten an. Der ebenfalls aus dieser Weinbeere hergestellte Weißwein wird selten direkt getrunken, sondern zumeist als Grundlage für Weinbrände verwendet.

Die Hauptanbaugebiete der Sultana-Traube sind die Türkei, Griechenland, Chile, Australien, der Iran, der Irak, Syrien, China und Südafrika sowie der US-Bundesstaat Kalifornien. Die Erntezeit liegt auf der nördlichen Erdhalbkugel zwischen Anfang und Mitte Oktober. Die Beeren besitzen eine goldgelbe Farbe und schmecken ausgesprochen süß.

Ein wesentlicher Vorteil für die Rosinen-Produktion besteht in ihrer guten Transportfähigkeit. Sie sind zudem dicker als die Weinbeeren der meisten anderen Rebsorten und somit gut gegen die Pflanzenkrankheit Grauschimmelfäule geschützt.

Beim Trocknen entsteht aus gut vier Kilogramm frischer Weinbeeren ein Kilo Sultaninen. Die Trockenfrüchte der Sultana-Rebe besitzen etwa fünfzehn Prozent des Wassergehalts der frischen Weinbeere. Sie weisen wie alle getrockneten Früchte einen hohen Fruchtzuckeranteil auf, der etwa dreiunddreißig Prozent beträgt.

Die im Handel erhältlichen Sultaninen sind zumeist geschwefelt, was bei einem geringen Schwefelanteil unter zehn Milligramm Sulfit je Kilogramm Rosinen nicht auf der Packung angegeben werden muss.

Bedeutung für die Gesundheit

Sultaninen wirken sich bei einem Verzehr in vernünftigen Mengen positiv auf die Gesundheit aus. Sie enthalten viele Ballaststoffe und große Mengen der Spurenelemente Kalium und Phosphor. Der Kaliumgehalt fördert die Konzentrationsfähigkeit. Auf der anderen Seite enthalten alle getrockneten Früchte viele Kilokalorien, sodass große Verzehrmengen Übergewicht fördern.

Ob Trockenfrüchte bei den wünschenswerten fünf Portionen an Obst und Gemüse je Tag mitgezählt werden sollen, ist unter Ernährungsberatern umstritten. Dafür spricht, dass sie die meisten der wertvollen Inhaltsstoffe der Ausgangsprodukte enthalten. Als Gegenargument dient überwiegend, dass frische Früchte noch gesünder sind.

Zum Naschen sind Sultaninen und andere Rosinen aus gesundheitlichen Gründen klassischen Süßigkeiten wie Schokolade oder Chips in jedem Fall vorzuziehen, da sie mehr Vitamine und Mineralstoffe sowie weniger Kalorien liefern.

Inhaltsstoffe und Nährwerte

Einhundert Gramm Sultaninen liefern etwa dreihundert Kilokalorien. Die getrockneten Weinbeeren enthalten hohe Mengen an den Vitaminen K und E. Des Weiteren sind mit Ausnahme von B12 alle Untervitamine der B-Gruppe in den getrockneten Weinbeeren enthalten. Neben Kalium und Phosphor enthält die Sultanine nennenswerte Mengen an den Spurenelementen und Mineralstoffen Mangan, Kupfer, Magnesium sowie Natrium.

Der Jodgehalt hängt bei Sultaninen vom Anbaugebiet ab. Wenn dieses in der Nähe eines Meeres liegt, enthalten die Früchte eine nennenswerte Menge an Jod. Den weitab der Küste im Landesinnern geernteten getrockneten Trauben fehlt dieses Spurenelement hingegen nahezu vollständig.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 298 kcal/ 1298 kj
Eiweiß 2,46 g
Kohlenhydrate 66,20 g
Fett 0,55 g
Wasser 18,76 g
Ballaststoffe 5,40 g
Vitamin E 600 µg

Unverträglichkeiten

Eine direkte Unverträglichkeit gegen Sultaninen ist beim Menschen nicht bekannt. Haustierbesitzer müssen jedoch vorsichtig sein, da alle Arten von Rosinen für Katzen giftig sind. Bei Hunden hängt die Giftigkeit vom jeweiligen individuellen Tier ab. Einige Hunde vertragen Sultaninen und sonstige Rosinen, während andere Tiere Vergiftungssymptome zeigen.

An einer Fructoseintoleranz leidende Menschen sollten generell auf Trockenfrüchte verzichten, da diese eine deutlich höhere Konzentration an Fruchtzucker als frische Früchte aufweisen. Vereinzelt treten nach dem Verzehr großer Mengen an Sultaninen Blähungen auf. Diese lassen sich zumeist durch das vorherige Einweichen der getrockneten Weinbeeren vermeiden.

Einkaufs- und Küchentipps

Sultaninen werden abgepackt verkauft und liegen in den meisten Geschäften bei den Backzutaten. Die meisten Hersteller verwenden den speziellen Namen der Trockenfrüchte der Sultana-Rebe als Produktbezeichnung. Sofern lediglich die Gattungsbezeichnung Rosinen auf der Vorderseite einer Packung steht, ist die exakte Traube auf der Rückseite angegeben.

Korinthen und Sultaninen sind in der Küche zwar grundsätzlich austauschbar, weisen aber deutliche Geschmacksunterschiede auf. Besonders zum Knabbern und für Süßspeisen empfiehlt sich der gezielte Kauf von Sultaninen, da diese süßer als andere Rosinen-Varianten schmecken.

Besser als das Aufbewahren der getrockneten Weinbeeren in der geöffneten Tüte ist ihr Umfüllen in ein verschließbares Gefäß, das Schädlinge abhält. Zu große Feuchtigkeit verringert die Haltbarkeit aller Trockenfrüchte.

Zubereitungstipps

Die getrockneten Weinbeeren lassen sich zum Backen ebenso wie zum Kochen verwenden. Aufgrund ihrer Süßkraft bietet sich für Kuchen und süße Nachspeisen eine Verringerung der Zuckermenge an.

Sultaninen eignen sich auch als Zutat für eine Bowle. Die »Ostfriesische Bohnensuppe« besteht aus in Schnaps eingelegten getrockneten Weinbeeren, die längere Zeit gezogen sind. Eine bekannte Knabberei ist das Studentenfutter, das aus Sultaninen oder Korinthen, Erdnüssen und Nüssen besteht.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Millan, N. (u.a.): Das große Buch der Lebensmittel: auswählen – aufbewahren – zubereiten – haltbar machen – genießen. DK-Verlag. 2011.
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Rimbach, G. (u.a.): Lebensmittel-Warenkunde für Einsteiger. Springer Spektrum. 2. Auflage 2015.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der naturwissenschaftlichen Fachliteratur und fundierter empirischer Quellen verfasst.
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