Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)

Letzte Aktualisierung am 26. Juni 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die Speiseröhrenentzündung, in der medizinischen Fachsprache auch als Ösophagitis bezeichnet, ist eine Erkrankung, bei der Teile der Schleimhaut der menschlichen Speiseröhre entzündet sind. Die Ursachen für eine Ösophagitis sind vielfältig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)?

Speiseröhrenentzündung:Der Rückfluss von Magenbrei und Magensäure in die Speiseröhre reizt die Speiseröhrenschleimhaut und führt zu den typisch brennenden Schmerzen (Sodbrennen).

Bei der Speiseröhrenentzündung handelt es sich oft um die Folge von Sodbrennen. Dabei kommt es durch die Schwäche des Muskels am Mageneingang zum Zurücklaufen der Magensäure in die Speiseröhre. Die Speiseröhrenentzündung kann akut oder chronisch auftreten und verschiedene Abschnitte der Speiseröhre betreffen.

Meistens ist jedoch das untere Drittel der Speiseröhre betroffen, wo diese mit dem Magen verbunden ist. Ältere Menschen sind von einer Speiseröhrenentzündung deutlich häufiger betroffen als junge Menschen.

Ursachen

Ursachen für eine Entzündung der Speiseröhre gibt es zahlreiche. Am häufigsten gilt jedoch die sogenannte Refluxkrankheit als Auslöser, bei welcher saurer Mageninhalt ungehindert vom Magen zurück in die Speiseröhre fließt.

Auch ein Bruch des Zwerchfells kommt als Ursache für eine Entzündung der Speiseröhre in Frage. Dadurch wird die Schließkraft des Speiseröhren-Schließmuskels verringert und saurer Mageninhalt kann - ähnlich wie bei der Refluxkrankheit - ungehindert zurück in die Speiseröhre fließen.

Die Funktion des unteren Schließmuskels der Speiseröhre kann jedoch nicht nur durch einen Bruch des Zwerchfells beeinträchtigt sein, auch in hohem Alter nimmt die Funktion des Muskels stetig ab. Bestimmte Medikamente oder auch Entzündungen können die Funktion des Muskels ebenfalls beeinträchtigen.

Auch wenn die Muskeln der Speiseröhre nicht mehr richtig arbeiten (bei der Speiseröhre handelt es sich um ein mit Muskeln gefülltes Hohlorgan), kann Magensaft zurück in die Speiseröhre fließen und so eine Speiseröhrenentzündung verursachen. Auch die Selbstreinigungsfähigkeit der Speiseröhre wird in diesem Fall beeinträchtigt und nicht nur Magensäfte, sondern auch Speisenbrei gelangt zurück in die Speiseröhre. Das Zurückfließen von Magensäure ist deshalb so gefährlich, weil diese die Schleimhaut der Speiseröhre stark reizen und so eine Entzündung auslösen können.

Wann zum Arzt?

Schmerzen oder Unregelmäßigkeiten beim Schluckakt sollten von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Kommt es zu einer Verweigerung der Nahrungsaufnahme oder einer Unterversorgung des Organismus mit Nährstoffen, benötigt der Betroffene medizinische Hilfe. Bei einem sauren Aufstoßen, Sodbrennen oder Reizhusten ist ein Arztbesuch anzuraten.

Abgeschlagenheit, Mattigkeit, Veränderungen der Stimmgebung sowie Schlafstörungen sind weitere Anzeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Ein Arzt ist aufzusuchen, sofern die Beschwerden anhalten oder einen zunehmenden Charakter haben.

Bei Fieber, Erbrechen, Übelkeit, dem allmählichen Verlust des Gewichts, Heiserkeit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl sollte eine Untersuchung vorgenommen werden. Eine Ursachenklärung ist notwendig, damit ein Behandlungsplan zur Linderung der Beschwerden erstellt werden kann. Schmerzen im Magen, Mundgeruch und ein trockener Mund weisen auf eine vorliegende Erkrankung hin.

Bei Störungen der Aufmerksamkeit oder der Konzentration benötigt der Betroffene eine medizinische Versorgung. Durch die Beschwerden können die alltäglichen Aufgaben nicht wie gewohnt erfüllt werden. Aus diesem Grund ist ein Arzt zu konsultieren.

Ein unangenehmes Gefühl im Hals und Rachen, eine Enge in der Speiseröhre und ein Druckgefühl auf dem Brustbein sind charakteristische Hinweise einer Speiseröhrenentzündung. Treten die Beschwerden unmittelbar nach dem Verzehr von Speisen mit süßen oder scharfen Lebensmitteln auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Symptome und Verlauf

Sodbrennen und saures Aufstoßen sind die häufigsten Symptome einer Speiseröhrenentzündung. Einige Patienten klagen zudem über Schmerzen, die hauptsächlich hinter dem Brustbein auftreten. Diese Beschwerden sind in der Nacht besonders stark und auch nach einem schweren beziehungsweise fetten Essen verschlimmern sich die Symptome. Gleiches gilt für stark kohlensäurehaltige Getränke. Steigt der Druck auf den Bauchraum, etwa beim Niesen oder Heben schwerer Lasten, nehmen die Beschwerden ebenfalls zu.

Wie sieht nun aber der Verlauf einer Speiseröhrenentzündung aus? Mit der richtigen und vor allem rechtzeitigen Behandlung vergehen die Symptome meist bereits nach einigen Tagen wieder. Bei einigen Patienten jedoch kann eine Entzündung der Speiseröhre sogar zu Asthma führen. Dies ist meist dann der Fall, wenn Magensaft in die Atemwege gelangt.

Diagnose

Anhand der Schilderung der Krankengeschichte des Patienten kann der Arzt die Speiseröhrenentzündung in der Regel eindeutig diagnostizieren. Ist er sich jedoch nicht zu 100 Prozent sicher, wird meist noch eine Magenspiegelung durchgeführt. Bei dieser kann der Arzt Veränderungen an der Speiseröhre meist sofort erkennen. Sind während der Magenspiegelung keine Veränderungen an der Speiseröhre erkennbar, liegt allerdings der Verdacht auf eine Speiseröhrenentzündung vor. Zudem kann der Arzt eine Säuremessung der Speiseröhre durchführen. Die Messsonde wird dabei durch Nase und Rachen in die Speiseröhre geschoben und verbleibt hier für etwa 24 Stunden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Speiseröhrenentzündung richtet sich danach, in welcher Schwere die Erkrankung auftritt. In erster Linie wird versucht, die Ernährung des Patienten umzustellen. Auf hochprozentigen Alkohol sollte man während einer Speiseröhrenentzündung ebenso verzichten wie auf zu fette Speisen.

Sehr kohlensäurehaltige Getränke und saure Fruchtsäfte sollten ebenfalls vom Speiseplan gestrichen werden. Zudem ist es günstiger, über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten statt ein oder zwei großer zu sich zu nehmen. Die letzte Mahlzeit am Abend sollte mindestens drei Stunden vor dem Zubettgehen verzehrt werden.

Wenn diese Änderungen der Essgewohnheiten nicht erfolgreich sind, wird der Arzt vermutlich Medikamente verschreiben, welche die Magensäure neutralisieren oder die Bildung von Magensäure verringern.

Helfen auch Medikamente nicht, bleibt als letzte Möglichkeit nur eine Operation. Hier gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten - alle zum Ziel haben jedoch, den unteren Teil der Speiseröhre einzuengen, so dass Magensaft nicht mehr unkontrolliert in diese zurückfließen kann.

Die am häufigsten angewandte Operationsmethode ist dabei die sogenannte Fundoplikation. Bei dieser wird eine Manschette um den unteren Schließmuskel der Speiseröhre gelegt und so bewirkt, dass der Schließmechanismus wieder einwandfrei funktioniert. Bei immerhin 80 bis 90 Prozent der Patienten ist diese Operation erfolgreich.

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Vorbeugung

Einer Speiseröhrenentzündung kann vor allem durch die richtige Ernährung vorgebeugt werden. Dabei sollte lieber Obst und Gemüse anstatt Fettiges zu sich verzehrt werden. Auch empfiehlt es sich, während des Schlafens eine leicht erhöhte Position einzunehmen, da dann der Magensaft nicht so einfach in die Speiseröhre zurückfließen kann.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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