Schimmelpilze (Schimmel)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Februar 2015
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Schimmelpilze, allgemein auch als Schimmel bezeichnet, sind kleine Pilze, die auf organischen Stoffen wachsen und dort dichte Überzüge bilden. Manche finden sich auch auf Pflanzen als Parasiten. Wenn man über Pilze spricht, denkt man zuerst an die teils wohlschmeckenden, teils giftigen Hutpilze der Wälder. Von weitaus größerer Bedeutung für uns Menschen sind aber vor allem die Schimmelpilze.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schimmelpilze?

Seit Jahrtausenden verwenden Menschen einige Schimmelpilzarten zur Herstellung bestimmter Nahrungs- und Genussmittel. Camembert Käse und Edelpilzkäse sind klassische Beispiele dafür, dass bestimmte Arten des Pinselschimmels (Edelpilze) Nahrungsmitteln eine bestimmte Würze verleihen ohne sie dabei zu schädigen.

Manche Pilzarten sind jedoch noch von weitaus größerem Nutzen für die Menschheit. Im Jahre 1872 bestäubte ein russischer Arzt Eitergeschwüre mit Sporen von grünem Schimmel, wodurch sich ein Heilungsprozess einstellte.

Um 1935 entdeckte Alexander Fleming, ein britischer Mikrobiologe, zufällig, dass das Pilzmyzel einer Schimmelpilzart einen Stoff ausscheidet, der die Bildung von Zellwänden bei wachsenden Bakterien verhindert und diese somit abgetötet werden. Diesen Stoff nannte man später Penicillin, da er von Schimmelpilzen gebildet wurde, die den lateinischen Namen Penicillium tragen.

Erst 1941 kam es zum großen Durchbruch, Penicillin in größeren Mengen zu gewinnen und erfolgreicher in der Medizin einzusetzen. Später gelang es weiteren Mikrobiologen, aus anderen Pilzarten Stoffe zu gewinnen, die noch aggressiver bei der Bekämpfung von Bakterien reagierten und eine größere Wirkungsbreite in ihrem Einsatz zeigten.

Aufbau und Klassifizierung (Arten)

Schimmelpilze bilden aus farblosen, stark verzweigten Zellfäden, den Hyphen, eine Art Gespinst, das Myzel. Bei einer 125-fachen Vergrößerung erkennt man unter dem Mikroskop bereits das Myzel mit den von ihm gebildeten Sporenträgern mit den Sporen.

Die Anordnung der Sporen ist ein entscheidendes Merkmal ihrer Klassifizierung (Gruppeneinteilung). Es gibt z.B. den Köpfchenschimmel – hier bilden sich die Sporen in kleinen Kapseln am Ende der Sporenträger.

Eine weitere Gruppe ist der Gießkannenschimmel, bei dem sind die Sporen am Sporenträger wie die Wasserstrahlen aus einer Gießkanne angeordnet.

Beim Pinselschimmel ist die Anordnung der Sporenträger wie die Pinselhaare eines runden Pinsels. Hinsichtlich ihrer Farbgebung variieren Schimmelpilze – sie können weißlich, grünlich oder grau aussehen.

Ernährungsweise

Verschiedene Schimmelpilz-Kulturen in der Petrischale gewachsen.

Schimmelpilze ernähren sich wie die Hutpilze heterotroph, d.h. von organischen energiereichen Stoffen, die sie beispielsweise feuchtem Brot, beschädigtem Obst, abgestorbenen Pflanzenteilen oder toter Tiere entziehen. Diese werden dabei vom Myzel durchwachsen und zum Teil bis zu anorganischen Materialien zersetzt.

Während ihres Zersetzungsprozesses kommt es zur Bildung von Mineralien, die von Pflanzen als Nahrungsgrundlage genutzt werden. Auf diese Weise tragen Schimmelpilze zur Beseitigung abgestorbener Lebewesen bei und sind somit als Zersetzer eine ganz wichtige Organismengruppe im großen Stoffkreislauf der Natur.

Fortpflanzung

Schimmelpilze pflanzen sich durch Sporen fort, die aus einer Zelle bestehen. Die zahlreichen Sporenträger an den Enden des Myzels bringen auf ungeschlechtlichem Wege Millionen von Sporen hervor, die sehr leicht sind und demzufolge durch geringe Luftbewegung über weite Strecken verbreitet werden können. Gelangt eine Spore auf ein geeignetes Substrat, keimt sie aus, bildet ein neues Myzel und bald darauf neue Sporen. Zellen von Schimmelpilzen teilen sich nur, wenn ausreichend Nahrung, Feuchtigkeit und Wärme vorhanden sind.

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Gefahren

Die blaugrauen oder schwarzen Stellen auf verschimmeltem Brot, Käse oder anderen Lebensmitteln bestehen aus zahlreichen Sporenträgern. Diese sind für das menschliche Auge unsichtbar und durchziehen z.B. verschimmeltes Brot ganz und gar. Es ist demzufolge verdorben und ungenießbar, denn es enthält giftige und krebserregende Stoffe. Es sollte möglichst schnell entsorgt werden, bevor die Sporen andere Lebensmittel besiedeln.

Schimmelpilze bilden im Allgemeinen durch ihre Lebenstätigkeit in den befallenen Stoffen Gifte, die für Menschen und Tiere schädlich und gefährlich sind.

Sie richten einen großen wirtschaftlichen Schaden an, wenn man bedenkt, dass sie unsachgemäß gelagerte Nahrungsmittel (z.B. Obst, Gemüse), Futtermittel (z.B. Heu) oder Rohstoffe (z.B. Leder, Holz) befallen und zerstören. Verschimmelte Nahrungsmittel und Futtermittel dürfen nicht mehr gegessen bzw. nicht mehr verfüttert werden.

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