Perimetrie

Die Perimetrie umfasst einige Verfahren der Augenheilkunde, die das Ziel verfolgen, Gesichtsfeldgrenzen und Sensibilitäten des Sehsystems zu bestimmen. Dieses Verfahren wird häufig eingesetzt, um die Tauglichkeit von Berufsgruppen wie Piloten zu prüfen. Unter Perimetrie werden unterschiedliche Methoden zusammengefasst, die sich dafür eignen, die Größe des Gesichtsfeldes zu bestimmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist perimetrie Untersuchung?

Bei der Perimetrie, einer systematischen Gesichtsfeldvermessung, werden die Grenzen des Sichtbereichs, die vom unbewegten Auge wahrgenommen werden (Gesichtsfeld) sowie die Schärfe der Wahrnehmung des Auges gemessen. Die hierfür verwendeten Geräte werden Perimeter genannt. Der äußere Teil des Gesichtsfeldes dient, im Gegensatz zum zentralen Sehfeld, welches die höchste Sehschärfe bietet, insbesondere der Wahrnehmung und Orientierung der Umgebung. Für die Perimetrie ist es daher wichtig, dass das Auge, das untersucht wird, einen Punkt fixiert, ohne sich zu bewegen. Diese Untersuchung macht es dem Arzt möglich, frühzeitig bestimmte Sehstörungen ihren Ursachen zuzuordnen, um die richtige Therapie festlegen zu können. Menschen, die zum Beispiel am Grünen Star leiden, müssen regelmäßig durch die Perimetrie überwacht werden. Die Untersuchung ist eine Teamarbeit zwischen dem Arzt und dem Patienten.

Funktion, Anwendung und Bedeutung

Die Perimetrie spielt insbesondere für Tauglichkeitsprüfungen eine wichtige Rolle, beispielsweise die Flugtauglichkeitsprüfung von Piloten. Zur Diagnose von Sehfehlern und Augenerkrankungen wie dem Glaukom ist die Behandlung mittlerweile ebenso zum Standard geworden. Die genauen Schritte des Verfahrens sind davon abhängig, welche Methode zum Einsatz kommt. Bei allen perimetrischen Methoden werden jedoch nacheinander optische Reize gegeben. Diese erscheinen jeweils an unterschiedlichen Stellen des Raums. Während immer ein Auge untersucht wird, bleibt das andere Auge abgedeckt. Während der Perimetrie dokumentiert der Arzt die Reizwahrnehmung des Auges und erstellt aus den Auszeichnungen heraus ein systematisches Gesichtsfeldabbild, welches abschließend mit einem Normgesichtsfeld verglichen wird.

Was muss der Patient im Vorfeld beachten?

Die Ergebnisse der Perimetrie hängen stark davon ab, wie der Patient mitarbeitet. Dies ist ein Nachteil der Untersuchung. In erster Linie ist es wichtig, wach und ausgeruht zu erscheinen. Müdigkeit kann die Aufmerksamkeit des Patienten schwächen. Auch ein zu starker Ehrgeiz kann das Resultat verfälschen. Dadurch ist es möglich, dass der zu Untersuchende Lichtpunkte benennt, die das Gerät nicht setzte oder er reagiert auf Punkte, die er gesehen hat, nicht. Die statische Perimetrie überprüft allerdings mit so genannten "Fangfragen", ob er verlässlich antwortet. Bekannte Sehschwächen müssen zudem vor der Erhebung ausgeglichen werden, da die Werte sonst verfälscht werden könnten. Für ein optimales Messergebnis muss außerdem darauf geachtet werden, dass während der Perimetrie der Kopf nicht bewegt wird und die Augenklappe richtig sitzt.

Wie läuft Untersuchung ab?

Statische Methode

Die Verfahren der Perimetrie werden in statische und kinetische Methode unterschieden. Die Methode, die am häufigsten angewendet wird, ist die statische automatische Perimetrie. Hierbei sitzt der Patient vor einem Bildschirm. Mit dem offenen Auge fixiert er auf der Schirmmitte einen Lichtpunkt. Er gibt per Knopf ein Signal, sobald er am Rand des Gesichtsfelds einen aufleuchtenden Lichtpunkt erkennt. Wird der Reiz nicht wahrgenommen, steigert das System entsprechend die Reizintensität. Damit werden die Grenzen des Gesichtsfeldes sowie die Empfindlichkeit des Sehens des Patienten bestimmt und dargestellt. Die aufgezeichneten Daten werden anschließend vom Arzt ausgewertet und mit einem Normbefund verglichen.

Kinetische Perimetrie

Bei der kinetischen Perimetrie hingegen bewegen sich die Lichtpunkte von außen (Peripherie) zum Sehfeld (Zentrum) hin. Dabei misst das System den Zeitpunkt, ab welchem der Patient diese sehen kann. Bei dieser Methode gibt der Patient an, sobald er sieht, dass der Lichtpunkt in sein Gesichtsfeld hereinwandert. Die zeitsparende Fingerperimetrie (Parellelversuch), die ebenso zu den kinetischen Methoden gehört und bei der sich Arzt und Patient gegenüber sitzen und einander ansehen, ist die einfachste Methode, mit welcher es dem Arzt möglich ist, das Gesichtsfeld grob abzuschätzen.

Der Patient fixiert hierbei die Nasenspitze des Untersuchers, der nun die Arme ausbreitet und die Finger bewegt. Wenn der Patient dies wahrnimmt, bewegt der Arzt die Hände in verschiedene Positionen, um die Grenzen des Gesichtsfeldes des Patienten abschätzen zu können. Das Auge, das nicht mittels Perimetrie getestet wird, wird bei allen drei Methoden abgedeckt, damit es Defizite des anderen Auges nicht ausgleichen und das Untersuchungsergebnis somit verfälschen kann. Die Augenklappe muss jedoch etwas Licht durchlassen, da sonst die Gefahr besteht, dass sich das andere Auge der Dunkelheit anpasst.

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Wer übernimmt die Kosten?

Liegt eine medizinische Notwendigkeit vor, die eine Perimetrie erforderlich macht, werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Dazu gehören zum Beispiel Berufskraftfahrer, die sich regelmäßig untersuchen lassen müssen. Der Grund hierfür ist, dass die Sicherheit im Verkehr nicht gefährdet werden soll.

Die Untersuchung kann meist vom Betriebsarzt durchgeführt werden. Ist dies nicht möglich, wird der Betroffene zu einem Augenarzt überwiesen. Als eine Vorsorgeuntersuchung ist die Perimetrie hingegen nicht vorgesehen. Dies bedeutet, wer sich lediglich als Vorbeugung für die Untersuchung entscheidet, muss sie selber bezahlen. Hat ein Patient jedoch Probleme beim Sehen und sucht deshalb einen Augenarzt auf, werden die Kosten für die Perimetrie ebenfalls von den Kassen bezahlt. Dies sollte jedoch im Vorfeld geklärt werden.

Risiken, Gefahren und Nebenwirkungen

Da die Ergebnisse der Perimetrie in erster Linie zu einem großen Teil von der Mitarbeit des Patienten abhängen, sind die Verfahren nicht zu 100 Prozent objektiv und erbringen teilweise fragwürdige Untersuchungsergebnisse. Daher kann beispielsweise die Perimetrie eines Kindes unzuverlässiger sein, als bei einem erwachsenen Patienten.

Im Allgemeinen gibt es für den zu Untersuchenden Patienten keine Risiken oder Nebenwirkungen, die mit der Perimetrie verbunden sind. Bei allen Methoden handelt es sich um nicht-invasive Methoden. Da die Untersuchung eine absolute Konzentration erforderlich macht, wird sie von einigen Patienten allerdings als sehr anstrengend und zum Teil deutlich langwieriger empfunden, als sie tatsächlich dauert.

Quellen

  • Lang, G.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Zervos-Koop, J.: Anatomie, Biologie und Physiologie: Ergotherapie Prüfungswissen. Thieme Verlag, Stuttgart 2013
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 31. Januar 2021

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