Kopfläuse

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. März 2015
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Kopfläuse sind parasitäre (schmarotzende) Insekten, so genannte Außenparasiten, die auf dem Kopf des Menschen (Wirt) leben und sich von seinem Blut ernähren. Tpisches Anzeichen für einen Läusebefall ist ein ausgeprägter Juckreiz auf dem Kopf. Seit einigen Jahren werden Kopfläuse wieder häufiger diagnostiziert. Besonders Kinder, die eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen, sind von einem Kopflausbefall betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Kopfläuse (Pediculus humanus capitis)?

Die Pedikulose (lat. pedis = Laus) ist der medizinische Fachbegriff für die Verlausung des Menschen. Die Kopflaus befällt ausschließlich den Menschen und gehört daher zur Art der Pediculidae (Menschenlaus).

Pediculus humanus capitis ist der wissenschaftliche Begriff für den Befall der menschlichen Kopfhaare mit Kopfläusen. Kopfläuse sind weltweit verbreitet. Läuse sind wärmeliebende und blutsaugende Insekten mit einer Größe von ca. 2-4 Millimetern.

Ein ausgewachsenes befruchtetes Weibchen klebt ca. 150-300 Eier, die Nissen, mit einem wasserunlöslichen klebrigen Stoff an die Kopfhaare. Nach ungefähr acht Tagen schlüpfen die Larven. Nach weiteren zwei Wochen ist die neue Generation der Kopfläuse geschlechtsreif. Die Kopfläuse ernähren sich vom Blut des befallenen Wirtes. Sie können nur wenige Stunden ohne Nahrung auskommen. Kopfläuse außerhalb der Kopfhaare, ohne die Möglichkeit Blut zu saugen, sterben innerhalb kurzer Zeit.

Ursachen

Die Ursache bzw. die Übertragung von Kopfläusen findet durch den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch statt. Eine Ansteckung durch Tiere ist nicht möglich. Der Befall mit Kopfläusen hat seine Ursache nicht in mangelhafter persönlicher Hygiene. Auch tägliches Waschen der Haare kann eine Ansteckung nicht verhindern.

Die Kopfläuse können weder springen noch fliegen. Nur durch die direkte Berührung von Kopf zu Kopf, dem gemeinsamen Benutzen von Kämmen und Bürsten innerhalb eines kurzen Zeitraumes oder auch dem Übernachten in einem Bett ist eine Übertragung von Kopfläusen möglich.

Meist sind Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren betroffen. Begünstigt wird die Übertragung von Mensch zu Mensch durch Gemeinschaften, die auf engem Raum zusammenleben. Deshalb tritt der Befall mit Kopfläusen häufig epidemieartig in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen auf.

Symptome und Verlauf

Die Kopfläuse halten sich bevorzugt in der Nähe der Kopfhaut auf. Am häufigsten befallen sind die Partien hinter den Ohren. Die Läuse haben am Kopf einen Saugrüssel, mit dem sie sich an der Kopfhaut festbeißen, um Blut zu saugen. Durch diese Lausbisse entstehen hochrote, stark juckende Schwellungen bzw. Quaddeln.

Der Juckreiz provoziert intensives Kratzen. Dadurch können entzündliche Hautwunden und Exantheme (akuter Hautausschlag) entstehen, die einen idealen Nährboden für Krankheitserreger (Bakterieninfektion) bilden.

Ein weiteres Symptom für den Befall mit Kopfläusen können stark verfilzte Haare sein, verursacht durch eine große Anzahl von Nissen.

Diagnose

Kopfläuse können sich an den Haaren des Wirtes sehr schnell bewegen. Sie meiden das Licht und halten sich deshalb bevorzugt am Grund des Haarschafts auf. Daher wird man kaum Kopfläuse direkt im Haar mit bloßem Auge erkennen können.

Ein wichtiger Hinweis auf den Befall von Kopfläusen ist der typische und starke Juckreiz mit den Kratzspuren. Die Nissen könnten von ihrem Erscheinungsbild auch mit Kopfschuppen verwechselt werden. Um den Nissenbefall nachzuweisen, hilft der Abstreifversuch: Die Schuppen lassen sich leicht entfernen, die Nissen kleben fest und lassen sich nicht einfach vom Haar abstreifen. Die Nissen sind oft leichter zu diagnostizieren als die Läuse selbst.

Eine weitere Methode der Diagnose ist das Auskämmen der Haare mit einem Lauskamm. Von den feinzinkigen Lauskämmen werden einige Kopfläuse von der Kopfhautnähe mit an die Oberfläche der Behaarung geholt. Unterstützt wird das Auskämmen der Kopfläuse durch den Einsatz einer Haarspülung. In das nasse Haar wird eine handelsübliche Haarspülung möglichst gleichmäßig aufgetragen. Nun kurze Zeit einwirken lassen. Durch die Haarspülung werden die Kopfläuse in ihrer Atmung behindert und dadurch unbeweglich. Sie bleiben dann leichter an dem Lauskamm hängen, wenn die Haare anschließend Strähne für Strähne sorgfältig durchgekämmt werden.

Behandlung und Therapie

Für die Behandlung von Kopfläusen gibt es einige zugelassene Produkte, die Silikonöl enthalten. Durch das Öl wird ebenfalls die Atmung der Kopfläuse unterbunden. Die am häufigsten verwendeten Läusemittel enthalten Insektengifte, die aus Chrysanthemen (Pyrethrum) oder chemisch hergestellt werden (Permethrin, Allethrin).

Die Antiparasitika werden äußerlich aufgetragen. Zur Linderung des starken Juckreizes und bei Hautentzündungen werden Glukokortikoid-Salben verwendet. Wichtig ist, in Familien oder in Gruppen die anderen Mitglieder ebenfalls zu untersuchen und gegebenenfalls zu behandeln.

Die Behandlung muss mehrmals hintereinander durchgeführt werden, um die nach und nach frisch ausschlüpfenden Läuse mit abzutöten. Dazu kommt das regelmäßige Auskämmen mit einem Läusekamm. Die am Haar festgeklebten abgestorbenen Nissen können mit Essigwasser im Verhältnis 1:2 gelöst werden und mit einem Nissenkamm entfernt werden.

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Vorbeugung

Mit Kopfläusen befallene Personen müssen den körperlichen Kontakt zu anderen Menschen meiden. Es ist wichtig, die Behandlung so lange durchzuführen, bis keine Läuse mehr nachzuweisen sind. Zur Früherkennung werden regelmäßige Kontrollen durch das Auskämmen mit dem Nissen- oder Läusekamm empfohlen. Einmal in der Woche nach dem Waschen der Haare sollten sie auf Kopfläuse untersucht werden.

Die Gemeinschaftseinrichtungen müssen beim Auftreten von Kopfläusen Eltern und Kinder offensiv informieren. Besonders wichtig ist immer wieder darauf hinzuweisen, dass Kopflausbefall nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat, um frühzeitig Ausgrenzungen von Kindern zu verhindern.

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