Hausmittel gegen Nasenbluten

Letzte Aktualisierung am 2. Juli 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Nasenbluten sieht meist schlimmer aus als es tatsächlich ist, da die wenigen Tropfen, die aus der Nase kommen gleich mehrere Taschentücher tränken können. Ursachen können aber auch eine Nasenprellung, Nasenbohren (bei Kleinkindern sind es oft in die Nase gesteckte Gegenstände) oder aber eine Nebenwirkung von blutverdünnenden Medikamenten, wie ASS, Ibutropfen oder Warfarin.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nasenbluten?

Beim Nasenbluten handelt es sich um ein relativ häufig auftretendes Symptom. dem meist eine harmlose Ursache zugrunde liegt. Eine weitere Bezeichnung für das Nasenbluten ist Epistaxis. Die Blutung kann aus der Nase nach vorne heraus oder auch nach hinten in den Rachen bluten. So eine Blutung tritt meistens plötzlich auf, z. B. bei einer körperlicher Anstrengung oder beim schnäuzen.

Bei der Anamnese werden Erkrankungen wie Bluthochdruck (Hypertonie), Blutgerinnungsstörungen und Einnahme von Medikamenten mit Einfluss auf die Blutgerinnung wie Marcumar oder ASS abgefragt. Wichtig ist auch zu erfahren, wie lange die Blutung bereits anhält, um den entstandenen Blutverlust einschätzen zu können.

Der HNO-Arzt untersucht die Nase mit dem Nasenspekulum oder genauer mit dem Endoskop. Nach vorherigem Abschwellen der Schleimhaut und Oberflächenanästhesie, versucht er so die Blutungsquelle zu orten. Der Blutdruck wird gemessen und eine Blutentnahme erfolgt zur Ausmessung von Hämoglobin (Hb), Hämatokrit und den Blutgerinnungsparameter.

In einzelnen Fällen kann eine Computertomografie der Nase und der Nebenhöhlen sinnvoll sein, um chronische Nasennebenhöhlenentzundungen (manische Sinusitis) oder — Tumoren auszuschließen. In einer Anglografie (Kontrastmitteluntersuchung der Blutgefäße) kann gut festgestellt werden, was für ein Blutgefäß betroffen ist. Alle Erkrankungen die zu einem Nasenbluten führen, müssen vorab ausgeschlossen werden: Tumoren der Nase und der Nasennebenhöhlen.

Wer ist betroffen?

Kinder haben häufiger Nasenbluten wie Erwachsene. Die Ursachen dafür sind, dass die Blutgefäße bei Kindern viel dünner sind und ihrem Spielverhalten. Alle Menschen bekommen im Winter und bei sehr trockener Raumluft häufiger Nasenbluten. Nasenbluten ist deswegen sehr häufig verbreitet.

Ursachen

In etwa 30% der Fälle blutet es aus einem Gefäß im Bereich des vorderen Abschnittes der Nasenscheidewand (dem sogenannten Locus Kiesselbachi). In diesem Bereich treten Blutgefäße aus der Tiefe der Nasenscheidewand zur Oberfläche und biegen nahezu im rechten Winkel ab. Sie sind in ihrem Verlauf knapp unter der Schleimhautoberfläche besonders angelegt und sind dort sehr verletzlich.

Begünstigt werden Blutungen in diesem Bereich durch Verkrümmungen der Nasenscheidewand, die über eine vermehrte Verwirbelung der Atemluft zum Austrocknen und zu Verkrustungen der Schleimhaut beitragen. Seltener liegt die Blutungsquelle im hinteren oder oberen Nasenabschnitt oder im Bereich der Nasennebenhöhlen. Bestimmte systemische Erkrankungen wie Bluthochdruck (die Hypertonie) oder Blutgerinnungsstörungen erhöhen das Risiko an Nasenbluten zu erkranken.

Was hilft gegen Nasenbluten?

  • Nasenbluten entsteht weniger häufig, wenn die Nasenschleimhäute feucht gehalten werden. Hierzu sollten täglich mehr als zwei Liter Wasser getrunken werden. Wenn der Urin eine blassgelbe Farbe aufweist ist es ausreichend.
  • Im Winter sollte darauf geachtet werden, dass die Zimmerluft durch die Heizung nicht zu trocken wird. Es helfen elektrische Raumbefeuchter oder Verdunster an der Heizung.
  • Um die Nase feucht zu halten, kann man sich auch Vaseline in die Nase schmieren oder salzhaltiges Nasenspray verwenden. Eine solche Salzlösung lässt sich auch sehr leicht selbst herstellen, in dem 1 Teelöffel Salz in 500ml abgekochtem Wasser aufgelöst wird. Diese Methode ist auch sehr hilfreich, bevor man einen längeren Flug antritt oder nachdem man eine längere Erkältung hinter sich hat.
  • Wenn die Nase aufgehört hat zu bluten, sollte man der Versuchung zu husten, niesen oder die Nasen zu putzen widerstehen. Denn dies könnte den gebildeten Blutpfropfen wieder lösen und die Blutung beginnt von Neuem.

Schnelle Hilfe bei Nasenbluten

  • Ein Eisbeutel oder aber auch eine in Hamamelis (Zaubernuss) getränkte Kompresse außen an das blutende Nasenloch halten. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen und der Blutstrom verlangsamt sich.
  • Das wohl einfachste Mittel gegen das Nasenbluten ist das einfache Zudrücken der Nase. Vorher sollten sie leicht alles hinausschnauben, sich dann leicht nach vorne beugen und mindestens 10 Minuten land zudrücken. Falls es danach immer noch läuft einfach weitere 10 Minuten zudrücken.
  • Wenn selbst das nicht hilft, sollte etwas Gaze in die Nase gestopft und weiterhin zugedrückt werden. Auch wenn die Blutung jetzt aufgehört hat, sollte die Gaze noch zwei Stunden in der Nase bleiben. Falls es immer noch blutete. sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der das undichte Blutgefäß professionell stopfen kann.

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Alternative Hausmittel

  • Zitronensaft und Lavendelöl gelten als alternative Heilmittel bei Nasenbluten. Hierfür ein Stück von einem Papier-Taschentuch oder Wattebausch mit frischem Zitronensaft und/oder Lavendel beträufeln und in die Nasenöffnungen stecken.
  • Ein weiteres Hausmittel ist das Vitamin C. Es trägt zur Stärkung der Blutgefäßwände bei. Außerdem ist es ein wichtiger Bestandteil des Kollagens, die für eine feuchte Nasenschleimhaut verantwortlich ist. Wichtige Vitamin C Spender sind Kiwis, Orangen, Grapefruit und verschiedene Gemüsearten. Es kann aber auch ein Nahrungsergänzungsmittel (bis zu 1000mg) eingenommen werden.
  • Flavonoid Präparate haben eine gefäßabdichtende Wirkung. Solche Präparate sind in der Apotheke erhältlich.

Wenn die Nase sehr häufig und vor allem ohne einen ersichtlichen Grund anfängt zu bluten. Und bei Menschen, die unter Arteriosklerose oder Bluthochdruck leiden und das Nasenbluten länger als 10 Minuten anhält, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Nasenbluten sollte jedoch ärztlich abgeklärt werden, wenn es das Ergebnis eines Schlages auf den Kopf ist und wässrig erscheint. Denn bei wässrigem Blut, kann das auf Gehirnflüssigkeit hinweisen. Bei Schwindel oder sogar Ohnmacht, sollte die Notaufnahme besucht werden.

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