Rhinitis

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2018
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Rhinitis - besser bekannt als Schnupfen - meint eine Entzündung der Nasenschleimhäute. Hier spielen über 200 bekannte Erreger und mehrere andere Auslöser eine Rolle. Die meisten Fälle sind harmlos. Nebst der Schleimbildung können noch andere Symptome hinzukommen. Die Rhinitis lässt sich entsprechend ihres klinischen Bildes noch weiter einteilen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rhinitis?

Die Nase läuft unentwegt. Der Grund ist eine Nasenschleimhautentzündung (Rhinitis).

Eine Rhinitis liegt dann vor, wenn die Nasenschleimhäute entzündet sind. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben, bedeutet aber immer die Absonderung von Schleim. Dieser ist - je nach Auslöser - unterschiedlich geartet. Zudem schwellen die Nasenschleimhäute an und die Nase beginnt zu laufen. Meist wird der gewöhnliche und akut auftretende Schnupfen gemeint, wenn von einer Rhinitis gesprochen wird.

Im allgemeinen Sprachgebrauch steht dieser Schnupfen synonym für eine Form der Erkältung. Zudem bleibt die Rhinitis nur selten nur ohne Begleitsymptome, sondern stellt häufiger selbst das Symptom einer anderen Krankheit dar.

Zur weiteren Abklärung eines Schnupfens ist eine Einteilung notwendig. Die häufigste Form stellt allerdings die akut auftretende Rhinitis dar, die binnen einer Woche verschwindet. Andere Formen können hingegen chronifizieren oder zu Komplikationen führen.

Ursachen

Die Ursachen einer Rhinitis sind mannigfaltig. Mehr als 200 Viren sind allein bekannt, die zu einer Erkältung und einer Rhinitis führen können. Darunter befinden sich zum Beispiel die Rhino-, Adeno- und Influenzaviren. Die meisten dieser Viren führen lediglich zu einer akuten Rhinitis. Ein chronischer Schnupfen (meist in Form einer chronischen Erkältung) entsteht gelegentlich durch eine Sekundärinfektion mit Bakterien.

Zu unterscheiden sind weiterhin die Auslöser der anderen Formen der Rhinitis. So gibt es etwa eine allergische Rhinitis, eine Rhinitis sicca, eine Rhinitis atrophicans und eine Rhinitis hypertrophica. Weitere Formen (unter anderem eine Form der Diphterie) sind bekannt.

Die allergische Rhinitis steht für die Schnupfenbildung bei Allergien. Auslöser sind entsprechend allergische Reaktionen des Betroffenen. Es gibt also keinen pathologischen Erreger, sondern ein Allergen führt zum Anschwellen der Nasenschleimhäute und zur Schleimabsonderung. Ein Kennzeichen besteht hier in einer dauerhaft laufenden Nase, meist in Kombination mit Juckreiz und Augenbrennen.

Die Rhinitis sicca wird hingegen durch eine Eintrocknung des Nasengewebes befördert. Die eingetrockneten Schleimhäute werden entzündungsanfälliger und begünstigen die Ansiedlung von Erregern.

Ähnlich verhält es sich bei der Rhinitis atrophicans: Eine Gewebeschwund der Nase führt zur Anfälligkeit gegenüber Erregern. Die natürliche Abwehr der Nasenschleimhäute wird stark geschädigt und es kommt zu chronischem Schnupfen.

Bei der Rhinitis hypertrophica kommt es hingegen zu einem Anschwellen im Nasenbereich, meist verbunden mit Polypenbildung, was wiederum die Schleimhäute reizt und zu Entzündungen führen kann.

Weiterhin kann auch das Nutzen von Nasenspray und anderen Präparaten zu einer Form der Rhinitis führen, bei welcher die Schleimhäute nicht mehr ohne Wirkstoffgabe abschwellen können.

Wann zum Arzt?

Eine Rhinitis ist in ihrer akuten Form nicht zwingend ein Grund für einen Arztbesuch. Ausnahmen entstehen, wenn die Atemnot, die Schmerzen oder die Dauer der Infektion zu langanhaltend erscheinen. Eine Rhinitis, die länger als eine Woche Bestand hat, ist ungewöhnlich und sollte ärztlich abgeklärt werden. Der Gang zum Hausarzt genügt in den allermeisten Fällen. Wird hingegen in Frage gestellt, dass es sich wirklich nur um eine akute Rhinitis handelt, kann ein HNO-Arzt weiterhelfen.

Symptome und Verlauf

Die Rhinitis ist gekennzeichnet von einer laufenden Nase und entsprechend von einer erhöhten Schleimbildung. Weitere Symptome können, in Abhängigkeit von der Ursache, hinzukommen. Besonders häufig kommt es zu weiteren Erkältungssymptomen, also etwa Husten, verstopfen Nebenhöhlen, Ohrenschmerzen, (starkem) Niesreiz, einem Nasenjucken und eventuell zu brennenden Schmerzen.

Die angeschwollenen Schleimhäute können ferner zu Atemproblemen führen und entsprechend die Qualität des Schlafes leiden lassen. Der Leidensdruck bei einer Rhinitis fällt sehr unterschiedlich aus.

Eine akute Rhinitis findet meist binnen weniger Tage ein Ende und die Schleimhäute schwellen wieder ab. Chronische Formen können hingegen unbehandelt zu einem dauerhaften Symptom werden. Hier hängt dies vom Grund der Rhinitis ab. So wird etwa eine Allergie als Auslöser fast immer zum Schnupfen führen. Probleme im Nasengewebe können auch zu dauerhaften Schnupfen führen. Andere Formen der Rhinitis zeigen zudem noch andere Symptome, zum Beispiel die Bildung üblen Geruches bei der Rhinitis atrophicans.

Diagnose

Die Diagnose eines gewöhnlichen Schnupfens ist einfach. Er äußert sich schließlich in typischen Symptomen. Interessant ist für die Diagnose lediglich, ob es weitere Symptome gibt, ob es sich bereits Bakterien in der Nase eingenistet haben und wie groß der Leidensdruck des Patienten ist. Ferner kann auch die Nase selbst untersucht werden, wenn eine Erkältung als Ursache nicht bestimmt werden kann.

Untersuchungen des Schleims auf den Erregertyp und ein Begutachten der Nase (von innen und außen) sind die Mittel der Wahl. Wichtig ist vor allem der Ausschluss einer Allergie, die meist durch den typischen Fließschnupfen und das Augenbrennen gekennzeichnet ist.

Komplikationen

Die Komplikationen, die im Rahmen einer akuten Rhinitis auftreten, sind selten und überschaubar. Menschen mit gesundem Immunsystem werden die Rhinitis ohne Folgeschäden überstehen. Komplikationen entstehen hier allenfalls durch Sekundärinfektionen und daraus resultierenden Krankheiten. Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Rippenfellentzündungen und die Sinusitis seien hier genannt.

Des Weiteren bergen die Formen der Rhinitis, die auf krankhaft verändertes Nasengewebe zurückzuführen sind, das Risiko von Komplikationen. So kann es etwa zum Verlust der Funktionsfähigkeit der Nase kommen. Auch wandernde Entzündungen, die weitere Teile des Atemtraktes oder Gesichtes betreffen, sind möglich. Die Komplikationen treten allerdings vor allem ohne Behandlung auf.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung bei viralen Erregern einer Rhinitis erfolgt vor allem symptomatisch. Bei Bedarf können entsprechend Nasensprays, die die Schleimhäute abschwellen lassen, genutzt werden. Weiterhin kann ein Patient vom Inhalieren von Dampf Gebrauch machen. Meersalzwassersprays werden ebenfalls oft verwendet. Bei Nasensprays ist das Risiko der Entwicklung einer Rhinitis medicamentosa zu beachten. Sie betrifft fast ausschließlich Allergiker.

Antibiotika kommen hingegen bei bakteriellen Infektionen und gegebenenfalls bei Sekundärinfektionen, zum Einsatz. Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem erfolgt eine Antibiotikagabe zuweilen schon prophylaktisch.

Bei Allergikern können ebenfalls verschiedene Wirkstoffe eingesetzt werden, die vor allem die Schleimhäute abschwellen lassen und die Augen beruhigen sollen. Menschen mit krankhaft verändertem Nasengewebe sind hingegen gelegentlich auf operative Verfahren angewiesen, so etwa bei der Rhinitis atrophicans. Hier wird durch Knorpelmaterial die Nase wieder rekonstruiert. Auch Polypen und ähnliches sollten operativ entfernt werden.


Aussicht und Prognose

Die Prognose ist bei akutem Schnupfen hervorragend. Folgeschäden sind für Menschen mit intaktem Immunsystem nicht zu befürchten. Dies gilt für Babys, Kleinkinder und ältere Menschen ebenfalls. Allerdings sind die meisten Formen der Rhinitis ansteckend und es gibt keine Impfstoffe. Entsprechend werden Menschen im Laufe ihres Lebens immer wieder mit einer Form des Schnupfens konfrontiert.

Bei Allergikern wird die Allergie meist lange Zeit Bestand haben und gerade Pollenallergiker werden jedes Jahr mit Schnupfen kämpfen müssen. Dieser ist und bleibt allerdings harmlos.

Die Rhinitis atrophicans und weitere Formen der krankhaften Gewebeveränderung an und in der Nase, können hingegen zu einem Verlust der Nase führen. Entscheidend für die Prognose sind die Therapie und die chirurgischen Möglichkeiten.

Vorbeugung

Einer Rhinitis vorzubeugen ist schwierig. Für die akute Rhinitis gilt hier, dass offensichtlich niesende und Schleim absondernde Personen derart gemieden werden sollten, dass eine Tröpfcheninfektion unwahrscheinlicher wird. Da dies bisweilen nicht möglich ist, ist ein komplettes Vorbeugen nicht möglich.

Zudem können auch Allergien nicht gezielt vorgebeugt werden, wenngleich oftmals ein Zusammenhang zwischen einer sehr sterilen Umwelt und einer Allergieneigung postuliert wird.

Auch die Krankheiten, die sich negativ auf das Nasengewebe auswirken, bieten keine Möglichkeit der Vorbeugung.

Insgesamt gilt aber, dass ein intaktes Immunsystem in einem gesunden Körper die Infektanfälligkeit verringert. Entsprechend sind eine gute und ausgewogene Ernährung, eine gute Atmung (Sport) und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (für die Schleimhäute) zu erwähnen.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2018

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