Kefir

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Kefir ist das traditionelle Milchgetränk der im Kaukasus lebenden Menschen. Da sie mit seiner Hilfe sehr alt werden, wird es auch "Getränk der Hundertjährigen" genannt. Entdecker des gesundheitsfördernden Kefir-Pilzes ist der russische Bakteriologe Ilja Metschnikow, der für seine Forschungen sogar den Nobelpreis erhielt.

Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes über Kefir

Kefir ist ein gesundes pro-biotisches Milchgetränk, das hierzulande seit mehr als 130 Jahren bekannt ist. Das beliebte Getränk stammt aus der Kaukasus-Region, in der besonders viele Menschen etwa 100 Jahre alt werden. Dort wird es nicht mit normaler Kuhmilch, sondern mit Stutenmilch zubereitet.

Der Kefir wird von einem kaukasischen oder tibetischen Kefir-Pilz hergestellt. Die Kefir-Knolle ist anfangs nur etwa 0,8 cm groß und wächst jedoch schon bald zu einem blumenkohlähnlichen 5 cm großen weißen Gebilde heran. Es hat eine gummiartige Konsistenz und bewirkt die Gärung des Milchzuckers, indem es das Kasein zersetzt und Milchsäure, Kohlensäure und geringe Mengen Alkohol produziert.

Während seiner "Arbeit" in der Milch wächst der Kefir-Pilz heran und zerfällt dabei in mehrere kleinere Knollen. Kefir hat einen leicht säuerlichen Geschmack. Kefir als Fertig-Getränk enthält keine Original Kefir-Knollen Kulturen mehr, sondern die in der Lebensmittelindustrie verwendeten Bakterien und Hefepilze.

Bedeutung für die Gesundheit

Die in dem erfrischenden Getränk enthaltenen Milchsäurebakterien, Hefen und anderen Bakterienkulturen beseitigen schädigende Darmbakterien und sorgen so für eine gesunde Darmflora. Dadurch wird die Versorgung des Körpers mit lebenswichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen verbessert.

Dank der abführenden Wirkung des Kefirs werden Umweltgifte und Stoffwechsel-Schlacken schneller ausgeschieden. Dasselbe gilt auch für das überschüssige Cholesterin. Der Cholesterinspiegel wird gesenkt. Dank der entzündungshemmenden und anti-oxidativen Eigenschaften des Milchgetränks können Darminfektionen und Dysbakterie wirkungsvoll beseitigt werden.

Die Bakterienkulturen stärken das Immunsystem und lindern Magengeschwüren und Gallen und Lebererkrankungen. Außerdem senkt das traditionelle Milchgetränk zu hohen Blutdruck, hilft bei chronischen Erschöpfungszuständen und steigert Gehirnleistung und Konzentration. Durch seinen hohen den Zellaufbau unterstützenden Folsäure-Anteil ist es auch für Schwangere wertvoll.

Wer den Kefir statt mit normaler Kuhmilch mit Bio-Milch ansetzt, erhält noch zusätzlich die wichtigen Omega-3-Fettsäuren. Kefir hat vorbeugende Wirkung, wenn er in einer Menge von 0,5 bis 0,8 l täglich konsumiert wird (in je 1 Portion vor den Mahlzeiten). Nach spätestens 3 Monaten sollte eine einmonatige Pause eingelegt werden, bevor der Kefir-Konsum wieder aufgenommen wird.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 50 kcal/ 208 kj
Eiweiß 3,40 g
Kohlenhydrate 4,10 g
Fett 3,50 g (1,50 g fettarm)
Wasser 88,89 g
Ballaststoffe 0,00 g

Unverträglichkeiten

Selbst hergestellter Kefir enthält nach 48 Stunden keine Laktose, sodass er sogar von Patienten mit Laktoseintoleranz und Diabetikern genossen werden kann. Da während der Fermentierung geringe Mengen an Alkohol entstehen, sollten Menschen, die früher alkoholabhängig waren, das Getränk nicht zu sich nehmen.


Einkaufs- und Küchentipps

Kefir kann als Fertig-Getränk im Supermarkt gekauft werden. Kefir mit nur 1,5% Fett hat weniger Kalorien und eignet sich für Reduktionsdiäten besser als Kefir aus Vollmilch. Das Getränk wird neuerdings sogar als nicht so schnell gärender Kefir ohne Alkohol angeboten.

Beim Kauf sollte der Verbraucher unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum achten. Ein sich hebender Deckel ist kein Qualitätsmangel, sondern bedeutet lediglich, dass das Getränk im Becher weitergärt. Wer Wert auf unbelastete Produkte legt, sollte es jedoch im Bioladen kaufen. Das Getränk wird im Kühlschrank aufbewahrt und sollte nach dem Öffnen des Deckels möglichst bald verzehrt werden.

Zubereitungstipps

Wer sich sein Sauermilch-Getränk selbst herstellen möchte, setzt den Kefir-Pilz einen Tag lang mit der gewünschten Menge Milch auf. Nach 48 Stunden ist es praktisch laktosefrei. Außer Kuhmilch können auch Schaf- und Ziegenmilch verwendet werden. Das fest verschlossene Gefäß (Schraubglas) steht idealerweise in einem Raum mit 10 bis 25 Grad Raumtemperatur.

Der fertige Kefir wird durchgesiebt, der Pilz sofort mit weiterer Milch angesetzt. Anwender, die ihre Kefir-Herstellung unterbrechen möchten, legen die Kefir-Knolle einfach in 1 Liter Milch und stellen das Schraub-Glas für 1 bis 2 Wochen in den Kühlschrank. Die Kefir-Knolle darf unter keinen Umständen mit metallenen Gegenständen Kontakt haben, da sie sonst zerstört wird. Auch Temperaturen über 25 Grad bekommen ihr nicht.

Kefir kann pur, "On the rocks" als Sommer-Erfrischung oder als Smoothie mit frischem Obst genossen werden. Wer es lieber herzhaft mag, rührt püriertes Gemüse in sein Milchgetränk, frische Kräuter, Knoblauch oder verwendet es als Bestandteil eines gesunden Salatdressings. Auch zum morgendlichen Müsli schmeckt Kefir ausgezeichnet.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Bühring, U.: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde. Thieme, 4., überarbeitete Auflage 2014
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Hademar (u.a.) Bankhofer: Das große Buch der Hausmittel. München, 2003.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der naturwissenschaftlichen Fachliteratur und fundierter empirischer Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dipl.-Biol. Elke Löbel
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021

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