Koma

Letzte Aktualisierung am 4. Oktober 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Ein Koma, übersetzt tiefer Schlaf, ist vereinfacht gesagt ein lang anhaltender Zustand, in welchem der Patient nicht bei Bewusstsein ist. Die Person, die sich in einem komatösen Zustand befindet, lässt sich nicht aufwecken und reagiert normalerweise nicht auf Reize oder Schmerzen. Die Augen sind meistens geschlossen. Das Koma wird als Schutzfunktion des Körpers aktiviert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Koma?

Das Koma ist die schwerste Form der Bewusstlosigkeit. Forscher vermuten dahinter einen natürlichen Schutz- und Regenerationsmechanismus des Körpers.

Das Koma wird in vier Stufen eingeteilt:

1. Stufe: Leichtes Koma

Die erste Stufe ist das leichte Koma. In diesem Zustand kann der Patient auf äußere Reize wie Schmerzen reagieren. Er kann diese auch mit Bewegungen abwehren. Wenn Licht auf die Pupillen trifft, dann reagieren diese, indem sie sich zusammenziehen. Schon in diesem Stadium können die Patienten nicht mehr aufgeweckt werden. Die Atmung verläuft aber noch selbständig und normal. Ansonsten lassen sich keinerlei neurologische Ausfälle feststellen.

2. Stufe: Leichtes Koma

Bei dem leichten Koma der Stufe II kann der Patient Schmerzreize nicht mehr konkret abwehren und reagiert auf diese deutlich langsamer und zeitverzögert. Er reagiert nur noch unkoordiniert. Der Pupillenreflex funktioniert aber auch in dieser Phase noch. Es kann hier zu einem sogenannten "Außenschielen" kommen. Zudem können Lähmungserscheinungen auftreten. Dies deutet in der Regel darauf hin, dass eine Schädigung des Hirns vorliegt.

3. Stufe: Tiefes Koma

Die dritte Stufe ist das Tiefe Koma. Ab diesem Stadium können Patienten keine Schmerzabwehrreaktionen mehr zeigen. Es finden nur noch unkontrollierbare Bewegungen statt, sogenannte Fluchtreflexe. Auch die Pupillen reagieren auf den Lichttest nur noch sehr schwach. Es kann vorkommen, dass die Patienten unter sogenannten Streckkrämpfen leiden.

4. Stufe: Tiefes Koma

Das letzte Stadium des Komas ist das Tiefe Koma in der vierten Stufe, welches in der Wahrnehmung die gängigste Form und das eigentliche Koma ist. Hier ist die Bewusstlosigkeit so tiefgehend, dass der Patient überhaupt nicht mehr auf Schmerzen reagieren kann. Die Pupillen vergrößern sich und zeigen keinerlei Reaktion auf Lichteinfälle. Die Augenbewegungen sind zum Stillstand gekommen. Die Atmung bewältigt der Patient in der Regel aufgrund der Spontanatmung noch selbständig. Weitere Schutzreflexe fallen nach und nach aus. Ob und wann der Patient aus dieser Bewusstlosigkeit wieder aufwacht, ist ungewiss und nicht vorhersehbar. In vielen Fällen tritt nach einigen Tagen oder Wochen der Hirntod ein. Die Einstufung eines Koma-Patienten erfolgt in der Notfallmedizin nach der Glasgow-Koma-Skala.

Koma als Schutz- und Überlebensfunktion

Die Wissenschaft geht davon aus, dass der Zustand des Komas eine Überlebenssicherungsfunktion des Körpers ist, um nur noch die nötigen Funktionen aufrechtzuerhalten und somit wichtige Energien und Ressourcen zu sparen, damit der Körper heilen kann. Der Körper kann somit vor großen Schmerzen fliehen, um diese nicht bewusst erleben zu müssen. Aber auch Ängsten kann so ausgewichen werden. Es werden sowohl das Gehirn als auch der Körper entlastet. Eventuell bereits geschädigte Areale des Gehirns werden nicht weiter belastet.

Auch bei schweren inneren oder äußeren Verletzungen kann sich der Körper während des Komas ganz auf die Heilung konzentrieren. Nicht selten nutzen Ärzte die Schutzfunktion des Komas absichtlich, indem sie ein künstliches Koma einleiten. Dies geschieht durch den Einsatz von bestimmten Narkosemedikamenten.

Im Stadium des Komas müssen dem Patienten keine starken Schmerzmittel mehr verabreicht werden, da die Schmerzreaktionen unterdrückt sind. Dies schützt den Organismus. Im Unterschied zum natürlichen Koma kann hier das künstliche Koma jederzeit wieder aufgelöst werden, indem die Narkotika langsam zurückgefahren werden.

Was ist ein Wachkoma?

Eine spezielle Ausprägung des komatösen Zustands ist das Wachkoma oder auch das Apallische Syndrom. Diesem liegt eine schwere Hirnschädigung zugrunde. Beim Wachkoma fällt entweder die komplette Großhirnfunktionalität aus oder nur ein Teil. Das Zwischenhirn, der Hirnstamm und das Knochenmark bleiben davon unberührt. Der Patient wirkt in diesem Stadium, als sei er wach. Es ist aber wahrscheinlich, dass die Patienten das Bewusstsein verloren haben, da sie sich auch nicht mehr ausreichend verständigen können. Reaktionen auf bestimmte Stimulationen sind nicht mehr gesteuert möglich. Auch das Sprachverständnis sowie das Sprechen selbst gehen verloren. Der Patient benötigt einen Katheter, da die Blasen- und Darmfunktionen nicht mehr unter Kontrolle sind. Ebenso ist der Schlaf-Wach-Rhythmus unregelmäßig.

Dem Wachkoma liegt in der Regel eine Schädigung des Gehirns zugrunde aufgrund eine Schädel-Hirn-Traumas oder infolge von Sauerstoffmangel, eines Schlaganfalls, eines Hirntumors, einer Hirnhautentzündung oder einer starken Unterzuckerung. Wachkoma-Patienten wachen statistisch gesehen vergleichsweise häufig wieder aus ihrer Bewusstlosigkeit aus. Aber auch dies kann zeitlich von mehreren Tagen über einen Zeitraum von mehreren Jahren variieren. Das Aufwachen kann hier jedoch unterstützt werden, indem bestimmte Rehabilitationsmaßnahmen ergriffen werden.

Minimaler Bewusstseinszustand

Eine weitere Ausprägung ist der Minimale Bewusstseinszustand. Diese Form des Komas ähnelt der des Wachkomas, ist diesem jedoch nicht gleich. Die Augen der Patienten sind geöffnet, so das der Eindruck erweckt wird, der Patient sei bei Bewusstsein. Auch die Mimik ist noch vorhanden. Der Patient befindet sich in einem Dämmerzustand, in welchem er aber teilweise auf äußere Reize reagieren kann. Auch können Befehle wie das Bewegen eines Körperteils meist umgesetzt werden. Der Minimale Bewusstseinszustand wird durch das vegetative Nervensystem gesteuert. Der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus bleibt weiterhin bestehen.

Häufig geht dem Minimalen Bewusstseinszustand entweder ein Wachkoma oder ein Koma voraus. Der Zustand ist häufig zeitlich begrenzt, kann aber auch dauerhaft sein. Nach einem Zeitraum von etwa 1 Jahr bleibt der Zustand in der Regel dauerhaft bei. Die Ursache ist in der Regel eine Störung des Großhirns aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung wie einem Schädel-Hirn-Trauma, einer Hirnhautentzündung, einem Tumor oder einer Gehirnblutung.

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Was kann ein Koma auslösen?

Mögliche Verletzungen und Krankheiten, die ein Koma auslösen können:

  • Diabetischer Schock

Der Zustand des Komas kann durch unterschiedlichste Auslöser hervorgerufen werden. Hier kann zum einen eine direkte Schädigung des Gehirns vorliegen. Auslöser hierfür können ein Schlaganfall sein oder auch ein Schädel-Hirn-Trauma.

Aber auch eine Hirnhautentzündung in Verbindung mit hohem Fieber oder ein epileptischer Anfall sowie ein Hirntumor, welcher einen immer stärken Druck auf das Gehirn ausübt, kann ein Koma auslösen. Es kann auch eine konkrete Hirnquetschung vorliegen oder eine Hirnblutung sowie eine Durchblutungsstörung im Rahmen einer Arteriosklerose bis hin zur Embolie.

Auch Infektionskrankheiten, Ersticken und Ertrinken können ein Koma hervorrufen. Daneben gibt es noch Stoffwechselstörungen, die ein sogenanntes metabolisches Koma bedingen. Dies geschieht vor allem infolge einer starken Unter- oder Überzuckerung, wofür Diabetes-Patienten besonders gefährdet sind. Aber auch bei Sauerstoffmangel und einem damit verbundenen CO2-Überschuss im Körper fällt der Patient ins Koma.

Weitere Ursachen können zudem eine Nieren- oder Leberinsuffizienz sein, eine angeborene Stoffwechselerkrankung oder auch eine hormonale Störung wie eine Nebenniereninsuffizienz. Tuberkulose oder Migräne sind weitere Ursachen für die tiefe Bewusstlosigkeit. Aber auch ein Stromschlag oder Vergiftungen durch Drogen, Alkohol oder auch Medikamenten können Betroffene das Bewusstsein verlieren lassen.

Quellen

  • Dilling, H. & Freyberger, H.J.: Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, Huber Verlag, 6. Auflage 2012
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012


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