Kopfläuse

Letzte Aktualisierung am 13. April 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Kopfläuse sind parasitäre (schmarotzende) Insekten, so genannte Außenparasiten, die auf dem Kopf des Menschen (Wirt) leben und sich von seinem Blut ernähren. Tpisches Anzeichen für einen Läusebefall ist ein ausgeprägter Juckreiz auf dem Kopf. Seit einigen Jahren werden Kopfläuse wieder häufiger diagnostiziert. Besonders Kinder, die eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen, sind von einem Kopflausbefall betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Kopfläuse (Pediculus humanus capitis)?

Läuse können sich von Mensch zu Mensch sehr schnell verbreiten. Zwar spüren Menschen den Stich nicht, jedoch kommt es danach zu einem starken Juckreiz, der sehr unangenehm ist.

Die Pedikulose (lat. pedis = Laus) ist der medizinische Fachbegriff für die Verlausung des Menschen. Die Kopflaus befällt ausschließlich den Menschen und gehört daher zur Art der Pediculidae (Menschenlaus).

Pediculus humanus capitis ist der wissenschaftliche Begriff für den Befall der menschlichen Kopfhaare mit Kopfläusen. Kopfläuse sind weltweit verbreitet. Läuse sind wärmeliebende und blutsaugende Insekten mit einer Größe von ca. 2-4 Millimetern.

Ein ausgewachsenes befruchtetes Weibchen klebt ca. 150-300 Eier, die Nissen, mit einem wasserunlöslichen klebrigen Stoff an die Kopfhaare. Nach ungefähr acht Tagen schlüpfen die Larven. Nach weiteren zwei Wochen ist die neue Generation der Kopfläuse geschlechtsreif. Die Kopfläuse ernähren sich vom Blut des befallenen Wirtes. Sie können nur wenige Stunden ohne Nahrung auskommen. Kopfläuse außerhalb der Kopfhaare, ohne die Möglichkeit Blut zu saugen, sterben innerhalb kurzer Zeit.

Ursachen

Die Ursache bzw. die Übertragung von Kopfläusen findet durch den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch statt. Eine Ansteckung durch Tiere ist nicht möglich. Der Befall mit Kopfläusen hat seine Ursache nicht in mangelhafter persönlicher Hygiene. Auch tägliches Waschen der Haare kann eine Ansteckung nicht verhindern.

Die Kopfläuse können weder springen noch fliegen. Nur durch die direkte Berührung von Kopf zu Kopf, dem gemeinsamen Benutzen von Kämmen und Bürsten innerhalb eines kurzen Zeitraumes oder auch dem Übernachten in einem Bett ist eine Übertragung von Kopfläusen möglich.

Meist sind Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren betroffen. Begünstigt wird die Übertragung von Mensch zu Mensch durch Gemeinschaften, die auf engem Raum zusammenleben. Deshalb tritt der Befall mit Kopfläusen häufig epidemieartig in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen auf.

Wann zum Arzt?

Wenn über mehrere Tage ein Juckreiz auf der Kopfhaut bemerkt wird, handelt es sich womöglich um Kopfläuse. Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn die Beschwerden länger als üblich bestehen bleiben oder weitere Symptome hinzukommen. So sollten kleine, stark juckende und rote Papeln auf der Kopfhaut unbedingt abgeklärt werden. Auch vergrößerte Lymphknoten im betroffenen Bereich können auf einen Befall mit den Parasiten hindeuten, der von einem Mediziner zu diagnostizieren ist. Eine ärztliche Behandlung ist zwar nicht unbedingt notwendig, die notwendigen Präparate sind unter Umständen aber verschreibungspflichtig.

Zudem ist ein Befall mit Kopfläusen in bestimmten Berufsfeldern meldepflichtig. Darum sollte bereits bei ersten Symptomen ein Arzt hinzugezogen werden. Sollten sich starke Beschwerden wie Blutungen oder Infektionen entwickeln, empfiehlt sich ein Besuch in der Arztpraxis. Sollten Eier oder Verkrustungen bemerkt werden, ist ebenfalls ärztlicher Rat gefragt. Die betroffene Person muss einen Läusebefall, der sich durch eine Eigenbehandlung nicht bekämpfen lässt, nach spätestens zwei bis drei Tagen einem Arzt vorstellen. Neben dem Hausarzt kann auch ein Dermatologe aufgesucht werden. In schweren Fällen empfiehlt sich ein Anruf beim ärztlichen Notdienst.

Symptome und Verlauf

Starker Juckreiz sowie ein Hautausschlag sind typische Symptome von Kopfläusen.

Die Kopfläuse halten sich bevorzugt in der Nähe der Kopfhaut auf. Am häufigsten befallen sind die Partien hinter den Ohren. Die Läuse haben am Kopf einen Saugrüssel, mit dem sie sich an der Kopfhaut festbeißen, um Blut zu saugen. Durch diese Lausbisse entstehen hochrote, stark juckende Schwellungen bzw. Quaddeln.

Der Juckreiz provoziert intensives Kratzen. Dadurch können entzündliche Hautwunden und Exantheme (akuter Hautausschlag) entstehen, die einen idealen Nährboden für Krankheitserreger (Bakterieninfektion) bilden.

Ein weiteres Symptom für den Befall mit Kopfläusen können stark verfilzte Haare sein, verursacht durch eine große Anzahl von Nissen.

Diagnose

Kopfläuse können sich an den Haaren des Wirtes sehr schnell bewegen. Sie meiden das Licht und halten sich deshalb bevorzugt am Grund des Haarschafts auf. Daher wird man kaum Kopfläuse direkt im Haar mit bloßem Auge erkennen können.

Ein wichtiger Hinweis auf den Befall von Kopfläusen ist der typische und starke Juckreiz mit den Kratzspuren. Die Nissen könnten von ihrem Erscheinungsbild auch mit Kopfschuppen verwechselt werden. Um den Nissenbefall nachzuweisen, hilft der Abstreifversuch: Die Schuppen lassen sich leicht entfernen, die Nissen kleben fest und lassen sich nicht einfach vom Haar abstreifen. Die Nissen sind oft leichter zu diagnostizieren als die Läuse selbst.

Eine weitere Methode der Diagnose ist das Auskämmen der Haare mit einem Lauskamm. Von den feinzinkigen Lauskämmen werden einige Kopfläuse von der Kopfhautnähe mit an die Oberfläche der Behaarung geholt. Unterstützt wird das Auskämmen der Kopfläuse durch den Einsatz einer Haarspülung. In das nasse Haar wird eine handelsübliche Haarspülung möglichst gleichmäßig aufgetragen. Nun kurze Zeit einwirken lassen. Durch die Haarspülung werden die Kopfläuse in ihrer Atmung behindert und dadurch unbeweglich. Sie bleiben dann leichter an dem Lauskamm hängen, wenn die Haare anschließend Strähne für Strähne sorgfältig durchgekämmt werden.

Komplikationen

Wird ein Läusebefall nicht behandelt, vermehren sich die Parasiten und greifen unter Umständen auf andere Menschen über. Ständiges Kratzen begünstigt eine Bakterieninfektion, die mit starkem Juckreiz, Hautrötungen und der Gefahr einer Ausbreitung der Entzündung auf das Blut und die inneren Organe verbunden ist. Ein massiver Kopflausbefall führt zu einem sogenannten Weichselzopf, bei dem die Haare unentwirrbare ineinander verfilzt sind. Zudem kann es zu einer Vagantenhaut kommen, die sich durch eine starke Verkrustung der Haut sowie Juckreiz und gelegentlich auch Blutungen äußert.

Weitere Komplikationen können auftreten, wenn die Kopfläuse Eier legen. Dann kann es zu ernsten Folgeerkrankungen kommen, verbunden immer einem starken Unwohlsein. Kopfläuse sind auch Krankheitsüberträger. Gehen die Parasiten auf andere Menschen über, kann es zu weiteren Erkrankungen kommen. Bei der Behandlung treten in der Regel keine Komplikationen auf. Allerdings kann es beim Auskämmen stark verfilzter Haare zu Verletzungen kommen. Pflegespülungen und medizinische Präparate führen unter Umständen zu weiteren Hautreizungen oder allergischen Reaktionen. Wird die Behandlung nicht sorgfältig und ausreichend lange durchgeführt, kann es zu einem erneuten Befall kommen.

Behandlung und Therapie

Für die Behandlung von Kopfläusen gibt es einige zugelassene Produkte, die Silikonöl enthalten. Durch das Öl wird ebenfalls die Atmung der Kopfläuse unterbunden. Die am häufigsten verwendeten Läusemittel enthalten Insektengifte, die aus Chrysanthemen (Pyrethrum) oder chemisch hergestellt werden (Permethrin, Allethrin).

Die Antiparasitika werden äußerlich aufgetragen. Zur Linderung des starken Juckreizes und bei Hautentzündungen werden Glukokortikoid-Salben verwendet. Wichtig ist, in Familien oder in Gruppen die anderen Mitglieder ebenfalls zu untersuchen und gegebenenfalls zu behandeln.

Die Behandlung muss mehrmals hintereinander durchgeführt werden, um die nach und nach frisch ausschlüpfenden Läuse mit abzutöten. Dazu kommt das regelmäßige Auskämmen mit einem Läusekamm. Die am Haar festgeklebten abgestorbenen Nissen können mit Essigwasser im Verhältnis 1:2 gelöst werden und mit einem Nissenkamm entfernt werden.

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Vorbeugung

Mit Kopfläusen befallene Personen müssen den körperlichen Kontakt zu anderen Menschen meiden. Es ist wichtig, die Behandlung so lange durchzuführen, bis keine Läuse mehr nachzuweisen sind. Zur Früherkennung werden regelmäßige Kontrollen durch das Auskämmen mit dem Nissen- oder Läusekamm empfohlen. Einmal in der Woche nach dem Waschen der Haare sollten sie auf Kopfläuse untersucht werden.

Die Gemeinschaftseinrichtungen müssen beim Auftreten von Kopfläusen Eltern und Kinder offensiv informieren. Besonders wichtig ist immer wieder darauf hinzuweisen, dass Kopflausbefall nichts mit mangelnder Hygiene zu tun hat, um frühzeitig Ausgrenzungen von Kindern zu verhindern.

Quellen

  • Payk, T.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Dilling, H. & Freyberger, H.J.: Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, Huber Verlag, 6. Auflage 2012
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Bergner, T. M. H.: Burnout-Prävention. Schattauer, Stuttgart 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Tölle, R., Windgassen, K.: Psychiatrie. Springer, Berlin 2014

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