Leistungsunterschiede zwischen der GKV und PKV


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 24. Mai 2018

Ab einem gewissen Einkommen, für Beamte, aber auch für Studenten ist die private Krankenversicherung sehr interessant. In den Basispaketen und für jüngere Versicherte sind die monatlichen Beiträge gering, was gerade Selbstständige schnell merken, wenn sie die Beitragshöhen zwischen beiden Versicherungsarten vergleichen. Zudem bietet die PKV natürlich wunderbare Vorteile und verkürzt so manche Wartezeit bei Ärzten. Doch was bietet die private Krankenversicherung generell und welche Leistungen lassen sich noch hinzufügen? Dieser Artikel gibt einen Überblick.

Inhaltsverzeichnis

Welche Sonderleistungen erhalten PKV-Versicherte generell?

Beispiel Laser-OP: Patienten mit einer privaten Krankenversicherung können nicht selten die Kosten für die Laser- oder Linsenbehandlung von der PKV übernehmen lassen. Nach einem Urteil des BGH vom 28. März 2017 sind private Krankenvesicherungen sogar zur Zahlung verpflichtet.

Eine ganz besondere Leistung bekommen Patienten relativ schnell zu spüren, wenn sie zum Arzt gehen: eine kürzere Wartezeit. Ärzte müssen sich zwar auch bei Privatversicherten an die ärztliche Gebührenverordnung halten, doch können sie hier oft den höheren Satz abrechnen. Und das macht aus ärztlicher Sicht schon einen Unterschied, wenn sie den dreifachen Satz statt des einfachen Satzes berechnen. In der Folge erhalten Privatpatienten gerade bei Fachärzten früher einen Termin. Und es gibt weitere Leistungen, die jedem Privatpatienten zustehen:

  • Arztwahl - Privatpatienten haben freie Arztwahl und müssen nicht darauf achten, dass der Mediziner mit einer Krankenkasse zusammenarbeitet. Kassenpatienten hingegen müssen stets auf die Kassenzulassung schauen.
  • Heilmethoden - die PKV erstattet auch alternative Heilmethoden, die von den gesetzlichen Kassen nicht oder nur unter Umständen bezahlt werden: Naturheilverfahren, traditionelle chinesische Verfahren, Massagen, Akupunktur.
  • Sehhilfen - es gibt Erstattungen für neue Brillen, aber auch für Kontaktlinsen oder einer Laser-OP zur Sehstärkeverbesserung.
  • Zahnersatz - bis zu 80 Prozent der Zahnersatzkosten werden von den privaten Versicherungen übernommen.

Viele Pluspunkte erkennen Patienten, wenn sie erkranken und sich mit normal versicherten Personen unterhalten. Ein gutes Beispiel sind psychische Erkrankungen wie Burnouts oder Depressionen. Für GKV-Versicherte fallen hier bis zum Kennenlerntermin bei einem Therapeuten mühelos Wartezeiten von einem halben Jahr an. Da Privatversicherte jedoch die freie Arztwahl haben und Therapeuten ohne kassenärztliche Zulassung wählen können, können sie oft schon eine Woche später mit der Therapie beginnen. Die Genesungszeiten verkürzen sich dadurch natürlich massiv. Und auch bei Themen wie Zahnersatz, Sehhilfen, Vorsorge oder Medikamenten zeigt die PKV deutliche Vorteile.

Welche weiteren Leistungen lassen sich per Leistungsmodul wählen?

Mit dem Pflichtgesetz zur Krankenversicherung müssen alle Menschen in Deutschland krankenversichert sein. Daher bieten auch die privaten Versicherungen einen Basistarif an, der sich inhaltlich an den Tarifen der GKV orientiert. Die darüber hinausgehenden Tarife haben natürlich schon per Se größere Leistungsbandbreiten, die nochmals aufgewertet werden können:

  • Krankenhaus - bei der PKV steht der Komfort an oberster Stelle, da dieser unweigerlich die Genesung fördert. Daher können Versicherte sich noch ein Stück mehr Komfort zusichern, indem sie die Leistung »Einbettzimmer« buchen. Privatpatienten erhalten mit ihr ein Einzelzimmer in Krankenhäusern.
  • Chefarztbehandlung - für einige Menschen ist es wichtig, vom Chefarzt betreut zu werden. Diese Leistung lässt sich natürlich vertraglich sichern.
  • Zahnzusatz - während im gewöhnlichen Tarif oft schon die Erstattung von Zahnersatzkosten zum Teil inbegriffen ist, bietet dieses Modul die Möglichkeit, dass die Krankenkasse die Kosten zu einhundert Prozent übernimmt. Versicherte sollten beim Abschluss des Vertrags schauen, welcher Zahnersatz enthalten ist.
  • Krankentagegeld - bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit kann die PKV Krankengeld zahlen.
  • Krankenhaustagegeld - diese Leistung bietet sich für Familien an, die für Krankenhauszeiten eine Kinderbetreuung benötigen.
  • Pflegeversicherung - da es eine Pflegeversicherungspflicht gibt, kann die PKV im Zusatzmodul auch diese Pflegeversicherung stellen.

Gerade jüngere Versicherungsnehmer und Menschen ohne Vorerkrankungen können sich die PKV zumeist selbst zusammenstellen und sich auf diesem Wege eine Krankenversicherung schaffen, die zu einem selbst und der eigenen Lebensplanung passt.

Wie sieht es mit den Kosten aus?

Um von der gesetzlichen Krankenversicherung als Angestellter in die PKV zu wechseln, müssen finanzielle Hürden genommen werden. Aktuell liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei einem Jahresentgelt von 59.400 Euro. Für Studenten gilt diese Grenze natürlich nicht, denn sie haben noch die freie Versicherungswahl. Für angehende Selbstständige, die dank ihrer Selbstständigkeit auch die PKV wählen können, hat die Wahl der privaten Krankenversicherung sogar einen Vorteil: Die Beiträge sind einkommensunabhängig und es fällt keine für Neuselbstständige unglaubliche Einkommensberechnung an. Grundsätzlich verhält es sich mit den Kosten wie folgt:

  • Basistarif - das ist der Grundtarif, der sehr günstig ist, sich leistungsmäßig aber an den gesetzlichen Kassen orientiert. Viele der Vorteile der PKV kommen hier nicht zum Tragen.
  • Vorerkrankungen - wer in die PKV wechselt und bereits älter ist oder Vorerkrankungen hat, zahlt häufig auch einen höheren Beitrag, gleichfalls kann es sein, dass einzelne Zusatzmodule ausgeschlossen sind oder Leistungen nur zum Teil erstattet werden.
  • Gesundheitsprüfung - viele private Krankenversicherungen erwarten eine Gesundheitsprüfung vor dem Vertragsabschluss. Das trifft besonders ältere Personen, die von der GKV in die PKV wechseln möchten.

Wichtig ist, immer zu berücksichtigen, welche Konditionen der Vertrag hinsichtlich der Kostenerstattung beinhaltet. In der Regel sendet der Arzt die Rechnung zuerst an den Patienten, der sie schließlich bei der PKV einreicht. Hier sollte vor Abschluss abgeklärt werden, wie und wann die Erstattung erfolgt. Es kann sein, dass Patienten zuerst in Vorleistung treten müssen, um dann das Geld von der Versicherung zurückzuerhalten. Andere Versicherungen erlauben es, dass der Arzt direkt mit ihnen abrechnet. Versicherungsnehmer sollten daher vor Vertragsabschluss auch hierauf achten, denn gerade jüngeren Versicherten oder Personen, die sich soeben selbstständig gemacht haben, ist es oft nicht möglich, die Arztrechnung zuerst aus eigener Tasche zu zahlen und dann erst das Geld erstattet zu bekommen.

Fazit - gesundheitlicher Schutz mit Vorzügen

Der Wechsel in die oder die Wahl der privaten Krankenversicherung hat Vorteile. Gerade bei Leiden, die einen Facharzt erfordern, erhalten Privatversicherte einen rascheren Termin und genesen somit natürlich schneller. Dennoch gilt auch bei der PKV, dass die Tarife und Leistungen miteinander verglichen werden müssen, damit aus dem einst günstigen Beitrag nicht irgendwann ein finanzielles Risiko wird.


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